{"id":25291,"date":"2015-04-02T03:03:21","date_gmt":"2015-04-02T01:03:21","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=25291"},"modified":"2015-04-02T08:18:30","modified_gmt":"2015-04-02T06:18:30","slug":"eine-nachhaltige-zukunft-fuer-die-eu-landwirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/eine-nachhaltige-zukunft-fuer-die-eu-landwirtschaft\/","title":{"rendered":"Eine nachhaltige Zukunft f\u00fcr die EU-Landwirtschaft?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Bis zum Jahr 2050 erwartet man eine Weltbev\u00f6lkerung von \u00fcber neun Milliarden Menschen, was auch den Bedarf an Lebensmitteln enorm ansteigen lassen wird. Die BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China und S\u00fcdafrika) entwickeln sich mit hoher Geschwindigkeit und die Nachfrage der dortigen Bev\u00f6lkerung nach qualitativ hochwertigeren Lebensmitteln, insbesondere nach Fleisch, nimmt zu. Wie kann die europ\u00e4ische<\/strong> <strong>Landwirtschaft die Herausforderungen der Zukunft in Sachen Lebensmittel auf eine Weise bew\u00e4ltigen, die der Umwelt nicht schadet? Wie wirkt sich die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) auf die Nachhaltigkeit aus? Und was kann die Forschung zu all diesen Punkten bewirken? Unter dem Titel \u201eEine nachhaltige Zukunft f\u00fcr die EU-Landwirtschaft?\u201c (Sustainable future for EU farming?) veranstalteten das Europ\u00e4ische Umweltb\u00fcro (European Environmental Bureau, EEB), BirdLife International und der D\u00e4nische Umweltrat vor Kurzem in Br\u00fcssel eine Konferenz, die sich mit diesen Fragen befasste.<\/strong><\/p>\n<h3>GAP-Reform<\/h3>\n<p>In seinem Konferenzbeitrag machte Agrarkommissar Phil Hogan auf die neuen umweltfreundlicheren Elemente der Reform zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) aufmerksam, wie zum Beispiel die \u00d6kof\u00f6rderung (green payment), die jetzt 30% der Direktzahlungen ausmacht, das einfache und gezielte Cross-Compliance-System und das Programm f\u00fcr eine umweltfreundlichere l\u00e4ndliche Entwicklung. Er ging jedoch auch auf die Kritik an der GAP-Reform von Seiten der Umweltbewegung ein. Jeremy Wates vom EEB etwa warnte davor, dass nationale Ressourcen in gro\u00dfem Ma\u00dfstab erodiert werden k\u00f6nnten, und Ariel Brunner von BirdLife International beklagte, dass Europa seine Artenvielfalt verliert, und wies auf den dramatischen Verlust der Weideland-Biodiversit\u00e4t hin, wie er im letzten Synthesebericht \u201e<a href=\"http:\/\/www.eea.europa.eu\/soer-2015\/synthesis\/die-umwelt-in-europa-zustand\" target=\"_blank\">Die Umwelt in Europa: Zustand und Ausblick 2015<\/a>\u201c der Europ\u00e4ischen Umweltagentur festgestellt wurde. Der Kommissar betonte, dass eine der Priorit\u00e4ten im Rahmen der GAP die Verbesserung der Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft ist, und f\u00fcgte hinzu, dass wirtschaftliche und \u00f6kologische Nachhaltigkeit f\u00fcr ihn zwei Seiten derselben Medaille sind.<\/p>\n<h3>Forschungsinitiativen zu Lebensmitteln und Landwirtschaft<\/h3>\n<p>In der Forschungsgemeinschaft finden bereits viele wichtige Aktivit\u00e4ten statt und Kommissar Hogan stellte fest, dass zwei der gro\u00dfen Aufrufe unter Horizont 2020 f\u00fcr die Jahre 2016 und 2017 in Bezug auf die Mittelmeerregion sich mit den Bereichen Nahrung und Wasser befassen.<\/p>\n<p>Olivier Mora, ein Forscher der <a href=\"http:\/\/www.cirad.fr\/en\/publications-resources\/publishing\/studies-and-documents\/agrimonde\" target=\"_blank\">Zukunftsstudie Agrimonde<\/a>, stellte unterdessen die Ergebnisse eines Forschungsteams von CIRAD und INRA in Frankreich zum Thema nachhaltige Landwirtschaft vor. Das Team richtete \u00fcber eine Plattform ein Werkzeug zur st\u00e4ndigen Vorausschau ein, wo f\u00fcr die Jahre bis 2050 zwei Szenarien im Zusammenhang mit globalen Lebensmittel- und Landwirtschaftssystemen konstruiert, analysiert und debattiert werden: \u201eAgrimonde 1\u201c und \u201eAgrimonde GO\u201c. Agrimonde 1 baut auf den Prinzipien einer nachhaltigen Entwicklung auf. Dieses Szenario umfasst eine \u00f6kologische Intensivierung der Produktion und eine Reduzierung der derzeitigen Ungleichheiten hinsichtlich des Konsums: also weniger Unterern\u00e4hrung in einigen Regionen, w\u00e4hrend in anderen gleichzeitig das \u00dcberma\u00df an Abfall und Nahrungsmittelkonsum verringert wird. Das zweite Szenario, Agrimonde GO, stellt haupts\u00e4chlich deutliche Zuw\u00e4chse des Kalorienertrags pro Hektar Anbaufl\u00e4che und einen ungeregelten Welthandel nach. Au\u00dferdem geht es von der Annahme aus, dass Umweltprobleme nicht antizipiert werden, mit der Gewissheit, dass diese gel\u00f6st werden k\u00f6nnen, wenn sie sich erst versch\u00e4rfen.<\/p>\n<p>Was sagt die Forschung zu der Frage, ob unser Planet im Jahre 2050 neun Milliarden Menschen ern\u00e4hren kann? Mora zufolge wird es davon abh\u00e4ngen, was auf unsere Teller kommt, insbesondere der Anteil tierischer Produkte, und wie wir in Zukunft die biologische Vielfalt sch\u00fctzen. Ausgehend von Agrimonde f\u00fchren Mora und das Team von CIRAD jetzt eine neue Studie durch, die sich mit dem Thema Landnutzungs\u00e4nderung und Ern\u00e4hrungsunsicherheit befasst \u2013 dabei geht es um Fragen zu Auswirkungen des Klimawandels, Ern\u00e4hrungsumstellung und Abfall, Haushaltseinkommen sowie zur Dynamik landwirtschaftlicher Betriebe.<\/p>\n<p>Diese Bereiche bilden auch einen der Schwerpunkte von Horizont 2020, der Lebens- und Futtermittelsicherheit, Wettbewerbsf\u00e4higkeit der europ\u00e4ischen Lebensmittelindustrie sowie Nachhaltigkeit von Produktion, Verarbeitung und Verbrauch von Nahrungsmitteln abdeckt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bis zum Jahr 2050 erwartet man eine Weltbev\u00f6lkerung von \u00fcber neun Milliarden Menschen, was auch den Bedarf an Lebensmitteln enorm ansteigen lassen wird. 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