{"id":26113,"date":"2015-05-20T02:07:00","date_gmt":"2015-05-20T00:07:00","guid":{"rendered":"https:\/\/rss.nova-institut.net\/public.php?url=http%3A%2F%2Fwww.biotechnologie.de%2FBIO%2FNavigation%2FDE%2Froot%2Cdid%3D180632.html"},"modified":"2015-05-19T14:45:46","modified_gmt":"2015-05-19T12:45:46","slug":"krebsmittel-schlagkraeftiger-naturstoff-aus-der-zellfabrik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/krebsmittel-schlagkraeftiger-naturstoff-aus-der-zellfabrik\/","title":{"rendered":"Krebsmittel: Schlagkr\u00e4ftiger Naturstoff aus der Zellfabrik"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ob in Algen, Pilzen oder im Holz \u2013 in der Natur gibt es eine Reihe von Substanzen, die zunehmend in den Blickpunkt der Forschung r\u00fccken. Diese Naturstoffe sollen etwa vor Krankheitserregern oder Krebs sch\u00fctzen. Das Problem: Um ihre exakte Wirkung in Studien zu untersuchen, m\u00fcssten sie in gr\u00f6\u00dferen Mengen vorhanden sein. Abhilfe k\u00f6nnen hier Biotechnologen um Professor Christoph Wittmann von der Saar-Uni schaffen: Sie haben ein Verfahren entwickelt, mit dem sie den Naturstoff Deoxyviolacein in ausreichender Menge in Bakterienkulturen herstellen. Auch andere dieser Substanzen lassen sich so produzieren. Die Studie wurde von der Fachzeitschrift \u201eBiotechnology &amp; Bioengineering\u201c ver\u00f6ffentlicht und als bedeutend eingestuft.<\/strong><\/p>\n<p>Im Kampf gegen multiresistente Keime oder b\u00f6sartige Tumore versagen herk\u00f6mmliche Therapien und Wirkstoffe oftmals. Gefragt sind daher neuartige Substanzen wie zum Beispiel die Naturstoffe Deoxyviolacein und Violacein, die in Algen vorkommen. \u201eStudien haben gezeigt, dass sie Tumore abt\u00f6ten, aber auch Krankheitserreger in Schach halten k\u00f6nnen\u201c, berichtet Professor Christoph Wittmann vom Institut f\u00fcr Systembiotechnologie an der Universit\u00e4t des Saarlandes. Damit Forscher aber mehr \u00fcber die exakte Wirkweise erfahren, m\u00fcssten die Substanzen in viel gr\u00f6\u00dferen Mengen vorliegen.<\/p>\n<p>Wittmann und sein Team haben nun ein Verfahren entwickelt, in dem sie Deoxyviolacein in gro\u00dfer \u201eSt\u00fcckzahl\u201c produzieren. \u201eWir nutzen dazu <em>Escherichia coli<\/em>-Bakterien, deren Stoffwechsel wir derart ver\u00e4ndern, dass die Mikroorganismen den Naturstoff herstellen\u201c, sagt Wittmann. Als Grundlage dient den Wissenschaftlern dabei die Aminos\u00e4ure Tryptophan, die bei den Bakterien in nat\u00fcrlicher Form vorkommt und den Mikroorganismen als Ausgangsstoff f\u00fcr die Produktion dient.<\/p>\n<p>Um den Wirkstoff in gr\u00f6\u00dferen Mengen zu erhalten, haben die Forscher zudem daf\u00fcr gesorgt, dass die kleinen Zellfabriken in idealen Bedingungen wachsen k\u00f6nnen. \u201eDabei haben wir beispielsweise Faktoren wie N\u00e4hrstoffzufuhr, Temperatur und pH-Wert ber\u00fccksichtigt und untersucht, wie die Parameter eingestellt sein m\u00fcssen, damit die Mikroorganismen optimal wachsen\u201c, so der Professor.<\/p>\n<p>Haben die Bakterien die Substanz produziert, k\u00f6nnen die Forscher \u201eihre Ernte einfahren\u201c: In einem biotechnologischen Verfahren trennt das Team um Wittmann den Naturstoff von anderen Zellbestandteilen ab. \u201eMit der Methode erhalten wir bei einem Liter Bakterienl\u00f6sung ein Gramm hochreines Deoxyviolacein, das in Form von Kristallen vorliegt\u201c, berichtet Wittmann. Nur durch die Kombination des ver\u00e4nderten Stoffwechsels und der Verbesserung der Wachstumsbedingungen sei diese gro\u00dfe Ausbeute m\u00f6glich, sagt der Biotechnologe weiter.<\/p>\n<p>Die Naturstoffe stehen so in ausreichender Menge f\u00fcr umfangreiche Studien zur Verf\u00fcgung. Auch Violacein und weitere Naturstoffe k\u00f6nnen mit dem biotechnologische Verfahren hergestellt werden, wie der Saarbr\u00fccker Professor erl\u00e4utert: \u201eTryptophan ist Ausgangstoff vieler Substanzen, die sich so relativ einfach produzieren lassen.\u201c Dar\u00fcber hinaus ist es denkbar, die Methode in gr\u00f6\u00dferem Ma\u00dfstab industriell einzusetzen, falls sich eine therapeutische Wirkung eines Naturstoffes in medizinischen Studien belegen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Die renommierte Fachzeitschrift \u201eBiotechnology &amp; Bioengineering\u201c hat die Arbeit der Saarbr\u00fccker Forscher als besonders innovativ und relevant eingestuft. Die Studie wurde ver\u00f6ffentlicht: \u201eSystems metabolic engineering of Escherichia coli for gram scale production of the antitumor drug deoxyviolacein\u201d.<\/p>\n<p>DOI: 10.1002\/bit.25297<\/p>\n<h3>Hintergrund<\/h3>\n<p>Die Wissenschaftler des Instituts f\u00fcr Systembiotechnologie an der Universit\u00e4t des Saarlandes arbeiten an mikrobiologischen Verfahren, die auf Basis nachwachsender Rohstoffe Chemikalien und Wirkstoffe produzieren. Dar\u00fcber hinaus erforschen sie medizinisch relevante Mikroorganismen, um neue Therapiem\u00f6glichkeiten zu entwickeln.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Biotechnologen von der Universit&auml;t des Saarlandes haben Bakterien zu effektiven Wirkstofffabriken f&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[536],"class_list":["post-26113","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","supplier-universitaet-saarland"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/26113","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=26113"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/26113\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=26113"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=26113"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=26113"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=26113"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}