{"id":29037,"date":"2015-10-07T07:40:37","date_gmt":"2015-10-07T05:40:37","guid":{"rendered":"https:\/\/rss.nova-institut.net\/public.php?url=http%3A%2F%2Fwww.innovations-report.de%2Fhtml%2Fberichte%2Fverfahrenstechnologie%2Fdoppelte-power-aus-bakterien.html"},"modified":"2015-10-05T15:50:07","modified_gmt":"2015-10-05T13:50:07","slug":"doppelte-power-aus-bakterien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/doppelte-power-aus-bakterien\/","title":{"rendered":"Doppelte Power aus Bakterien"},"content":{"rendered":"<p><strong>Freiburger Wissenschaftler arbeiten an einem innovativen Verfahren, um aus Abwasser Strom zu erzeugen \u2013 mithilfe von Bakterien. Mit diesem Verfahren, dessen Entwicklung durch die Baden-W\u00fcrttemberg Stiftung finanziert wird, sto\u00dfen die beiden Wissenschaftler, Joana Danzer und Dr. Sven Kerzenmacher, sowohl national als auch international auf gro\u00dfes Interesse.<\/strong><\/p>\n<p>Mit ein paar Tricks lassen sich Bakterien im Abwasser als Energieerzeuger nutzen: Manche Mikroorganismen sind n\u00e4mlich in der Lage, Elektronen von den organischen Bestandteilen des Abwassers auf die Anode einer mikrobiellen Brennstoffzelle zu \u00fcbertragen. Von dort aus wandern die Elektronen weiter zur Kathode und es flie\u00dft elektrischer Strom. Besonders effizient l\u00e4uft das Ganze ab, wenn die Anode gleichzeitig als Filter dient, der die Keime aus dem Wasser entfernt.<\/p>\n<p>Eine solche optimierte mikrobielle Brennstoffzelle entwickelt Joana Danzer vom Institut f\u00fcr Mikrosystemtechnik der Universit\u00e4t Freiburg in ihrer Doktorarbeit. Am 3. Oktober wird sie dieses Konzept auf der internationalen Tagung \u201eInternational Society for Microbial Electrochemistry and Technology (ISMET)\u201c in Tempe\/Arizona vorstellen. F\u00fcr ihre Teilnahme an der Konferenz erhielt die junge Ingenieurin einen \u201eISMET abstract award\u201c, der die Geb\u00fchren f\u00fcr die Registrierung und die \u00dcbernachtung am Tagungsort umfasst.<\/p>\n<p>Auf die Idee, das Anodenmaterial einer mikrobiellen Brennstoffzelle gleichzeitig als Bakterienfilter zu nutzen, kam Joana Danzer 2012 gemeinsam mit ihrem Betreuer Dr. Sven Kerzenmacher. \u201eDies macht die Bakterienfiltration, die in immer mehr moderne Kl\u00e4ranlagen zum Einsatz kommt, weniger energieintensiv\u201c, weist Danzer auf den entscheidenden Vorteil der Innovation hin. \u201eIndem man einen Teil der zur Abwasserbehandlung ben\u00f6tigten Energie w\u00e4hrend der Filtration mit derselben Struktur gewinnt, schl\u00e4gt man zwei Fliegen mit einer Klappe.\u201c Finanziert werden die Forschungsarbeiten der Freiburger Wissenschaftler durch die Baden-W\u00fcrttemberg Stiftung im Rahmen des Programms Umwelttechnologieforschung. Zusammen mit der Universit\u00e4t Freiburg hat die Stiftung das Konzept im Jahr 2013 zum Patent angemeldet und ein Jahr sp\u00e4ter f\u00fcr Deutschland bereits die entsprechenden Schutzrechte erhalten.<\/p>\n<p>Ebenfalls im Jahr 2014 ist den Wissenschaftlern der Nachweis gelungen, dass das Verfahren im 5 Liter-Ma\u00dfstab funktioniert. Sie testeten das Konzept mit synthetischem Kulturmedium, dem Bodenbakterium Geobacter sulfurreducens und einer Anode aus por\u00f6sem Edelstahl. Im Vergleich zu einer herk\u00f6mmlichen, biofilmbasierten Brennstoffzelle konnten sie den Stromfluss an der filtrationsaktiven Anode um das 3,6fache steigern.<\/p>\n<p>Im n\u00e4chsten Schritt optimieren die Wissenschaftler nun ihre Innovation f\u00fcr die Anwendung mit echtem Abwasser. Da die Brennstoffzelle mit einer Anode aus por\u00f6sem Edelstahl f\u00fcr eine kommerzielle Nutzung zu teuer w\u00e4re, testen sie parallel verschiedene alternative Materialien mit dem Ziel, eine wirtschaftlich tragf\u00e4hige Anode zu entwickeln. Als Einsatzorte f\u00fcr die filtrationsaktive mikrobielle Brennstoffzelle k\u00e4men dann vor allem Kl\u00e4ranlagen von Industriebetrieben oder auch Kreuzfahrtschiffen infrage, die eine eigene Abwasseraufbereitung durchf\u00fchren.<\/p>\n<p>F\u00fcr ihre Arbeiten ist Joana Danzer im Oktober 2014 bereits mit dem f-Cell Award in der Kategorie \u201eScience\u201c ausgezeichnet worden, den das Ministerium f\u00fcr Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-W\u00fcrttemberg gemeinsam mit der Wirtschaftsf\u00f6rderung Region Stuttgart GmbH jedes Jahr ausschreibt.<\/p>\n<p>Die Einladung, das Projekt auf der ISMET-Tagung vorzustellen, bedeutet f\u00fcr Danzer eine weitere Honorierung ihrer Forschungsbem\u00fchungen: \u201eIch freue mich sehr, dass die Idee sowohl in der Welt herk\u00f6mmlicher Brennstoffzellen als auch im Bereich der Bioelektrochemie Anklang findet. Damit erh\u00f6hen sich die Chancen, dass auch andere Forscher an dem Thema weiterarbeiten und dass es uns schneller gelingt, die Technologie aus dem Labor in die Anwendung zu bringen.\u201c<\/p>\n<h3>Hinweis:<\/h3>\n<p>Lesen Sie hier (<a href=\"http:\/\/issuu.com\/bw-stiftung\/docs\/bws_14006_perspektive_02_2014_rz_we\/40?e=4312826%2F10215243\" target=\"_blank\">http:\/\/issuu.com\/bw-stiftung\/docs\/bws_14006_perspektive_02_2014_rz_we\/40?e=43128&#8230;<\/a>) ein Interview mit den beiden Wissenschaftlern in unserem Magazin Perspektive Baden-W\u00fcrttemberg.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Freiburger Wissenschaftler arbeiten an einem innovativen Verfahren, um aus Abwasser Strom zu erzeuge&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[6795,11004,409],"class_list":["post-29037","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","supplier-baden-wurttemberg-stiftung","supplier-ministerium-fuer-umwelt-klima-und-energiewirtschaft-baden-wuerttemberg","supplier-universitaet-freiburg"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/29037","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=29037"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/29037\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=29037"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=29037"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=29037"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=29037"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}