{"id":25931,"date":"2015-05-12T03:27:44","date_gmt":"2015-05-12T01:27:44","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=25931"},"modified":"2015-05-11T12:01:51","modified_gmt":"2015-05-11T10:01:51","slug":"holz-kunststoff-moebel-mit-flammschutz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/holz-kunststoff-moebel-mit-flammschutz\/","title":{"rendered":"Holz-Kunststoff-M\u00f6bel mit Flammschutz"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_25932\" aria-describedby=\"caption-attachment-25932\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-25932 size-full\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/m_2_fk05_2015_WKI_Holz-Kunststoff-Mo--bel_mit_Flammschutz.1429277457293.jpg\" alt=\"m_2_fk05_2015_WKI_Holz-Kunststoff-Mo\u0308bel_mit_Flammschutz.1429277457293\" width=\"160\" height=\"106\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-25932\" class=\"wp-caption-text\">WPC-Platte ohne (oben) und mit (unten) Flammschutzausr\u00fcstung. \u00a9 Fraunhofer WKI &#8211; <a href=\"http:\/\/www.fraunhofer.de\/content\/dam\/zv\/de\/presse-medien\/2015\/Mai\/ForschungKompakt\/g_2_fk05_2015_WKI_Holz-Kunststoff-M%C3%B6bel_mit_Flammschutz.jpg\" target=\"_blank\">Zoom<\/a> &#8211;<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Holz ist ein beliebtes Material f\u00fcr Wohnungseinrichtungen. Da es Wasser aufnimmt, k\u00f6nnen M\u00f6bel aus dem Naturstoff in B\u00e4dern jedoch fleckig werden oder modern. Fraunhofer-Forscher haben mit Partnern einen Werkstoff aus einem Holz-Kunststoff-Gemisch f\u00fcr den M\u00f6belbau entwickelt. Er ist feuchteresistent und flammgesch\u00fctzt.<\/strong><\/p>\n<p>In G\u00e4rten sind Holz-Polymer-Werkstoffe der neue Trend. Der ressourcenschonende Materialmix wird dort vor allem f\u00fcr Terrassendielen verwendet. Aber auch f\u00fcr Fassadenverkleidungen und Sichtschutzz\u00e4une haben sich diese Wood-Polymer Composites, kurz WPC, etabliert. Im EU-Projekt \u00bbLIMOWOOD\u00ab entwickeln Forscher des Fraunhofer-Instituts f\u00fcr Holzforschung WKI in Braunschweig gemeinsam mit Industriepartnern aus Belgien, Spanien, Frankreich und Deutschland\u00a0 feuchteresistente WPC-Plattenwerkstoffe f\u00fcr M\u00f6bel, die im Pressverfahren hergestellt werden.<\/p>\n<p>Dieses Material besteht zu etwa 60 Prozent aus Holzpartikeln und zu 40 Prozent aus thermoplastischen Kunststoffen, insbesondere Polypropylen und Polyethylen. Beide Komponenten, Holz und Kunststoff, k\u00f6nnen auch aus Recyclingstr\u00f6men stammen. Neben Holz lassen sich weitere lignocellulosehaltige Rohstoffe wie Hanf- oder Baumwollfasern, Reish\u00fclsen oder Schalen von Sonnenblumenkernen zur Herstellung von WPC verwenden. Die Werkstoffe sind zu 100 Prozent recycelbar. Zudem produzieren die WKI-Forscher die WPC-Platten ohne formaldehydhaltige Klebstoffe. \u00bbDie h\u00e4ufig kritisierten Formaldehydemissionen aus konventionellen M\u00f6belplatten stellen f\u00fcr WPC daher kein Problem dar\u00ab, sagt Dr. Arne Schirp, Wissenschaftler am WKI.<\/p>\n<h3>WPC-Platten im Test nur schwer entflammbar<\/h3>\n<p>Durch die Wahl geeigneter Additive konnten die Forscher ihre WPC-Platten mit einem Flammschutz versehen. Die Rezeptur entwickelten sie zun\u00e4chst im Laborma\u00dfstab. Dabei wurden kommerzielle, halogenfreie Flammschutzmittel verarbeitet und beim Vermischen der Polymere und Additive in der Schmelzphase zugegeben. Zun\u00e4chst ermittelten die Forscher den Sauerstoffindex bzw. den Limiting Oxygen Index der Pr\u00fcfk\u00f6rper. Dieser beschreibt das Brandverhalten von Kunststoffen oder von holzgef\u00fcllten Kunststoffen. Der Sauerstoff-Index stellt die minimale Sauerstoffkonzentration dar, bei der die Verbrennung des Werkstoffs gerade noch aufrechterhalten wird. Je h\u00f6her der Wert ausf\u00e4llt, desto schwerer entflammbar ist der Werkstoff. Die besten Ergebnisse erzielten Schirp und seine Kollegen durch Kombinationen von Flammschutzmitteln wie etwa rotem Phosphor und Bl\u00e4hgrafit. Die so ausger\u00fcsteten WPC-Proben zeigten Sauerstoffindizes von bis zu 38 Prozent, wenn gleichzeitig auch flammgesch\u00fctzte Holzpartikel eingesetzt wurden. Zum Vergleich: Der Sauerstoffindex einer normal entflammbaren Spanplatte liegt bei 27 Prozent, der einer nicht flammgesch\u00fctzten WPC-Platte bei 19 Prozent. Auch im Kleinbrennertest, bei dem ein Bunsenbrenner an die Pr\u00fcfk\u00f6rper gehalten wurde, lie\u00df sich die hohe Flammschutzwirkung der ausger\u00fcsteten WPC-Platten nachweisen. Selbst nach einer Beflammungsdauer von 300 Sekunden entz\u00fcndeten sich die Platten nicht. Die Referenzprodukte \u2013 die Spanplatte und die WPC-Platte ohne Flammschutz \u2013 brannten dagegen nach der Beflammung selbstst\u00e4ndig weiter.<\/p>\n<p>Das neue WPC-Material zeichnet sich durch eine weitere Besonderheit aus: Es nimmt nur wenig Wasser auf und eignet sich daher auch besonders f\u00fcr den Einsatz in Badezimmern und K\u00fcchen. Selbst f\u00fcnfst\u00fcndiges Kochen \u00fcbersteht der Werkstoff. Spanplatten waren nach diesem Test komplett zerst\u00f6rt, die WPC-Pr\u00fcfk\u00f6rper hingegen intakt. Die Anwendung von WPC findet nur dort ihre Grenzen, wo hohe statische Lasten auftreten. Durch eine geschickte Komponentenauswahl ist es gelungen, hohe Biegefestigkeiten zu erhalten, die die Anforderungen an Spanplatten weit \u00fcbersteigen.<\/p>\n<p>Die Holz-Polymer-Werkstoffe lassen sich vielseitig herstellen: \u00fcblicherweise durch Spritzguss oder durch Extrusion. Das bedeutet, die Komponenten Holzfasern, Thermoplast und Additive werden unter Druck und Temperatur verschmolzen und endlos durch eine Form gedr\u00fcckt. Schirp und sein Team legten den Fokus auf die Presstechnologie. Dabei entstehen Rohplatten, die f\u00fcr eine M\u00f6belherstellung besonders gut geeignet sind. \u00bbDiese haben eine attraktive Holzoptik und lassen sich mit \u00fcblichen Schrauben oder durch Kleben zu M\u00f6beln zu verarbeiten. Sie eignen sich f\u00fcr dekorative, nicht tragende M\u00f6belbauteile.\u00ab Aber auch der Einsatz des Holz-Kunststoffgemischs f\u00fcr Fassadenverkleidungen, f\u00fcr den Messebau sowie den Innenausbau von H\u00e4usern und Schiffen sei denkbar. Mit ihrer Entwicklung zielen die LIMOWOOD-Projektpartner auf eine Marktl\u00fccke zwischen teuren und \u00f6kologisch bedenklichen Materialien f\u00fcr den Innenausbau und M\u00f6belbau und preisg\u00fcnstigen Produkten wie Span- und Faserplatten, zu deren Herstellung zurzeit noch \u00fcberwiegend formaldehydhaltige Klebstoffe eingesetzt werden. Auf der Messe Interzum in K\u00f6ln werden die Forscher vom WKI vom 5. bis 8. Mai Prototypen ihrer flammgesch\u00fctzten WPC-Platten pr\u00e4sentieren (Boulevard, B077).<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.fraunhofer.de\/content\/dam\/zv\/de\/presse-medien\/2015\/Mai\/ForschungKompakt\/fk05_2015_MAI.pdf\" target=\"_blank\">Gesamtausgabe Forschung Kompakt Mai 2015<\/a> [\u00a0PDF\u00a0 0.36 MB\u00a0]<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Kontakt<\/h3>\n<p>Simone Peist<br \/>\nFraunhofer-Institut f\u00fcr Holzforschung &#8211; Wilhelm-Klauditz-Institut WKI<br \/>\nTelefon +49 531 2155-208<br \/>\nFax +49 531 2155-200<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Holz ist ein beliebtes Material f\u00fcr Wohnungseinrichtungen. Da es Wasser aufnimmt, k\u00f6nnen M\u00f6bel aus dem Naturstoff in B\u00e4dern jedoch fleckig werden oder modern. Fraunhofer-Forscher haben mit Partnern einen Werkstoff aus einem Holz-Kunststoff-Gemisch f\u00fcr den M\u00f6belbau entwickelt. Er ist feuchteresistent und flammgesch\u00fctzt. In G\u00e4rten sind Holz-Polymer-Werkstoffe der neue Trend. 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