{"id":25809,"date":"2015-05-04T03:00:54","date_gmt":"2015-05-04T01:00:54","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=25809"},"modified":"2015-05-01T11:46:50","modified_gmt":"2015-05-01T09:46:50","slug":"universitaet-muenster-gummi-aus-loewenzahn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/universitaet-muenster-gummi-aus-loewenzahn\/","title":{"rendered":"Universit\u00e4t M\u00fcnster: Gummi aus L\u00f6wenzahn"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_25811\" aria-describedby=\"caption-attachment-25811\" style=\"width: 540px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-25811\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/7634-1I7Wf2jC-webL.jpg\" alt=\"Das Team aus M\u00fcnster um Dr. Christian Schulze Gronover (Mitte) und Prof. Dr. Dirk Pr\u00fcfer (r.) \u00a9 WWU \/ Peter Grewer\" width=\"540\" height=\"270\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2015\/05\/7634-1I7Wf2jC-webL.jpg 750w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2015\/05\/7634-1I7Wf2jC-webL-300x150.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 540px) 100vw, 540px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-25811\" class=\"wp-caption-text\">Das Team aus M\u00fcnster um Dr. Christian Schulze Gronover (Mitte) und Prof. Dr. Dirk Pr\u00fcfer (r.) \u00a9 WWU \/ Peter Grewer<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>L\u00f6wenzahn ist eine robuste und anspruchslose Pflanze, aus der sich ein begehrtes Produkt gewinnen l\u00e4sst: Kautschuk. Seit einigen Jahren r\u00fcckt L\u00f6wenzahn daher zunehmend in den Fokus der Gummi herstellenden Industrie. Doch wie entsteht der Kautschuk, der im wei\u00dfen Milchsaft der Pflanze schwimmt? Diese Frage ist bislang nicht vollst\u00e4ndig gekl\u00e4rt. Ein Team um Wissenschaftler der Westf\u00e4lischen Wilhelms-Universit\u00e4t M\u00fcnster (WWU) und des Fraunhofer-Instituts f\u00fcr Molekularbiologie und Angewandte Oekologie IME, Au\u00dfenstelle M\u00fcnster, hat nun Proteine identifiziert, die eine zentrale Rolle bei der Kautschukproduktion in der Pflanze spielen.<\/strong><\/p>\n<p>Der kautschukhaltige Milchsaft wird in speziellen Zellen des L\u00f6wenzahns produziert. F\u00fcr die Entstehung \u2013 die Biosynthese \u2013 des Kautschuks dort ist ein Proteinkomplex verantwortlich, der auf der Oberfl\u00e4che sogenannter Kautschuk-Partikel sitzt. Diese kugelf\u00f6rmigen Partikel sind mit Polyisopren, dem Hauptbestandteil des Kautschuks, gef\u00fcllt und von einer sch\u00fctzenden H\u00fclle umgeben. Wie die Forscher nun am Beispiel des &#8220;Russischen L\u00f6wenzahns&#8221; zeigen konnten, spielt ein spezielles Protein (&#8220;rubber transferase activator&#8221;) eine Schl\u00fcsselrolle. Wird die Bildung des Proteins verhindert, fehlt es also in der Pflanze, entsteht kein Kautschuk. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass das Protein f\u00fcr die Bildung des Kautschuk herstellenden Proteinkomplexes n\u00f6tig ist. Ihre Ergebnisse wurden in der aktuellen Online-Ausgabe des Fachmagazins &#8220;Nature Plants&#8221; ver\u00f6ffentlicht. An der Untersuchung beteiligt waren auch Wissenschaftler der Technischen Universit\u00e4t M\u00fcnchen und aus York (England). Eine zweite Studie, die ebenfalls ma\u00dfgeblich von IME- und WWU-Forschern durchgef\u00fchrt wurde, identifiziert ein weiteres wichtiges Protein. Es hat eine zentrale Aufgabe bei der Bildung der langen Polyisoprenketten. Diese sogenannten Polymere verleihen dem Kautschuk seine typischen Eigenschaften \u2013 seine Elastizit\u00e4t und Belastbarkeit.<\/p>\n<figure id=\"attachment_25810\" aria-describedby=\"caption-attachment-25810\" style=\"width: 233px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-25810 size-full\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/web-j4HnV2Y7-newsML.jpg\" alt=\"web-j4HnV2Y7-newsML\" width=\"233\" height=\"350\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2015\/05\/web-j4HnV2Y7-newsML.jpg 233w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2015\/05\/web-j4HnV2Y7-newsML-200x300.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 233px) 100vw, 233px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-25810\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 WWU \/ Peter Grewer<\/figcaption><\/figure>\n<p>&#8220;Das Thema L\u00f6wenzahn ist in letzter Zeit besonders durch die angewandte Forschung bekannt. Nun gibt es erfreulicherweise wieder Neuigkeiten aus der Grundlagenforschung \u2013 wir konnten gleich zwei Schl\u00fcsselkomponenten der Kautschuk-Biosynthese identifizieren&#8221;, erkl\u00e4rt Forschungsleiter Dr. Christian Schulze Gronover (IME, Au\u00dfenstelle M\u00fcnster). Bislang ist es nicht m\u00f6glich, Naturkautschuk biotechnologisch herzustellen. Mit der Identifizierung von Schl\u00fcsselkomponenten der Kautschuksynthese r\u00fcckt diese Option jedoch n\u00e4her, so die Forscher. L\u00f6wenzahnpflanzen, die keinen Kautschuk produzieren, k\u00f6nnten zudem k\u00fcnftig in Laborversuchen eingesetzt werden, um herauszufinden, welche Aufgabe der Kautschuk in den Pflanzen erf\u00fcllt. In der Diskussion ist beispielsweise, dass er als Schutz gegen Krankheitserreger dient.<\/p>\n<p>Dr. Dirk Pr\u00fcfer, Professor f\u00fcr Biotechnologie der Pflanzen an der WWU und Leiter der Abteilung &#8220;Funktionelle und Angewandte Genomik&#8221; am IME in M\u00fcnster, unterstreicht: &#8220;Diese Forschungsergebnisse konnten wir nur durch die effektive Zusammenarbeit von IME und WWU erzielen, also durch die geschickte Verbindung von anwendungsorientierter und Grundlagen-Forschung. Wir hoffen, dieses Erfolgsmodell weiter ausbauen zu k\u00f6nnen.&#8221;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Originalliteratur:<\/h3>\n<p><em>Janina Epping, Nicole van Deenen, Eva Niephaus, Anna Stolze, Julia Fricke, Claudia Huber, Wolfgang Eisenreich, Richard M. Twyman, Dirk Pr\u00fcfer and Christian Schulze Gronover (2015): <a href=\"http:\/\/www.nature.com\/articles\/nplants201548\" target=\"_blank\">A rubber transferase activator is necessary for natural rubber biosynthesis in dandelion<\/a>. Nature Plants, Advance Online Publication; DOI: 10.1038\/nplants.2015.48<\/em><\/p>\n<p><em>Natalie Laibach, Andrea Hillebrand, Richard M. Twyman, Dirk Pr\u00fcfer and Christian Schulze Gronover (2015): <a href=\"http:\/\/onlinelibrary.wiley.com\/doi\/10.1111\/tpj.12836\/abstract\" target=\"_blank\">Identification of a Taraxacum brevicorniculatum rubber elongation factor protein that is localized on rubber particles and promotes rubber biosynthesis<\/a>. The Plant Journal, Advance Online Publication; DOI: 10.1111\/tpj.12836<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; L\u00f6wenzahn ist eine robuste und anspruchslose Pflanze, aus der sich ein begehrtes Produkt gewinnen l\u00e4sst: Kautschuk. Seit einigen Jahren r\u00fcckt L\u00f6wenzahn daher zunehmend in den Fokus der Gummi herstellenden Industrie. Doch wie entsteht der Kautschuk, der im wei\u00dfen Milchsaft der Pflanze schwimmt? Diese Frage ist bislang nicht vollst\u00e4ndig gekl\u00e4rt. 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