{"id":24620,"date":"2015-02-26T03:06:13","date_gmt":"2015-02-26T02:06:13","guid":{"rendered":"https:\/\/rss.nova-institut.net\/public.php?url=http%3A%2F%2Fwww.innovations-report.de%2Fhtml%2Fberichte%2Fumwelt-naturschutz%2Fchemischer-fingerabdruck-gegen-illegales-holzfaellen.html"},"modified":"2015-02-26T07:53:14","modified_gmt":"2015-02-26T06:53:14","slug":"chemischer-fingerabdruck-gegen-illegales-holzfaellen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/chemischer-fingerabdruck-gegen-illegales-holzfaellen\/","title":{"rendered":"Chemischer \u201eFingerabdruck\u201c gegen illegales Holzf\u00e4llen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Hamburg. Rund 13 Millionen Hektar Wald werden weltweit j\u00e4hrlich vor allem durch illegalen Holzeinschlag zerst\u00f6rt. Das entspricht der gesamten Waldfl\u00e4che Deutschlands. Das Holz wird auch f\u00fcr das Herstellen von Papier ben\u00f6tigt. Einer der gr\u00f6\u00dften Hersteller der weltweit j\u00e4hrlich produzierten 400 Millionen Tonnen Papier ist China, das die Holzfasern insbesondere aus tropenholzreichen Regionen wie Indonesien einf\u00fchrt und sich zum gr\u00f6\u00dften Zellstoffimporteur entwickelt hat.<\/strong><\/p>\n<p>\u201eW\u00e4hrend die Art und Herkunft der meisten Holzprodukte sicher identifiziert werden k\u00f6nnen, ist dies bei Papier bisher nicht m\u00f6glich. Doch die gravierenden Folgen der Tropenwald-Vernichtung f\u00fcr das \u00f6kologische Gleichgewicht und die Artenvielfalt dr\u00e4ngen zum Handeln\u201c, sagt Cajus Caesar, MdB, Kuratoriumsmitglied der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und Diplom-Forstingenieur. Am <a href=\"http:\/\/www.holzwirtschaft.org\/content.php?main=holzwirtschaft&amp;nav=index\" target=\"_blank\">Arbeitsbereich chemische Holztechnologie <\/a>der Universit\u00e4t Hamburg in Kooperation mit dem Th\u00fcnen-Kompetenzzentrum Holzherk\u00fcnfte werden jetzt mit fachlicher und finanzieller Unterst\u00fctzung der DBU Methoden entwickelt, um Tropenholz in Papierprodukten nachweisen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3>&#8220;Unsch\u00e4tzbarer Wert der Tropenw\u00e4lder f\u00fcr \u00f6kologisches Gleichgewicht&#8221; &#8211; Schutz der Regenw\u00e4lder<\/h3>\n<p>\u201eEs w\u00e4re ein gro\u00dfer Fortschritt f\u00fcr den Schutz der Regenw\u00e4lder, wenn wir zuk\u00fcnftig Aussagen zur Art und Herkunft von Holzfasern in Papier machen k\u00f6nnen\u201c, hebt Caesar hervor. \u201eDie tropischen W\u00e4lder sind f\u00fcr das \u00f6kologische Gleichgewicht unserer Erde von unsch\u00e4tzbarem Wert. Ihre Zerst\u00f6rung schafft in mehrfacher Hinsicht \u00f6kologische Probleme: Lebensraum wird vernichtet und das Aussterben von Tier- und Pflanzenarten beschleunigt. Eine nicht nachhaltige Nutzung bedeutet einen massiven Eingriff in das Klima, weil verst\u00e4rkt Kohlendioxid in die Atmosph\u00e4re gelangt, wenn nicht mehr gen\u00fcgend B\u00e4ume da sind, die es speichern k\u00f6nnen\u201c, sagt Caesar. Schlie\u00dflich beeintr\u00e4chtige das Schwinden der Tropenw\u00e4lder auch die Stoffkreisl\u00e4ufe. Nicht zuletzt verursache der illegale Holzeinschlag einen erheblichen volkswirtschaftlichen Schaden.<\/p>\n<h3>Ziel: Herkunft der Holzfasern in Papier identifizieren &#8211; Faser-Atlas soll Merkmale enthalten<\/h3>\n<p>Das Ziel des Projektes bestehe darin, mittels zweier verschiedener Ans\u00e4tze das Identifizieren von Holzfasern zu verbessern. \u201eDaf\u00fcr werden wir chemische und morphologische Merkmale, also die f\u00fcr das jeweilige Holz charakteristische Struktur und Form der H\u00f6lzer, f\u00fcr etwa 35 Gattungen tropischer Baumarten aus S\u00fcdostasien herausarbeiten, anhand derer anschlie\u00dfend die botanische Zugeh\u00f6rigkeit der Zellstoffe im Papier zuverl\u00e4ssiger identifiziert werden kann\u201c, erkl\u00e4rt Projektleiter Dr. J\u00fcrgen Odermatt vom Arbeitsbereich chemische Holztechnologie der Universit\u00e4t Hamburg. Zum einen sollen mikroskopisch die morphologischen Strukturmerkmale der einzelnen Zellelemente, v.a. der Gef\u00e4\u00dfe, untersucht und in Form eines Faser-Atlasses dokumentiert werden. Zum anderen sollen erstmals mit speziellen Methoden, die auf der chemischen Zusammensetzung der Zellstoffe basieren, die Art und Herkunft des in den verschiedenen Papierprodukten verwendeten Zellstoffs nachgewiesen werden. Wir ermitteln sozusagen einen anatomischen und chemischen \u201eFingerabdruck\u201c, wie Odermatt erkl\u00e4rt.<\/p>\n<h3>Schwierige Spurensuche: Zellstofffasern in Papierherstellung gro\u00dfen Belastungen ausgesetzt<\/h3>\n<p>Odermatt: \u201eBeim Herstellen von Zellstoff und Papier durchlaufen die aus dem Holz gewonnenen Zellstofffasern intensive chemische Prozesse mit hohen Belastungen. Dabei gehen alle Verbundmerkmale des Holzes verloren und viele Einzelmerkmale der Zellen werden ver\u00e4ndert. Das erschwert sehr stark das Unterscheiden auf Basis von morphologischen, chemischen oder genetischen Informationen. Deshalb bedeutet es eine gro\u00dfe Herausforderung, anhand der verbleibenden Informationen der gebleichten Zellstofffasern noch systematische Unterschiede zu erkennen, um die Holzgattung des f\u00fcr die Herstellung verwendeten Rohstoffs zu identifizieren.\u201c<\/p>\n<h3>Aktualit\u00e4t und gro\u00dfe Nachfrage nach praxistauglicher und verl\u00e4sslicher Methode zum R\u00fcckfverfolgen von Holz<\/h3>\n<p>Das Vorhaben ist laut Caesar von gro\u00dfer Aktualit\u00e4t: \u201eWir gehen von einer gro\u00dfen Nachfrage durch Beh\u00f6rden, Nichtregierungsorganisationen und Wirtschaftsbetrieben aus. Um illegal eingef\u00fchrte Holz- und Papierprodukte zu identifizieren, werden praxistaugliche, verl\u00e4ssliche und gerichtsfeste Methoden ben\u00f6tigt. Die DBU hat in der Vergangenheit bereits erfolgreiche Projekte zum R\u00fcckverfolgen von Holz, insbesondere Tropenholz, gef\u00f6rdert.\u201c Die sogenannte Isotopenmethode und die DNA-Analyse von Holz werden mittlerweile weltweit von Holzimporteuren und Zollbeh\u00f6rden genutzt, um die Legalit\u00e4t ihrer Ware zu beweisen. \u201eDie gef\u00f6rderten Institutionen z\u00e4hlen mittlerweile global zu den f\u00fchrenden Einrichtungen der Holzidentifizierung. Eine praxistaugliche Methode zum Nachweis von Tropenholz, bzw. gesch\u00fctzten Arten, in Papierprodukten ist daher ebenso dringlich wie erfolgversprechend\u201c, sagt Caesar.<\/p>\n<h3>DBU-F\u00f6rderung von 275.000 Euro &#8211; Weitere beteiligte Kooperationspartner<\/h3>\n<p>Weitere beteiligte Kooperationspartner sind das <a href=\"http:\/\/www.pmv.tu-darmstadt.de\/fachgebietpmv_1\/informativ_pmv\/index_71.de.jsp\" target=\"_blank\">Fachgebiet Papierfabrikation und Mechanische Verfahrenstechnik<\/a> der Technischen Universit\u00e4t Darmstadt, die <a href=\"http:\/\/www.isega.de\/deutsch\/das_institut.html\" target=\"_blank\">ISEGA-Forschungs- und Untersuchungsgesellschaft<\/a> (Aschaffenburg) sowie die EMSAT Services (Hamburg). Die DBU f\u00f6rdert das Projekt mit rund 275.000 Euro.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Kontakt f\u00fcr Nachfragen zum Projekt (AZ 31759)<\/h3>\n<p>Dr. J\u00fcrgen Odermatt<br \/>\nZentrum Holzwirtschaft<br \/>\nInstitut f\u00fcr Holzforschung, Universit\u00e4t Hamburg<br \/>\nTel.: 040\/73962528<br \/>\nE-Mail: <a href=\"mailto:juergen.odermatt@uni-hamburg.de\" target=\"_blank\">juergen.odermatt@uni-hamburg.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>DBU-F&ouml;rderung erm&ouml;glicht Entwickeln neuartiger Methoden zum Nachweis von Tropenholz in PapierRund 13&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[322,9325,1206,6575,383],"class_list":["post-24620","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","supplier-deutsche-bundesstiftung-umwelt-dbu","supplier-isega","supplier-technische-universitaet-darmstadt-tu","supplier-thunen-kompetenzzentrum-holzherkunfte","supplier-universitaet-hamburg-zentrum-holzwirtschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/24620","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=24620"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/24620\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=24620"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=24620"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=24620"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=24620"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}