{"id":26374,"date":"2015-06-05T03:12:14","date_gmt":"2015-06-05T01:12:14","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=26374"},"modified":"2015-06-03T14:58:16","modified_gmt":"2015-06-03T12:58:16","slug":"bitumen-aus-mikroalgen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/bitumen-aus-mikroalgen\/","title":{"rendered":"Bitumen aus Mikroalgen"},"content":{"rendered":"<p>Im Hoch- und Tiefbau ist Bitumen ein universell einsetzbarer Stoff: Das z\u00e4hfl\u00fcssige Baumaterial dient unter anderem zur Abdichtung oder als Kleber bei Geb\u00e4uden. Flachd\u00e4cher sind mit Bitumenbahnen \u00fcberzogen. Bei der Herstellung von Verkehrswegen dient Bitumen wiederum als wichtiger Bestandteil des Asphalts. Nachhaltig ist die Produktion des Universalhilfsmittels allerdings nicht: Normalerweise wird das Baumaterial bei der Vakuumdestillation aus Erd\u00f6l mit hohem Schwefelanteil (Heavy Oil) gewonnen.<\/p>\n<p>Ein Forschungsprojekt, an dem das franz\u00f6sische Zentrum f\u00fcr wissenschaftliche Forschung (CNRS), die Universit\u00e4t Nantes und die Firma Algo Source Technologies beteiligt sind, m\u00f6chte Bitumen nun aus Algen herstellen, um den Stoff umweltfreundlicher zu machen \u2013 und die Herstellung auf l\u00e4ngere Sicht von der \u00d6lindustrie zu entkoppeln.<\/p>\n<p>Ausgangspunkt der Produktion des neuartigen Bio-Bitumens ist die Mikroalge Scenedesmus sp., die bislang vor allem in der Kosmetikindustrie zum Einsatz kommt. Dort interessiert man sich f\u00fcr die aus der Gr\u00fcnalge extrahierbaren Eiwei\u00dfe, ein ebenfalls anfallendes Nebenprodukt, das interessante stoffliche Eigenschaften hat, wurde bislang aber schlicht weggeworfen.<\/p>\n<p>Das Forscherteam stellte fest, das sich mittels Druck und Wasserbeigabe \u2013 die sogenannte hydrothermale Verfl\u00fcssigung \u2013 daraus ein Bitumen-artiges Material herstellen l\u00e4sst. Dieses hat zwar andere Inhaltsstoffe als sein Bruder aus Erd\u00f6l, doch teilt es mit ihm die meisten Eigenschaften, die man f\u00fcr den Stra\u00dfenbau und die Asphaltierung ben\u00f6tigt. &#8220;Gr\u00fcne Stra\u00dfen&#8221; w\u00e4ren so denkbar, bei denen der Bio-Bitumen die Binderfunktion \u00fcbernimmt.<\/p>\n<p>So l\u00e4sst sich das Bio-Bitumen bei 100 Grad in fl\u00fcssiger Form verarbeiten, ist zwischen minus 20 und plus 60 Grad sowohl z\u00e4hfl\u00fcssig als auch elastisch, was das Asphaltgranulat zusammenh\u00e4lt, und auch die Belastung durch Stra\u00dfenverkehr h\u00e4lt der Stoff aus.<\/p>\n<p>&#8220;Obwohl die chemische Zusammensetzung des erzeugen Materials sich vollkommen von einem Erd\u00f6l-basierten Bitumen unterscheidet, haben wir \u00e4hnliche viskoelastische Eigenschaften festgestellt \u2013 je nachdem, wie die experimentellen hydrothermalen Verfl\u00fcssigungsbedingungen aussahen&#8221;, so die Forscher.<\/p>\n<p>Als n\u00e4chstes soll gepr\u00fcft werden, wie sich der Stoff mit einem ausreichend hohen Wirkungsgrad extrahieren l\u00e4sst. Momentan erreicht man hier bislang nur 55 Prozent eines wasserunl\u00f6slichen Stoffes, was f\u00fcr eine wirtschaftliche Produktion noch zu w\u00fcnschen \u00fcbrig l\u00e4sst. 22 Prozent waren organische und anorganische Reststoffe.<\/p>\n<p>Bei Algo Source Technologies forscht man unterdessen auch noch an anderen Verwendungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Mikroalgen, die allesamt dazu dienen sollen, die Abh\u00e4ngigkeit von fossilen Energietr\u00e4gern zu reduzieren und den CO2-Aussto\u00df zu verringern. Dazu hat die Firma neuartige Bio-Raffinerien entwickelt, die sich f\u00fcr industrielle Anwendungen eignen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Hoch- und Tiefbau ist Bitumen ein universell einsetzbarer Stoff: Das z\u00e4hfl\u00fcssige Baumaterial dient unter anderem zur Abdichtung oder als Kleber bei Geb\u00e4uden. Flachd\u00e4cher sind mit Bitumenbahnen \u00fcberzogen. 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