{"id":25780,"date":"2015-04-30T03:03:09","date_gmt":"2015-04-30T01:03:09","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=25780"},"modified":"2015-04-29T10:17:04","modified_gmt":"2015-04-29T08:17:04","slug":"holzbau-ausweiten-schuetzt-klima-und-muss-nicht-teurer-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/holzbau-ausweiten-schuetzt-klima-und-muss-nicht-teurer-sein\/","title":{"rendered":"Holzbau ausweiten sch\u00fctzt Klima und muss nicht teurer sein"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_25783\" aria-describedby=\"caption-attachment-25783\" style=\"width: 250px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-25783 size-full\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/PM_2015-20_Bilanzierung_Holzbau_Anzeige.jpg\" alt=\"MNP Architekten Muenchen, Schule Wangen\" width=\"250\" height=\"165\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-25783\" class=\"wp-caption-text\">Klimaschutz beim \u00f6ffentlichen Bauen \u2013 hier das Rupert-Ne\u00df-Gymnasium in Wangen\/Allg\u00e4u. Foto: Quirin Leppert<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Aktuelle Vergleichsrechnungen anhand realisierter Neubauten in Holzbauweise zeigen: Das Bauen mit Holz muss nicht teurer als die Standardbauweise sein. Dieses Ergebnis \u00fcberrascht, widerspricht es doch der g\u00e4ngigen Auffassung vom teureren Holzbau. Gleichzeitig schneidet die CO<sub>2<\/sub>-Bilanz der Holzbauweise deutlich besser ab, im Ergebnis sind ihre CO<sub>2<\/sub>-Vermeidungskosten sehr g\u00fcnstig, teilweise sogar negativ. Eine Ausweitung des Holzbaus w\u00e4re folglich Klimaschutz zu vergleichsweise geringen Kosten.<\/strong><\/p>\n<p>Der Architekt und Entwickler der Bau-Software Legep, Holger K\u00f6nig, hat f\u00fcr die Herstellung von f\u00fcnf \u00f6ffentlichen und privaten Holzgeb\u00e4uden die Baukosten und CO<sub>2<\/sub>-Emissionen bilanziert und mit den Ergebnissen verglichen, die f\u00fcr die gleichen Geb\u00e4ude entstanden w\u00e4ren, h\u00e4tte man sie auf konventionelle Art gebaut. Mit Legep kann man die Herstellungs- und Lebenszykluskosten, den Energiebedarf und die \u00f6kologischen Auswirkungen von Geb\u00e4uden berechnen. In diesem Fall\u00a0 betrachtete K\u00f6nig nur die Herstellung. F\u00fcr die Preise verwendete er aktuelle sirAdos-Daten, die den Markt sehr realistisch abbilden. Sodann machte er sich die M\u00fche, die viele Architekten, Bauingenieure und Bauherren scheuen: Er modellierte die Geb\u00e4ude mit derselben Fl\u00e4che und Kubatur und dem gleichen Energiestandard, ersetzte dabei aber die Holzbauteile durch konventionelle Materialien \u2013 je nach Bauvorhaben durch Massivmauerwerk in Ziegel, Kalksandstein oder Porenbeton oder eine St\u00fctzen-Balkentragkonstruktion aus Stahlbeton. F\u00fcr Bodenplatte, Keller, Decken und Flachd\u00e4cher setzte er Stahlbeton an, f\u00fcr die D\u00e4mmung Mineralwolle oder Polystyrol, f\u00fcr die Fenster Kunststoff- oder Aluminiumrahmen.<\/p>\n<p>Dass im Ergebnis vier von f\u00fcnf Geb\u00e4uden in Holzbauweise weniger oder gleich viel Kosten wie in der Standardbauweise verursachten, erkl\u00e4rt K\u00f6nig mit der industriell-technischen Entwicklung, die viele Holzbauunternehmen in den letzten Jahren durchlaufen haben. Zwei der Holzgeb\u00e4ude erreichten in der Herstellungsphase sogar eine negative CO<sub>2<\/sub>-Bilanz durch die gro\u00dfe Menge der verwendeten nachwachsenden Rohstoffe, die als Kohlenstoffspeicher fungieren. Bei den anderen drei Geb\u00e4uden verursachte ein etwas h\u00f6herer Anteil nicht-h\u00f6lzerner Bauteile, die auch jedes Holzhaus enth\u00e4lt, die leicht positive CO<sub>2<\/sub>-Bilanz.<\/p>\n<p>Setzt man die Differenz bei den CO<sub>2<\/sub>-Einsparungen zur Differenz bei den Baukosten in Beziehung, erh\u00e4lt man die CO<sub>2<\/sub>-Vermeidungskosten der Holzbauweise. Negative Vermeidungskosten bedeuten hier, dass der Bauherr mit der Holzbauweise Kosten im Vergleich zum Standardbau eingespart und gleichzeitig das Klima gesch\u00fctzt hat.<\/p>\n<p>\u00dcber eine Steigerung der Holzbauquote ist also ein Mehr an Klimaschutz zu geringen oder sogar negativen Kosten erreichbar, bei gleichzeitiger St\u00e4rkung des l\u00e4ndlichen Raums. Die gr\u00fcn-rote Landesregierung in Baden-W\u00fcrttemberg hat dies erkannt und in ihrer zum 1. M\u00e4rz novellierten Landesbauordnung g\u00fcnstigere Rahmenbedingungen f\u00fcr den Baustoff geschaffen (Informationen hier). Im Gegensatz dazu bestehen in einigen Landesbauordnungen noch immer baurechtliche Hemmnisse f\u00fcr das Bauen mit Holz.<\/p>\n<p>Auch die Stadt M\u00fcnchen will mehr Bauherren von der Holzbauweise \u00fcberzeugen: Im Rahmen ihres \u201eM\u00fcnchner F\u00f6rderprogramm Energieeinsparung\u201c gew\u00e4hrt sie seit 2013 einen CO<sub>2<\/sub>-Bonus f\u00fcr den Einsatz von Holz und anderen nachwachsenden Rohstoffen in der Geb\u00e4ude-Konstruktion von 30 Cent\/kg (Informationen hier).<\/p>\n<p>Auch ein hoher D\u00e4mmstandard mit D\u00e4mmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen ist ein Beitrag zum Klimaschutz. Die pflanzlichen Rohstoffe, aus denen die D\u00e4mmstoffe gewonnen wurden, haben CO<sub>2<\/sub> aus der Atmosph\u00e4re gebunden, der nun im Baustoff f\u00fcr lange Zeitr\u00e4ume gespeichert wird. Und schlie\u00dflich verringert auch eine Heizung auf Basis erneuerbarer Energien den CO<sub>2<\/sub>-Aussto\u00df.<\/p>\n<p>Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) hat die Ermittlung von \u00d6kobilanz-Basisdaten f\u00fcr das Programm Legep mit Mitteln des Bundesministeriums f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft (BMEL) zwischen 2004 und 2006 gef\u00f6rdert.<\/p>\n<p>Das Programm finden Sie hier: <a href=\"http:\/\/www.legep.de\" target=\"_blank\">www.legep.de<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-25782\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/Bildschirmfoto-2015-04-29-um-10.08.03.png\" alt=\"Bildschirmfoto 2015-04-29 um 10.08.03\" width=\"426\" height=\"660\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2015\/04\/Bildschirmfoto-2015-04-29-um-10.08.03.png 426w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2015\/04\/Bildschirmfoto-2015-04-29-um-10.08.03-194x300.png 194w\" sizes=\"auto, (max-width: 426px) 100vw, 426px\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aktuelle Vergleichsrechnungen anhand realisierter Neubauten in Holzbauweise zeigen: Das Bauen mit Holz muss nicht teurer als die Standardbauweise sein. 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