{"id":25589,"date":"2015-04-20T03:09:38","date_gmt":"2015-04-20T01:09:38","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=25589"},"modified":"2015-04-17T13:33:39","modified_gmt":"2015-04-17T11:33:39","slug":"das-baden-wuerttembergische-biooekonomie-graduiertenprogramm-bbw-forwerts","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/das-baden-wuerttembergische-biooekonomie-graduiertenprogramm-bbw-forwerts\/","title":{"rendered":"Das baden-w\u00fcrttembergische Bio\u00f6konomie-Graduiertenprogramm BBW ForWerts"},"content":{"rendered":"<p><strong>Als Bestandteil des baden-w\u00fcrttembergischen Forschungsprogramms Bio\u00f6konomie ist das neue interdisziplin\u00e4re Graduiertenprogramm \u201e<a href=\"http:\/\/bbwforwerts.cos.uni-heidelberg.de\/\" target=\"_blank\">BBW ForWerts<\/a>: Erforschung innovativer Wertsch\u00f6pfungsketten\u201c gestartet. Das international ausgerichtete Ausbildungsprogramm f\u00fcr Doktoranden wird von der Universit\u00e4t Heidelberg koordiniert. Zehn Institutionen aus Baden-W\u00fcrttemberg sind beteiligt. Die Forschungsprojekte umfassen drei Bereiche: Biogas, Mikroalgen und Lignozellulose.<\/strong><\/p>\n<p>Das Ministerium f\u00fcr Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-W\u00fcrttemberg hat 2013 eine neue Forschungsinitiative \u201eBio\u00f6konomie in Baden-W\u00fcrttemberg\u201c angesto\u00dfen, in der das in unterschiedlichen Disziplinen vorhandene Fachwissen f\u00fcr die Bio\u00f6konomie \u00fcber die verschiedenen Forschungsstandorte hinweg miteinander vernetzt wird. Zu der Initiative geh\u00f6rt auch ein interdisziplin\u00e4res und international ausgerichtetes Ausbildungsprogramm f\u00fcr Doktoranden unter dem Titel \u201eBBW ForWerts: Erforschung innovativer Wertsch\u00f6pfungsketten\u201c.<\/p>\n<p>An dem zun\u00e4chst auf drei Jahre angelegten Ausbildungsprogramm, das bei positiver Bewertung verl\u00e4ngert wird, k\u00f6nnen bis zu hundert Doktoranden an zehn Institutionen des Landes &#8211; darunter den Universit\u00e4ten Freiburg, Heidelberg, Hohenheim, Stuttgart und Ulm sowie dem Karlsruher Institut f\u00fcr Technologie &#8211; teilnehmen. Koordinator des Graduiertenprogramms ist Prof. Dr. Thomas Rausch, Leiter der Forschungsgruppe \u201eMolekulare Physiologie der Pflanzen\u201c am Center for Organismal Studies (COS) der Universit\u00e4t Heidelberg.<\/p>\n<p>Das Programm baut auf den Erfahrungen mit den internationalen Graduiertenschulen (wie zum Beispiel der Hartmut Hoffmann-Berling Internationale Graduiertenschule f\u00fcr Molekular- und Zellbiologie, HBIGS) auf, die im Rahmen der Exzellenzinitiative an der Universit\u00e4t Heidelberg durchgef\u00fchrt werden. Nachdem die Bewerbungsfristen f\u00fcr BBW ForWerts abgelaufen sind, haben die meisten Doktoranden ihre Promotionsstudien begonnen. Der erste gemeinsame Workshop im Rahmen des Programms fand in Heidelberg statt.<\/p>\n<h3>Interdisziplin\u00e4rer Dialog f\u00fcr eine nachhaltige Bio\u00f6konomie<\/h3>\n<p>Die an BBW ForWerts beteiligten Forschungsstandorte umfassen unter anderem Pflanzenphysiologie, Agrar- und Forstwissenschaft, Chemie, Verfahrenstechniken und \u00d6konomie. So sollen sich die jungen Forscher schon w\u00e4hrend der Promotionsphase in fach\u00fcbergreifenden Dialogen \u00fcben. Auch der fr\u00fchzeitige Kontakt mit Unternehmen, die bereits im Bereich Bio\u00f6konomie t\u00e4tig sind, geh\u00f6rt dazu, betonte Thomas Rausch: \u201eWenn die Forschungsprojekte erfolgreich sind und ein umfassender interdisziplin\u00e4rer Austausch in BBW ForWerts gelingt, dann werden unsere Absolventen gesellschaftliche Multiplikatoren sein \u2013 mit einem gest\u00e4rkten Bewusstsein f\u00fcr die Herausforderungen einer auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Bio\u00f6konomie.\u201c<\/p>\n<p>Nach der Definition des Bio\u00f6konomierats der Bundesregierung ist Bio\u00f6konomie \u201edie wissensbasierte Erzeugung und Nutzung biologischer Ressourcen, um Produkte, Verfahren und Dienstleistungen in allen wirtschaftlichen Sektoren im Rahmen eines zukunftsf\u00e4higen Wirtschaftssystems bereitzustellen\u201c. Diesen Ansatz in die wirtschaftliche Praxis umzusetzen, stellt unsere hoch entwickelten Industrienationen vor gewaltige Herausforderungen, erkl\u00e4rte Rausch. Darauf vorzubereiten ist das Ziel des Graduiertenkollegs. Im Kern geht es um den Wechsel von ersch\u00f6pflichen, fossilen Energietr\u00e4gern und Rohstoffquellen hin zu einer nachhaltigen Nutzung von Tieren, Pflanzen und Mikroorganismen. Drei fach- und standort\u00fcbergreifende Forschungsbereiche stehen bei BBW ForWerts im Fokus:<\/p>\n<h3>(1) \u201eMikroalgen \u2013 ihre integrierte Nutzung f\u00fcr die Ern\u00e4hrungs- und Futtermittelindustrien\u201c<\/h3>\n<p>Untersucht werden Mikroalgen als Rohstoffquelle und als Lieferanten von alternativen Materialien und Wertstoffen. Mit industriell gez\u00fcchteten Mikroalgen l\u00e4sst sich ohne Verbrauch wertvoller Ackerfl\u00e4che eine weit h\u00f6here Biomasse als mit konventionellen Energiepflanzen produzieren. Damit stellen sie eine wertvolle alternative Rohstoff- und Energiequelle dar, vor allem, wenn man sich vor Augen h\u00e4lt, dass die weltweit verf\u00fcgbaren landwirtschaftlichen Nutzfl\u00e4chen rasant schrumpfen und die Weltbev\u00f6lkerung weiterhin w\u00e4chst \u2013 bis zum Jahr 2050 auf \u00fcber neun Milliarden (siehe BIOPRO-Dossier: Mikroalgen als Energielieferanten?).<\/p>\n<h3>(2) \u201eBiogas \u2013 nachhaltige und flexible Wertsch\u00f6pfungsketten in Baden-W\u00fcrttemberg\u201c<\/h3>\n<p>Hierzu geh\u00f6ren die Aufbereitung von landwirtschaftlichen Abf\u00e4llen, Kompost, G\u00fclle und anderen Substraten, ihre Konversion (Umwandlung) und die Nutzung der Konversionsprodukte f\u00fcr die Biogasgewinnung sowie die damit verbundenen \u00f6konomischen, \u00f6kologischen, ethischen und sozialen Auswirkungen (siehe BIOPRO-Dossier: Biogas \u2013 die Energie der Zukunft?).<\/p>\n<h3>(3) \u201eLignozellulose \u2013 Entwicklung einer alternativen Rohstoffplattform f\u00fcr neue Materialen und Produkte\u201c<\/h3>\n<p>Im Gegensatz zur Biogaserzeugung steht eine wirtschaftliche Lignozellulose-Nutzung noch in den Anf\u00e4ngen. Sie ist aber f\u00fcr das Ziel eines nachhaltigen, zukunftsf\u00e4higen Wirtschaftssystems von enormer Bedeutung.<\/p>\n<p>Lignozellulose ist die h\u00e4ufigste Form von Biomasse auf unserem Planeten. Holz, Stroh und landwirtschaftliche Abf\u00e4lle bestehen zu \u00fcber 90 Prozent aus Biopolymeren, und \u00fcber 90 Prozent davon sind Zellulose, Hemizellulosen und Lignin. W\u00e4hrend der Abbau der polymeren Kohlenhydrate Zellulose und Hemizellulose zu monomeren Zuckermolek\u00fclen f\u00fcr sich genommen dank der Entdeckung und Entwicklung von Zellulasen und \u00e4hnlichen Enzymen rasch und mit hohem Wirkungsgrad durchgef\u00fchrt werden kann, ist der enzymatische Abbau des phenolischen Polymers Lignin m\u00fchsam; er kann Wochen oder Monate dauern. In Lignozellulose-Biomasse bilden die drei polymeren Komponenten miteinander Komplexe, in denen die molekularen Bindungen durch Enzyme nur schwer angegriffen werden k\u00f6nnen. Bislang k\u00f6nnen diese Komplexe im gro\u00dfen Ma\u00dfstab nur unter klassisch chemischen Bedingungen abgebaut werden &#8211; zum Beispiel durch harsche Schwefels\u00e4urebehandlung bei hohen Temperaturen und Drucken. Die Konzipierung von Bioraffinerien zum Aufschluss und zur Herstellung neuer Produkte und Produktentwicklungen aus Lignozellulose unter nachhaltigen \u00f6kologischen Bedingungen ist daher eine Schl\u00fcsselaufgabe\u00a0 der Bio\u00f6konomie.<\/p>\n<p>Im Forschungsbereich Lignozellulose von BBW ForWerts sollen diese Bedingungen im Einzelnen erarbeitet werden. Es geht unter anderem um die Aufbereitungsmethoden und Modifizierungen der Lignozellulose-Biomasse sowie die Prozesswege und Wertsch\u00f6pfungsketten f\u00fcr die Entwicklung neuer Produkte und Materialien. Dazu sind Systemanalysen und Prozess-Simulationen erforderlich. Nicht zuletzt sollen die sozialen Rahmenbedingungen erforscht werden, unter denen eine \u00f6kologische, zukunftsf\u00e4hige Nutzung von Lignozellulose erm\u00f6glicht wird.<\/p>\n<p>Die Fachkompetenz der beteiligten Institutionen, der f\u00e4cher\u00fcbergreifende Ansatz der Projekte und der f\u00fcr die Kommunikation und Netzwerkbildung optimale Rahmen des Graduiertenprogramms BBW ForWerts mit seinen Sommerschulen, wissenschaftlichen Tagungen und Begleitprogrammen bilden die Voraussetzungen, unter denen die jungen Wissenschaftler an der Realisierung eines zukunftsf\u00e4higen Wirtschaftssystems arbeiten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als Bestandteil des baden-w\u00fcrttembergischen Forschungsprogramms Bio\u00f6konomie ist das neue interdisziplin\u00e4re Graduiertenprogramm \u201eBBW ForWerts: Erforschung innovativer Wertsch\u00f6pfungsketten\u201c gestartet. Das international ausgerichtete Ausbildungsprogramm f\u00fcr Doktoranden wird von der Universit\u00e4t Heidelberg koordiniert. Zehn Institutionen aus Baden-W\u00fcrttemberg sind beteiligt. Die Forschungsprojekte umfassen drei Bereiche: Biogas, Mikroalgen und Lignozellulose. Das Ministerium f\u00fcr Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-W\u00fcrttemberg hat [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":59,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[9715,6991,5956],"class_list":["post-25589","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","supplier-bbw-forwerts","supplier-ministerium-fur-wissenschaft-forschung-und-kunst","supplier-ruprecht-karls-universitat-heidelberg"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25589","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/59"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=25589"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25589\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=25589"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=25589"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=25589"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=25589"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}