{"id":27966,"date":"2015-08-31T04:28:30","date_gmt":"2015-08-31T02:28:30","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=27966"},"modified":"2015-08-26T10:43:38","modified_gmt":"2015-08-26T08:43:38","slug":"agrarminister-macht-ersten-schritt-fuer-ein-genmaisverbot","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/agrarminister-macht-ersten-schritt-fuer-ein-genmaisverbot\/","title":{"rendered":"Agrarminister macht ersten Schritt f\u00fcr ein Genmaisverbot"},"content":{"rendered":"<p><strong><span class=\"articleLocation\">Berlin<\/span> (Reuters) &#8211; Bundesagrarminister Christian Schmidt wird Agrarkonzerne zum Verzicht auf die Vermarktung von in der EU zugelassenen Genmais auffordern. Das geht aus einem Reuters am Montag vorliegenden Brief seines Ministeriums an die Ressorts in den Bundesl\u00e4ndern hervor, mit dem der CSU-Politiker den ersten Schritt f\u00fcr ein nationales Anbau-Verbot einleitet. Demnach wird Schmidt \u00fcber die EU-Kommission den Konzernen den Wunsch zustellen lassen, keine genetisch ver\u00e4nderten Organismen (GVO) in Deutschland zu vertreiben. Erst wenn dies von den Unternehmen abgelehnt wird, kann nach den EU-Regeln der Anbau per nationaler Gesetzgebung untersagt werden. Unmittelbar betroffen sind die Konzerne Monsanto, Syngenta, Dow AgroScienes und DuPont-Pioneer, die Antr\u00e4ge f\u00fcr den Anbau von acht Genmais-Sorten in Br\u00fcssel gestellt haben, die teilweise bereits genehmigt wurden.<\/strong><\/p>\n<p>Eigentlich entscheidet die EU \u00fcber Anbaugenehmigungen. Seit diesem Jahr k\u00f6nnen Mitgliedsstaaten jedoch ein nationales Verbot erlassen. In Deutschland besteht zwar Einigkeit in der gro\u00dfen Koalition, die Zucht von GVO-Nutzpflanzen zu verbieten. Die Ausgestaltung des Verbots ist jedoch seit Monaten umstritten. Schmidt fordert aus Gr\u00fcnden der Rechtssicherheit Vorschriften, die jedes der 16 Bundesl\u00e4nder f\u00fcr sich beschlie\u00dfen m\u00fcsste. SPD und die Bundesl\u00e4nder pochen jedoch auf ein bundesweites Verbot. Hinter dem Streit steht die Furcht, die Konzerne k\u00f6nnten vor europ\u00e4ischen Gerichten ein deutsches Anbauverbot aushebeln. Bislang wird vor allem in Spanien im gro\u00dfem Stil Genmais angebaut.<\/p>\n<h3>Schmidt setzt Bundesl\u00e4ndern Frist<\/h3>\n<p>In dem Brief setzt des Bundesagrarministerium den Bundesl\u00e4ndern eine Frist bis zum 11. September, um die Gr\u00fcnde zu nennen, die aus deren Sicht f\u00fcr ein Verbot sprechen. &#8220;Sollte ich bis zu dem genannten Datum von Ihnen keine R\u00fcck\u00e4u\u00dferung erhalten haben, gehe ich (&#8230;) davon aus, dass Ihr Hoheitsgebiet insgesamt in die Aufforderung mit einbezogen werden soll&#8221;, hei\u00dft es weiter. Begr\u00fcndet wird die Eile damit, dass nur bis zum 3. Oktober die Opt-Out-Richtlinie f\u00fcr die derzeitigen Zulassungen und Antr\u00e4ge in Anspruch genommen werden kann.<\/p>\n<p>Konzerne wie Monsanto, Dow Chemical, Dupont oder Syngenta machen mit GVO-Saatgut weltweit Milliarden-Ums\u00e4tze und haben ein Interesse am Anbau in Europa. In Deutschland z\u00e4hlen BASF und Bayer Cropscience zu den f\u00fchrenden Anbietern. Offen ist, wie die Konzerne auf den Wunsch nach einem freiwilligen Anbauverzicht ragieren werden. Vergangenen Monat erkl\u00e4rte DuPont-Pioneer auf Reuters-Anfrage zu seinem Genmais 1507, das Unternehmen werde erst nach der Zulassung f\u00fcr den Anbau in der EU \u00fcber das weitere Vorgehen entscheiden.<\/p>\n<p>Genmais produziert ein Gift, das Sch\u00e4dlinge abh\u00e4lt. Zudem ist er resistent gegen Unkrautvernichtungsmittel. Gentechnik-Gegner sehen in solchen Pflanzen unw\u00e4gbare Risiken f\u00fcr Gesundheit und Natur. GVO-Bef\u00fcrworter verweisen dagegen auf h\u00f6here Ernteertr\u00e4ge und den geringeren Einsatz von Herbiziden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin (Reuters) &#8211; Bundesagrarminister Christian Schmidt wird Agrarkonzerne zum Verzicht auf die Vermarktung von in der EU zugelassenen Genmais auffordern. Das geht aus einem Reuters am Montag vorliegenden Brief seines Ministeriums an die Ressorts in den Bundesl\u00e4ndern hervor, mit dem der CSU-Politiker den ersten Schritt f\u00fcr ein nationales Anbau-Verbot einleitet. 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