{"id":27470,"date":"2015-08-10T04:05:25","date_gmt":"2015-08-10T02:05:25","guid":{"rendered":"https:\/\/rss.nova-institut.net\/public.php?url=http%3A%2F%2Fwww.innovations-report.de%2Fhtml%2Fberichte%2Finnovative-produkte%2Fsichere-motorradhelme-aus-rueeblifasern.html"},"modified":"2015-08-07T10:15:58","modified_gmt":"2015-08-07T08:15:58","slug":"sichere-motorradhelme-aus-rueeblifasern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/sichere-motorradhelme-aus-rueeblifasern\/","title":{"rendered":"Sichere Motorradhelme \u2013 aus \u00abR\u00fceblifasern\u00bb?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Schnapsidee oder Erfolgsrezept? H\u00e4ufig stehen Unternehmer vor solch einer Entscheidung. Lohnt es sich, den Produktionsprozess auf ein neues, \u00f6kologisch besseres Material umzustellen? Die Empa hat eine Analysemethode entwickelt, die es Firmen erlaubt, m\u00f6gliche Szenarien theoretisch durchzuspielen \u2013 und so Fehlinvestitionen zu vermeiden. Ein Beispiel: Nanofasern aus R\u00fcebliabf\u00e4llen, die bei der Herstellung von Karottensaft anfallen. Mit ihnen lassen sich Kunststoffteile verst\u00e4rken.<\/strong><\/p>\n<p>Motorradhelme bestehen aus faserverst\u00e4rktem Kunststoff. Statt Glasfasern ist auch eine biologische Variante m\u00f6glich: Pflanzenfasern, die bei der\u00a0 Produktion von Karottensaft anfallen. Empa-Forscher k\u00f6nnen nun analysieren, ob eine solche Produktion \u00f6kologisch und \u00f6konomisch Sinn macht \u2013 noch bevor in Produktionsanlagen investiert wird.<\/p>\n<p>\u00dcberall auf der Welt wird an biologisch abbaubaren und recyclingf\u00e4higen Kunststoffen geforscht. Doch faserverst\u00e4rkte Bauteile bleiben weiterhin problematisch \u2013 wenn Glasfasern oder Kohlefasern verwendet werden. Die schottische Firma Cellucomp Limited hat nun im Rahmen eines EU-Forschungsprojekts eine Methode entwickelt, um Nanofasern aus Karottenabf\u00e4llen zu gewinnen. Diese Fasern w\u00e4ren kosteng\u00fcnstig und zugleich biologisch abbaubar. Doch ist diese Methode, die im Labor funktioniert, auch in grossem Massstab marktf\u00e4hig? Mit Hilfe der an der Empa entwickelten MPAS-Methode (\u00abMulti Perspective Application Selection\u00bb) l\u00e4sst sich identifizieren, in welchen Industriesektoren neue Materialien technisch und \u00f6konomisch sinnvoll eingesetzt werden k\u00f6nnen. Zugleich wird bei MPAS die \u00f6kologische Seite dieser neuen Materialien ber\u00fccksichtigt. Das Ergebnis in diesem Fall: Nanofasern aus R\u00fcebliabfall k\u00f6nnen k\u00fcnftig beispielsweise in der Produktion von Motorradhelmen oder von Seitenw\u00e4nden f\u00fcr Wohnmobile eingesetzt werden.<\/p>\n<h3>\nAnalyse in drei Schritten<\/h3>\n<p>Um die Marktchancen eines neuen Materials abzukl\u00e4ren, gehen die Empa-Forscher Fabiano Piccinno, Roland Hischier und Claudia Som bei der MPAS-Methode in drei Schritten vor. Zun\u00e4chst wird das Feld m\u00f6glicher Anwendungen abgesteckt: Welche Anwendungen kommen aufgrund der technischen Eigenschaften in Frage und in welche Kategorien lassen sie sich einteilen? Kann das neue Material ein bestehendes ersetzen. Im zweiten Schritt geht es um die technische Machbarkeit und die Marktchancen: Sind die geforderten Materialeigenschaften mit dem technischen Prozess zu erreichen? K\u00f6nnte die Produktqualit\u00e4t zwischen einzelnen Produktionschargen schwanken? L\u00e4sst sich der Laborprozess kosteng\u00fcnstig auf Industriemassstab hochskalieren? Ist das Material eher f\u00fcr den Low-Cost-Sektor oder f\u00fcr teure Luxusg\u00fcter geeignet? Und schliesslich: Entspricht das Produkt den gesetzlichen Normen und den Zertifizierungsw\u00fcnschen der Kunden? Im dritten Schritt wird schliesslich die \u00d6kologie untersucht: Ist dieses neue Material f\u00fcr die identifizierten Produkte wirklich umweltfreundlicher \u2013 wenn alle Schritte von der Produktentstehung bis zum Recycling einberechnet werden? Auf welche Faktoren in der Produktion muss man besonders achten, um den Werkstoff m\u00f6glichst umweltfreundlich herzustellen?<\/p>\n<h3>\nIndustrieproduktion theoretisch durchkalkuliert<\/h3>\n<p>Mit dem MPAS-Ansatz ist man in der Lage, einzelne Szenarien einer zuk\u00fcnftigen Produktion recht genau durchzukalkulieren. So ist im Falle der Nanofasern aus R\u00fcebliabf\u00e4llen entscheidend, ob f\u00fcr deren Produktion f\u00fcnf Tonnen frische Karotten oder aber 209 kg Karottentrester (Faserabfall aus der Saftpressung) als Ausgangsstoff dienen. Einen Einfluss auf die Produktionskosten hat die Frage, ob das L\u00f6sungsmittel am Ende rezykliert oder verbrannt wird. Und die Energiebilanz h\u00e4ngt davon ab, wie die Enzyme, die die Fasern aus den Karotten l\u00f6sen, deaktiviert werden. Im Labor geschieht dies durch Hitze, f\u00fcr eine Industrieproduktion w\u00e4re der Einsatz von Bleichmitteln g\u00fcnstiger.<\/p>\n<h3>\nFazit: sechs m\u00f6gliche Anwendungen f\u00fcr \u00abR\u00fcebli-Fasern\u00bb<\/h3>\n<p>F\u00fcr die Faserproduktion aus Karottenabf\u00e4llen hat die MPAS-Analyse dem schottischen Hersteller Cellucomp Limited sechs m\u00f6gliche Kundensegmente identifiziert, die es sich lohnt, genauer anzuschauen: Schutzausr\u00fcstungen und Ger\u00e4te f\u00fcr den Freizeitsport, Sonderfahrzeuge, M\u00f6bel, Luxus-Verbrauchsg\u00fcter und industrielle Fertigung. Als Beispiele nannten die Forscher: Motorradhelme und Surfbretter, Seitenw\u00e4nde von Wohnmobilen, Esstische, High-End-Lautsprecherboxen und Produkt-Schutzmatten f\u00fcr marmorverarbeitende Betriebe. \u00c4hnlich detaillierte Analysen lassen sich auch f\u00fcr andere erneuerbare Materialien erstellen \u2013 noch bevor viel Geld in Produktionsanlagen investiert ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schnapsidee oder Erfolgsrezept? H&auml;ufig stehen Unternehmer vor solch einer Entscheidung. 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