{"id":24866,"date":"2015-03-11T03:06:44","date_gmt":"2015-03-11T02:06:44","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=24866"},"modified":"2021-09-09T21:46:56","modified_gmt":"2021-09-09T19:46:56","slug":"neue-studie-ohne-power-to-gas-wird-es-teurer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/neue-studie-ohne-power-to-gas-wird-es-teurer\/","title":{"rendered":"Neue Studie: Ohne Power-to-Gas wird es teurer"},"content":{"rendered":"<p><strong>Durch den kommerziellen Einsatz der Technologie Power-to-Gas sind die Klimaschutzziele der Bundesregierung kosteng\u00fcnstiger zu erreichen. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie des Fraunhofer-Instituts f\u00fcr Solare Energiesysteme ISE. Die Freiburger Forscher kommen in ihrer Untersuchung zu dem Schluss, dass bei einer weitgehenden Reduktion der Kohlendioxid-Emissionen die j\u00e4hrlichen Gesamtkosten des deutschen Energiesystems um einen hohen zweistelligen Milliardenbetrag pro Jahr niedriger ausfallen, wird die Speichertechnologie k\u00fcnftig entsprechend ausgebaut. Grundlage der Studie ist das derzeit umfassendste Simulationsmodell f\u00fcr eine kostenoptimierte, nachhaltige Energieversorgung in Deutschland \u2013 f\u00fcr die aktuelle Analyse wurde es weiter differenziert. Auftraggeber der im M\u00e4rz 2015 ver\u00f6ffentlichten Studie ist die ETOGAS GmbH. Die Ergebnisse: <a href=\"http:\/\/http:\/\/www.etogas.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.etogas.com<\/a>.<\/strong><\/p>\n<p>Das Modell der Forschungsgruppe um Prof. Hans-Martin Henning liefert umfangreiche Grundlagen f\u00fcr den von der Bundesregierung bis 2016 zu erarbeitenden Klimaschutzplan 2050. In dem Klimaschutzplan soll aufgezeigt werden, welche konkreten Ma\u00dfnahmen notwendig sind, um die Treibhausgasemissionen in Deutschland bis 2050 um mindestens 80 Prozent gegen\u00fcber 1990 zu reduzieren. Eines ist jetzt klar: Mit Power-to-Gas wird es leichter, die Ziele ohne drastische Kostensteigerungen zu erreichen.<\/p>\n<h3>Power-to-Gas erh\u00f6ht die Energiekosten nicht, sondern reduziert sie<\/h3>\n<p>Bislang wurde kontrovers diskutiert, ob Power-to-Gas die Kosten der Energiewende erh\u00f6ht oder senken kann. Nun liegen wissenschaftliche Erkenntnisse zu dieser Frage vor: Sinkt der Kohlendioxid-Aussto\u00df in 35 Jahren mit Hilfe des kommerziellen Ausbaus von Power-to-Gas um 75 bis 82 Prozent, ist das mit wesentlich geringeren volkswirtschaftlichen Kosten verbunden, so die ISE-Studie, in die auch die Erfahrungswerte aus mehreren Power-to-Gas-Projekten eingeflossen sind. Bei 80 Prozent Reduktion etwa summieren sich die Einsparungen, im Vergleich zu einem Energiesystem ohne die Speichertechnologie, auf 60 Milliarden Euro pro Jahr; bei 82 Prozent sind es sogar bereits rund 90 Milliarden.<\/p>\n<p>Die n\u00f6tigen Investitionen zum Aufbau der Kapazit\u00e4ten w\u00fcrden sich schnell bezahlt machen: Bei einer 80-Prozent-Reduktion amortisieren sie sich nach weniger als f\u00fcnf Jahren, bei 82 Prozent noch schneller.<\/p>\n<p>Die Aussage, dass ohne eine breite Nutzung von Power-to-Gas weitgehende CO<sub>2<\/sub>-Emissionsreduktionen nur mit h\u00f6heren Kosten erreichbar sind, ist auch bei unterschiedlichen langfristigen Kostenentwicklungen f\u00fcr die Speichertechnologie \u00e4u\u00dferst robust, so die Wissenschaftler. Unsicherer dagegen erscheinen die m\u00f6glichen Kostenentwicklungen der verschiedenen Antriebskonzepte und daher eine Einsch\u00e4tzung, welche der Konzepte im Verkehrsbereich sich langfristig durchsetzen werden.<\/p>\n<p>Der Analyse zufolge stellt sich bei einer kostenoptimierten CO<sub>2<\/sub>-Reduktion von 81 Prozent ein Mix aus rund 45 Prozent fossilem Erdgas, 40 Prozent synthetischem erneuerbarem Erdgas und 15 Prozent Biogas ein. Gro\u00dfe Teile des synthetischen erneuerbaren Erdgases werden im Mobilit\u00e4tssektor genutzt. Gasbasierte Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor, die mit komprimiertem Gas (CNG) betrieben werden, stellen bei dieser Emissonsreduktion wahrscheinlich die kosteng\u00fcnstigste L\u00f6sung f\u00fcr die klimafreundliche PKW-Mobilit\u00e4t dar. Erst h\u00f6here CO<sub>2<\/sub>-Reduktionsziele f\u00fchren im Rahmen des Modells zu einem wachsenden Anteil elektrischer Mobilit\u00e4tstechnologien mit und ohne Brennstoffzellen. Damit zeigt sich: Erneuerbare Mobilit\u00e4t ben\u00f6tigt einen breiteren Ansatz, Erdgasautos mit erneuerbarem Gas und Elektrofahrzeuge erg\u00e4nzen sich gut.<\/p>\n<h3>Ohne baldigen Ausbau fehlen Kapazit\u00e4ten<\/h3>\n<p>\u201eWir brauchen die Technologie f\u00fcr eine klimaschonende und g\u00fcnstige Energieversorgung. Das zeigt die Studie deutlich\u201c, sagt ETOGAS-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Gregor Waldstein. \u201eDamit wir in Zukunft entsprechende Kapazit\u00e4ten und die gew\u00fcnschte Kostenstruktur haben, m\u00fcssen wir die industrie- und energiepolitischen Weichen jetzt stellen. Sonst wird es teurer.\u201c<\/p>\n<p>Power-to-Gas wandelt \u00fcbersch\u00fcssigen Strom aus Wind und Sonne in Wasserstoff um. Bei Bedarf ist eine weitere Wandlung in erneuerbares synthetisches Erdgas (Methan) m\u00f6glich. Die Nutzungsm\u00f6glichkeiten sind vielf\u00e4ltig: Wasserstoff etwa f\u00fcr Brennstoffzellenfahrzeuge, Methan f\u00fcr Erdgasautos oder auch f\u00fcr die Strom- und W\u00e4rmebereitstellung in Anlagen der Kraft-W\u00e4rme-Kopplung.<\/p>\n<p><em>Weitere Informationen zur neuen Studie gibt es vom 9. bis 11. M\u00e4rz auf der Messe \u201eEnergy Storage Europe\u201c in D\u00fcsseldorf am ETOGAS-Messestand. Auf der gleichzeitig am selben Ort stattfindenden Konferenz \u201eInternational Renewable Energy Storage\u201c (IRES) wird auch Prof. Hans-Martin Henning die neuen Ergebnisse vorstellen. Sein Vortrag lautet \u201eTransformation of the German Energy System and the Role of Energy Storage\u201c und findet am 9. M\u00e4rz um 14:40 Uhr statt.<\/em><\/p>\n<p>Das f\u00fcr die aktuelle Studie (The Role of power-to-gas in achieving Germany\u2019s climate policy targets with a special focus on concepts for road based mobility&#8221;) genutzte Simulationsmodell REMod-D (Regenerative Energien-Modell \u2013 Deutschland) betrachtet als bislang einzige wissenschaftliche Arbeit das gesamte Energiesystem unter Einbeziehung aller Wandlungsketten und Verbrauchssektoren. Das ist wichtig, denn nur eine bei den Gesamtemissionen ansetzende Analyse kann brauchbare Informationen \u00fcber die ben\u00f6tigten Ma\u00dfnahmen und Technologien liefern und die zunehmende Wechselwirkung zwischen verschiedenen Energietr\u00e4gern und Sektoren ad\u00e4quat abbilden. Das Modell umfasst alle Sektoren &#8211; Strom, W\u00e4rme, Industrie, Mobilit\u00e4t &#8211; und ermittelt f\u00fcr sie m\u00f6glichst niedrige Gesamtkosten unter der Vorgabe der nationalen CO<sub>2<\/sub>-Minderungsziele. Erst durch diese umfassende, sektor\u00fcbergreifende Betrachtung werden die kostensenkenden Effekte durch Power-to-Gas sichtbar, da Synergien gerade zwischen dem Strom- und Mobilit\u00e4tssektor offengelegt werden.<\/p>\n<p>Ein Ergebnis des bereits 2013 erstellten Modells: Die j\u00e4hrlichen Kosten f\u00fcr Erhalt und Betrieb eines nachhaltigen Energiesystems liegen in der Gr\u00f6\u00dfenordnung der Kosten unserer heutigen Energieversorgung. F\u00fcr ihre aktuelle Untersuchung differenzierten die Wissenschaftler den Sektor Stra\u00dfenmobilit\u00e4t weiter. Bislang konnte das Modell REMod-D den Sektor nur grob darstellen, neben dem elektrischen Schienenverkehr gab es drei Antriebskonzepte f\u00fcr PKW. Jetzt sind sieben Antriebskonzepte enthalten und Stra\u00dfenverkehr wird differenziert nach PKW und Lastverkehr betrachtet. Au\u00dferdem wurden die Verteilungen der verschiedenen Konzepte mit Hilfe einer vollst\u00e4ndigen Optimierung dynamisch ermittelt und nicht wie bisher fix vorgegeben. Damit ist in dem Modell zum ersten Mal die Wahl verschiedener Mobilit\u00e4ts- und Antriebskonzepte abgebildet.<\/p>\n<h3>\u00dcber ETOGAS<\/h3>\n<p>Die ETOGAS GmbH ist f\u00fchrend in der Entwicklung der Power-to-Gas-Technologie. Der Stuttgarter Anlagenbauer entwickelt, baut und verkauft schl\u00fcsselfertige Power-to-Gas Anlagen, die Strom in einem ersten Schritt in Wasserstoff und in einem zweiten in erneuerbares synthetisches Erdgas (Methan) umwandeln. Zu dem Angebot des Unternehmens geh\u00f6ren auch Elektrolyseure und reine Methanisierungsanlagen. Die Anlagen verbinden das Strom- mit dem Gasnetz und bieten eine L\u00f6sung eines zentralen Problems der Energiewende: \u00dcberschussstrom, der fluktuierend aus Wind- und Solaranlagen anf\u00e4llt, kann mit Hilfe der Technologie umgewandelt und in die bereits bestehende Infrastruktur des Erdgasnetzes eingespeist werden &#8211; der Gr\u00fcnstrom wird damit langfristig speicherbar und \u00fcberall beziehbar. Die Anlagen erlauben zudem, chemische Werkstoffprozesse im Umfeld der Kohlendioxid-Nutzung technisch, \u00f6konomisch und umwelttechnisch sinnvoll einzusetzen. ETOGAS wurde 2007 gegr\u00fcndet und besch\u00e4ftigt derzeit 20 Mitarbeiter.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Durch den kommerziellen Einsatz der Technologie Power-to-Gas sind die Klimaschutzziele der Bundesregierung kosteng\u00fcnstiger zu erreichen. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie des Fraunhofer-Instituts f\u00fcr Solare Energiesysteme ISE. Die Freiburger Forscher kommen in ihrer Untersuchung zu dem Schluss, dass bei einer weitgehenden Reduktion der Kohlendioxid-Emissionen die j\u00e4hrlichen Gesamtkosten des deutschen Energiesystems um einen hohen zweistelligen [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":59,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572,5571],"tags":[],"supplier":[9040,9239],"class_list":["post-24866","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","category-co2-based","supplier-etogas","supplier-fraunhofer-ise"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/24866","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/59"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=24866"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/24866\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=24866"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=24866"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=24866"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=24866"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}