{"id":25438,"date":"2015-04-10T03:09:26","date_gmt":"2015-04-10T01:09:26","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=25438"},"modified":"2015-04-09T11:25:54","modified_gmt":"2015-04-09T09:25:54","slug":"global-bioenergies-bioreaktor-bau-in-leuna-beginnt-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/global-bioenergies-bioreaktor-bau-in-leuna-beginnt-2\/","title":{"rendered":"Global Bioenergies: Bioreaktor-Bau in Leuna beginnt"},"content":{"rendered":"<p>Der franz\u00f6sisch-deutsche Konzern Global Bioenergies (GBE) hat sich ein zus\u00e4tzliches Darlehen in H\u00f6he von 4,4 Mio. Euro gesichert. Ende M\u00e4rz hat das Unternehmen mit dem Bau der industriellen Demonstrationsanlage im Chemisch-Biologischen Prozesszentrum (CBP) in Leuna begonnen. Aus nachwachsenden Rohstoffen soll dort k\u00fcnftig von Bakterien der Kohlenwasserstoff Isobuten produziert werden.<\/p>\n<p>Das Fraunhofer CBP ist ein in Europa einzigartiges Bioraffinerie-Forschungszentrum, das 2013 von Bundeskanzlerin Angela Merkel er\u00f6ffnet wurde (<a href=\"http:\/\/www.biotechnologie.de\/BIO\/Navigation\/DE\/aktuelles,did=154712.html\" target=\"_blank\">mehr<\/a>\u2026). Es formt auch den wissenschaftlichen Kern des Spitzenclusters BioEconomy in Mitteldeutschland, der seit 2012 vom Bundesforschungsministerium mit insgesamt 40 Millionen Euro gef\u00f6rdert wird (<a href=\"http:\/\/www.biotechnologie.de\/BIO\/Navigation\/DE\/aktuelles,did=147808.html\" target=\"_blank\">mehr<\/a>\u2026). Vom Spitzencluster \u2013 einem Netzwerk aus mehr als 90 regionalen Akteuren aus Wissenschaft und Wirtschaft \u2013 profitiert auch die in Leipzig ans\u00e4ssige Tochtergesellschaft des franz\u00f6sischen Unternehmens.<\/p>\n<p>Ende 2013 hatte das BMBF zugesagt, den Aufbau der Pilotanlage und ein wissenschaftliches Begeleitprogramm mit rund 5,7 Millionen Euro zu f\u00f6rdern. Ein Gro\u00dfteil der Mittel soll nun in den eigentlichen Bau der Anlage flie\u00dfen.\u00a0Die restlichen Kosten finanziert Global Bioenergies durch einen Bankkredit. Wie das Unternehmen nun mitteilt, wurde das zus\u00e4tzliche Darlehen in H\u00f6he von 4,4 Mio. Euro von einem Konsortium der franz\u00f6sischen Banken BNP-Paribas, la Soci\u00e9t\u00e9 G\u00e9n\u00e9rale, CIC und Bpifrance bereitgestellt. Der von Bpifrance verwaltete Garantiefonds der Region Ile-de-France b\u00fcrgt zudem f\u00fcr den Kredit.\u00a0 \u201eDer Zugang zu einer Bankfinanzierung dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung illustriert das hohe Vertrauen, das Global Bioenergies heute bei seinen verschiedenen Partnern genie\u00dft\u201c, betont Fran\u00e7ois-Henri Sahakian, der Finanzvorstand von Global Bioenergies SA.<\/p>\n<p>Erst Mitte M\u00e4rz hatte der Konzern in Evry den Abschluss der Basic-Engineering-Phase f\u00fcr die mitteldeutsche Demonstrationsanlage verk\u00fcndet. Gemeinsam mit dem deutschen Industriekonzern Linde wurde eine komplette Fermenter-Linie geplant, die sich aus einem Inokulationsfermenter, einem Propagationsfermenter sowie einem Produktionsfermenter mit einem Volumen von\u00a0f\u00fcnf Kubikmetern zusammensetzt. Im Jahr 2016 soll die Anlage in Leuna\u00a0in Betrieb gehen, die speziell f\u00fcr die Produktion von gasf\u00f6rmigen Kohlenwasserstoffen konzipiert wurde.<\/p>\n<p>Die Produktionskapazit\u00e4t von bis zu 100 Tonnen Isobuten pro Jahr erm\u00f6glicht es, interessierten Industrieunternehmen diesen Grundstoff zu eigenen Testzwecken anzubieten. Der Kohlenwasserstoff kann zum Beispiel f\u00fcr die Herstellung von Kunststoffen, Elastomeren und Treibstoffen verwendet werden. \u201eDie ersten Lose werden auf bestimmten Nischenm\u00e4rkten kommerzialisiert und werden die Qualifizierung unseres im Zuge des Fermentierungsverfahrens produzierten Isobutens f\u00fcr s\u00e4mtliche Isobutenderivate erm\u00f6glichen. Dies entspricht heute einem Markt von 15 Millionen Tonnen\u201c, erl\u00e4utert Ales Bulc, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der deutschen Tochterfirma Global Bioenergies GmbH. Bereits Anfang vergangenen Jahres hatte Global Bioenergies einen ersten Flottenversuch mit dem Fahrzeughersteller Audi gestartet (<a href=\"http:\/\/www.biotechnologie.de\/BIO\/Navigation\/DE\/aktuelles,did=169198.html\" target=\"_blank\">mehr<\/a>\u2026). Dabei wurden Autos mit e-Benzin betankt, reinem Isooktan, welches aus Isobuten produziert wurde.<\/p>\n<p>Das besondere am Herstellungsverfahren von Global Bioenergies: Das Isobuten wird gasf\u00f6rmig hergestellt und steigt von allein aus dem Fermentationsmedium auf (<a href=\"http:\/\/www.biotechnologie.de\/BIO\/Navigation\/DE\/Foerderung\/foerderbeispiele,did=167582.html\" target=\"_blank\">mehr<\/a>\u2026). Statt komplizierter und teuerer Aufreinigungsverfahren kann es einfach abgesaugt werden. Die geplanten Produktionskosten liegen durch die verbesserte Ausbeute und einfache Weiterverarbeitung sogar unter den gegenw\u00e4rtigen Marktpreisen von konventionellem Isobuten, haben die Entwickler bei GBE berechnet. Das franz\u00f6sisch-deutsche Unternehmen ist dabei ein echter Vorreiter: Biotechnologisch konnten kurzkettige Kohlenwasserstoffe wie Isobuten, Propylen oder Butadien bisher nicht hergestellt werden. Von Natur aus existieren\u00a0 entsprechende Stoffwechselwege in Bakterien nicht.\u00a0 Doch mit den Methoden der Synthetischen Biologie haben die franz\u00f6sischen Biotechnologen neue Stoffwechselwege konstruiert und die Erbinformation der daf\u00fcr ben\u00f6tigten Enzyme in E.coli-St\u00e4mme eingeschleust. Neben Isobuten, dem am weitesten fortgeschrittenen Programm, hat Global Bioenergies auch andere kurzkettige Kohlenwasserstoffe aus der Gruppe der leichten Olefine im Visier. So wurden inzwischen auch Bakterien f\u00fcr die Herstellung von Propylen oder Butadien konstruiert und getestet. Sie k\u00f6nnten helfen, die Abh\u00e4ngigkeit vom Erd\u00f6l in Zukunft noch weiter zu reduzieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der franz\u00f6sisch-deutsche Konzern Global Bioenergies (GBE) hat sich ein zus\u00e4tzliches Darlehen in H\u00f6he von 4,4 Mio. Euro gesichert. Ende M\u00e4rz hat das Unternehmen mit dem Bau der industriellen Demonstrationsanlage im Chemisch-Biologischen Prozesszentrum (CBP) in Leuna begonnen. Aus nachwachsenden Rohstoffen soll dort k\u00fcnftig von Bakterien der Kohlenwasserstoff Isobuten produziert werden. 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