{"id":26898,"date":"2015-07-07T02:00:13","date_gmt":"2015-07-07T00:00:13","guid":{"rendered":"https:\/\/rss.nova-institut.net\/public.php?url=http%3A%2F%2Fwww.chemie.de%2Fnews%2F153536%2Faus-kohlendioxid-und-sonnenlicht-wertvolle-rohstoffe-erzeugen.html%3FWT.mc_id%3Dca0065"},"modified":"2021-09-09T21:44:51","modified_gmt":"2021-09-09T19:44:51","slug":"diamant-fuer-den-technischen-fortschritt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/diamant-fuer-den-technischen-fortschritt\/","title":{"rendered":"Diamant f\u00fcr den technischen Fortschritt"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_26902\" aria-describedby=\"caption-attachment-26902\" style=\"width: 195px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-26902\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/csm_0701diacat_cf5cd7bb91.jpg\" alt=\"Aus Kohlendioxid und Sonnenlicht k\u00f6nnten mit der Hilfe von Diamant wertvolle Rohstoffe erzeugt werden, etwa die Gase Methan (CH4) und Kohlenmonoxid (CO) oder der Alkohol Methanol. (Bild: Anke Krueger)\" width=\"195\" height=\"171\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-26902\" class=\"wp-caption-text\">Aus Kohlendioxid und Sonnenlicht k\u00f6nnten mit der Hilfe von Diamant wertvolle Rohstoffe erzeugt werden, etwa die Gase Methan (CH<sub>4<\/sub>) und Kohlenmonoxid (CO) oder der Alkohol Methanol. (Bild: Anke Krueger)<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>An diesem Ziel arbeitet ein neuer durch die Europ\u00e4ische Union mit rund 3,9 Millionen Euro gef\u00f6rderter Forschungsverbund. Koordiniert wird er von der Professorin Anke Krueger an der Universit\u00e4t W\u00fcrzburg.<\/strong><\/p>\n<p>Bisher kann es nur die Natur: Aus Sonnenlicht und dem Gas Kohlendioxid, das in der Atmosph\u00e4re der Erde reichlich vorhanden ist, organische Substanzen herstellen \u2013 und das in einer einfachen Umgebung aus Wasser. Die Wissenschaft m\u00f6chte diesen Trick auch beherrschen, um damit beispielsweise Feinchemikalien oder Treibstoffe f\u00fcr Autos und die Energiegewinnung produzieren zu k\u00f6nnen. Funktionieren k\u00f6nnte das mit neuen Technologien auf der Basis von ma\u00dfgeschneiderten Diamant-Materialien.<\/p>\n<p>Diese Entwicklungsarbeiten laufen im neuen internationalen Forschungsverbund DIACAT, der von Professorin Anke Krueger vom Institut f\u00fcr Organische Chemie der Universit\u00e4t W\u00fcrzburg koordiniert wird. DIACAT steht f\u00fcr Diamond materials for the photocatalytic conversion of CO<sub>2<\/sub> to fine chemicals and fuels using visible light. Die Europ\u00e4ische Union (EU) f\u00f6rdert den Verbund in den kommenden vier Jahren mit rund 3,9 Millionen Euro; gut 615.000 Euro davon flie\u00dfen an die Uni W\u00fcrzburg.<\/p>\n<p>Die EU hat das Projekt in ihrem Horizon-2020-Programm bewilligt. Dabei waren \u201einnovative Ideen f\u00fcr radikal neue Technologien\u201c gefragt. Insgesamt 670 Projektvorschl\u00e4ge wurden eingereicht, nur 24 davon erhielten eine F\u00f6rderzusage. Darunter ist DIACAT das einzige Projekt, das von einer Einrichtung in Deutschland koordiniert wird. Es startet am 1. Juli 2015.<\/p>\n<h3>Diamant: Was ihn so au\u00dfergew\u00f6hnlich macht<\/h3>\n<p>Diamant besteht aus reinem Kohlenstoff und ist ein ganz besonderes Material. Nicht nur seine sprichw\u00f6rtliche H\u00e4rte und seine Schmuckqualit\u00e4ten machen es zu einem Werkstoff der Zukunft. \u201eDiamant kann noch viel mehr\u201c, erkl\u00e4rt die W\u00fcrzburger Chemie-Professorin. Je nach Herstellungsverfahren k\u00f6nne man ihn zum Beispiel mit anderen Elementen best\u00fccken, so dass aus dem perfekten elektrischen Isolator ein Halbleiter wird.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem besitzt Diamant au\u00dfergew\u00f6hnliche elektronische Eigenschaften. Dank ihrer ist es m\u00f6glich, mit Hilfe von Licht Elektronen aus der Oberfl\u00e4che einer Diamant-Elektrode zu emittieren. Diese Elektronen k\u00f6nnen dann, zum Beispiel in Wasser, f\u00fcr chemische Reaktionen mit unterschiedlichen Ausgangsstoffen genutzt werden.<\/p>\n<h3>Ziel: UV-Licht durch Sonnenlicht ersetzen<\/h3>\n<p>Allein die M\u00f6glichkeit, in Wasser gel\u00f6ste Elektronen zu erzeugen, ist schon eine Besonderheit. \u201eDoch die hohe Energie dieser Elektronen erm\u00f6glicht dar\u00fcber hinaus Reaktionen, die mit Hilfe anderer Halbleitermaterialien wie Silicium, Siliciumcarbid oder Galliumarsenid gar nicht m\u00f6glich w\u00e4ren\u201c, so Anke Krueger. Zu diesen Reaktionen geh\u00f6rt auch die R\u00fcckf\u00fchrung von Kohlendioxid in den chemischen Kreislauf.<\/p>\n<p>Bislang funktioniert das Verfahren allerdings nur mit ultraviolettem Licht. \u201eUnser Ziel ist es nun, das sichtbare Licht der Sonne daf\u00fcr nutzen zu k\u00f6nnen und somit eine besonders umweltfreundliche Technologie zu entwickeln\u201c, sagt die Chemikerin. \u201eWenn wir Erfolg haben, wird dies einen gro\u00dfen Beitrag zur ressourcenschonenden Herstellung von Treibstoffen und Chemikalien liefern und m\u00f6glicherweise einen technologischen Wandel befeuern.\u201c<\/p>\n<h3>DIACAT: Welche Institutionen dabei sind<\/h3>\n<p>An diesem anspruchsvollen Ziel wird ab Juli 2015 in DIACAT gearbeitet. Das Projekt vereint das Fachwissen von sechs Universit\u00e4ten und Forschungseinrichtungen auf dem Gebiet der Diamantmaterialien und der Elektrochemie.<\/p>\n<p>Neben Anke Kruegers Gruppe an der Universit\u00e4t W\u00fcrzburg sind beteiligt: das Fraunhofer-Institut f\u00fcr Angewandte Festk\u00f6rperphysik in Freiburg, CEA Saclay (Frankreich), die Universit\u00e4t Oxford (Gro\u00dfbritannien), die Universit\u00e4t Uppsala (Schweden) und das Helmholtz-Zentrum Berlin f\u00fcr Materialien und Energie. Komplettiert wird das Konsortium durch die Firma Ionic Liquids Technologies GmbH (Heilbronn), einen Spezialisten f\u00fcr ionische Fl\u00fcssigkeiten. Administrative Unterst\u00fctzung kommt von der Projektmanagement-Firma GABO:mi in M\u00fcnchen.<\/p>\n<h3>Kontakt<\/h3>\n<p>Prof. Dr. Anke Krueger, Institut f\u00fcr Organische Chemie der Universit\u00e4t W\u00fcrzburg<br \/>\nT (0931) 31-85334, <a href=\"mailto:anke.krueger@uni-wuerzburg.de\">anke.krueger@uni-wuerzburg.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit Hilfe von Diamant sollen aus Kohlendioxid und Licht Treibstoffe und Chemikalien werden. 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