{"id":27837,"date":"2015-08-27T04:10:13","date_gmt":"2015-08-27T02:10:13","guid":{"rendered":"https:\/\/rss.nova-institut.net\/public.php?url=http%3A%2F%2Fwww.innovations-report.de%2Fhtml%2Fberichte%2Fgeowissenschaften%2Fwaldgesundheit-und-globaler-wandel.html"},"modified":"2015-08-24T11:15:42","modified_gmt":"2015-08-24T09:15:42","slug":"waldgesundheit-und-globaler-wandel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/waldgesundheit-und-globaler-wandel\/","title":{"rendered":"Waldgesundheit und globaler Wandel"},"content":{"rendered":"<p><b>Ein Drittel unserer Erdoberfl\u00e4che ist von W\u00e4ldern bedeckt. Sie versorgen uns mit dem Rohstoff Holz, liefern sauberes Trinkwasser, produzieren Sauerstoff und speichern Kohlenstoff. W\u00e4lder sind zudem wichtige Regulatoren des globalen Klimas, denn sie f\u00fchren das Wasser zur\u00fcck in die Atmosph\u00e4re. In einem Review-Artikel im renommierten Fachjournal <i>Science<\/i> fassen Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut f\u00fcr Biogeochemie in Jena und vom Woods Hole Research Center, USA, die internationalen Forschungsergebnisse zum Zustand der W\u00e4lder im Zusammenhang mit dem Klimawandel zusammen. <\/b><\/p>\n<p>Seit vorindustrieller Zeit sind die Waldfl\u00e4chen um etwa 15% geschrumpft. Der aktuelle R\u00fcckgang liegt bei ungef\u00e4hr 0,3% pro Jahr, da die Rodungsfl\u00e4chen die nachwachsenden Gebiete und Aufforstungsfl\u00e4chen bei weitem \u00fcbersteigen . Das entspricht alle drei Jahre einer Fl\u00e4che von Deutschland. Hinzu kommt, dass W\u00e4lder durch weitere, weniger sichtbare Einfl\u00fcsse des Menschen bedroht werden. Dazu z\u00e4hlen Jagd, selektive Holzernte, eingeschleppte Sch\u00e4dlinge, Luftverschmutzung und Klimawandel. \u201eEinige W\u00e4lder k\u00f6nnen sich schnell erholen, innerhalb von Jahren oder Jahrzehnten, aber andere werden Jahrhunderte brauchen, um den Zustand vor diesen Einfl\u00fcssen wieder zu erreichen. Viele sch\u00e4dliche Einfl\u00fcsse werden sich direkt auf Eigenschaften und Funktionen der W\u00e4lder auswirken, die f\u00fcr uns n\u00fctzlich oder gar notwendig sind\u201c, sagt Susan Trumbore, Leitautorin der Studie.<\/p>\n<p>\u00c4nderungen des Waldzustands werden oft stellvertretend f\u00fcr den Gesundheitszustand angesehen. Jedoch ist der Begriff Gesundheit eigentlich nur f\u00fcr einzelne B\u00e4ume klar umgrenzt \u2013 als Abwesenheit von Sch\u00e4den und Krankheiten. Obwohl viele L\u00e4nder regelm\u00e4\u00dfige Waldzustandserhebungen durchf\u00fchren, ringen Wissenschaftler seit vielen Jahren um brauchbare Definitionen zur Gesundheit des Waldes. Beispielsweise kann ein erh\u00f6htes Baumsterben einen schlechten Gesundheitszustand eines Bestands widerspiegeln, andererseits spielen absterbende B\u00e4ume auch eine wichtige Rolle in der Waldverj\u00fcngung und im N\u00e4hrstoffkreislauf, als Teil der normalen Waldfunktionen. \u201eF\u00fcr gr\u00f6\u00dfere Waldgebiete sind Waldschadenserhebungen sehr schwierig; es fehlt an objektiven Kriterien f\u00fcr die Festlegung, was \u201enormal\u201c ist\u201c, betont Paulo Brando, Koautor der Ver\u00f6ffentlichung.<\/p>\n<p>Berichte \u00fcber ein weltweit zunehmendes Baumsterben sind alarmierend, doch fehlen geeignete Methoden, um herauszufinden, wie gro\u00df das Problem tats\u00e4chlich ist und wo die Ursachen des Baumsterbens liegen. Satellitenaufnahmen k\u00f6nnen \u00c4nderungen der globalen Waldfl\u00e4chen erfassen, nicht jedoch das Absterben einzelner B\u00e4ume. In Inventurparzellen von gew\u00f6hnlich 400 bis 2000 Quadratmetern hingegen kann der Zustand einzelner B\u00e4ume erfasst werden, allerdings unter gro\u00dfem Aufwand. Die meisten L\u00e4nder, die zu den globalen Erhebungen der Ern\u00e4hrungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) beitragen, betreiben solche Inventurparzellen. Da die zugrunde liegenden Erfassungsprotokolle jedoch nicht standardisiert sind, ist es schwer, Tendenzen im Baumsterben \u00fcber Grenzen hinweg zu erkennen. Neue Laser- Methoden (LiDAR \u2013 light detection and ranging) erm\u00f6glichen mittlerweile, die L\u00fccke zwischen Inventurparzellen und Satellitenbildern zu schlie\u00dfen.<\/p>\n<p>\u201cHat man erst einmal Mortalit\u00e4tsbrennpunkte ausgemacht, bedarf es intensiver Forschung, um die Wirkungsmechanismen zu verstehen.\u201c sagt Henrik Hartmann, Ko-Autor der Publikation. Experimente mit einzelnen B\u00e4umen sowie mit gesamten \u00d6kosystemen, eingebettet in ein \u00dcberwachungsnetzwerk zum Waldzustand, sind n\u00f6tig, um absch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen, welche B\u00e4ume am st\u00e4rksten gef\u00e4hrdet sind und wie stark die Regerationsf\u00e4higkeit der W\u00e4lder betroffen ist. \u201eOhne dieses Verst\u00e4ndnis werden wir den Verlauf komplexer Reaktionen des Waldes auf verschiedenste Schadensfaktoren auf globaler Ebene nicht vorhersehen k\u00f6nnen .\u201c<\/p>\n<p>\u201eDie W\u00e4lder \u00fcberstanden eine Reihe verschiedenster Umweltver\u00e4nderungen in den Jahrmillionen ihrer bisherigen Existenz. Vermutlich werden sie sich auch gegen\u00fcber dem anthropogenen Klimawandel als widerstandsf\u00e4hig beweisen, aber der Mensch sollte sich trotzdem Gedanken \u00fcber den Waldzustand machen. Letzten Endes k\u00f6nnen die W\u00e4lder ohne uns \u00fcberleben, aber wir nicht ohne sie.\u201c unterstreicht Susan Trumbore.<\/p>\n<h3>Originalver\u00f6ffentlichung<\/h3>\n<p>Trumbore, S., Brando, P., Hartmann, H. (2015) Forest health and global change. <i>Science<\/i> Vol. 349 no. 6250 pp. 814-818, DOI: 10.1126\/science.aac6759<\/p>\n<p>Kontakt<\/p>\n<p>Susan Trumbore<br \/>\nMax-Planck-Institut f\u00fcr Biogeochemie<br \/>\ntrumbore@bgc-jena.mpg.de<\/p>\n<p>Henrik Hartmann<br \/>\nMax-Planck-Institut f\u00fcr Biogeochemie<br \/>\nhhart@bgc-jena.mpg.de<\/p>\n<p>Paulo Brando<br \/>\nWoods Hole Research Center, USA<br \/>\npbrando@whrc.org<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.sciencemag.org\/content\/349\/6250\/814.abstract\" target=\"_blank\">Link zur Publikationseite in <i>Science<\/i><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Drittel unserer Erdoberfl&auml;che ist von W&auml;ldern bedeckt. 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