{"id":25550,"date":"2015-04-17T02:10:14","date_gmt":"2015-04-17T00:10:14","guid":{"rendered":"https:\/\/rss.nova-institut.net\/public.php?url=http%3A%2F%2Fwww.innovations-report.de%2Fhtml%2Fberichte%2Fbiowissenschaften-chemie%2Fheilende-pflanzen-inventur-der-flora-in-burkina-faso.html"},"modified":"2015-04-16T11:46:57","modified_gmt":"2015-04-16T09:46:57","slug":"heilende-pflanzen-inventur-der-flora-in-burkina-faso","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/heilende-pflanzen-inventur-der-flora-in-burkina-faso\/","title":{"rendered":"Heilende Pflanzen &#8211; Inventur der Flora in Burkina Faso"},"content":{"rendered":"<p><strong>Frankfurt, den 14.04.2015. Wissenschaftler des Senckenberg Forschungsinstitutes in Frankfurt haben in Zusammenarbeit\u00a0 mit Kollegen von der Universit\u00e4t Ouagadougou die Pflanzenwelt Burkina Fasos untersucht. In der k\u00fcrzlich im \u201eJournal of Ethnobiology and Ethnomedicine\u201c ver\u00f6ffentlichten Studie pr\u00e4sentieren die Forscher erstmals genaue Zahlen zur Pflanzennutzung in dem westafrikanischen Staat: 50 Prozent aller Pflanzenarten werden verwendet, davon 36 Prozent f\u00fcr traditionelle Medizin. Die Studie ist wichtig f\u00fcr erfolgreiche Schutzkonzepte, kann aber auch bei der Entwicklung von Medikamenten helfen.<\/strong><\/p>\n<p>Das Schmerzmittel Aspirin hat seinen Ursprung in der Rinde von Weiden, der zur Krebsbehandlung eingesetzte Wirkstoff Taxol wird aus Eibenrinde gewonnen und Malaria-Erreger bek\u00e4mpft man mit Artemisinin \u2013 gewonnen aus dem Einj\u00e4hrigen Beifu\u00df. \u201eViele moderne Medikamente haben ihren Ursprung in pflanzlichen Wirkstoffen\u201c, erz\u00e4hlt Prof. Dr. Georg Zizka, Abteilungsleiter Botanik und Molekulare Evolutionsforschung am Senckenberg Forschungsinstitut in Frankfurt und erg\u00e4nzt: \u201eWir haben in unserer Studie die Flora in Burkina Faso untersucht, erfasst und auch hinsichtlich ihres medizinischen Nutzens bewertet.\u201c<\/p>\n<p>In dem westafrikanischen Staat Burkina Faso lebt ein Gro\u00dfteil der 17 Millionen Einwohner in l\u00e4ndlichen Regionen und ist abh\u00e4ngig von lokalen Pflanzenerzeugnissen. \u201e50 Prozent der 2067 bekannten Pflanzenarten werden in Burkina Faso von der Bev\u00f6lkerung genutzt. Am h\u00e4ufigsten werden die Pflanzen f\u00fcr traditionelle Medizin, als Lebensmittel und Tierfutter verwendet\u201c, erg\u00e4nzt Zizka.<\/p>\n<p>Gemeinsam mit seinen Frankfurter und G\u00f6teborger Kollegen Dr. Marco Schmidt, Dr. Stefan Dressler und Alexander Zizka in langj\u00e4hriger Kooperation mit der Universit\u00e4t Ouagadougou wurden bereits ver\u00f6ffentlichte Pflanzenlisten mit ethnobotanischer Literatur kombiniert und so erstmalig eine umfassende, landesweite Aufstellung der Flora Burkina Fasos erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p>\u201eMehr als ein Drittel aller Pflanzenarten in Burkina Faso werden f\u00fcr traditionelle medizinische Behandlungen eingesetzt\u201c, erkl\u00e4rt Schmidt und erg\u00e4nzt: \u201eDas ist vom Anteil her durchaus vergleichbar mit der weit besser dokumentierten und bekannten traditionellen chinesischen Medizin.\u201c<\/p>\n<p>Beim Einsatz der pflanzlichen Heilmittel geht es vor allem um die Behandlung von Infektionskrankheiten wie Malaria, Magen-Darm-Beschwerden sowie Erkrankungen der Harn- und Geschlechtsorgane. Botaniker Dressler f\u00fcgt hinzu: \u201eIn einem Land wie Burkina Faso, in dem j\u00e4hrlich etwa 3,5 Millionen F\u00e4lle von Malaria auftreten und 50 Prozent der Malaria-Patienten unter 5 Jahren alt sind, ist der schnelle Zugriff auf g\u00fcnstige medizinische Hilfsmittel essentiell.\u201c Anhand der Malaria wird zudem die Bedeutung von traditioneller Medizin und nat\u00fcrlichen Produkten f\u00fcr die Entwicklung und \u00dcberpr\u00fcfung von neuen Arzneimitteln deutlich. Vor dem Hintergrund, dass immer mehr Menschen resistent gegen bisherige Medikamente werden, werden neue Wirkstoffe ben\u00f6tigt.<\/p>\n<p>\u201eWir haben den Nutzwert jeder einzelnen Art in Burkina Faso quantifiziert, so dass eine solide Grundlage zur Bewertung von pflanzlichen \u00d6kosystemdienstleistungen, aber auch f\u00fcr pharmazeutische Screenings geschaffen wurde\u201c, erl\u00e4utert Zizka.<br \/>\nEntstanden sind dabei Ranglisten, die den jeweiligen Nutzen der Pflanzen bewerten. Am n\u00fctzlichsten f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung Burkina Fasos wurden der Afrikanische Mahagonibaum (<em>Khaya senegalensis<\/em>), der Afrikanische Affenbrotbaum (<em>Adansonia digitata<\/em>) und das Ebenholzgew\u00e4chs <em>Diospyros mespiliformis<\/em> bewertet. Hierbei stand besonders die Vielfalt der Nutzungsm\u00f6glichkeiten im Fokus: So wird beispielsweise die Rinde von <em>Khaya senegalensis<\/em> medizinisch verwertet, Fr\u00fcchte und Bl\u00e4tter von <em>Adansonia digitata<\/em> dienen als Vitamin C-reiche Nahrungsmittel.<\/p>\n<p>\u201eUnsere Listen sind wichtige Hilfsmittel, um zuk\u00fcnftige Schutzkonzepte f\u00fcr die Pflanzenwelt Burkina Fasos zu entwickeln oder auch um neue Arzneimittel entwickeln zu k\u00f6nnen\u201c, res\u00fcmiert Schmidt.<\/p>\n<h3>Publikation<\/h3>\n<p>Zizka, A., Thiombiano, A., Dressler, S., Nacoulma, B.M.I., Ou\u00e9draogo, A., Ou\u00e9draogo, I., Ou\u00e9draogo, O., Zizka, G., Hahn, K., Schmidt, M. (2015). Traditional plant use in Burkina Faso (West Africa): a national-scale analysis with focus on traditional medicine. Journal of Ethnobiology and Ethnomedicine 11 (9). doi: 10.1186\/1746-4269-11-9<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wissenschaftler des Senckenberg Forschungsinstitutes in Frankfurt haben in Zusammenarbeit mit Kolleg&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[9704,9705],"class_list":["post-25550","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","supplier-senckenberg-gesellschaft-fuer-naturforschung","supplier-universite-de-ouagadougou"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25550","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=25550"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25550\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=25550"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=25550"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=25550"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=25550"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}