{"id":27044,"date":"2015-07-16T02:07:00","date_gmt":"2015-07-16T00:07:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=27044"},"modified":"2015-07-14T12:08:15","modified_gmt":"2015-07-14T10:08:15","slug":"usb-platten-aus-erle-weide-pappel-birke-niedrigere-voc-emissionen-als-kiefernholz-platten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/usb-platten-aus-erle-weide-pappel-birke-niedrigere-voc-emissionen-als-kiefernholz-platten\/","title":{"rendered":"USB-Platten aus Erle, Weide, Pappel, Birke: Niedrigere VOC-Emissionen als Kiefernholz-Platten"},"content":{"rendered":"<p><strong>Das B\u00fcsgen-Institut der Universit\u00e4t G\u00f6ttingen und die Egger Holzwerkstoffe Wismar GmbH haben in einem Forschungsprojekt USB-(Unoriented Strand Board-)Platten aus Weichlaubholz entwickelt. Das Eigenschaftsprofil dieser USB-Platten liegt zwischen dem von OSB- und herk\u00f6mmlichen Spanplatten.<\/strong><\/p>\n<p>Im Ergebnis weisen sowohl die reinen Laubholz-USB- als auch Mischplatten aus Laub- und Kiefernholz zumeist gleichwertige oder sogar bessere Eigenschaften als reine Kiefern-USB auf. Insbesondere die VOC-Emissionen (volatile organic compounds &#8211; fl\u00fcchtige organische Verbindungen) sind bei den Laubholz-Varianten niedriger.<\/p>\n<p>Das Vorhaben wurde vom Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft (BMEL) \u00fcber den Projekttr\u00e4ger Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) gef\u00f6rdert.<\/p>\n<p>Insgesamt sind fast zehn Prozent der Waldfl\u00e4che in Deutschland mit Weichlaubholz-Baumarten wie Birke, Erle, Pappel und Weide bestockt. Im Gegensatz zum Holz der Nadelb\u00e4ume werden diese Arten nur sehr wenig stofflich genutzt. Um ihr Rohstoffpotenzial zu erschlie\u00dfen, haben das B\u00fcsgen-Institut der Universit\u00e4t G\u00f6ttingen und die Egger Holzwerkstoffe Wismar GmbH die USB-Platten entwickelt. Bei USB-Platten werden die Sp\u00e4ne und Strands im Gegensatz zu den bekannteren OSB-Platten (\u201eOriented Strand Board\u201c) nicht ausgerichtet, sondern ungeordnet gestreut verarbeitet. Die Herstellung kann auf konventionellen Spanplattenanlagen erfolgen und er\u00fcbrigt die hohen Investitionen f\u00fcr OSB-Produktionsanlagen. Das mechanisch-technologische Eigenschaftsprofil von USB-Platten liegt zwischen dem von OSB- und herk\u00f6mmlichen Spanplatten.<\/p>\n<p>Im Projekt wurden die vier Weichlaubholzarten Sandbirke, Zitterpappel, Schwarzerle und Silberweide als Rohstoff untersucht und mit dem Holz der Waldkiefer als Referenz verglichen. Aus den Holzarten stellten die Forscher jeweils einschichtige Grobspanplatten und USB aus Sp\u00e4nen und Strands von 5 bis 20 mm L\u00e4nge her.<\/p>\n<p>Da in Deutschland nicht gen\u00fcgend Weichlaubholz vorhanden ist, um Kiefern- und andere Nadelh\u00f6lzer in der OSB-Produktion vollst\u00e4ndig zu ersetzen, untersuchten sie au\u00dferdem Mischplatten aus Kiefern- und Weichlaubholz.<\/p>\n<p>Im Ergebnis wiesen sowohl die reinen Laubholz- als auch die Mischplatten zumeist gleichwertige oder sogar bessere Eigenschaften als reine Kiefern-USB auf. Insbesondere\u00a0 Erlenholz fiel in der Summe aller Eigenschaften positiv auf: Die Platten hatten die niedrigsten VOC- und Formaldehyd-Emissionen von allen f\u00fcnf Holzvarianten, sie waren querzugfester als Kiefernplatten, lagen bei der Biegefestigkeit im Bereich einer Kiefern-OSB 3 (18 N\/mm\u00b2) und hatten niedrigere Quellwerte als Kiefernplatten.<\/p>\n<p>An zweiter Stelle folgte das Weidenholz, das bei der Biegefestigkeit die Erle sogar noch \u00fcbertraf.<\/p>\n<p>Aber auch die USB aus Birken-und Pappelholz erreichten oder \u00fcbertrafen &#8211; auch als Mischvariante mit Kiefer &#8211; zumeist das Niveau von reinen Kiefernholz-USB.<\/p>\n<p>Bemerkenswert sind vor allem die geringeren VOC-Emissionen, die alle Weichlaubh\u00f6lzer gegen\u00fcber Kiefernholz aufweisen. Bekanntlich ist das Thema VOC bei Holzwerkstoffen aus frischem Kiefernholz besonders problematisch.<\/p>\n<p>Die Forscher empfehlen, die gewonnenen Kenntnisse zur Entwicklung extrem emissionsarmer Werkstoffe oder solcher mit besonderen Festigkeitseigenschaften zu nutzen.<\/p>\n<p>Die Abschlussberichte der Vorhaben stehen auf <a href=\"http:\/\/www.fnr.de\">www.fnr.de<\/a> unter den F\u00f6rderkennzeichen <a href=\"http:\/\/www.fnr.de\/index.php?id=911&amp;alles=1&amp;status=Inhalt&amp;fkz=22002910&amp;suche=Stichwort%20eingeben!&amp;suchefkz=22002910&amp;sucheadresse=Namen%20eingeben!&amp;von=01.04.1992&amp;bis=13.07.2015&amp;zeitraum=formular&amp;minz=0&amp;maxz=1000&amp;anzahl=1000&amp;zurueck=1\">22002910<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.fnr.de\/index.php?id=911&amp;alles=1&amp;status=Inhalt&amp;fkz=22001911&amp;suche=Stichwort%20eingeben!&amp;suchefkz=22001911&amp;sucheadresse=Namen%20eingeben!&amp;von=01.04.1992&amp;bis=13.07.2015&amp;zeitraum=formular&amp;minz=0&amp;maxz=1000&amp;anzahl=1000&amp;zurueck=1\">22001911<\/a> zur Verf\u00fcgung<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das B\u00fcsgen-Institut der Universit\u00e4t G\u00f6ttingen und die Egger Holzwerkstoffe Wismar GmbH haben in einem Forschungsprojekt USB-(Unoriented Strand Board-)Platten aus Weichlaubholz entwickelt. 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