{"id":24530,"date":"2015-02-20T03:06:48","date_gmt":"2015-02-20T02:06:48","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=24530"},"modified":"2015-02-19T13:06:28","modified_gmt":"2015-02-19T12:06:28","slug":"europa-verursacht-mehr-plastikmuell-als-die-usa-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/europa-verursacht-mehr-plastikmuell-als-die-usa-2\/","title":{"rendered":"Europa verursacht mehr Plastikm\u00fcll als die USA"},"content":{"rendered":"<p>Plastik ist wohl eine der wichtigsten Erfindungen in der Geschichte der Menschheit. Kaum einer kommt ohne aus, bis in die letzten Winkel der Erde haben sich Plastikt\u00fcten, Zahnb\u00fcrsten, Flipflops, Plastikschalen und andere Gegenst\u00e4nde aus dem Material verbreitet. Doch der Stoff hat eine dunkle Seite: Er ist biologisch kaum abbaubar \u2013 und tr\u00e4gt damit zur Verschmutzung von Land und Meer enorm bei.<\/p>\n<p>In einer neuen Studie haben Wissenschaftler nun die Menge an Plastikm\u00fcll berechnet, die pro Jahr vom Land ins Meer getragen wird. Allein 2010 waren es zwischen 4,8 und 12,7 Millionen Tonnen, sch\u00e4tzen die Forscher nach einer Untersuchung der Abfallstr\u00f6me in L\u00e4ndern, die am Meer liegen. Der Grund f\u00fcr die Verschmutzung sei eine unsachgem\u00e4\u00dfe oder nicht vorhandene Entsorgung des Abfalls, berichten Wissenschaftler aus Australien und den USA<a href=\"http:\/\/www.sciencemag.org\/content\/347\/6223\/768.abstract\" target=\"_blank\"> im Fachblatt &#8220;Science&#8221;<\/a>.<\/p>\n<h3>Unsachgem\u00e4\u00dfe Entsorgung<\/h3>\n<p>R\u00fcckst\u00e4nde von Plastik finden sich in allen Meeren, vom Nordpol bis zum S\u00fcdpol, in K\u00fcstenn\u00e4he und auf offenem Meer. Erhebliche Mengen sammeln sich als gigantische M\u00fcllstrudel in gro\u00dfen Str\u00f6mungswirbeln der Ozeane. Reste finden sich aber auch auf dem Meeresboden und in den Sedimenten.<\/p>\n<p>Wie viel Plastik sich genau in den Weltmeeren befindet, ist bisher nicht bekannt. Und auch die Frage nach der Herkunft ist nur unzureichend beantwortet. Experten gehen allerdings davon aus, dass der Gro\u00dfteil des Plastikm\u00fclls vom Land eingetragen wird, \u00fcber Fl\u00fcsse oder mit dem Wind zum Beispiel.<\/p>\n<p>Um wie viel Plastik es dabei geht, versuchte nun das Forscherteam um Jenna Jambeck von der University of Georgia im US-amerikanischen Athens genauer zu beziffern. Sie ermittelten unter anderem, wie viel M\u00fcll in K\u00fcstenl\u00e4ndern produziert wird, wie hoch der Anteil an Plastikm\u00fcll ist und wie viel davon unsachgem\u00e4\u00df oder gar nicht entsorgt wird, also zum Beispiel in offenen Deponien gesammelt oder schlichtweg in die Umwelt geworfen wird. Anhand dieser Daten errechneten die Wissenschaftler, wie viel Plastikm\u00fcll von Land her in die Meere gelangt.<\/p>\n<h3>Eintrag steigt von Jahr zu Jahr<\/h3>\n<p>Im Jahr 2010 wurden in den untersuchten L\u00e4ndern insgesamt 275 Millionen Tonnen Plastikm\u00fcll produziert, berichten die Forscher. 99,5 Millionen Tonnen davon entfielen auf den Bev\u00f6lkerungsanteil, der in maximal 50 Kilometer Entfernung von der K\u00fcste lebt. Von dort stamme vermutlich der gr\u00f6\u00dfte Teil des Plastikabfalls in den Meeren. 31,9 Millionen Tonnen davon seien wiederum unsachgem\u00e4\u00df entsorgt, was schlie\u00dflich zu dem errechneten Eintrag von 4,8 bis 12,7 Millionen Tonnen Plastik f\u00fchrt.<\/p>\n<p>&#8220;Unsere Sch\u00e4tzung von (im Mittel) acht Millionen Tonnen Plastikabf\u00e4llen im Meer f\u00fcr das Jahr 2010 entspricht f\u00fcnf Supermarktt\u00fcten voller Plastik an jedem Fu\u00df K\u00fcstenlinie der Welt&#8221;, erl\u00e4utert Jambeck. Ein Fu\u00df entspricht 30 Zentimetern. Der Eintrag steige jedes Jahr, so dass die Sch\u00e4tzungen f\u00fcr das Jahr 2015 bereits bei ungef\u00e4hr 9,1 Millionen Tonnen Plastikabfall (im Mittel) liegen.<\/p>\n<h3>China ist Plastikm\u00fcll-Weltmeister<\/h3>\n<p>Die 20 L\u00e4nder mit der h\u00f6chsten Verschmutzungsquote seien f\u00fcr 83 Prozent aller unsachgem\u00e4\u00df behandelten Plastikabf\u00e4lle im Jahr 2010 verantwortlich, berichten die Wissenschaftler weiter. Die Liste werde angef\u00fchrt von China, Indonesien und den Philippinen, die USA belegten den 20. Platz. Fasse man alle K\u00fcstenl\u00e4nder der Europ\u00e4ischen Union zusammen, belegten diese den 18. Platz.<\/p>\n<h3>\u00d6ko-Apps f\u00fcr einen nachhaltigen Lifestyle<\/h3>\n<p>Ihre Sch\u00e4tzungen liegen deutlich \u00fcber den bisher gemachten Angaben, etwa zu der Menge von Plastik in den Str\u00f6mungswirbeln. &#8220;Die Arbeit gibt uns eine Idee davon, wie viel wir nicht sehen, wie viel wir noch in den Ozeanen aufsp\u00fcren m\u00fcssen, um auf die ermittelte Summe zu kommen&#8221;, erl\u00e4utert Studienleiterin Kara Lavender Law von der Sea Education Association in Woods Hole (US-Staat Massachusetts). &#8220;Bisher erfassen wir haupts\u00e4chlich die Menge des umhertreibenden Plastikm\u00fclls. Aber eine Menge Plastik findet sich auch auf dem Meeresboden und an den Str\u00e4nden weltweit.&#8221;<\/p>\n<h3>Plastik am Meeresgrund<\/h3>\n<p>Tats\u00e4chlich hatten Forscher um Lucy Woodall vom The National History Museum in London (Gro\u00dfbritannien) im vergangenen Jahr gezeigt, dass sich ein Gro\u00dfteil des Plastikm\u00fclls in den Sedimenten ansammelt. Dies w\u00fcrde m\u00f6glicherweise die Diskrepanz zwischen der vermutlich eingetragenen Menge an Plastik und den tats\u00e4chlich gefundenen R\u00fcckst\u00e4nden erkl\u00e4ren. Die Forscher hatten ihre Untersuchung damals im Fachblatt &#8220;Open Science&#8221; der britischen Royal Society vorgestellt.<\/p>\n<p>Plastik ist extrem best\u00e4ndig und kann \u00fcber Jahrzehnte, teils wohl \u00fcber Jahrhunderte in der Umwelt bleiben. Im Laufe der Zeit werden gr\u00f6\u00dfere Plastikteile stark zerkleinert, sie sinken dann von der Oberfl\u00e4che in die Tiefe der Meere ab. Vor allem \u00fcber die biologischen Auswirkungen dieser Mikroteilchen ist bisher nur wenig bekannt. Nach Angaben des WWF finden sie sich in vielen marinen Organismen, in Muscheln, Fischen oder auch Fischlarven.<\/p>\n<p>Nach Ansicht der Wissenschaftler gibt es zwei M\u00f6glichkeiten, die Plastikverschmutzung der Meere aufzuhalten: die Entsorgung verbessern und den Plastikverbrauch einschr\u00e4nken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Plastik ist wohl eine der wichtigsten Erfindungen in der Geschichte der Menschheit. Kaum einer kommt ohne aus, bis in die letzten Winkel der Erde haben sich Plastikt\u00fcten, Zahnb\u00fcrsten, Flipflops, Plastikschalen und andere Gegenst\u00e4nde aus dem Material verbreitet. 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