{"id":25689,"date":"2015-04-24T03:06:26","date_gmt":"2015-04-24T01:06:26","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=25689"},"modified":"2021-09-09T21:46:21","modified_gmt":"2021-09-09T19:46:21","slug":"plastik-und-treibstoff-aus-co2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/plastik-und-treibstoff-aus-co2\/","title":{"rendered":"Plastik und Treibstoff aus CO<sub>2<\/sub>"},"content":{"rendered":"<p>Kohlendioxid ist der Klimakiller Nummer eins. Das Gas entsteht bei der Verbrennung, zum Beispiel von Holz, Kohle oder \u00d6l.<\/p>\n<p>Es ist zwar m\u00f6glich, Kohlendioxid, CO<sub>2<\/sub>, aus der Atmosph\u00e4re zu entfernen und chemisch zu verwenden. Allerdings ist es ein reaktionstr\u00e4ges Molek\u00fcl: Um es zur Reaktion zu bringen, ist Energie n\u00f6tig. Mit erneuerbaren Energien l\u00e4sst sich CO<sub>2<\/sub> jedoch klimafreundlich f\u00fcr Kraft- und Kunststoffe nutzen, erkl\u00e4rt Michael Carus. Der Physiker ist Energieexperte vom unabh\u00e4ngigen nova-Institut bei K\u00f6ln. Die Nutzung von CO<sub>2<\/sub> steht allerdings noch am Anfang.<\/p>\n<h3>Aus CO<sub>2<\/sub> wird Kunststoff<\/h3>\n<p>Das Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) f\u00f6rderte die Forschung f\u00fcr n\u00fctzliche Anwendungen von Kohlendioxid schon in den vergangenen Jahren mit 100 Millionen Euro. Das Geld sei gut investiert, meint Lothar Mennicken vom BMBF und verweist auf erste Erfolge. So wird Bayer Material Science aus Leverkusen wohl der erste deutsche Chemiekonzern sein, der einen Kunststoff vermarktet, der auf dem Treibhausgas basiert.<\/p>\n<p>Der Konzern gewinnt Kohlendioxid aus dem Abgas eines Kohlekraftwerks. Er l\u00e4sst es mit der Chemikalie Propylenoxid, die aus Erd\u00f6l hergestellt wird, reagieren. Dabei entstehen Polyole: lange Molek\u00fcle, mit denen sich der Kunststoff Polyurethan herstellen l\u00e4sst &#8211; etwa f\u00fcr Weichschaummatratzen.<\/p>\n<p>&#8220;Der Charme dieses Verfahrens ist, dass so der Bedarf an Erd\u00f6l gesenkt wird&#8221;, erkl\u00e4rt Bayer-Chemiker Christoph G\u00fcrtler. Denn bisher basieren solche Kunststoffe zu hundert Prozent auf Erd\u00f6l. Im Jahr 2015 will der Chemiekonzern solche Polyole erstmals auf dem Markt anbieten. Sie k\u00f6nnen dann dazu beitragen, das Klima zu sch\u00fctzen, sagt G\u00fcrtler.<\/p>\n<h3>Kraftstoffe aus Kohledioxid<\/h3>\n<p>Die isl\u00e4ndische Firma &#8220;Carbon Recycling International&#8221; ist schon einen Schritt weiter. Sie nutzt seit 2011 den in Island preiswerten Strom aus dem Geothermiekraftwerk, um Wasser elektrolytisch zu spalten und Wasserstoff zu gewinnen. Aus dem Wasserstoff und Kohlendioxid, das aus dem Gestein frei wird, stellt die Firma den Kraftstoff Methanol her.<\/p>\n<p>Die jedes Jahr so entstehenden 4.000 Tonnen Methanol werden auf Island und in den Niederlanden dem Benzin zugemischt. Allerdings ist das eine Menge, die den Kraftstoffbedarf Europas nicht ansatzweise decken kann.<\/p>\n<p>Die Idee, Kohlendioxid mit Wasserstoff reagieren zu lassen, ist an sich nichts Neues. Inzwischen gebe es in Deutschland 20 Anlagen, in denen das versucht wird, sagt Michael Carus vom nova-Institut. &#8220;Dort wird mit \u00fcbersch\u00fcssigem Windstrom Wasserstoff gewonnen und aus Wasserstoff und Kohlendioxid Methan hergestellt.&#8221; Methan l\u00e4sst sich ins Erdgasnetz einspeichern oder in erdgasbetriebenen Autos als Kraftstoff nutzen.<\/p>\n<h3>Kohlendioxid als erneuerbarer Rohstoff?<\/h3>\n<p>Technisch ist heute bereits vieles m\u00f6glich. Doch meistens lohnt es sich nicht, betont Physiker Carus &#8211; zumindest noch nicht. Er glaubt, es brauche nur den richtigen Anreiz, damit Firmen gro\u00dfe Mengen synthetisches Methan oder Methanol aus Kohlendioxid herstellen.<\/p>\n<p>In der EU wird bereits diskutiert, ob CO<sub>2<\/sub>-basiertes Methan oder Methanol als erneuerbarer Energietr\u00e4ger oder erneuerbarer Kraftstoff gelten sollen. Dann w\u00e4ren diese Stoffe etwa Biosprit aus Mais oder Raps gleichgestellt. Solch eine Anerkennung als erneuerbarer Rohstoff w\u00fcrde die Vermarktung erleichtern, sagt Carus.<\/p>\n<p>Doch Carus vermisst entsprechende Gedankenspiele, um auch CO<sub>2<\/sub>-basierte Kunststoffe zu f\u00f6rdern. &#8220;Dabei w\u00e4re es klimapolitisch sinnvoller, CO<sub>2<\/sub> in chemischen Produkten zu speichern.&#8221; Denn: CO<sub>2<\/sub> wird dann l\u00e4nger der Atmosph\u00e4re entzogen als bei Kraftstoffen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kohlendioxid ist der Klimakiller Nummer eins. 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