{"id":27023,"date":"2015-07-15T02:05:56","date_gmt":"2015-07-15T00:05:56","guid":{"rendered":"https:\/\/rss.nova-institut.net\/public.php?url=http%3A%2F%2Fwww.innovations-report.de%2Fhtml%2Fberichte%2Fmaterialwissenschaften%2Fbiokunststoffe-fuer-den-schulalltag-neue-pla-typen-werden-marktfaehig.html"},"modified":"2015-07-14T11:11:11","modified_gmt":"2015-07-14T09:11:11","slug":"biokunststoffe-fuer-den-schulalltag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/biokunststoffe-fuer-den-schulalltag\/","title":{"rendered":"Biokunststoffe f\u00fcr den Schulalltag"},"content":{"rendered":"<p><strong>Im Chemieunterricht lernen Sch\u00fcler nicht nur etwas \u00fcber Biokunststoffe, sie werden sie bald auch mit ihren H\u00e4nden begreifen k\u00f6nnen. Die Bausteine im Molek\u00fclbaukasten der Cornelsen Experimenta GmbH sollen k\u00fcnftig aus Biokunststoff hergestellt werden. Das Fraunhofer-Institut f\u00fcr Angewandte Polymerforschung IAP in Potsdam-Golm unterst\u00fctzt die Entwicklung dieser Materialien. Gemeinsam mit drei Unternehmen der Kunststoffbranche in Brandenburg und Berlin \u2013 der Uhde Inventa-Fischer GmbH in Berlin, der Linotech GmbH in Guben und der Hesco Kunststoffverarbeitung GmbH in Luckenwalde \u2013 sollen neue Typen des Biokunststoffs Polymilchs\u00e4ure (PLA) entwickelt und f\u00fcr den Markt bereit gemacht werden.<\/strong><\/p>\n<p>Polymilchs\u00e4ure ist ein Biokunststoff, der bereits in Alltagsprodukten eingesetzt wird, z. B. f\u00fcr Kinderspielzeug. Doch einige Eigenschaften von kommerziellem PLA \u00fcberzeugen noch nicht, so etwa die W\u00e4rmeformbest\u00e4ndigkeit. Schon bei 60 \u00b0C ver\u00e4ndert das Material seine Form. F\u00fcr Kugelschreiber, die im Hochsommer im Auto liegen oder Kinderspielzeug, das im Geschirrsp\u00fcler gereinigt werden soll, ist herk\u00f6mmliches PLA nicht geeignet. Es besteht zu 96 bis 98 Prozent aus rechtsdrehenden Milchs\u00e4ureeinheiten wie sie im Joghurt vorkommen. Der Rest sind linksdrehende Milchs\u00e4ureeinheiten, die zuf\u00e4llig \u00fcber die Ketten verteilt sind. Diese Zusammensetzung ist f\u00fcr die leichte Verformbarkeit schon bei relativ niedrigen Temperaturen verantwortlich.<\/p>\n<p>Um dieses Problem zu beheben, haben das Fraunhofer IAP und die Uhde Inventa-Fischer GmbH in dem vom Ministerium f\u00fcr Wirtschaft und Europaangelegenheiten des Landes Brandenburg und der EU gef\u00f6rderten Projekt zwei neue PLA-Typen entwickelt: \u00bbWir haben Milchs\u00e4ureeinheiten auf neuartige Weise miteinander verkn\u00fcpft\u00ab, erkl\u00e4rt Dr. Antje Lieske, Polymerforscherin am Fraunhofer IAP. \u00bbDaraus sind zwei neue PLA-Typen entstanden. Typ 1 nennt sich c-PLA und besteht zu 100 Prozent aus rechtsdrehenden Milchs\u00e4ureeinheiten, die wie Perlen auf einer Schnur angeordnet sind. Der zweite Typ hei\u00dft sb-PLA und besteht aus zwei Sorten Perlenschn\u00fcren, die entweder 100 Perlen rechts- oder 100 Perlen linksdrehender Milchs\u00e4ureeinheiten umfassen. Die beiden Schn\u00fcre sind immer abwechselnd miteinander verbunden\u00ab, so Lieske. Die Synthese des c-PLA erfolgte auf der Demonstrations-Pilotanlage von Uhde Inventa-Fischer in Guben, auf der bis zu 500 Tonnen PLA pro Jahr hergestellt werden k\u00f6nnen. Am Fraunhofer IAP kam f\u00fcr die Synthese des sb-PLA eine Miniplant-Anlage zum Einsatz, die nicht daf\u00fcr bestimmt ist, gro\u00dfe Mengen herzustellen, aber sehr flexibel an den Prozess angepasst werden kann.<\/p>\n<p>In einem zweiten Schritt wurden die beiden neuen PLA-Typen bei der Firma Linotech GmbH durch spezielle Zus\u00e4tze schlagz\u00e4h gemacht. \u00bbDieser Schritt ist sehr wichtig, damit das PLA-Produkt auch sehr hohen mechanischen Belastungen standhalten kann. Wir entwickeln unter anderem Compounds f\u00fcr Kinderspielzeug aus nachwachsenden Rohstoffen. Jeder kann sich vorstellen, wie wichtig hier schlagz\u00e4he Materialien sind\u00ab, erkl\u00e4rt Linotech-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Cord Grashorn.<\/p>\n<p>In dem letzten Schritt wurde bei der Hesco Kunststoffverarbeitung GmbH das Testobjekt, ein Schwefelatom des Molek\u00fclbaukastens aus beiden PLA-Typen hergestellt und getestet \u2013 mit Erfolg: Schlagz\u00e4hmodifizierte c- und sb-PLA-Typen sind bis 75 \u00b0C bzw. 90 \u00b0C formstabil und kristallisieren schneller als herk\u00f6mmliches PLA. Das sb-PLA l\u00e4sst sich zudem nahezu ebenso gut verarbeiten wie der aktuell verwendete erd\u00f6lbasierte Kunststoff Acrylnitril-Butadien-Styrol, kurz ABS.<\/p>\n<p>Hesco-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Birgitt Reiche: \u00bbDas untersuchte sb-PLA erf\u00fcllt die Anforderungen f\u00fcr diese Zielstellung in hervorragender Weise. Nat\u00fcrlich ist der Preis f\u00fcr biobasierte Produkte f\u00fcr den Einsatz im industriellen Ma\u00dfstab ein ganz entscheidendes Kriterium\u00ab. Um einen neuen PLA-Typ als konkurrenzf\u00e4higes Marktprodukt etablieren zu k\u00f6nnen, muss der Spritzgie\u00dfprozess noch wesentlich \u00f6konomischer gestaltet werden. Zudem arbeitet das Fraunhofer IAP derzeit daran, den Prozess zur Herstellung von sb-PLA entscheidend zu vereinfachen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Chemieunterricht lernen Sch&uuml;ler nicht nur etwas &uuml;ber Biokunststoffe, sie werden sie bald auch mit&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[10287,104,10288,1569,2486,76],"class_list":["post-27023","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","supplier-cornelsen-experimenta-gmbh","supplier-fraunhofer-institut-fuer-angewandte-polymerforschung-iap","supplier-hesco-kunststoffverarbeitung-gmbh","supplier-linotech-gmbh-co-kg","supplier-ministerium-fuer-wirtschaft-und-europaangelegenheiten-des-landes-brandenburg","supplier-uhde-inventa-fischer"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/27023","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=27023"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/27023\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=27023"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=27023"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=27023"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=27023"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}