{"id":29068,"date":"2015-10-06T07:24:10","date_gmt":"2015-10-06T05:24:10","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=29068"},"modified":"2015-10-03T12:18:58","modified_gmt":"2015-10-03T10:18:58","slug":"oeko-bmc-duroplaste-feuerfest-spritzbar-und-oeko","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/oeko-bmc-duroplaste-feuerfest-spritzbar-und-oeko\/","title":{"rendered":"\u00d6ko-BMC: Duroplaste \u2013 feuerfest, spritzbar und \u00f6ko"},"content":{"rendered":"<p>Davon ist jedenfalls Duroplastproduzent Lorenz Kunststofftechnik \u00fcberzeugt, der jetzt ein Bulk Molding Compound (BMC) mit Jute-, Baumwoll- oder Sisal-Fasern entwickelt, das je nach Rezeptur \u00e4hnliche Eigenschaften wie klassische glasfaserverst\u00e4rkte Kunststoffe GfK aufweisen soll. Die Faserl\u00e4nge kann gem\u00e4\u00df den Anwendungsanforderungen gew\u00e4hlt werden, entsprechend l\u00e4sst sich das Material formpressen oder auch spritzgie\u00dfen. Zudem bieten die verschiedenen Naturstoffe neue Einsatzm\u00f6glichkeiten, das Baumwoll-Duroplast beispielsweise l\u00e4sst sich leicht f\u00e4rben, kaschieren oder lackieren und so auch f\u00fcr Designobjekte verwenden. Vorgestellt werden die neuen \u00d6ko-BMCs auf der diesj\u00e4hrigen Fakuma.<\/p>\n<p>Weitere Beitr\u00e4ge zuBulk Molding Compounds<br \/>\nBasis f\u00fcr die Neuentwicklung war das bereits bekannt BMC\u00a00204, das mit Calciumcarbonat als F\u00fcllstoff und ATH als Flammschutzmittel bereits zwei umweltfreundliche Komponenten enth\u00e4lt. Die Naturfasern ersetzen nun auch die Glasfasern, was zu einem deutlich geringeren Energieverbrauch bei der Herstellung und dadurch auch zu einer sehr guten CO2-Bilanz f\u00fchre. Welche Faser in welcher L\u00e4nge eingesetzt wird, l\u00e4sst sich an die jeweilige Anwendung anpassen: So zeichnet sich das Gemisch mit Sisal beispielsweise durch eine niedrige Verarbeitungsschwindung von -0,1 bis -0,3 Prozent aus, w\u00e4hrend baumwollverst\u00e4rktes Duroplast ein hohes Elastizit\u00e4tsmodul von \u00fcber 8000\u00a0MPa und einen geringen Abrieb aufweist. Allen gemeinsam ist eine niedrige Dichte zwischen 1,65 und 1,7\u00a0g\/cm\u00b3, wodurch sich selbst gegen\u00fcber GfK noch Gewicht einsparen lasse, so dass sich daraus gefertigte Teile f\u00fcr den Leichtbau-Bereich eignen.<\/p>\n<p>Flammhemmend und feuchtigkeitsresistent<br \/>\nGenerell bieten die naturfaserverst\u00e4rkten Kunststoffe (NFK) laut Anbieter eine gute Thermo- und Schall-Isolierung. \u00dcber die konkrete Zusammensetzung des BMC k\u00f6nnen zudem weitere spezifische Eigenschaften individuell eingestellt werden. So sei es unter anderem m\u00f6glich, trotz der grunds\u00e4tzlichen Brennbarkeit der Naturfasern eine hohe Flammhemmung zu erreichen: Im Brennbarkeitstest nach UL94 erlosch eine 1,5\u00a0Millimeter dicke Probe innerhalb von zehn Sekunden, was die beste Klassifizierung von V0 bedeutet. Auch sei das bei NFK h\u00e4ufige Problem der hohen Feuchtigkeitsaufnahme mit einer entsprechenden Materialkomposition gel\u00f6st worden, so dass das \u00d6ko-BMC mit Baumwolle gemessen nach ISO\u00a062 bei lediglich \u00b10,5\u00a0Prozent, mit Jute bei \u00b11,3\u00a0Prozent und mit Sisal bei \u00b11,8\u00a0Prozent liege.<\/p>\n<p>Die Herstellung als BMC er\u00f6ffne dar\u00fcber hinaus im Gegensatz zu bekannten, meist thermoplastischen NFK-Platten verschiedene Verarbeitungswege. Damit ist neben dem Formpressen auch der Spritzguss m\u00f6glich \u2013 und so die Produktion komplexer oder filigraner Bauteile, die bislang noch aus GfK gefertigt werden mussten. Die Spritzgie\u00dftemperatur betr\u00e4gt im Zylinder 20 bis 40\u00a0\u00b0C, im Werkzeug 140 bis 170\u00a0\u00b0C. Damit eignet sich das Material f\u00fcr unterschiedliche Anwendungen von gro\u00dfen Formteilen, etwa f\u00fcr das Automobil-Interieur, bis zu kleinen Komponenten, beispielsweise f\u00fcr den Elektronikbereich.<\/p>\n<p>Umweltfreundlich und recycelbar<br \/>\nAlle Naturfaser-Duroplaste von Lorenz k\u00f6nnen recycelt werden, Schnitt- und Stanzabf\u00e4lle lassen sich je nach Materialzusammensetzung bis zu 100\u00a0Prozent wiederverwenden. Im Fall einer Verbrennung seien die Fasern CO2-neutral und nahezu r\u00fcckstandsfrei. Da die RoHS-konformen Komposite zudem weder Halogene noch Schwermetallverbindungen enthalten, sind sie insgesamt sehr umweltfreundlich und unbedenklich f\u00fcr Mensch oder \u00d6kosystem. Um diesen Aspekt noch zu verst\u00e4rken, arbeitet der Hersteller an einer biologischen Harz-Matrix, mit der k\u00fcnftig das derzeit noch verwendete Polyesterharz ersetzt werden soll. Damit erhielte man einen vollst\u00e4ndig aus nat\u00fcrlichen Materialien bestehenden Verbundwerkstoff.<\/p>\n<p>Erste Proben und Anwendungsbeispiele des \u00d6ko-BMC sollen auf der diesj\u00e4hrigen Fakuma in Friedrichshafen zu sehen sein.<br \/>\nFakuma 2015, Halle B4, Stand 4108<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Davon ist jedenfalls Duroplastproduzent Lorenz Kunststofftechnik \u00fcberzeugt, der jetzt ein Bulk Molding Compound (BMC) mit Jute-, Baumwoll- oder Sisal-Fasern entwickelt, das je nach Rezeptur \u00e4hnliche Eigenschaften wie klassische glasfaserverst\u00e4rkte Kunststoffe GfK aufweisen soll. Die Faserl\u00e4nge kann gem\u00e4\u00df den Anwendungsanforderungen gew\u00e4hlt werden, entsprechend l\u00e4sst sich das Material formpressen oder auch spritzgie\u00dfen. 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