{"id":28936,"date":"2015-09-30T07:58:16","date_gmt":"2015-09-30T05:58:16","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=28936"},"modified":"2015-09-29T12:13:48","modified_gmt":"2015-09-29T10:13:48","slug":"mikroplastik-im-meer-wie-viel-woher","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/mikroplastik-im-meer-wie-viel-woher\/","title":{"rendered":"Mikroplastik im Meer \u2013 wie viel? Woher?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Mikroplastik, das in Peelings oder Duschgels eingesetzt wird, leistet einen mengenm\u00e4\u00dfig vergleichsweise geringen, gleichwohl unn\u00f6tigen Beitrag zur Umweltverschmutzung. Das ergab eine Studie f\u00fcr das Umweltbundesamt (UBA). Danach werden vermutlich rund 500 Tonnen solcher prim\u00e4rer Mikropartikel aus Polyethylen, dem weltweit am h\u00e4ufigsten verwendeten Kunststoff, pro Jahr in Deutschland in kosmetischen Mitteln verwendet. Die mengenm\u00e4\u00dfig bedeutsamste Quelle f\u00fcr Mikroplastik im Meer ist aber die Zersetzung gr\u00f6\u00dferer Plastikteile. Wenn gro\u00dfer Plastikm\u00fcll \u2013 von der Plastikt\u00fcte bis zum Fischernetz \u2013 \u00fcber Fl\u00fcsse oder direkt ins Meer gelangt, werden die gro\u00dfen Teile durch Wind, Wetter und Gezeiten zu sogenanntem sekund\u00e4rem Mikroplastik zermahlen und zerkleinert. Rund sechs bis zehn Prozent der weltweiten Kunststoffproduktion landen laut Studie in den Weltmeeren. Weltweit werden pro Jahr rund 300 Millionen Tonnen Kunststoffe hergestellt (Stand 2013). Es ist davon auszugehen, dass bis zu 30 Millionen Tonnen davon pro Jahr weltweit im Meer laden \u2013 davon in Europa allein 3,4 bis 5,7 Millionen Tonnen pro Jahr.<\/strong><\/p>\n<p>Die Studie r\u00e4t daher, sich nicht nur auf das prim\u00e4re Mikroplastik zu konzentrieren, sondern den Eintrag von Kunststoffen in die Umwelt generell viel drastischer zu reduzieren. Nur so kann wirksam der Entstehung von sekund\u00e4rem Mikroplastik in Meeren oder Binnengew\u00e4ssern vorgebeugt werden \u2013 und das nicht nur in Deutschland oder der EU, sondern weltweit. Mittlerweile wurden unter deutscher Federf\u00fchrung globale und regionale Aktionspl\u00e4ne zur Bek\u00e4mpfung von Meeresm\u00fcll innerhalb des G7-Prozesses und der Regionalkooperationen OSPAR (Schutz der Meeresumwelt des Nord-Ost-Atlantiks) sowie HELCOM (Schutz der Meeresumwelt der Ostsee) verabschiedet. Im Rahmen der Umsetzung der europ\u00e4ischen Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (2008\/56\/EG) wird ebenfalls ein umfassendes Programm f\u00fcr die heimische Nord- und Ostsee aufgestellt.<\/p>\n<p>In Teilaspekten werden diese Ma\u00dfnahmen aus den Aktionspl\u00e4nen bereits umgesetzt. Ein Beispiel ist die Fishing-For-Litter-Initiative. Fischerkutter werden hierbei so ausgestattet, dass sie aus dem Meer gefischten M\u00fcll an Bord verstauen und kostenfrei und sachgerecht in den H\u00e4fen entsorgen k\u00f6nnen. Das Projekt wird mittlerweile von allen K\u00fcstenbundesl\u00e4ndern unterst\u00fctzt und durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Kunststoffe bedrohen zunehmend die Meeres\u00f6kosysteme. Mit durchschnittlich 75 Prozent dominiert Kunststoff auch an Europas Str\u00e4nden die M\u00fcllfunde. Von 663 Arten ist bekannt, dass sie negativ von diesem M\u00fcll betroffen sind. Mehr als die H\u00e4lfte dieser Arten nimmt Kunststoffabf\u00e4lle auf oder verf\u00e4ngt sich in ihnen. Auch Mikropartikel k\u00f6nnen dabei \u2013 je nach Gr\u00f6\u00dfe des Lebewesens \u2013 genauso wie gr\u00f6\u00dfere Kunststoffteile zu Verletzungen des Verdauungstraktes f\u00fchren, die Verdauung behindern sowie die Nahrungsaufnahme blockieren. Mikropartikel aus Kunststoff k\u00f6nnen zudem als Transportmittel fungieren, an dem sich Schadstoffe, invasive Arten und Krankheitserreger anlagern.<\/p>\n<p>Neben Polyethylen in kosmetischen Mitteln haben die Autoren der aktuellen Literatur-Studie weitere Anwendungsgebiete des prim\u00e4ren Mikroplastiks analysiert. F\u00fcr Wasch- und Reinigungsmittel sowie Strahlmittel in Deutschland sch\u00e4tzen die Autoren das Aufkommen auf jeweils weniger als 100 Tonnen pro Jahr. F\u00fcr Kunststoffwachse erwarten die Autoren dagegen etwa 100.000 Tonnen pro Jahr. Hierbei handelt es sich um wachsartige Dispersionen von Kunststoffpartikeln, die als Trennmittel und zur Oberfl\u00e4chenbeschichtung verwendet werden. Weitere Quellen f\u00fcr sekund\u00e4re Mikropartikel aus Kunststoff sind u.a. Chemiefasern, die aus der Kleidung und sonstigen Textilien ausgewaschen werden (80-400 t\/a), Reifenabrieb aus dem Stra\u00dfenverkehr (60.000-111.000 t\/a) und der Verlust von Rohpellets f\u00fcr die weitere Verarbeitung zu Kunststofferzeugnissen w\u00e4hrend Produktion und Transport (21.000-210.000 t\/a).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mikroplastik, das in Peelings oder Duschgels eingesetzt wird, leistet einen mengenm\u00e4\u00dfig vergleichsweise geringen, gleichwohl unn\u00f6tigen Beitrag zur Umweltverschmutzung. Das ergab eine Studie f\u00fcr das Umweltbundesamt (UBA). Danach werden vermutlich rund 500 Tonnen solcher prim\u00e4rer Mikropartikel aus Polyethylen, dem weltweit am h\u00e4ufigsten verwendeten Kunststoff, pro Jahr in Deutschland in kosmetischen Mitteln verwendet. Die mengenm\u00e4\u00dfig bedeutsamste Quelle [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":58,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[342],"class_list":["post-28936","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","supplier-umweltbundesamt"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/28936","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/58"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=28936"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/28936\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=28936"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=28936"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=28936"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=28936"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}