{"id":26390,"date":"2015-06-05T02:41:21","date_gmt":"2015-06-05T00:41:21","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=26390"},"modified":"2021-09-09T21:45:43","modified_gmt":"2021-09-09T19:45:43","slug":"das-herz-am-rechten-fleck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/das-herz-am-rechten-fleck\/","title":{"rendered":"Das Herz am rechten Fleck"},"content":{"rendered":"<p><strong>Dormagen, 29. Mai 2015 \u2013 F\u00fcnf Elefanten am Drahtseil: In einer minuti\u00f6s geplanten Aktion wurde im Chemiepark Dormagen jetzt ein 25 Tonnen schwerer chemischer Reaktor eingebaut. Er ist das Herzst\u00fcck einer Produktionsstra\u00dfe, die Bayer MaterialScience dort errichtet und in der ab 2016 Kohlendioxid als neuer Rohstoff in der Kunststoffproduktion genutzt werden soll.<\/strong><\/p>\n<p>\u201eWir liegen optimal im Zeitplan\u201c, erkl\u00e4rte Gesamtprojektleiter Dr. Karsten Malsch. \u201eBis Mitte Juni wollen wir den Gro\u00dfteil der Apparate montiert haben.\u201c Im Herbst soll als letztes Teil ein CO<sub>2<\/sub>-Tank eingebaut werden \u2013 damit geht die Montage der Produktionsstra\u00dfe dann in die Zielgerade. Sie kostet rund 15 Millionen Euro; f\u00fcnf neue Arbeitspl\u00e4tze entstehen dadurch am Standort.<\/p>\n<p>\u201eWenn alles weiter so glatt l\u00e4uft, ist die Anlage Anfang kommenden Jahres betriebsbereit\u201c, so Malsch. Der Bau h\u00e4tte dann gut ein Jahr gedauert.<\/p>\n<h3>Roter Riesenkran<\/h3>\n<p>Um den Reaktor in die Anlage zu heben, wurde ein gro\u00dfer roter Kran mit acht Achsen und 500 Tonnen Traglast eingesetzt. Am turmhohen 50-Meter-Ausleger schwebte der Kessel schlie\u00dflich \u00fcber eine vorbereitete \u00d6ffnung im Dach in das Produktionsgeb\u00e4ude ein. Dort wartete schon die passende Einfassung \u2013 eine im Laufe der vergangenen Wochen vorbereitete neue Zwischenebene aus Stahl.<\/p>\n<p>In der neuen Produktionsstra\u00dfe will Bayer MaterialScience im Rahmen des Projektes \u201eDream Production\u201c erstmals in kommerziellem Ma\u00dfstab Kohlendioxid als Rohstoff in Polyole einbauen \u2013 zentrale Vorprodukte zur Herstellung von Schaumstoff. Die Anlage wird f\u00fcr ein Produktionsvolumen von 5.000 Tonnen pro Jahr ausgelegt. Das neuartige Polyol, das rund 20 Prozent CO<sub>2<\/sub> enth\u00e4lt, ist so konzipiert, dass es zun\u00e4chst zur Herstellung von Matratzen aus Polyurethan-Weichschaum dient.<\/p>\n<h3>CO<sub>2<\/sub> ersetzt Erd\u00f6l<\/h3>\n<p>Intensive Tests haben gezeigt, dass das Material mit CO<sub>2<\/sub>-Anteil mindestens genauso gut ist wie konventionelle Produkte. Das Kohlendioxid ersetzt dabei einen Teil des Erd\u00f6ls, auf dem solche Polyole und Polyurethane \u00fcblicherweise komplett beruhen. \u201eDie Kunststoffindustrie ist seit langem auf der Suche nach alternativen Rohstoffen, um sich von knapper werdenden fossilen Grundstoffen zu l\u00f6sen\u201c, erl\u00e4uterte Malsch. Au\u00dferdem nehme in der Gesellschaft die Nachfrage nach nachhaltigen Produkten zu. \u201eWir glauben, mit unserem neuen Verfahren f\u00fcr beide Sto\u00dfrichtungen eine L\u00f6sung anbieten zu k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Um CO<sub>2<\/sub> in der Kunststoffproduktion verwenden zu k\u00f6nnen, war wissenschaftliche Grundlagenarbeit n\u00f6tig. Diese hatte Bayer MaterialScience in Zusammenarbeit mit dem CAT Catalytic Center, einer Forschungseinrichtung an der Universit\u00e4t Aachen, geleistet. Die gro\u00dfe Herausforderung bestand darin, einen Katalysator zu finden, der das chemisch sehr tr\u00e4ge Kohlendioxid auf effiziente Weise zur Reaktion mit anderen Substanzen bringt. Diesen passenden Katalysator hatten die Kooperationspartner entdeckt.<\/p>\n<p>Aber die Forschung und Entwicklung geht noch weiter: In Zukunft soll nach den Vorstellungen von Bayer MaterialScience der Anteil an CO<sub>2<\/sub> in den Produkten weiter erh\u00f6ht werden. Gleichzeitig soll die Zahl der Kunststoffe auf CO<sub>2<\/sub>-Basis ansteigen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>\u00dcber Bayer MaterialScience:<\/h3>\n<p>Mit einem Umsatz von 11,7 Milliarden Euro im Jahr 2014 geh\u00f6rt Bayer MaterialScience zu den weltweit gr\u00f6\u00dften Polymer-Unternehmen. Gesch\u00e4ftsschwerpunkte sind die Herstellung von Hightech-Polymerwerkstoffen und die Entwicklung innovativer L\u00f6sungen f\u00fcr Produkte, die in vielen Bereichen des t\u00e4glichen Lebens Verwendung finden. Die wichtigsten Abnehmerbranchen sind die Automobilindustrie, die Elektro-\/Elektronik-Branche sowie die Bau-, Sport- und Freizeitartikelindustrie. Bayer MaterialScience produziert an 30 Standorten rund um den Globus und besch\u00e4ftigte Ende 2014 rund 14.200 Mitarbeiter. Bayer MaterialScience ist ein Unternehmen des Bayer-Konzerns.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dormagen, 29. 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