{"id":26304,"date":"2015-06-01T03:09:52","date_gmt":"2015-06-01T01:09:52","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=26304"},"modified":"2015-05-29T13:20:16","modified_gmt":"2015-05-29T11:20:16","slug":"wie-gebaeude-aus-holz-berlins-architektur-revolutionieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wie-gebaeude-aus-holz-berlins-architektur-revolutionieren\/","title":{"rendered":"Wie Geb\u00e4ude aus Holz Berlins Architektur revolutionieren"},"content":{"rendered":"<p>Sein Ziel ist klar. &#8220;Ich will den Holzbau in die Innenstadt holen&#8221;. Tom Kaden ist ein Pionier. Seit 23 Jahren engagiert sich der Architekt f\u00fcr Holzbau. Erst waren es kleinere Projekte wie Einfamilienh\u00e4user, mittlerweile geht es um andere Dimensionen: Mehrfamilien- oder sogar Holzhochh\u00e4user.<\/p>\n<p>Und auch, wenn sich Kaden, wie er im Gespr\u00e4ch betont, nicht f\u00fcr Rekorde interessiert, kann der 53-J\u00e4hrige sie vorweisen. Beispielsweise das Projekt &#8220;E 3&#8221;. Der von Tom Kaden und seinem damaligen B\u00fcropartner Thomas Klingbeil 2006 geplante moderne Siebengeschosser f\u00fcr eine Baugruppe dreier Berliner Familien sorgte gleich nach der Fertigstellung f\u00fcr Furore.<\/p>\n<p>Das 22 Meter hohe Geb\u00e4ude an der Esmarchstra\u00dfe 3 in Prenzlauer Berg wurde 2008 als Europas h\u00f6chstes Holzhochhaus gefeiert. 2009 erhielt es den Deutschen Holzbaupreis. Auch der Siebengeschosser in der Christburger Stra\u00dfe 13 in Prenzlauer Berg (Foto rechts) ist f\u00fcr den Deutschen Holzbaupreis 2015 nominiert.<\/p>\n<h3>&#8220;Da geht noch mehr&#8221;<\/h3>\n<p>Die Qualit\u00e4t der H\u00e4user hat Bestand, die H\u00f6hen-Rekorde nicht. Den h\u00e4lt indes ein Zw\u00f6lfgeschosser in London. &#8220;Macht nichts&#8221;, sagt Kaden, und dabei wirkt er ganz entspannt. &#8220;Wir wollen da schlie\u00dflich nicht in einen Wettlauf einsteigen, sondern vielmehr herausfinden, was im Holzbau geht und schauen, was dabei sinnvoll ist.&#8221; Eins sei jedoch schon absehbar, erg\u00e4nzt der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Architekturb\u00fcros &#8220;Kaden + Partner&#8221;: &#8220;Da geht noch mehr&#8221;. Bis zu 20 Geschosse im Holzbau h\u00e4lt Kaden nach jetzigem Stand f\u00fcr realisierbar. Gerade in Gro\u00dfst\u00e4dten wie in Berlin sei Holzbau wirtschaftlich und \u00f6kologisch sinnvoll. Das haben auch Berlins Wohnungsbaugesellschaften erkannt. Kadens B\u00fcro plant beispielsweise f\u00fcr die landeseigene Gesobau Holzh\u00e4user mit 46 Wohnungen an der Blankenburger Stra\u00dfe in Pankow.<\/p>\n<p>In einem gemeinsamen Forschungsprojekt mit der Technischen Universit\u00e4t M\u00fcnchen (TUM) plant Kaden zudem aktuell Deutschlands h\u00f6chste Holzhochh\u00e4user in Flensburg: zwei T\u00fcrme mit bis zu elf Geschossen, unterst\u00fctzt von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Der Theorie des Holzhochbaus widmet sich der Wahlberliner zudem in einem Projekt an der TU Berlin. Freie Fl\u00e4chen und Wohnraum werden in den St\u00e4dten knapp. Da liegt es f\u00fcr Kaden auf der Hand, den Holzbau auch in die H\u00f6he weiterzuentwickeln.<\/p>\n<p>Dabei sind bislang eigentlich nur f\u00fcnfgeschossige Geb\u00e4ude in Holzbauweise erlaubt. Doch es gibt Ausnahmegenehmigungen von der Bauordnung. Vorausgesetzt, die Planer weisen entsprechenden Brandschutz nach. F\u00fcr seinen ersten Hochbau entwickelte Kaden in Zusammenarbeit mit &#8220;Dehne und Kruse Ingenieure&#8221; eine, wie er heute sagt &#8220;ganz einfache L\u00f6sung. Die Abweichung vom Baurecht \u00fcberbr\u00fccken wir unter anderm damit, dass wir eine Rauchmeldeanlage im ganzen Haus vernetzt und eine sogenannte trockene Steigleitung eingebaut haben.&#8221; Letztere ist ein Stahlrohr, das durch alle Geschosse f\u00fchrt und der Feuerwehr im Falle eines Brandes erm\u00f6glicht, den L\u00f6schschlauch durch alle Stockwerke hochzuziehen.&#8221; Die Brandschutzgesetze bez\u00fcglich Holzbauten betrachtet Kaden als \u00fcberholt. &#8220;Das hat viel mit unserer Geschichte zu tun, in Deutschland denken alle an brennende St\u00e4dte im Zweiten Weltkrieg&#8221;, so Kaden. Dabei sei Holz auch ein sicherer Baustoff. &#8220;Bei einem Brand h\u00e4lt es l\u00e4nger als Stahl&#8221;, sagt der Architekt.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich k\u00f6nnen \u2013 eine ausreichende Dimensionierung vorausgesetzt \u2013 h\u00f6lzerne Tragkonstruktionen dem Feuer lange Widerstand leisten. Entgegen der allgemeinen Vorstellung dauere es relativ lange, bis ein dicker Holzbalken so weit durchgebrannt sei, dass er seine statische Funktion einb\u00fc\u00dfe. Die verkohlte Holzoberfl\u00e4che bildet eine Schutzschicht, die den weiteren Abbrand verz\u00f6gert. Kaden betont, dass dies mittlerweile auch jeder Feuerwehrmann wisse. Sein Entwurf f\u00fcr eine Feuerwache in Blankenfelde sei im \u00dcbrigen auch aus Holz. Der Planer l\u00e4chelt.<\/p>\n<p>F\u00fcr Kaden sind die Vorteile des Bauens mit Holz eindeutig: &#8220;Holz ist ein Rohstoff, der nachw\u00e4chst, er bindet CO2, l\u00e4sst sich aufgrund seiner Leichtigkeit und pr\u00e4zisen Verarbeitung gut vorfertigen und schafft ein gutes Raumklima.&#8221; Holz erm\u00f6gliche zudem eine &#8220;nat\u00fcrliche Niedrigenergiebauweise&#8221;, denn dank seiner guten W\u00e4rmed\u00e4mmeigenschaften lie\u00dfe sich bereits mit vergleichsweise geringen Wandst\u00e4rken eine hohe D\u00e4mmwirkung erreichen, f\u00fchrt er nur einige der Argumente f\u00fcr den Holzbau an. Nicht zu vergessen, die Bauzeit. &#8220;Ein Rohbau in Holzkonstruktion l\u00e4sst sich zudem z\u00fcgig errichten.&#8221;<\/p>\n<h3>&#8220;Wir haben keine Lobby&#8221;<\/h3>\n<p>Warum angesichts dieser vielen Argumente Holzbauten nach wie vor etwas Besonderes seien? &#8220;Wir haben keine Lobby. Weder in Br\u00fcssel noch in Stra\u00dfburg sitzen Lobbyisten, die entsprechend Einfluss nehmen auf Ver\u00e4nderungen der Baustandards, die den heutigen M\u00f6glichkeiten des Holzbaus entsprechen.&#8221;<\/p>\n<p>Holz ist f\u00fcr Kaden nicht nur ein Baustoff, der Architekt verbindet damit auch Kindheitserinnerungen. 1961 geboren in \u2013 zu DDR-Zeiten \u2013 Karl-Marx-Stadt, heute Chemnitz, wuchs Kaden in einer Spielzeughandwerkerfamilie in Seiffen auf. Ein Dorf im Erzgebirge, in dem sich auch heute noch alles um das Holzkunsthandwerk dreht. Man solle das nicht \u00fcberbewerten, betont Kaden. Aber er sagt auch: &#8220;Ich bin mit Holz gro\u00df geworden&#8221;.<\/p>\n<p>Die Zukunft des Holzbaus sieht Kaden im Hybridbau. Damit meint er H\u00e4user mit hohem Holzanteil, aber auch mit Beton. &#8220;Ich bin kein \u00d6ko-Architekt und auch kein Holz-Ideologe. Wir sagen nicht, wenn wir nur mit Holz bauen, wird die Welt besser. Doch Holz ist auf alle F\u00e4lle ein Baumaterial, das gerade unter dem Aspekt Klimaschutz sinnvoll ist.&#8221;<\/p>\n<h3>Architekt Christoph Roedig: Ein Fertighaus aus Holz<\/h3>\n<p>Der Ansto\u00df kam in Argentinien. Nach dem Zivildienst reiste Christoph Roedig 1987 ein Jahr durch S\u00fcdamerika. Auf der Suche nach einem Job landete der damals 21-J\u00e4hrige bei einer Baukooperative im argentinischen Cordoba. Eine Gruppe sozial engagierter Architekten entwickelte ein Fertighaussystem, das k\u00fcnftige Bewohner sp\u00e4ter selbst aufbauen konnten mit den Architekten \u2013 &#8220;ein partizipatives Projekt mit regionalen Baustoffen&#8221;, wie Roedig sagt.<\/p>\n<p>Die Beteiligung der Bewohner bei der Gestaltung ihres neuen Zuhauses ist eins der Prinzipien, die der Berliner Architekt unterdessen auch im eigenen B\u00fcro mit seinem Partner Ulrich Schop pflegt. &#8220;Roedig Schop Architekten&#8221; arbeiten oft mit Baugruppen und nutzen f\u00fcr ihre Projekte seit 2007 nicht immer, aber oft Holz. &#8220;Holz ist ein nachwachsender Rohstoff mit einer super \u00d6kobilanz&#8221;, sagt Roedig, ein ausgewiesener Holzbau-Fachmann. Der 49-J\u00e4hrige ist neben den Architekten Philipp Koch, Daniel Rozynski und Matthias Schrimpf Mitbegr\u00fcnder und Gesellschafter des &#8220;Instituts f\u00fcr urbanen Holzbau&#8221;, kurz &#8220;IfuH&#8221; genannt. Der Name des Unternehmens ist Programm. Es geht um Holzbau in der Stadt.<\/p>\n<p>F\u00fcr Roedig sind die Vorteile eindeutig: &#8220;Bauen mit Holz ist vor allem CO2-neutral. In die Herstellung einer drei mal drei Meter gro\u00dfen Betonwand stecken Sie unglaublich viel Energie. Daf\u00fcr k\u00f6nnten Sie beispielsweise bis zu 50.000 Kilometer mit einem Kleinwagen fahren&#8221;, sagt der Architekt. Und betont ebenso wie seine Kollegen das gesunde Raumklima, das Holz schaffe. Vor allem \u00fcberzeugt den IfuH-Mitbegr\u00fcnder die passgenaue Herstellung von Fertigbauteilen. &#8220;Holzelemente sind zudem leicht und lassen sich auch in gr\u00f6\u00dferen Ausma\u00dfen gut transportieren und vor Ort zusammenbauen&#8221;, sagt der Planer. Das zahle sich angesichts weitaus k\u00fcrzerer Bauzeiten im Vergleich zu konventioneller Bauweise aus. Dennoch sch\u00e4tzt Roedig die Kosten f\u00fcr Holzbauten gegen\u00fcber Betonbauten noch immer bis zu acht Prozent teurer ein. Holz sei als Baustoff etwas teurer. &#8220;Das muss ja nicht so bleiben&#8221;, sagt Roedig. Einsparpotenzial biete die Realisierung von H\u00e4usern in Baugruppen. &#8220;Denn&#8221;, so Roedig, &#8220;da geht es nicht um die h\u00f6chstm\u00f6gliche Rendite f\u00fcr Investoren.&#8221;<\/p>\n<p>Investoren w\u00fcrden zudem oft kurzfristig denken. Was er damit meint? &#8220;Der Investor interessiert sich in der Regel nicht f\u00fcr langfristige Energiebilanzen oder den Sonderm\u00fcll, der allein schon durch Styropord\u00e4mmung in Unmengen produziert wird&#8221; sagt Roedig. Die Wiederverwertbarkeit spiele da keine Rolle.<\/p>\n<p>Zum Holzbau kam Roedig durch einen Zufall. Anl\u00e4sslich eines Vortrags \u00fcber sein erstes Berliner Baugruppenprojekt &#8220;Ten in One&#8221; erfuhr er an der TU Braunschweig von dem Forschungsprojekt &#8220;fertighauscity5+&#8221;. Roedig bewarb sich und wurde Teil des Teams. Das erforschte und entwickelte 2007 zun\u00e4chst ein Jahr lang den Prototyp eines Holz-Mehrfamilienhauses f\u00fcr die Stadt. Ein Haus mit mindestens f\u00fcnf Stockwerken, das prim\u00e4r aus vorgefertigten Holzelementen konstruiert werden kann \u2013 deshalb der Name &#8220;fertighauscity5+&#8221;. F\u00fcr die Umsetzung der Theorie in die Praxis gr\u00fcndeten die vier Architekten als spinoff-Unternehmen das &#8220;IfuH&#8221;. Das Ergebnis ihrer Forschungsarbeit kann sich sehen lassen. Es steht an der G\u00f6rschstra\u00dfe in Pankow. &#8220;3XGR\u00dcN&#8221; hei\u00dft das bereits mehrfach ausgezeichnete Baugruppen-Haus. Und ein Nachfolgeprojekt der &#8220;IfuH&#8221;-Architekten ist bereits in Arbeit \u2013 wieder in Fertigbauweise. &#8220;Holzcubes&#8221; hei\u00dfen die drei Wohnw\u00fcrfel aus Holz, die in Adlershof realisiert werden.<\/p>\n<p>&#8220;Wir haben einen Holz-Background&#8221;, sagt Thomas Willemeit. Der Mitinhaber von &#8220;Graft Architekten&#8221; spricht von den Anfangsjahren in Los Angeles: &#8220;In Kalifornien werden Wohnh\u00e4user oft aus Holz gebaut, das ist da weit verbreitet und hat uns sicher beeinflusst.&#8221; Los Angeles war lange Hauptsitz des Architekturb\u00fcros, das Willemeit 1998 mit seinen ehemaligen Studienfreunden Lars Kr\u00fcckeberg und Wolfram Putz in der kalifornischen Metropole gr\u00fcndete. Noch heute haben die international erfolgreichen Planer innovativer Bauten dort ein Office, ebenso in Peking. Der Hauptsitz ihrer GmbH liegt aber an der Heidestra\u00dfe in Mitte \u2013 in einem Gewerbealtbau aus Backstein.<\/p>\n<p>Dort besch\u00e4ftigen sich Willemeit, Kr\u00fcckeberg und Putz schon seit mehreren Jahren mit nachhaltiger Architektur, regenerativen Baustoffen oder auch gesunden Wohnr\u00e4umen. Themen, bei denen auch Holz eine Rolle spielt.<\/p>\n<h3>Ganzheitliches Wohnen<\/h3>\n<p>&#8220;Holz ist ein toller Baustoff, es ist nachhaltig, schafft ein gesundes, warmes Raumklima und ist \u00e4sthetisch&#8221;, schw\u00e4rmt Willemeit. Er wei\u00df, wovon er spricht. Graft Architekten haben Erfahrungen im Holzbau. Im Rahmen eines Projektes von Hollywood-Star Brad Pitt f\u00fcr die Flut-Opfer des Hurricans Katrina entwickelten sie hochwassersichere Holzh\u00e4user auf Stelzen in New Orleans (USA).<\/p>\n<p>In ihrer Wahlheimat Berlin stellten sie im vergangenen Jahr die Prototypen von gleich drei modern designten Plusenergieh\u00e4usern aus Holz in Zehlendorf fertig. &#8220;Holistic Living&#8221;, zu deutsch: ganzheitliches Wohnen, ist der programmatische Name der Holz-Villen in anspruchsvollem Design, die zudem dank modernster Haus- und Energietechnik mehr Energie erzeugen als sie verbrauchen. Der \u00fcbersch\u00fcssige Strom dient beispielsweise auch einem Elektroauto, das die Mieter der ebenso \u00f6kologischen wie trendigen H\u00e4user dazu buchen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Geb\u00e4ude, ein Einfamilien- und ein Doppelhaus, in der N\u00e4he des Wannsees sind in Holzkonstruktionsweise errichtet. Wandplatten und Decken sind aus Holz und auch f\u00fcr die D\u00e4mmung nutzen die Planer eine Holzfaserd\u00e4mmung aus gepresstem Holz. &#8220;Das einzige, was nicht aus Holz ist, ist der Keller&#8221;, erl\u00e4utert Thomas Willemeit.<\/p>\n<p>Das Untergeschoss wurde mit Stahlbetonelementen errichtet, nicht zuletzt auch wegen der extrem hohen Feuchtigkeit unter der Erde. Wegen der hohen Feuchtigkeit in Bad- und K\u00fcchenbereich sind dort die W\u00e4nde mit Lehm verputzt, sowie auch der Kaminofen im Wohnbereich. Der Mix aus Holz und Lehm hat sehr gute raumklimatische Eigenschaften. Beide Baustoffe sind \u00f6kologisch und sorgen f\u00fcr ein gesundes Wohnklima. &#8220;Das war uns sehr wichtig&#8221;, betont Willemeit. Heutzutage werde oft wie verr\u00fcckt ged\u00e4mmt, nur um keine W\u00e4rme zu verlieren. Dabei gebe es in den R\u00e4umen kaum noch Luftaustausch. &#8220;Hinzu kommt, dass im konventionellen Wohnungsbau viele Materialien verwendet werden, die krank machen k\u00f6nnen&#8221;, sagt Willemeit. Es gebe noch keine Langzeitstudien. Die Auswirkungen konventioneller D\u00e4mmung wie Styropor oder der Einsatz von Klebstoffen und Lacken sei noch nicht erforscht. Doch f\u00fcr Willemeit steht au\u00dfer Frage: &#8220;Nat\u00fcrliche Baumaterialien wie Holz oder Lehmputz sorgen f\u00fcr eine Innenluft, die sich nicht nur besser anf\u00fchlt, sie ist auch weitaus ges\u00fcnder als das Klima in einer v\u00f6llig zulackierten Bude.&#8221; Das sage einem schon der gesunde Menschenverstand, so Willemeit.<\/p>\n<p>Dass Holz zudem auch gestalterisch viele M\u00f6glichkeiten bietet, beweist allein die schwungvolle Fassade der H\u00e4user. Warum f\u00fcr die abgerundete Holzfassade ausgerechnet kanadisches &#8220;Oregon Piue&#8221; verwendet wurde? &#8220;Das war eine rein \u00e4sthetische Entscheidung&#8221;, antwortet Thomas Willemeit. &#8220;Wir wollten flie\u00dfende Formen. Daf\u00fcr brauchten wir ein Material, das sich gut biegen l\u00e4sst, nicht splittert, wetterbest\u00e4ndig ist und sich \u00fcber die Jahre auch in der Au\u00dfenwirkung nicht zu stark ver\u00e4ndert.&#8221;<\/p>\n<p>Holz ist auch Thema des &#8220;Eckwerk&#8221;-Projekts, das Graft Architekten gemeinsam mit Jan Kleihues auf dem Areal des Holzmarkts am Spreeufer entwickeln. &#8220;Wir wollen auch an diesem Ort mit Holz arbeiten&#8221;, sagt Willemeit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sein Ziel ist klar. &#8220;Ich will den Holzbau in die Innenstadt holen&#8221;. Tom Kaden ist ein Pionier. Seit 23 Jahren engagiert sich der Architekt f\u00fcr Holzbau. Erst waren es kleinere Projekte wie Einfamilienh\u00e4user, mittlerweile geht es um andere Dimensionen: Mehrfamilien- oder sogar Holzhochh\u00e4user. 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