{"id":25892,"date":"2015-05-08T03:09:06","date_gmt":"2015-05-08T01:09:06","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=25892"},"modified":"2015-05-07T11:26:34","modified_gmt":"2015-05-07T09:26:34","slug":"enzyme-aus-dem-meer-als-katalysatoren-fuer-den-industriellen-wandel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/enzyme-aus-dem-meer-als-katalysatoren-fuer-den-industriellen-wandel\/","title":{"rendered":"Enzyme aus dem Meer als Katalysatoren f\u00fcr den industriellen Wandel"},"content":{"rendered":"<p><strong>Im April 2015 fiel der Startschuss f\u00fcr ein ehrgeiziges EU-finanziertes Vierjahresprojekt, das mit Enzymen aus dem Meer einen Schatz mit gro\u00dfem Potenzial bergen will. Das Konsortium hinter INMARE (Industrial Applications of Marine Enzyme: Innovative screening and expression platforms to discover and use the functional protein diversity from the sea) vereint ein Team von Experten aus aller Welt, um neuartige Enzyme zu identifizieren, die f\u00fcr verschiedene Branchen, von der Kosmetik- bis zur Pharmaindustrie, von Nutzen sein k\u00f6nnten.<\/strong><\/p>\n<p>Enzyme werden in der chemischen Industrie in gro\u00dfem Umfang eingesetzt und sind auch f\u00fcr andere Industrien wichtig, in denen biologische Katalysatoren ben\u00f6tigt werden: von der Braukunst und der Herstellung von Biokraftstoffen bis hin zur Produktion von biologischen Reinigungsmitteln oder Papier. Mikroorganismen aus dem Meer \u2013 beispielsweise Bakterien, Pilze, Schw\u00e4mme und Algen \u2013 wurden als ungenutzte Quelle von Enzymen erkannt, werden aber weiterhin nicht nennenswert eingesetzt. Nur ein winziger Bruchteil der Meeresenzyme wird vermarktet.<\/p>\n<p>Dem Team von INMARE zufolge ist das eine verpasste Chance. Die raue Meeresumwelt k\u00f6nnte widerstandsf\u00e4hige Zutaten bereithalten, die schon jetzt extreme industrielle Prozesse \u00fcberleben w\u00fcrden, was dazu beitragen k\u00f6nnte, die Kosten der Unternehmen auf lange Sicht zu reduzieren. Denn die Optimierung von Enzymen, d. h. der Prozess, in dem sie stabilisiert und verbessert werden, kann sehr zeitaufwendig und teuer sein, wenn bestimmte Eigenschaften wie W\u00e4rme- oder extreme Druckbest\u00e4ndigkeit verbessert werden sollen.<\/p>\n<p>Im Rahmen von INMARE sollen mithilfe von neuen Screening-Techniken potenziell aussichtsreiche Enzyme aus dem Meer identifiziert werden. Von besonderem Interesse dabei werden Mikroben sein, die unter schwierigen Bedingungen durch extremen Druck, einen hohen Salzgehalt oder extreme Temperaturen \u00fcberleben k\u00f6nnen. Solche Mikroben k\u00f6nnten Enzyme enthalten, die im industriellen Kontext unter rauen physikalischen und chemischen Bedingungen funktionieren w\u00fcrden, ohne dass sie vorher optimiert werden m\u00fcssten. Das Projekt wird auch Gentechnologie auf der Basis der Bioinformatik vorantreiben.<\/p>\n<p>Ein weiterer wichtiger Aspekt des Projekts wird die F\u00f6rderung der \u00f6kologischen Nachhaltigkeit sein. Angesichts der immer schneller wachsenden Ausbeutung der globalen Ressourcen k\u00f6nnten ungenutzte mikrobiologische Ressourcen aus dem Meer der Industrie eine fast grenzenlose Quelle f\u00fcr sicherere, billigere und umweltfreundlichere Produkte bieten \u2013 so lange diese Ressource sensibel gehandhabt wird.<\/p>\n<p>Das Projekt f\u00e4ngt nicht bei Null an und baut auf fr\u00fcheren EU-finanzierten Forschungen auf. Das noch bis Juli 2016 laufende MACUMBA-Projekt hat zum Beispiel dazu beigetragen, neue Wege zur Kultivierung von Meeresmikroorganismen in konventionellen und extremen Lebensr\u00e4umen und zur Steigerung ihrer Wachstumseffizienz zu finden. \u00c4hnlich entwickelte das EU-finanzierte Projekt MAMBA neue Methoden f\u00fcr das Screening von Mikroorganismen nach n\u00fctzlichen Enzymaktivit\u00e4ten.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem hat das INMARE-Konsortium bereits Zugriff auf \u00fcber 100 Genbibliotheken mit Informationen zu Mikroben aus unterschiedlichsten Umgebungen, die unmittelbar gescreent werden k\u00f6nnen. Das Team beabsichtigt, auf dieser Bibliothek mit DNA aus extremen Meeresregionen, die bisher noch nicht untersucht wurde, aufzubauen.<\/p>\n<p>An INMARE beteiligen sich mehr als 20 Partner aus Wissenschaft und Industrie in 12 L\u00e4ndern, darunter f\u00fchrende multinationale Industrieunternehmen. Diese hoffen, im Rahmen des Projekts bis 2019 mikrobielle Enzyme gefunden zu haben, die umweltfreundliche Feinchemikalien, neue Reinigungstechnologien und sogar Krebsmedikamente bieten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Source: Gest\u00fctzt auf Pressemitteilungen der Projektpartner Universit\u00e4t Bangor und Universit\u00e4t Vilnius LT und eine Pr\u00e4sentation der Kommission zu Atlantik-Projekten unter Horizont 2020.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im April 2015 fiel der Startschuss f\u00fcr ein ehrgeiziges EU-finanziertes Vierjahresprojekt, das mit Enzymen aus dem Meer einen Schatz mit gro\u00dfem Potenzial bergen will. 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