{"id":25388,"date":"2015-04-09T03:24:56","date_gmt":"2015-04-09T01:24:56","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=25388"},"modified":"2015-04-07T15:23:08","modified_gmt":"2015-04-07T13:23:08","slug":"papier-gegen-biomasse-der-kampf-ums-holz-eskaliert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/papier-gegen-biomasse-der-kampf-ums-holz-eskaliert\/","title":{"rendered":"Papier gegen Biomasse: Der Kampf ums Holz eskaliert"},"content":{"rendered":"<p>F\u00fcr die Gl\u00e4ubiger des im Vorjahr in Konkurs geschlitterten Villacher Unternehmers Hans Griesser war gestern, Dienstag, ein ausgesprochen guter Tag. Denn an diesem Tag wurde ein 3200 Quadratmeter gro\u00dfes Grundst\u00fcck im Norden Klagenfurts versteigert. Sch\u00e4tzwert laut Masseverwalter: 323.000 Euro. Verkauft wurde das St\u00fcck Land f\u00fcr 1,55 Mio. Euro. Grund f\u00fcr die Verf\u00fcnffachung war ein Bieterstreit zwischen dem Papierkonzern Mondi und der RZ-Gruppe, die auf diesem Grund ein umstrittenes Biomasse-Kraftwerk bauen will.<\/p>\n<p>Begonnen hatte das Ganze bereits vor einem Monat. Am 3. M\u00e4rz wurde von der Gl\u00e4ubigerversammlung des Griesser-Konkurses erstmals \u00fcber das Grundst\u00fcck beraten. Bis dahin liegt das H\u00f6chstgebot bei im R\u00fcckblick bescheidenen 340.000 Euro. Geboten von der RZ-Gruppe. Pl\u00f6tzlich taucht ein neuer Bieter auf. Eine in Wien beheimatete Handels-GmbH namens Sulbit \u2013 eine Tochter des Papierkonzerns Mondi.<\/p>\n<h3>Mondi will Fakten schaffen<\/h3>\n<p>Der s\u00fcdafrikanische Konzern l\u00e4uft seit Jahren Sturm gegen das Biomasseprojekt. Unwirtschaftlich sei es und \u00f6kologisch nicht nachhaltig. Vor allem aber w\u00fcrde es \u2013 gest\u00fctzt durch massive \u00d6kostrom-F\u00f6rderungen \u2013 die Konkurrenz um den begehrten Rohstoff Holz erh\u00f6hen. Worte alleine gen\u00fcgen Mondi-Chef und OMV-Aufsichtsratschef in spe Peter Oswald nicht mehr. Er will Fakten schaffen. Sulbit soll der RZ-Gruppe das Grundst\u00fcck wegkaufen \u2013 eine f\u00fcr einen Industriekonzern ungew\u00f6hnliche Entscheidung.<\/p>\n<p>Am 3. M\u00e4rz wird der Verkauf des Grundst\u00fcckes von der Gl\u00e4ubigerversammlung aber noch einmal vertagt. Es soll gepr\u00fcft werden, ob Masseverwalter Johann Jalovetz die Option zieht, die RZ-Gruppe in den \u201eBaurechtsvertrag\u201c einsteigen zu lassen. Sulbit reagiert darauf einige Tage sp\u00e4ter mit einem lukrativen Angebot: 1,2 Mio. Euro sei man bereit, f\u00fcr das Grundst\u00fcck zu bezahlen, wenn die Option nicht gezogen werde. Gestern, am 31. M\u00e4rz, soll die Entscheidung fallen. In einer \u00f6ffentlichen Tagsatzung treffen die Gegner aufeinander. In 50.000-Euro-Schritten steigern sie sich nach oben.<\/p>\n<p>Bis bei 1,5 Mio. Euro das Pouvoir des Mondi-Vertreters endet. Die RZ-Gruppe erhielt f\u00fcr 1,55 Mio. Euro den Zuschlag f\u00fcr 3200 Quadratmeter Klagenfurter Wiese. \u201eNat\u00fcrlich tut es weh, dass wir so viel Geld bezahlen mussten\u201c, sagt Dietmar Riegler, Chef der RZ-Gruppe, zur \u201ePresse\u201c. \u201eEs w\u00e4re noch vertretbar, wenn Mondi ein Projekt geplant h\u00e4tte. Aber die sagen ja offen, dass sie nur so hoch bieten, um unser Projekt zu verhindern.\u201c<\/p>\n<p>\u201eUnser Projekt\u201c, das sind jene zwei Biomassewerke, die ab heuer die W\u00e4rmeversorgung von Klagenfurt sichern sollen. Jene zwei Kraftwerke, die seit Monaten nicht nur die Papierkonzerne, sondern auch Politiker, Anw\u00e4lte und Gerichte besch\u00e4ftigen. Seit den Betreibern im Sommer ein Bescheid um die Ohren flog, ist das Projekt in Schwebe.<\/p>\n<p>Entsprechend schwer gestaltet sich auch die Finanzierung der 94 Millionen Euro teuren Kraftwerke. Da hilft es auch nicht, dass die RZ-Gruppe der Heta noch etliche Millionen schuldet und eben ein S\u00e4gewerk schlie\u00dfen und Holz verkaufen musste, um die Liquidit\u00e4t zu st\u00e4rken. Mit dem teuren Zukauf (und einer Genehmigung in Sicht) sieht Riegler aber endlich Licht am Horizont. Auch ein Investor sei schon an der Angel. \u201eFonds\u201c, sagt er. Viel konkreter wird es nicht. Der K\u00e4rntner wei\u00df: Durchhalten k\u00f6nnte sich auszahlen. Daf\u00fcr sorgen \u00d6sterreichs Stromkunden. Sobald RZ Pellets die Kraftwerke bauen darf, rieseln hunderte Millionen Euro an \u00d6kostrom-F\u00f6rderung in die Kassen des Unternehmers. Rund 250 Millionen Euro in 15 Jahren k\u00f6nnten es sein, so erste Sch\u00e4tzungen. Die W\u00e4rmeversorgung f\u00fcr Klagenfurt w\u00e4re dann nur ein Nebenprodukt<\/p>\n<h3>20 Prozent teureres Holz<\/h3>\n<p>Genau das will Mondi auch nach verlorenem Bieterverfahren mit aller Kraft verhindern. \u201eMondi handelte in der Bietersitzung auch im Interesse anderer Unternehmen, die sich ebenfalls gegen das falsche energiewirtschaftliche Konzept des Klagenfurter Biomasse-Kraftwerkes aussprechen.\u201c Das best\u00e4tigt auch Alfred Heinzel, Papierindustrieller und Pr\u00e4sident des Branchenverbands Austropapier: \u201eWir h\u00e4tten uns die Kosten geteilt, wenn es den Zuschlag gegeben h\u00e4tte.\u201c Neben Mondi (Frantschach) sei n\u00e4mlich vor allem sein Unternehmen (P\u00f6ls) und Sappi (Gratkorn) von dem Klagenfurter Kraftwerk betroffen. \u201eWir haben ja nichts gegen hohe Holzpreise. Aber wir haben etwas dagegen, wenn mittels \u00d6kostromtarifen diese Preise getrieben werden.\u201c Schon heute sei das Holz hierzulande um bis zu 20 Prozent teurer als in anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern. \u201eWir werden daher weiter alles daran setzen, um das Kraftwerk zu verhindern\u201c, so Heinzel.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr die Gl\u00e4ubiger des im Vorjahr in Konkurs geschlitterten Villacher Unternehmers Hans Griesser war gestern, Dienstag, ein ausgesprochen guter Tag. Denn an diesem Tag wurde ein 3200 Quadratmeter gro\u00dfes Grundst\u00fcck im Norden Klagenfurts versteigert. Sch\u00e4tzwert laut Masseverwalter: 323.000 Euro. Verkauft wurde das St\u00fcck Land f\u00fcr 1,55 Mio. Euro. 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