{"id":25169,"date":"2015-03-26T03:03:36","date_gmt":"2015-03-26T02:03:36","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=25169"},"modified":"2015-03-25T14:41:10","modified_gmt":"2015-03-25T13:41:10","slug":"hoechstes-holzhaus-deutschlands-entsteht-in-flensburg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/hoechstes-holzhaus-deutschlands-entsteht-in-flensburg\/","title":{"rendered":"H\u00f6chstes Holzhaus Deutschlands entsteht in Flensburg"},"content":{"rendered":"<p>Das <a href=\"http:\/\/www.idee-projekt.com\/\" target=\"_blank\">h\u00f6chste Holzhaus Deutschlands<\/a> soll bald in Flensburg an der F\u00f6rde stehen. Geplant ist ein Ensemble von vier T\u00fcrmen mit sechs, sieben, acht und zehn Geschossen. Der Entwurf stammt von den Berliner Architekten Kaden + Partner. Sie haben in der Hauptstadt schon vier Siebengeschosser aus Holz gebaut. Das hei\u00dft, nicht ganz aus Holz. Es sind sogenannte <a href=\"http:\/\/www.enbausa.de\/daemmung-fassade\/aktuelles\/artikel\/holz-hybrid-bausystem-erhaelt-bundespreis-ecodesign-3630.html\" target=\"_blank\">Hybridkonstruktionen<\/a> mit einem au\u00dfen liegenden Treppenhaus aus Stahlbeton sowie einer Holzbetonverbunddecke. Trotzdem sind die Architekten weit \u00fcber das hinaus gegangen, was im Geschosswohnungsbau mit Holz m\u00f6glich schien.<\/p>\n<p>Eigentlich schlie\u00dfen die Landesbauordnungen Holz als Baustoff f\u00fcr H\u00e4user der Geb\u00e4udeklasse 5 \u00fcber 13 Meter H\u00f6he aus. &#8220;Ausnahmen sind aber m\u00f6glich, solange man die Brandschutzziele erreicht&#8221;, sagt Markus Lager von Kaden + Partner. Ein Gutachten der Brandschutzingenieure Dehne und Kruse aus Gifhorn best\u00e4tigte, dass die Holzhochh\u00e4user in Flensburg die Vorgaben erf\u00fcllen.<\/p>\n<h3>Mineralisches WDVS sorgt f\u00fcr den Brandschutz<\/h3>\n<p>Erreicht wird der Brandschutz mit zwei Kapselungen: Die \u00e4u\u00dfere wird mit einem <a href=\"http:\/\/wdvs.enbausa.de\/\" target=\"_blank\">mineralischen W\u00e4rmed\u00e4mmverbundsystem<\/a> hergestellt und fungiert zugleich als Fassade. &#8220;Um gute, praktikable Details und Konstruktionen zu erhalten, arbeiten wir schon fr\u00fch in der Planungsphase mit den ausf\u00fchrenden Unternehmen zusammen. Vor allem den Bauablauf denken wir uns gemeinsam aus&#8221;, sagt Markus Lager.<\/p>\n<p>Innen wird das Holz mit Fermacellplatten gekapselt. Allerdings wollen die Planer das Holz nicht \u00fcberall verstecken. &#8220;Wo es sichtbar bleibt, wollen wir einen Brandschutzanstrich aufbringen oder das Holz auf Abbrand dimensionieren. Da sind wir gerade in der Planung&#8221;, sagt Markus Lager. Holz hat eine Abbrandquote von 0,2 Millimetern pro Minute. Das ist ein Wert, der sich bei ausreichender Dicke des Holzes mit dem Brandschutz vertr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Kaden + Partner verwenden Beton und Holz jeweils dort, &#8220;wo jedes Material seine besten Eigenschaften entfaltet&#8221;, sagt Lager. Von einer &#8220;sinnhaften Verkn\u00fcpfung&#8221; sprach Tom Kaden k\u00fcrzlich in Berlin bei einem Vortrag auf Einladung der Gesellschaft f\u00fcr Nachhaltiges Bauen. Auch in Flensburg haben sich die Architekten wieder f\u00fcr ein au\u00dfen stehendes Betontreppenhaus entschieden. &#8220;Es ist ein gern verwendetes Entwurfsprinzip von uns. Jede Wohnung wird wie ein Einfamilienhaus erschlossen, bei dem man direkt Kontakt zum Au\u00dfenraum hat, wenn man aus der T\u00fcr tritt&#8221;, sagt Markus Lager. Beton in der Decke sorgt wegen seiner Schwere f\u00fcr einen besseren Schallschutz. &#8220;Man k\u00f6nnte die Decke auch nur mit Holz bauen. Das w\u00e4re aber hochpreisiger und sie h\u00e4tte in der Regel eine gr\u00f6\u00dfere Aufbauh\u00f6he&#8221;, erkl\u00e4rt Markus Lager.<\/p>\n<p>Die Vorteile von Holz als Baustoff sieht Tom Kaden zum einen im hohen Vorfertigungsgrad: &#8220;Man kann bei fast jedem Wetter arbeiten&#8221;, sagt er. Montagezeiten von einem Tag pro Geschoss wurden beispielsweise beim Bau des \u00f6sterreichischen Licycle Towers in Dornbirn erreicht. &#8220;Wir machen Holzkonstruktionen, weil wir Prim\u00e4renergie einsparen wollen. Holz ist kein Material, was erst hergestellt werden muss. Und wir nehmen damit Kohlendioxid vom Markt&#8221;, erg\u00e4nzt Markus Lager.<\/p>\n<h3>Holzhochhaus ist f\u00fcnf Prozent teurer<\/h3>\n<p>Gerade hohe H\u00e4user aus Holz k\u00f6nnen eine besonders gute Senke f\u00fcr Kohlenstoff sein. Der Grund: Hier muss die Konstruktion im Vergleich zu flachen Geb\u00e4uden viel st\u00e4rker sein, hei\u00dft es im Abschlussbericht des Timber Tower Research Projekt vom Planungsb\u00fcro Skidmore, Owings &amp; Merrill. &#8220;Holzh\u00e4user verursachen im Schnitt 50 Prozent weniger Treibhausgase als Standardgeb\u00e4ude&#8221;, sagt Volker Schmid von der Technischen Universit\u00e4t Berlin. Au\u00dferdem wiegen Holzh\u00e4user nur 60 Prozent eines Standardgeb\u00e4udes, berichtet Schmid. &#8220;Dadurch verringert sich die Belastung des statischen Umfelds beim Bau.&#8221; Au\u00dferdem w\u00fcrden Nachbarn durch die k\u00fcrzeren Bauzeiten weniger bel\u00e4stigt. Im Moment sei ein Holzhochhaus aber auch noch f\u00fcnf Prozent teurer als ein vergleichbarer Bau.<\/p>\n<p>Seit Herbst leitet Volker Schmid zusammen mit Carsten Hein vom Ingenieurb\u00fcro Arup Deutschland eine neue Arbeitsgruppe des Council on Tall Buildings and Urban Habitat (CTBUH). Sie soll erkunden, wie man mehr Holz im Hochhausbau einsetzen kann. Wohl nicht zuf\u00e4llig sind zwei Europ\u00e4er Leiter der Arbeitsgruppe. In einem Bericht \u00fcber Holzhochh\u00e4user hat die Initiative Rethink Wood den Kontinent als Zentrum des Holzhochhausbaus ausgemacht.<\/p>\n<p>Das weltweit h\u00f6chste Geb\u00e4ude aus Holz entsteht zur Zeit im norwegischen Bergen und wird 14 Stockwerke haben. Deutlich sichtbar sind hier schr\u00e4ge St\u00fctzelemente, die das Haus aussteifen. Solche Tragwerksteile leisten den Windlasten Widerstand. &#8220;Das spielt eine gro\u00dfe Rolle beim Hochhausbau&#8221;, erkl\u00e4rt Volker Schmid. Wie man dieser Herausforderung gerecht werden kann, ist eine der Forschungsaufgaben, die er beim Bauen mit Holz sieht. Eine andere sei die dauerhafte Verbindung der Holzelemente.<\/p>\n<p>Es hat sich in den vergangenen f\u00fcnf Jahren beim Holzhochhausbau aber schon viel bewegt, sagt Volker Schmid. Und es geht immer h\u00f6her hinaus. Gerade k\u00fcndigte die \u00f6sterreichische Kerbler Gruppe den Bau des &#8220;HoHo Wien&#8221; an, das 24 Stockwerke haben und 2018 fertiggestellt sein soll. Das Flensburger Projekt nimmt sich dagegen fast schon klein aus. Hier muss die Baugruppe noch wachsen, die das erste der vier H\u00e4user, den Zehnst\u00f6cker, errichten will. Sie sucht Mitstreiter, die sich engagieren &#8220;bevor man etwas sieht&#8221;, sagt der Leiter der Baugruppe, Jochen Glogau. Einen Bauantrag hat er noch nicht gestellt. Trotzdem: &#8220;Das Projekt wird auf jeden Fall gebaut&#8221;, ist sich Markus Lager sicher.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das h\u00f6chste Holzhaus Deutschlands soll bald in Flensburg an der F\u00f6rde stehen. Geplant ist ein Ensemble von vier T\u00fcrmen mit sechs, sieben, acht und zehn Geschossen. Der Entwurf stammt von den Berliner Architekten Kaden + Partner. Sie haben in der Hauptstadt schon vier Siebengeschosser aus Holz gebaut. 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