{"id":26361,"date":"2015-06-05T02:02:01","date_gmt":"2015-06-05T00:02:01","guid":{"rendered":"https:\/\/rss.nova-institut.net\/public.php?url=http%3A%2F%2Fwww.innovations-report.de%2Fhtml%2Fberichte%2Fagrar-forstwissenschaften%2Fwo-die-landwirtschaft-an-boden-gewinnen-kann.html"},"modified":"2015-06-05T07:59:24","modified_gmt":"2015-06-05T05:59:24","slug":"wo-die-landwirtschaft-an-boden-gewinnen-kann","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wo-die-landwirtschaft-an-boden-gewinnen-kann\/","title":{"rendered":"Wo die Landwirtschaft an Boden gewinnen kann"},"content":{"rendered":"<p><strong>Um die Menschheit k\u00fcnftig zu ern\u00e4hren, ist eine nachhaltige Intensivierung der Landwirtschaft unabdingbar, die den Schutz des Wassers, die Erhaltung der Biodiversit\u00e4t und die Verringerung von Treibhausgasen mit einschlie\u00dft. Wo in Europa geeignete B\u00f6den daf\u00fcr vorhanden sind, hat Georg Lair von der Universit\u00e4t Innsbruck gemeinsam mit Kollegen von der BOKU Wien ermittelt.<\/strong><\/p>\n<p>Laut aktuellen UN-Prognosen muss die Nahrungsmittelproduktion in den n\u00e4chsten 35 Jahren verdoppelt werden, um die Ern\u00e4hrungssicherheit der wachsenden Weltbev\u00f6lkerung zu gew\u00e4hrleisten. Die Frage, wie das m\u00f6glich ist, ohne \u00f6kologische Sch\u00e4den zu verursachen und zus\u00e4tzliche Fl\u00e4chen in Kultur zu nehmen, stellten sich Dr. Georg Lair vom Institut f\u00fcr \u00d6kologie der Universit\u00e4t Innsbruck und seine KollegInnen vom Institut f\u00fcr Bodenforschung der Universit\u00e4t f\u00fcr Bodenkultur in Wien in einem von der RISE (The Rural Investment Support for Europe) Foundation und EU-Mitteln gef\u00f6rderten Projekt zur nachhaltigen Intensivierung der Landwirtschaft. Basierend auf Daten aus der Europ\u00e4ischen Bodendatenbank (ESDB) haben die Wissenschaftler 671.672 km<sup>2<\/sup> an landwirtschaftlichen Fl\u00e4chen in Europa in Hinblick auf ihr Intensivierungspotenzial analysiert und in vier Klassen eingeteilt. \u201eKnapp die H\u00e4lfte der Agrarfl\u00e4chen in Europa eignet sich nicht f\u00fcr eine Intensivierung beziehungsweise sollte zum Teil sogar extensiviert werden. Auf den restlichen Fl\u00e4chen ist eine Intensivierung zum Teil mit gewissen Einschr\u00e4nkungen m\u00f6glich\u201c, fasst Georg Lair zusammen. Die Ergebnisse im Detail: 4 Prozent der analysierten Fl\u00e4chen sollten im Sinne der Nachhaltigkeit extensiviert werden (Klasse 1), 43 Prozent sind nicht f\u00fcr eine nachhaltige Intensivierung (Klasse 2) geeignet, auf 12 Prozent ist eine Intensivierung nach dem Setzen spezieller Ma\u00dfnahmen m\u00f6glich (Klasse 3) und nur 41 Prozent eignen sich f\u00fcr eine nachhaltige Intensivierung (Klasse 4). Ein Gro\u00dfteil davon befindet sich in der N\u00e4he von gro\u00dfen St\u00e4dten, in Flusst\u00e4lern und Flussdeltas. Auch im Osten \u00d6sterreichs befinden sich gr\u00f6\u00dfere Fl\u00e4chen an geeigneten B\u00f6den f\u00fcr eine Ertragssteigerung ohne negative Umwelteffekte. Anschaulich dargestellt werden die Resultate des Forschungsvorhabens in Bodenkarten, die im Rahmen der Doktorarbeit von Jasmin Schiefer (BOKU) entstanden sind.<\/p>\n<p>Um die Menschheit k\u00fcnftig zu ern\u00e4hren, ist eine nachhaltige Intensivierung der Landwirtschaft unabdingbar, die den Schutz des Wassers, die Erhaltung der Biodiversit\u00e4t und die Verringerung von Treibhausgasen mit einschlie\u00dft. Wo in Europa geeignete B\u00f6den daf\u00fcr vorhanden sind, hat Georg Lair von der Universit\u00e4t Innsbruck gemeinsam mit Kollegen von der BOKU Wien ermittelt.<\/p>\n<h3>Sechs Bewertungsindikatoren<\/h3>\n<p>\u201eDie gr\u00f6\u00dfte Herausforderung, und letztendlich auch eine Erfahrungssache, war die Auswahl und Gewichtung geeigneter Parameter f\u00fcr das Klassifikationsverfahren\u201c, erz\u00e4hlt Georg Lair, der seit vielen Jahren mit Prof. Winfried Blum, einem Doyen der \u00f6sterreichischen Bodenkunde, zusammenarbeitet. \u201eF\u00fcr uns war klar, dass ein Bewertungssystem m\u00f6glichst einfach und im gro\u00dfen wie im kleinen Ma\u00dfstab anwendbar sein muss.\u201c So haben sich die Wissenschaftler auf folgende sechs Parameter geeinigt, die bei Bodenuntersuchungen routinem\u00e4\u00dfig erfasst werden k\u00f6nnen und auch f\u00fcr die Bodendatenbank der Europ\u00e4ischen Kommission erhoben wurden: der Kohlenstoffgehalt, der Anteil an Feinpartikeln, der pH-Wert, die Kationenaustauschkapazit\u00e4t \u2013 ein Indikator f\u00fcr Basens\u00e4ttigung und N\u00e4hrstoffzustand \u2013 sowie die Bodenm\u00e4chtigkeit und die Hangneigung. Dass das vergleichsweise einfache Bewertungsschema funktioniert, hat eine Testanwendung auch auf lokaler Ebene in Rutzendorf im Marchfeld gezeigt. \u201eMit unserem Schema und einer repr\u00e4sentativen Datenlage k\u00f6nnen wir auf lokaler Ebene jedem Bauern Auskunft \u00fcber das Potenzial seines Feldes geben\u201c, berichtet Georg Lair, der zuversichtlich ist, dass die Ergebnisse auf fruchtbaren Boden fallen werden. \u201eIch glaube, dass auf europ\u00e4ischer Ebene die Dringlichkeit einer Einbeziehung der Ressource Boden f\u00fcr eine nachhaltige Intensivierung erkannt wurde, sonst h\u00e4tte die RISE Foundation ein derartiges Projekt nicht gestartet.\u201c<\/p>\n<p>Publiziert wurden die Ergebnisse nicht nur in einem Bericht f\u00fcr die RISE Foundation, sondern u.a. auch in der Fachzeitschrift International Soil and Water Conservation Research unter dem Originaltitel Indicators for the definition of landquality as a basis for the sustainable intensification of agricultural production.<br \/>\nDOI: doi:10.1016\/j.iswcr.2015.03.003<\/p>\n<p>Paper \u201e<a href=\"http:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S2095633915000040%20\">Indicators for the definition of landquality as a basis for the sustainable intensification of agricultural production<\/a>\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Um die Menschheit k&uuml;nftig zu ern&auml;hren, ist eine nachhaltige Intensivierung der Landwirtschaft unabdi&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[2317,10023,835,2667],"class_list":["post-26361","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","supplier-european-commission","supplier-the-rural-investment-support-for-europe-rise-foundation","supplier-universitaet-fuer-bodenkultur-wien-boku","supplier-universitaet-innsbruck"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/26361","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=26361"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/26361\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=26361"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=26361"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=26361"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=26361"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}