{"id":24796,"date":"2015-01-15T16:48:26","date_gmt":"2015-01-15T15:48:26","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=24796"},"modified":"2015-03-08T09:49:06","modified_gmt":"2015-03-08T08:49:06","slug":"beton-liefert-sonnenstrom","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/beton-liefert-sonnenstrom\/","title":{"rendered":"Beton liefert Sonnenstrom"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ein Forschungsteam der Universit\u00e4t Kassel entwickelt einen Baustoff, der zugleich eine Solarzelle ist. Wichtige Bestandteile sind leitf\u00e4higer Beton und Fl\u00fcssigkeiten wie beispielsweise Fruchts\u00e4fte. \u201eDysCrete\u201c soll k\u00fcnftig unter anderem zum Bau von Fassaden dienen und zugleich Sonnenenergie in Strom umwandeln.<\/strong><\/p>\n<p>\u201eDysCrete\u201c besteht aus einem speziellen leitf\u00e4higen Beton, der mit Lagen aus Titandioxid, einer organischen Fl\u00fcssigkeit, einem Elektrolyt, Graphit und einer transparenten Oberfl\u00e4che beschichtet ist. Das Ergebnis ist eine sogenannte Farbstoffsolarzelle, der Beton selber \u00fcbernimmt dabei die Funktion einer Elektrode. Die Umwandlung der Sonnenenergie in Strom folgt dem Prinzip der Photosynthese. Das Materialsystem ist besonders umweltfreundlich.<\/p>\n<p>Die Entwicklung von \u201eDysCrete\u201c ist ein Projekt der interdisziplin\u00e4ren Lern- und Forschungsplattform \u201eBau Kunst Erfinden\u201c von Prof. Heike Klussmann, Leiterin des Fachgebiets Bildende Kunst an der Universit\u00e4t Kassel, und Thorsten Klooster, Projektleiter Forschung am Fachgebiet. Das Projekt\u00a0 wird vom Bundesbauministerium mit rund 150.000 Euro gef\u00f6rdert und l\u00e4uft zun\u00e4chst noch bis Mitte 2015. Projektpartner sind das Fachgebiet Werkstoffe des Bauwesens und Bauchemie (Leitung Prof. Dr. Bernhard Middendorf) und Partner aus der Industrie.<\/p>\n<p>Prototypen des Sonnenstrom-Betons existieren bereits. \u201eUnser Ziel ist es, ein Material zu entwickeln, das in Zukunft in der Bauwirtschaft eingesetzt werden kann, beispielsweise f\u00fcr Fertigteile im Hochbau, Fassaden-Elemente und neuartige Wandsysteme\u201c, erkl\u00e4rt Prof. Klussmann. \u201eZugleich liefert es als Solarzelle einen Beitrag zu einer nachhaltigen und dezentralen Energieversorgung.\u201c<\/p>\n<h3>Farbstoffzelle ist g\u00fcnstig in der Herstellung<\/h3>\n<p>Die Farbstoffsolarzelle selber ist keine Kasseler Erfindung; neu ist die Verschmelzung von Solarzelle und Baustoff. Die Farbstoffsolarzelle oder auch Gr\u00e4tzel-Zelle ist eine Alternative zur herk\u00f6mmlichen Silicium-Solarzelle. Sie beruht auf einer Entwicklung des Schweizer Chemikers Michael Gr\u00e4tzel und \u00e4hnelt im Prinzip der Photosynthese der Pflanzen.<\/p>\n<p>Um mit dem Solarstrom-Beton bei der Umwandlung von Sonnenenergie einen m\u00f6glichst hohen Wirkungsgrad zu erzielen, optimiert die Gruppe um Prof. Klussmann und Klooster die Beschichtungen. Ein Beispiel: Verwendeten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beispielsweise anfangs noch Johannisbeersaft, so wurde dieser inzwischen durch andere Fl\u00fcssigkeiten ersetzt.<\/p>\n<p>Ziel ist ein Wirkungsgrad von rund zwei Prozent. \u201eDas rechnet sich deswegen, weil die Herstellungskosten von Farbstoffzellen deutlich geringer sind als die von Silicium-Solarzellen\u201c, sagt Klooster. Zudem sind die Ausgangsmaterialien einfach zu beschaffen, umweltfreundlich und leicht recycelbar. Titandioxid etwa ist ein h\u00e4ufig verwendetes Material, das sich auch in Zahnpasta findet. Und: Farbstoffsolarzellen und damit auch \u201eDysCrete\u201c reagieren auch auf diffuses Licht und k\u00f6nnen daher auch auf Geb\u00e4ude-Nordseiten angebracht werden.<\/p>\n<p>\u201eBau Kunst Erfinden\u201c zeigt \u201eDysCrete\u201c und weitere Innovationen auch auf der BAU 2015, der nach eigenen Angaben Weltleitmesse f\u00fcr Architektur, Materialien und Systeme. Die Messe findet vom 19. bis zum 25. Januar in M\u00fcnchen statt. Mehr Informationen unter <a href=\"http:\/\/www.baukunsterfinden.org\">www.baukunsterfinden.org<\/a>.<\/p>\n<h3>Hintergrund: Hochschulpreis f\u00fcr Exzellenz in der Lehre 2012<\/h3>\n<p>Die Lern- und Forschungsplattform \u201eBau Kunst Erfinden\u201c ist eine interdisziplin\u00e4re und inzwischen preisgekr\u00f6nte Projektgruppe, in der Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftler und Studierende aus verschiedenen Disziplinen zusammenarbeiten; beteiligt am Projekt \u201eDysCrete\u201c sind Vertreterinnen und Vertreter aus der Nanostrukturwissenschaft, Architektur, Materialwissenschaft und Kunst.<\/p>\n<p>Prof. Heike Klussmann hatte mit der Lern- und Forschungsplattform \u201eBau Kunst Erfinden\u201c 2012 den Hessischen Hochschulpreis f\u00fcr Exzellenz in der Lehre erhalten, Deutschlands h\u00f6chstdotierte staatliche Ehrung dieser Art. Heike Klussmann ist seit 2005 Professorin f\u00fcr Bildende Kunst an der Universit\u00e4t Kassel. Sie studierte an der Kunstakademie D\u00fcsseldorf und der Universit\u00e4t der K\u00fcnste Berlin. 1999\/2000 und 2003 hatte sie eine Gastprofessur am Art Center College of Design in Pasadena\/USA inne. Sie erhielt zahlreiche Preise f\u00fcr Kunst, Design und Architektur.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Forschungsteam der Universit\u00e4t Kassel entwickelt einen Baustoff, der zugleich eine Solarzelle ist. 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