{"id":28954,"date":"2015-09-30T12:01:17","date_gmt":"2015-09-30T10:01:17","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=28954"},"modified":"2015-09-30T12:32:36","modified_gmt":"2015-09-30T10:32:36","slug":"studie-veroeffentlicht-welche-quellen-fuer-mikroplastik-in-der-umwelt-sind-relevant","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/studie-veroeffentlicht-welche-quellen-fuer-mikroplastik-in-der-umwelt-sind-relevant\/","title":{"rendered":"Studie ver\u00f6ffentlicht: Welche Quellen f\u00fcr Mikroplastik in der Umwelt sind relevant?"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #ff9900;\">English version: <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/new-study-on-microplastics-in-the-environment-which-sources-are-relevant\" target=\"_blank\">https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/new-study-on-microplastics-in-the-environment-which-sources-are-relevant<\/a><br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><strong>Mikroplastik \u2013 das sind mikroskopisch kleine Partikel aus Kunststoff, die in kosmetischen Produkten, K\u00f6rperpflegemitteln und anderen Anwendungen zum Einsatz kommen. Sie werden jedoch auch als Fasern beim Waschen von synthetischen Textilien freigesetzt oder entstehen durch die Fragmentierung gro\u00dfformatiger Abf\u00e4lle wie Plastikt\u00fcten. Eine Studie des nova-Instituts, die im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA) angefertigt wurde, bewertet nun erstmals die Relevanz unterschiedlicher Quellen von Mikroplastik f\u00fcr den Meeresschutz in Deutschland. Die Studie ist ab sofort unter folgendem Link verf\u00fcgbar: <a href=\"http:\/\/bio-based.eu\/ecology\" target=\"_blank\">http:\/\/bio-based.eu\/ecology<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Kunststoffe die Abfallfunde in Ozeanen und Binnengew\u00e4ssern dominieren. Dabei werden neben gro\u00dfformatigen Abf\u00e4llen wie Plastikflaschen oder -t\u00fcten auch Mikropartikel aus Kunststoffen im Wasser, in Sedimenten und an Str\u00e4nden der Weltmeere nachgewiesen. Aufgrund der alarmierenden Befunde hat das Umweltbundesamt (UBA) eine Studie in Auftrag gegeben, um die Mengen der in kosmetischen Produkten verwendeten Mikropartikel aus Kunststoff, die in Deutschland und der Europ\u00e4ischen Union zum Einsatz kommen, in einer ersten N\u00e4herung zu ermitteln. Zus\u00e4tzlich wurden weitere Anwendungsbereiche recherchiert, deren Einsatzmengen aufgezeigt und weitere Quellen von Mikropartikeln aus Kunststoff ausfindig gemacht und deren Umfang abgesch\u00e4tzt.<\/p>\n<p>Das nova-Institut hat in umfassenden Literaturanalysen und Telefoninterviews entsprechende Daten erhoben und dabei zwischen prim\u00e4ren Mikropartikeln und sekund\u00e4ren Mikropartikeln aus Kunststoff unterschieden. Prim\u00e4re Mikropartikel aus Kunststoff werden direkt in mikroskopischer Gr\u00f6\u00dfe hergestellt. Sie kommen in kosmetischen Produkten und anderen Einsatzbereichen zur Anwendung. Sekund\u00e4re Mikropartikel sind Bruchst\u00fccke makroskopischer, also mit dem blo\u00dfen Auge erkennbarer, Kunststoffteile und entstehen zum Beispiel durch die Fragmentierung von Plastikflaschen oder den Abrieb von Autoreifen und Textilien.<\/p>\n<p>Erste Sch\u00e4tzungen lassen vermuten, dass in Deutschland j\u00e4hrlich ca. 500 Tonnen prim\u00e4re Mikropartikel aus Kunststoff in kosmetischen Mitteln verwendet werden. Die Einsatzmengen in Wasch- und Desinfektionsmitteln sowie Strahlmitteln in Deutschland sch\u00e4tzen die Autoren auf jeweils unter 100 Tonnen pro Jahr. Im Gegensatz dazu k\u00f6nnen allein durch den Reifenabrieb in Deutschland 60.000 \u2013 111.000 Tonnen Mikropartikel in die\u00a0Umwelt\u00a0gelangen.<\/p>\n<p>Nach verf\u00fcgbaren Sch\u00e4tzungen gelangt j\u00e4hrlich zwischen sechs und zehn Prozent der globalen Kunststoffproduktion als Abfall in die Weltmeere. Bezogen auf Europa ist das eine Gr\u00f6\u00dfenordnung von 3,4 bis 5,7 Millionen Tonnen an Kunststoffen, die als Quelle f\u00fcr Mikropartikel dienen. Die Zersetzung von Kunststoffm\u00fcll ist damit die wichtigste Quelle f\u00fcr die Entstehung von Mikropartikel.<\/p>\n<p>Es kann Jahrhunderte dauern, bis sich Kunststoffabf\u00e4lle in der Umwelt durch physikalische, chemische und biologische Prozesse zerkleinern. \u201eWir stellen damit nicht nur die Umwelt, sondern auch unsere zuk\u00fcnftigen Generationen vor gro\u00dfe Herausforderungen, weil wir heute weder \u00fcber Eintrags- und Transportmechanismen noch \u00fcber die direkten und indirekten Folgen ausreichend Kenntnis besitzen. Neben der Grundlagenforschung m\u00fcssen wir uns deshalb heute schon um L\u00f6sungen zur Eingrenzung der Kunststoffeintr\u00e4ge in die Umwelt bem\u00fchen\u201c, betont Roland Essel, Autor der Studie.<\/p>\n<p>Hersteller kosmetischer Produkte k\u00f6nnen auf langlebige Mikropartikel aus konventionellen Kunststoffen verzichten oder diese durch andere Materialien ersetzen. Neben nat\u00fcrlichen Abrasiva aus Aprikosenkernen, Mineralien oder Bienen-, Carnauba- und Reiswachsen k\u00f6nnen auch bio-basierte und biologisch abbaubare Polymere eine neue Option sein. Auch Konsumenten stehen in der Pflicht, ihren Abfall ordnungsgem\u00e4\u00df in den daf\u00fcr vorgesehenen Trennsystemen zu entsorgen. Illegale Entsorgung und Verklappung \u2013 das Einleiten oder Versenken von Sonderabf\u00e4llen auf hoher See \u2013 k\u00f6nnen st\u00e4rker verfolgt und geahndet werden. Und auch die Kunststoffindustrie kann ihren Beitrag zur L\u00f6sung des Problems durch effiziente Produktionsprozesse und St\u00e4rkung der Produktverantwortung leisten. Diese und weitere L\u00f6sungen f\u00fcr unterschiedliche Quellen von Mikropartikeln stehen Ende November im Fokus einer internationalen Konferenz.<\/p>\n<h3>Internationale Konferenz zeigt L\u00f6sungen auf<\/h3>\n<p>Die Konferenz \u201eMicroplastic in the environment \u2013 Sources, Impacts &amp; Solutions\u201c findet vom 23. bis 24. November 2015 im Maternushaus K\u00f6ln statt. Es werden mehr als 250 internationale Teilnehmer erwartet. Die Konferenz bietet den gr\u00f6\u00dften Raum zur Diskussion des Themas zwischen Produzenten, Konsumenten, Wissenschaftlern, Umwelt- und Regierungsorganisationen in Europa 2015. Als Referenten haben bereits die bekanntesten Forscher und Akteure ihr Kommen angek\u00fcndigt, darunter u. a. Prof. Richard Thompson (University of Plymouth, England), Petra Michiels (OK compost Vin\u00e7otte, Belgien), Prof. Christian Laforsch (Universit\u00e4t Bayreuth), Maria Weterbos (Plastic Soup Foundation, Niederlande), Prof. Christian Bonten (Universit\u00e4t Stuttgart), Dr. Molly Morse (Mango Materials, USA), Peter Sundt (Mepex Consult AS, Norwegen) und Bruno de Wilde (OWS N.V., Belgien). Teilnehmer der Konferenz haben die M\u00f6glichkeit, im Foyer des Maternushauses ihre L\u00f6sungsans\u00e4tze und -ideen auszustellen. Weitere Informationen finden Sie unter <a href=\"http:\/\/microplastic-conference.eu\" target=\"_blank\">http:\/\/microplastic-conference.eu<\/a>.<\/p>\n<h3>Kontakt:<\/h3>\n<p>Linda Engel +49 (0)2233 4814 58, E-Mail: linda.engel@nova-institut.de<\/p>\n<p>Diese Pressemitteilung als PDF: <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/15-09-30_PM_Mikroplastik_in_der_Umwelt_nova.pdf\">15-09-30_PM_Mikroplastik_in_der_Umwelt_nova<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>English version: https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/new-study-on-microplastics-in-the-environment-which-sources-are-relevant Mikroplastik \u2013 das sind mikroskopisch kleine Partikel aus Kunststoff, die in kosmetischen Produkten, K\u00f6rperpflegemitteln und anderen Anwendungen zum Einsatz kommen. 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