{"id":24744,"date":"2015-03-05T02:09:13","date_gmt":"2015-03-05T01:09:13","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=24744"},"modified":"2021-09-09T21:47:02","modified_gmt":"2021-09-09T19:47:02","slug":"kohlekraftwerk-liefert-kohlendioxid-fuer-methanolproduktion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/kohlekraftwerk-liefert-kohlendioxid-fuer-methanolproduktion\/","title":{"rendered":"Kohlekraftwerk liefert Kohlendioxid f\u00fcr Methanolproduktion"},"content":{"rendered":"<p><strong>Duisburg\/ L\u00fcnen, 20. Januar 2015. \u2013 Aus einem ungeliebten Beiprodukt der konventionellen Stromerzeugung wird ein kostbarer Treibstoff: Ein Konsortium mit dem Energieanlagenbauer Mitsubishi Hitachi Power Systems Europe (MHPSE) als Systemintegrator errichtet eine Anlage, in der Kohlendioxid aus einem Kohlekraftwerk und Wasserstoff in Methanol umgewandelt wird.<br \/>\n<\/strong><br \/>\n\u201eMethanol kann Benzin und Diesel einfach beigemischt werden oder auch \u00fcber Standardprozesse in verschiedene Treibstoffe weiterverarbeitet werden&#8221;, erkl\u00e4rt Rainer Kiechl, Vorsitzender der MHPSE-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung. \u201eEs ist auch ein sehr gefragter Rohstoff zur Weiterverarbeitung in der chemischen Industrie.&#8221; Zudem erlaube die Technologie die Speicherung von Wind- oder Solarstrom in gro\u00dfem Ma\u00dfstab, so Kiechl.<\/p>\n<p>Der Wasserstoff stammt aus einer Elektrolyse, in dem Wasser in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt wird. Der Strom\u00fcberschuss aus alternativen Formen der Erzeugung k\u00f6nnte die Energie f\u00fcr die Elektrolyse liefern. Dann entsteht mit Hilfe des Kohlenstoffrecyclings ein gewaltiges Speicher- und Wertsch\u00f6pfungspotential f\u00fcr den Strom aus Sonne und Wind.<\/p>\n<p>Das jetzt angelaufene Projekt, das am Kraftwerksstandort L\u00fcnen der STEAG GmbH entstehen wird, ist eine internationale Kooperation mehrerer Firmen \/ Forschungsinstitutionen und wird von der Europ\u00e4ischen Union gef\u00f6rdert*. Das Projektvolumen betr\u00e4gt rund 11 Mio. Euro und wird von der EU im Rahmen des Forschungsprogrammes \u201eHorizon2020&#8243; mit \u00fcber 80% gef\u00f6rdert.<\/p>\n<p>In der Demonstrationsanlage wird Kohlendioxid mit einem Megawatt Strom zu einer Tonne Treibstoff am Tag umgewandelt. Sie ist damit die erste, die diese Technologie im industriellen Umfeld realisiert. Die Gesamtanlage besteht aus mehreren Komponenten, die von Partnern geplant und errichtet werden. Die Mitsubishi Hitachi Power Systems Europe sorgt als Systemintegrator daf\u00fcr, dass die einzelnen Komponenten reibungslos zusammenarbeiten und flexibel betrieben werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die belgische Firma Hydrogenics liefert die Elektrolyseanlage, das Unternehmen Carbon Recycling International (CRI, Island) die Methanolanlage. Ma\u00dfgeblich beteiligt ist auch die Universit\u00e4t Duisburg-Essen, deren Kohlendioxid-W\u00e4sche am Kraftwerksstandort ihre Funktionst\u00fcchtigkeit unter Beweis gestellt hat. Die Technologien von Hydrogenics und CRI sind bereits im kommerziellen Einsatz, jedoch nicht in der Konstellation wie nun in L\u00fcnen geplant. Weitere Partner sind die Universit\u00e4t von Genua, die Cardiff University, das slowakische Catalysis Institute und das spanische Unternehmen I-deals. Der erste Spatenstich f\u00fcr die Demonstrationsanlage ist f\u00fcr 2016 geplant. Betriebsbeginn ist im Laufe des Jahres 2017.<\/p>\n<h3>Fact sheet:<\/h3>\n<p>Die Funktionsweise der Anlage in K\u00fcrze: Das bei der Kohleverstromung entstehende Kohlendioxid wird in einer speziellen Anlage \u2013 einer \u201enachgeschalteten Rauchgasw\u00e4sche&#8221; (Post-Combustion-Capture, PCC) \u2013 aus dem Rauchgas abgeschieden. Eine Elektrolyseanlage zerlegt Wasser mit Hilfe von Strom in Wasserstoff und Sauerstoff. Kohlendioxid und Wasserstoff werden schlie\u00dflich in einer Methanol-Anlage in handels\u00fcbliches Methanol (CH<sub>3<\/sub>OH) umgewandelt.<\/p>\n<p>Die 1 MWel-Anlage im Kraftwerk L\u00fcnen ist f\u00fcr die Produktion von rund einer Tonne Methanol t\u00e4glich ausgelegt. Dabei werden 1,4 Tonnen CO<sub>2<\/sub> genutzt, die ansonsten in die Atmosph\u00e4re gelangen. Die direkte Methanol-Synthese ist zwar ein erprobtes Verfahren, sie wurde bislang jedoch nicht in Kombination mit einem Gro\u00dfkraftwerk und im lastflexiblen Betrieb eingesetzt. Das System l\u00e4sst sich problemlos nach oben skalieren. Anlagen bis 200 MW Leistung k\u00f6nnen zeitnah umgesetzt und wirtschaftlich betrieben werden. Eine solche Gro\u00dfanlage w\u00fcrde j\u00e4hrlich bis zu 180.000 Tonnen Methanol produzieren und damit bis zu 260.000 Tonnen CO<sub>2<\/sub>-Emissionen vermeiden.<\/p>\n<p>Neben Gro\u00dfkraftwerken sind auch andere Industrien mit hohen CO<sub>2<\/sub>-Emissionen f\u00fcr die Methanol-Synthese geeignet: Stahlwerke, Chemieanlagen, Raffinerien oder Zementfabriken. Neben der Verringerung der CO<sub>2<\/sub>-Emissionen bietet das \u201eMefCO2&#8243; (Methanol fuel from CO<sub>2<\/sub>)-Projekt noch weitere Vorteile. Eine solche Anlage kann auch \u00fcbersch\u00fcssigen Strom aus erneuerbaren Energien aufnehmen und damit helfen, das Netz zu stabilisieren. Au\u00dferdem ist das Verfahren bereits heute wettbewerbsf\u00e4hig und nicht auf Subventionen angewiesen.<\/p>\n<p>Die MHPSE hat das Know-how und die notwendigen Komponenten, um solche Anlagen im gro\u00dftechnischen Ma\u00dfstab zu errichten und hat mit der Muttergesellschaft umfangreiche Referenzen auf dem Gebiet der CO<sub>2<\/sub>-Abscheidung\/Rauchgasw\u00e4sche. Der Konsortialpartner CRI betreibt auf Island seit \u00fcber zehn Jahren erfolgreich Methanol-Anlagen, die dort mit Geothermie-Kraftwerken kombiniert werden. Hydrogenics beliefert seit vielen Jahren die Industrie mit Elektrolyse-Anlagen. Die Technologie, um CO<sub>2<\/sub> ohne Subventionen in Benzin, Diesel oder Rohstoffe f\u00fcr die chemische Industrie umzuwandeln, ist bereits heute vorhanden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>\u00dcber Mitsubishi Hitachi Power Systems Europe<\/h3>\n<p>Die Mitsubishi Hitachi Power Systems Europe GmbH (MHPSE), eine Tochtergesellschaft der weltweit t\u00e4tigen Mitsubishi Hitachi Power Systems, Ltd., plant und errichtet fossil befeuerte Kraftwerke. Der Anlagenbauer liefert auch Kernkomponenten, z.B. Gro\u00dfdampferzeuger, Umwelttechnik und Turbinen. Als Markt- und Technologief\u00fchrer, etwa bei Gro\u00dfdampferzeugern, setzt MHPSE auf moderne, umweltschonende und wirtschaftliche Anlagen. Das Unternehmen besch\u00e4ftigt (inkl. Tochtergesellschaften) rund 1.800 Menschen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Kontakt<\/h3>\n<p>Helge Schulz<br \/>\nLeiter Unternehmenskommunikation<br \/>\nMitsubishi Hitachi Power Systems Europe GmbH<br \/>\nTel. +49 203 8038-2929<br \/>\nFax +49 203 8038-1809<br \/>\nE-Mail: <a href=\"mailto:h_schulz@eu.mhps.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">h_schulz@eu.mhps.com<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Duisburg\/ L\u00fcnen, 20. 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