{"id":25643,"date":"2015-04-22T03:06:51","date_gmt":"2015-04-22T01:06:51","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=25643"},"modified":"2015-04-21T12:58:38","modified_gmt":"2015-04-21T10:58:38","slug":"maxsynbio-der-baukasten-des-lebens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/maxsynbio-der-baukasten-des-lebens\/","title":{"rendered":"MaxSynBio: Der Baukasten des Lebens"},"content":{"rendered":"<p><strong>Seit es die Biologie gibt, besch\u00e4ftigt sie sich mit dem Leben. Doch bis heute ist nicht klar, was dieses im Kern eigentlich ist. Geschweige denn, wie es entstand. Zur Kl\u00e4rung dieser Fragen m\u00f6chten die Forscher von MaxSynBio beitragen. Gemeinsam mit dem Max-Planck-Pr\u00e4sidenten Martin Stratmann und Vertretern des Bundesministeriums f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) haben sie im Harnack-Haus der Max-Planck-Gesellschaft in Berlin ihr Forschungsprogramm vorgestellt.<\/strong><\/p>\n<p>\u201eIch bin \u00fcberzeugt, dass die gro\u00dfe Investition, die hier vom Bundesforschungsministerium und der Max-Planck-Gesellschaft gemeinsam get\u00e4tigt wird, neue grundlegende Erkenntnisse zum Ph\u00e4nomen des Lebens hervorbringen wird\u201c, sagte Martin Stratmann. Dar\u00fcber hinaus m\u00f6chten die Wissenschaftler die Basis f\u00fcr neue biotechnologische Anwendungen etwa in der Medizin und Energiewirtschaft legen. Zum Forschungsprogramm geh\u00f6rt zudem ein Projekt, das die Wissenschaft aus ethischer Perspektive hinterfragt und erforscht, welche Akzeptanz die Synthetische Biologie in der Bev\u00f6lkerung findet.<\/p>\n<p>Die Wissenschaftler, die sich zum <a href=\"http:\/\/www.synthetische-biologie.mpg.de\/3093\/projekt-maxsynbio\" target=\"_blank\">Forschungsnetzwerk MaxSynBio<\/a> zusammengeschlossen haben, verfolgen ein ehrgeiziges Ziel: Sie wollen k\u00fcnstliche Zellen, die nat\u00fcrliche Funktionen nachahmen, aus deren Komponenten konstruieren. Auf diese Weise m\u00f6chten sie Erkenntnisse \u00fcber eine m\u00f6gliche Protozelle gewinnen. Wenn sie existiert hat, war solch eine Protozelle Urahn aller lebenden Zellen. \u201eWir k\u00f6nnen mit unserer Forschung vielleicht einmal die Frage nach dem Ursprung des Lebens beantworten\u201c, sagt Petra Schwille, Direktorin am Max-Planck-Institut f\u00fcr Biochemie und Koordinatorin von MaxSynBio. Die Forscher betrachten die biologischen Vorg\u00e4nge dabei aus der Perspektive von Ingenieuren: Die Zelle wird so zu einer Maschine, die sich aus verschiedenen Modulen, n\u00e4mlich Proteinen, Genen oder ganzen Stoffwechselkreisen zusammensetzt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_25644\" aria-describedby=\"caption-attachment-25644\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-25644 size-medium\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/homepage_header-300x173.jpg\" alt=\"Druck\" width=\"300\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2015\/04\/homepage_header-300x173.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2015\/04\/homepage_header.jpg 779w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-25644\" class=\"wp-caption-text\">Die Konstruktion des Lebens Mit der Synthetischen Biologie gehen Lebens- und Ingenieurwissenschaften eine Symbiose ein. In dieser noch recht jungen Disziplin beschr\u00e4nken sich Biologen nicht mehr nur darauf, Organismen und die Prozesse des Lebens zu beobachten. Vielmehr konstruieren sie gemeinsam mit Ingenieuren, Physikern und Chemikern auch biologische Systeme wie etwa einfache synthetische Zellen, die biologische Funktionen nachahmen. <a href=\"http:\/\/www.synthetische-biologie.mpg.de\/3036\/was-ist-synthetische-bio\" target=\"_blank\">Mehr&#8230;<\/a><\/figcaption><\/figure>\n<p>Das Forschungsnetzwerk MaxSynBio, in dem sich 13 Forschungsgruppen von neun Max-Planck-Instituten und von der Friedrich-Alexander-Universit\u00e4t Erlangen-N\u00fcrnberg zusammengeschlossen haben, wurde seit vergangenem Sommer aufgebaut und beginnt nun mit der wissenschaftlichen Arbeit. Aus diesem Anlass haben sich die Partner von MaxSynBio und Vertreter des Bundesministeriums f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) im Berliner Harnack-Haus zu einem Festakt versammelt. Das BMBF f\u00f6rdert das Programm zun\u00e4chst \u00fcber drei Jahre im Rahmen des Strategieprozesses \u201eBiotechnologie 2020plus\u201c . Die F\u00f6rderung setzte das BMBF nach Beratungen mit der MPG, den anderen au\u00dferuniversit\u00e4ren Forschungseinrichtungen sowie Universit\u00e4ten und Biotechnologie-Firmen um. \u201eIch freue mich, dass sich die gro\u00dfen Forschungsorganisation an diesem Dialogprozess beteiligt haben\u201c, sagt B\u00e4rbel Brumme-Bothe vom BMBF.<\/p>\n<h3>Synthetische Biologie zielt auch auf die Anwendung<\/h3>\n<p>Die Forscher von MaxSynBio wollen mit ihrem Blick aus der Ingenieursperspektive auf biologische Systeme auch neue M\u00f6glichkeiten der Anwendung erschlie\u00dfen. \u201eDie Hoffnung ist, dass man k\u00fcnstliche Zellen ma\u00dfschneidern kann, die nicht jene Nachteile nat\u00fcrlicher Zellen f\u00fcr die biotechnologische Produktion haben\u201c, sagt Kai Sundmacher, Direktor am Max-Planck-Institut f\u00fcr Dynamik komplexer technischer Systeme in Magdeburg und zweiter Koordinator von MaxSynBio. Das Vorgehen in der Synthetischen Biologie erm\u00f6glicht es n\u00e4mlich, die komplexen biologischen Vorg\u00e4nge viel umfassender zu beeinflussen als bisher. So lassen sich synthetische Zellen mit F\u00e4higkeiten ausstatten, die sie von Natur aus nicht besitzen. Neben dieser Optimierung ist es auch m\u00f6glich, Nachteile nat\u00fcrlicher Systeme in der biotechnologischen Produktion zu reduzieren \u2013 beispielsweise, wenn Mikroorganismen die gew\u00fcnschten Stoffe zwar bilden, aber bei der gro\u00dftechnischen Produktion Probleme ausl\u00f6sen, weil sie in Reaktoren etwa leicht ausflocken. Und tats\u00e4chlich haben Forscher Einzeller beispielsweise dazu gebracht, den Wirkstoff Artemisinin gegen Malaria herzustellen, der bislang aus einer Pflanze gewonnen werden muss.<\/p>\n<h3>Geisteswissenschaften sind beteiligt<\/h3>\n<p>Eben wegen der ambitionierten Ziele der Synthetischen Biologie und ihrer M\u00f6glichkeiten stehen jedoch nicht nur Naturwissenschaftler aus Biologie, Chemie oder Physik und Ingenieure vor gro\u00dfen Herausforderungen, sondern auch Geisteswissenschaftler \u2013 und die ganze Gesellschaft. Denn wer eine Expedition zur Grenze des Lebens antritt, diese m\u00f6glicherweise verschiebt und sich komplexe biologische Systeme nutzbar macht, betritt auch unter ethischen, rechtlichen und sozialen Gesichtspunkten Neuland. Die Akteure auf dem Feld der Synthetischen Biologie \u2013 Wissenschaftler von Biologen bis Juristen, aber auch Forschungspolitiker \u2013 sind sich dessen bewusst und stellen sich den damit verbundenen Auseinandersetzungen. Nur so sorgen sie daf\u00fcr, dass mit den m\u00f6glicherweise bahnbrechenden Erkenntnissen und Fortschritten der Synthetischen Biologie verantwortungsvoll umgegangen wird und dass diese von der Gesellschaft akzeptiert werden. \u201eDie Frage, wie wir in der Gesellschaft Akzeptanz, f\u00fcr solche neuen Technologien schaffen, halten wir f\u00fcr sehr wichtig\u201c, sagt B\u00e4rbel Brumme-Bothe. Wie die Synthetische Biologie als ethisch besonders relevante Forschung wahrgenommen wird, ist eine Forschungsfrage, der die Gruppe von Peter Dabrock, Professor an der Friedrich-Alexander Universit\u00e4t Erlangen-N\u00fcrnberg, im Rahmen von MaxSynBio nachgeht.<\/p>\n<p>Zum feierlichen Beginn von MaxSynBio startet die Max-Planck-Gesellschaft die Webseite <a href=\"http:\/\/www.synthetische-biologie.mpg.de\" target=\"_blank\">www.synthetische-biologie.mpg.de<\/a>, die umfassende Informationen zu allen Aspekten der Synthetischen Biologie bietet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit es die Biologie gibt, besch\u00e4ftigt sie sich mit dem Leben. Doch bis heute ist nicht klar, was dieses im Kern eigentlich ist. Geschweige denn, wie es entstand. Zur Kl\u00e4rung dieser Fragen m\u00f6chten die Forscher von MaxSynBio beitragen. Gemeinsam mit dem Max-Planck-Pr\u00e4sidenten Martin Stratmann und Vertretern des Bundesministeriums f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) haben sie [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":59,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[187,621,929,9734,3362],"class_list":["post-25643","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","supplier-bundesministerium-fuer-bildung-und-forschung-bmbf","supplier-max-planck-gesellschaft","supplier-max-planck-institut-fuer-dynamik-komplexer-technischer-systeme","supplier-synthetische-biologie-maxsynbio","supplier-universitaet-erlangen-nuernberg"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25643","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/59"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=25643"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25643\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=25643"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=25643"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=25643"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=25643"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}