{"id":25668,"date":"2015-04-23T03:06:47","date_gmt":"2015-04-23T01:06:47","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=25668"},"modified":"2015-04-22T10:06:22","modified_gmt":"2015-04-22T08:06:22","slug":"nabu-studie-plastikflut-in-deutschland-wird-bis-2030-erheblich-anwachsen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/nabu-studie-plastikflut-in-deutschland-wird-bis-2030-erheblich-anwachsen\/","title":{"rendered":"NABU-Studie: Plastikflut in Deutschland wird bis 2030 erheblich anwachsen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Berlin \u2013 In den vergangenen 60 Jahren ist die weltweite Herstellung von Kunststoffen um das 169-fache auf 288 Millionen Tonnen pro Jahr angestiegen. Der Trend zu immer mehr Plastik wird sich in den kommenden Jahren auch in Deutschland fortsetzen. Damit steigen nicht nur der Verbrauch von Erd\u00f6l und die damit verbundene Freisetzung von Klimagasen, sondern es ist auch mit einem h\u00f6heren Eintrag von Kunststoffen in die Natur zu rechnen. Hier sind alarmierende Sch\u00e4den an den \u00d6kosystemen zu erwarten. Bereits 2015 werden nach aktuellen Expertensch\u00e4tzungen wohl 9,1 Millionen Tonnen Plastikm\u00fcll pro Jahr weltweit in die Meere gelangen, welche die M\u00e4gen von V\u00f6geln und S\u00e4ugern verstopfen und die als schadstoffhaltiges Mikroplastik auch den Weg in unsere Nahrungskette finden k\u00f6nnen.<\/strong><\/p>\n<p>Dass dieser Trend gestoppt werden kann, zeigt eine jetzt vorgelegte Studie des Wuppertal Instituts f\u00fcr Klima, Umwelt, Energie im Auftrag des NABU. Die Autoren zeigen, dass durch ein engagiertes Vorgehen von Politik, Wirtschaft und Verbrauchern unser t\u00e4glicher Hunger nach Plastik stark gesenkt werden k\u00f6nnte. So m\u00fcssten Produktionsprozesse verbessert und mehr recyceltes Plastik genutzt werden, und gerade im Bereich der Verpackungen oder der Elektroger\u00e4te kann durch neue Konsummodelle von Handel und Verbrauchern wie beispielsweise dem unverpackten Einkaufen und \u201eNutzen statt Besitzen\u201c \u2013 und so genannten ReUse-Modellen der Einsatz von Kunststoffen reduziert werden. In der Studie wird aber auch deutlich, dass eine reale Reduktion der Kunststoffeinsatzmengen nur durch massive Eingriffe vom Gesetzgeber erreichbar w\u00e4re. Durch ein ambitioniertes Handeln aller gesellschaftlichen und staatlichen Akteure w\u00e4re ein Szenario vorstellbar, in dem wir in 2030 80 Prozent weniger Kunststoffe einsetzen als f\u00fcr dieses Jahr prognostiziert.<\/p>\n<p>\u201eDie Studie zeigt, dass niedrige Preise f\u00fcr Erd\u00f6l und immer mehr Anwendungsgebiete die Nachfrage nach Kunststoffen steigern werden, so dass der Markt aus rein \u00f6konomischen Gr\u00fcnden nicht auf Plastik verzichten wird\u201c, so NABU-Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Leif Miller. \u201eHier muss der Staat seine Verantwortung wahrnehmen und gegensteuern, indem er den Ressourcenverbrauch besteuert und Vorgaben zum \u00d6kodesign von Kunststoffprodukten macht, aber auch, indem er selbst durch eine kunststoffarme \u00f6ffentliche Beschaffung zur Verringerung beitr\u00e4gt und Branchenprozesse f\u00fcr Vermeidungsl\u00f6sungen anst\u00f6\u00dft.\u201c<\/p>\n<p>Zwar stellen Kunststoffe in einigen F\u00e4llen die bessere Alternative zu ressourcenintensiven Materialien wie Beton oder Metallen dar. Allerdings muss die f\u00fcr die Anwendung passende Kunststoffsorte gew\u00e4hlt und auch im Vorhinein gekl\u00e4rt werden, ob die Anwendung f\u00fcr den gew\u00fcnschten Nutzen \u00fcberhaupt notwendig ist. Deswegen stellt die Studie zahlreiche Beispiele aus der Wirtschaft und im Konsumentenbereich vor, bei denen auf den Kunststoffeinsatz komplett verzichtet oder dieser wesentlich reduziert werden kann. Die Nutzung von Mehrwegtragetaschen oder das Anbieten von Produkten ohne Verpackungen sind hier einfache, aber sehr wirkungsvolle Beispiele. F\u00fcr die allermeisten der in der Studie dargestellten Optionen zur Kunststoffvermeidung im Bereich von Produktion und Handel sind allerdings staatliche Vorgaben notwendig.<\/p>\n<p>\u201eDeutschland wird auch in den n\u00e4chsten f\u00fcnfzehn Jahren nicht plastikfrei werden. Aber es ist zumindest m\u00f6glich, die Plastikflut einzud\u00e4mmen. Der Weg zu weniger Kunststoffverbrauch f\u00fchrt \u00fcber gesetzliche Regelungen, die Ressourcenverschwendung \u00fcber Sonderabgaben unrentabel machen, ein Umdenken in der Wirtschaft zu nachhaltigen Produktionen sowie \u00fcber den Druck der Verbraucher, die \u00fcber bewusste Kaufentscheidungen den Handel zu weniger Einsatz von Kunststoffverpackungen bewegen,\u201c so NABU-Leiter Ressourcenpolitik Dr. Benjamin Bongardt. Wer in Deutschland kunststoffsparend, ressourceneffizient und nachhaltig arbeiten m\u00f6chte, d\u00fcrfe sich einer Politik nicht verschlie\u00dfen, die auf ordnungsrechtliche Regelungen, \u00f6konomische Instrumente sowie auf Information und Effizienzf\u00f6rderung setzt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Weitere Informationen<\/h3>\n<p>&#8211; <a href=\"https:\/\/www.nabu.de\/imperia\/md\/content\/nabude\/abfallpolitik\/150414_nabu_plastikvermeidungsstudie.pdf\" target=\"_blank\">Studie<\/a><\/p>\n<p>&#8211; <a href=\"https:\/\/www.nabu.de\/umwelt-und-ressourcen\/ressourcenschonung\/kunststoffe-und-bioplastik\/18737.html\" target=\"_blank\">Mehr Infos, Hintergrund und Pressefotos<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Kontakt<\/h3>\n<p>Dr. Benjamin Bongardt<br \/>\nNABU-Leiter Ressourcenpolitik<br \/>\nTel. +49 (0)30.284984-1610<br \/>\nMobil +49 (0)172.9235479<br \/>\nE-Mail: <a href=\"mailto:Benjamin.Bongardt@NABU.de\" target=\"_blank\">Benjamin.Bongardt@NABU.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin \u2013 In den vergangenen 60 Jahren ist die weltweite Herstellung von Kunststoffen um das 169-fache auf 288 Millionen Tonnen pro Jahr angestiegen. 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