{"id":25988,"date":"2015-05-18T03:30:05","date_gmt":"2015-05-18T01:30:05","guid":{"rendered":"https:\/\/rss.nova-institut.net\/public.php?url=http%3A%2F%2Fwww.innovations-report.de%2Fhtml%2Fberichte%2Fmedizin-gesundheit%2Fbaumwollfasern-statt-kohlenstoffnanoroehrchen.html"},"modified":"2015-05-16T12:20:26","modified_gmt":"2015-05-16T10:20:26","slug":"schweiz-baumwollfasern-statt-kohlenstoffnanorohrchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/schweiz-baumwollfasern-statt-kohlenstoffnanorohrchen\/","title":{"rendered":"Schweiz: Baumwollfasern statt Kohlenstoffnanor\u00f6hrchen"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-26063\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/mm_150507_baumwollfasern.gif\" alt=\"mm_150507_baumwollfasern\" width=\"500\" height=\"232\" \/><\/p>\n<p><strong>Kurzfristige Sch\u00e4den sind keine zu erwarten, wenn aus Pflanzen gewonnene Zellulosenanofasern eingeatmet w\u00fcrden. Doch Lungenzellen eliminieren l\u00e4ngere Fasern weniger effizient als kurze, zeigt eine Untersuchung im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms &#8220;Chancen und Risiken von Nanomaterialien&#8221; (NFP 64).<br \/>\n<\/strong><br \/>\n\u200bWie die Kohlenstoffnanor\u00f6hrchen, die in Fahrradrahmen oder Tennisschl\u00e4gern stecken, wiegen auch Nanofasern aus Zellulose wenig und sind trotzdem sehr reissstark. Ihre Herstellung ist zudem wesentlich billiger, da sie auch aus pflanzlichen Abf\u00e4llen wie etwa von Baumwolle oder Bananen gewonnen werden k\u00f6nnen. &#8220;Bis sie sich auf dem Markt durchsetzen, ist wohl nur eine Frage der Zeit&#8221;, sagt Christoph Weder vom Adolphe Merkle Institut der Universit\u00e4t Freiburg.<\/p>\n<p>Im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms &#8220;Chancen und Risiken von Nanomaterialien&#8221; (NFP 64) hat er zusammen mit dem Team von Barbara Rothen-Rutishauser untersucht, ob diese pflanzlichen Nanofasern der Lunge schaden, wenn sie eingeatmet w\u00fcrden. Dabei greift die Gruppe um Rothen-Rutishauser nicht auf Tierversuche zur\u00fcck, sondern verwendet ein selbstentwickeltes, komplexes 3D-Lungenzellsystem, das mit verschiedenen menschlichen Zellkulturen die Lungenoberfl\u00e4che im Reagenzglas simuliert.<\/p>\n<h3>K\u00fcrzer ist besser<\/h3>\n<p>Ihre nun ver\u00f6ffentlichten Resultate (*) bedeuten in erster Linie eine Entwarnung: Die untersuchten Lungenzellen zeigen keine Anzeichen von akutem Stress oder Entz\u00fcndungsreaktionen. Doch w\u00e4hrend das Lungenzellsystem kurze Fasern effizient eliminiert, bleiben l\u00e4ngere Fasern auf der Zell-Oberfl\u00e4che liegen, wie die Gruppe um Barbara Rothen-Rutishauser berichtet.<\/p>\n<p>&#8220;Die Versuche dauerten nur zwei Tage, weil wir die Zellkulturen nicht l\u00e4nger wachsen lassen k\u00f6nnen&#8221;, schr\u00e4nkt Rothen-Rutishauser jedoch ein. Deshalb k\u00f6nnten die Forschenden nicht sagen, ob die l\u00e4ngeren Fasern sich auf die Dauer negativ auf die Lunge auswirken w\u00fcrden. Von Versuchen mit Kohlenstoffnanor\u00f6hrchen sei aber bekannt, dass die Lungenzellen im Kontakt mit langen R\u00f6hrchen aus dem Gleichgewicht geraten, weil sie andauernd \u2013 aber vergeblich \u2013 versuchten, die R\u00f6hrchen ins Zellinnere zu schleusen. &#8220;Diese frustrierte Phagozytose kann Entz\u00fcndungsreaktionen ausl\u00f6sen&#8221;, sagt Rothen-Rutishauser. Zur Vermeidung m\u00f6glicher negativer Wirkungen auf die Gesundheit empfiehlt sie Unternehmen, die Produkte mit Nanofasern entwickeln wollen, nicht lange, steife, sondern m\u00f6glichst kurze und weiche Fasern zu verwenden.<\/p>\n<h3>Nationales Forschungsprogramm &#8220;Chancen und Risiken von Nanomaterialien&#8221; (NFP 64)<\/h3>\n<p>Das nationale Forschungsprogramm &#8220;Chancen und Risiken von Nanomaterialien&#8221; (NFP 64) m\u00f6chte die L\u00fccken im gegenw\u00e4rtigen Wissen \u00fcber Nanomaterialien schliessen. Die mit der Herstellung, dem Einsatz und der Entsorgung von k\u00fcnstlichen Nanomaterialien verbundenen Chancen und Risiken f\u00fcr Mensch und Umwelt sollen besser verstanden werden. Die Forschungsprojekte haben im Dezember 2010 begonnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.nfp64.ch\/\" target=\"_blank\">Webseite NFP 64<\/a><\/p>\n<p>(*) C. Endes, S. Mueller, C. Kinnear et al. (2015). Fate of Cellulose Nanocrystal Aerosols Deposited on the Lung Cell Surface In Vitro. Biomacromolecules online: doi: 10.1021\/acs.biomac.5b00055<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Kontakt<\/h3>\n<p>Prof. Barbara Rothen-Rutishauser<br \/>\nAdolphe Merkle Institut<br \/>\nUniversit\u00e4t Freiburg<br \/>\nCh. des Verdiers 4<br \/>\nCH-1700 Fribourg<br \/>\nTel. +41 (0) 26 300 95 02<br \/>\nE-Mail <a href=\"mailto:barbara.rothen@unifr.ch\" target=\"_blank\">barbara.rothen@unifr.ch<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kurzfristige Sch&auml;den sind keine zu erwarten, wenn aus Pflanzen gewonnene Zellulosenanofasern eingeat&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[9898,9897],"class_list":["post-25988","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","supplier-snsf","supplier-university-of-fribourg"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25988","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=25988"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25988\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=25988"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=25988"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=25988"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=25988"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}