{"id":26688,"date":"2015-06-19T02:12:31","date_gmt":"2015-06-19T00:12:31","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=26688"},"modified":"2015-06-18T10:14:09","modified_gmt":"2015-06-18T08:14:09","slug":"bio-kunststoff-nylon-strumpfhosen-aus-holzresten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/bio-kunststoff-nylon-strumpfhosen-aus-holzresten\/","title":{"rendered":"Bio-Kunststoff: Nylon-Strumpfhosen aus Holzresten"},"content":{"rendered":"<p>Nylon aus Holz fertigen &#8211; das h\u00f6rt sich schr\u00e4g an, wird aber vielleicht in wenigen Jahren ganz normal sein. Chemiker der Universit\u00e4t des Saarlandes wollen das Bodenbakterium <em>Pseudomonas putida<\/em> zur Herstellung von Nylon nutzen. Dessen Stamm KT 2440 produziert aus dem Holzstoff Lignin eine Vorstufe der Adipins\u00e4ure. Diese wiederum ist der Grundstoff f\u00fcr hochwertiges Nylon.<\/p>\n<p>&#8220;Die biotechnische Herstellung ist eine echte Alternative zur energiefressenden und Klimagas produzierenden Synthese aus Erd\u00f6l&#8221;, sagt Professor Christoph Wittmann. Ein Patent auf das Verfahren haben sich Wittmann und sein Team schon gesichert. Seit April forschen sie an der Optimierung, damit das Verfahren zuk\u00fcnftig in der Industrie eingesetzt werden kann. Sind sie erfolgreich, l\u00e4sst sich die neue Herstellungsweise vielf\u00e4ltig nutzen. Aus dem extrem langlebigen Nylon werden nicht nur Strumpfhosen, sondern auch zum Beispiel Autoteile oder D\u00fcbel hergestellt.<\/p>\n<p>Steile Marktprognosen f\u00fcr Bio-Kunststoffe<\/p>\n<p>Der Bedarf an Kunststoffen aus nachwachsenden Rohstoffen steigt rasant: Die Erd\u00f6lreserven gehen allm\u00e4hlich zur Neige, gleichzeitig ben\u00f6tigt die wachsende Weltbev\u00f6lkerung immer mehr Kunststoff. Weltweit arbeiten Biotechnologen an neuen Verfahren, die die Plastik-Produktion aus dem endlichen Stoff Erd\u00f6l ersetzen k\u00f6nnen. Trotzdem macht &#8220;wei\u00dfer Kunststoff&#8221; bisher nicht einmal zwei Prozent der weltweiten Polymer-Produktion aus.<\/p>\n<p>Das k\u00f6nnte sich nach Ansicht von Forschungsinstituten und Herstellerverb\u00e4nden bald \u00e4ndern. So rechnet der Branchenverband European Bioplastics 2017 mit einer Jahresproduktion von \u00fcber 6000 Kilotonnen Bio-Kunststoff. Zum Vergleich: 2012 wurden knapp 1400 Kilotonnen des erd\u00f6lfreien Materials produziert.<\/p>\n<p>Abfall statt Nahrungspflanze<\/p>\n<p>Einen gro\u00dfen Vorteil seiner Methode sieht Wittmann im Vergleich zur Produktion auf Erd\u00f6lbasis in einem viel geringeren Energiebedarf. Zudem lasse sich die Adipins\u00e4ure aus einem Holzanteil herstellen, der heute als Abfall zumeist verbrannt wird, und nicht aus Nahrungspflanzen. &#8220;Angesichts der Diskussion &#8216;Tank oder Teller&#8217; ist das wichtig&#8221;, betont Wittmann. Die meisten bisher bekannten Biokunststoffe basieren auf Nahrungspflanzen wie Mais und Zuckerr\u00fcben.<\/p>\n<p>Bis zur industriellen Anwendung m\u00fcssen die saarl\u00e4ndischen Wissenschaftler aber noch so manches Problem l\u00f6sen. &#8220;Es gilt zu zeigen, dass die Produktqualit\u00e4t stimmt und sich das Biotech-Produkt genauso gut auf vorhandenen Anlagen verarbeiten l\u00e4sst wie das petrochemische&#8221;, erkl\u00e4rt Wittmann. Das wollen er und seine Mitarbeiter in den kommenden drei Jahren bei ihrem Projekt beweisen, das vom Bundforschungsministerium mit 1,4 Millionen Euro gef\u00f6rdert wird. Letztlich d\u00fcrfe die Adipins\u00e4ure zudem nicht teurer sein als bisher. Der Marktpreis liegt derzeit bei 1,70 Euro pro Kilogramm.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nylon aus Holz fertigen &#8211; das h\u00f6rt sich schr\u00e4g an, wird aber vielleicht in wenigen Jahren ganz normal sein. Chemiker der Universit\u00e4t des Saarlandes wollen das Bodenbakterium Pseudomonas putida zur Herstellung von Nylon nutzen. Dessen Stamm KT 2440 produziert aus dem Holzstoff Lignin eine Vorstufe der Adipins\u00e4ure. Diese wiederum ist der Grundstoff f\u00fcr hochwertiges Nylon. 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