{"id":24382,"date":"2015-02-10T03:09:04","date_gmt":"2015-02-10T02:09:04","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=24382"},"modified":"2015-02-09T17:24:24","modified_gmt":"2015-02-09T16:24:24","slug":"review-zum-statuskolloquium-holz-chemie-werkstoffe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/review-zum-statuskolloquium-holz-chemie-werkstoffe\/","title":{"rendered":"Review zum Statuskolloquium: Holz, Chemie, Werkstoffe"},"content":{"rendered":"<p><strong>Nachwachsende Rohstoffe f\u00fcr die Chemie, biobasierte Materialien f\u00fcr den Leichtbau, Holz als ressourceneffiziente Alternative zu Stahl und Beton in der Bauwirtschaft: Am 3. und 4. Februar 2015 fand im Leibniz-Institut f\u00fcr Agrarentwicklung in Transformations\u00f6konomien IAMO in Halle\/Saale das Statuskolloquium des Spitzenclusters BioEconomy statt. Mit Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik diskutierten die Clusterakteure den aktuellen Stand ihrer Projekte. Ziel des Clusters ist die Entwicklung der Region Mitteldeutschland mit ihrer Chemietradition und einer ausgepr\u00e4gten Forst- und Landwirtschaft zur Modellregion f\u00fcr die Bio\u00f6konomie.<\/strong><\/p>\n<p>\u201eDas mitteldeutsche Chemiedreieck mit seiner Infrastruktur, aber auch mit seiner unmittelbaren N\u00e4he zu Standorten der Holzwirtschaft z.B. im Harz bietet einzigartige Voraussetzungen f\u00fcr den Wandel von einer fossil basierten Wirtschaft hin zu einer biobasierten Wirtschaft\u201c, erkl\u00e4rte Prof. Dr. Thomas Hirth, Vorstand und wissenschaftlicher Koordinator im BioEconomy e.V. Damit eigne sich die Region wie keine andere in Europa als Vorreiter, um nachwachsende Rohstoffe als klimaschonende und effiziente Alternative zu fossilen Ressourcen nachhaltig zu nutzen. Einen Ansatz hierf\u00fcr liefert die seit zwei Jahren erfolgreich laufende Projektarbeit im Spitzencluster BioEconomy: 26 Verbundprojekte in den Bereichen Holz, Chemie, Werkstoffe und Energie wurden in dieser Zeit gestartet, 42 sollen es insgesamt werden. Insbesondere in der zweiten Phase der Spitzenclusterf\u00f6rderung r\u00fcckt der Fokus auf die Umsetzung der Prozesse und Produkte in der Bauwirtschaft, in der Spezialchemie, im Leichtbau und in der Verpackungsindustrie.<\/p>\n<h3>Von der Forschung zu marktf\u00e4higen Wertsch\u00f6pfungsketten<\/h3>\n<p>\u201eIn der Clusterentwicklung befinden wir uns derzeit an der Schwelle von Forschung und Entwicklung zur Bildung erster Wertsch\u00f6pfungsketten\u201c, erkl\u00e4rte Prof. Dr. Matthias Zscheile, Vorstandsvorsitzender des BioEconomy e.V. und erg\u00e4nzte: \u201eDamit h\u00e4lt die forstbasierte Bio\u00f6konomie Einzug in die regionale Wirtschaft und bietet sowohl den Unternehmen als auch Fachkr\u00e4ften zahlreicher Branchen interessante Ankn\u00fcpfungspunkte.\u201c Gef\u00f6rdert wird das Pilotvorhaben mit einem aktuellen Projektvolumen von 80 Mio. Euro im Rahmen des Spitzenclusterwettbewerbs des Bundesministeriums f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF).<\/p>\n<p>Das Ministerium f\u00fcr Wissenschaft und Wirtschaft des Landes Sachsen-Anhalt unterst\u00fctzt die strukturelle Entwicklung der Bio\u00f6konomie. 2015 wird zudem beim Hugo-Junkers-Preis, dem Innovationspreis des Landes, ein eigener Sonderpreis f\u00fcr das Themenfeld ausgelobt. Wissenschaftsstaatssekret\u00e4r Marco Tullner sagte dazu: \u201eF\u00fcr Sachsen-Anhalt mit seinen traditionellen Chemiestandorten spielt die Bio\u00f6konomie eine herausragende Rolle. Spitzenforschung und innovative Unternehmen treffen hier aufeinander. Diese Potenziale m\u00fcssen wir noch sichtbarer machen. So k\u00f6nnen wir gezielt Wissenschaft und Wirtschaft noch besser verkn\u00fcpfen und von den daraus resultierenden Innovationen profitieren.\u201c<\/p>\n<h3>Bio\u00f6konomie zwischen Holzwirtschaft, Chemie und automobilem Leichtbau<\/h3>\n<p>Bereits 97 Partner aus Industrie und Forschung arbeiten in sechs eng verzahnten Themengebieten. Am Anfang steht das Holz: Entwickelt werden hier Konzepte und Technologien f\u00fcr die nachhaltige Waldbewirtschaftung und effiziente Lieferketten sowie innovative Holzprodukte, wie z.B. tragende Formholzs\u00e4ulen. Im zweiten Themengebiet steht die Gewinnung von Basischemikalien aus Reststoffen im Fokus \u2013 erste Pilotanlagen f\u00fcr Bioraffinerien entstanden hier bereits am Chemiestandort Leuna. Holzfasern und Biokunststoffe flie\u00dfen im dritten Themengebiet zu innovativen Leichtbaumaterialien zusammen. M\u00f6gliche Anwendungen wurden u.a. im Automobilbau und bei Sportger\u00e4ten identifiziert. Im vierten Themengebiet finden die Optimierung der Reststoffstr\u00f6me und die energetischen Nutzung biogener Reststoffe statt. Mit dem Konzept der HTC-Bioraffinerie erg\u00e4nzen an der Schnittstelle zwischen stofflicher und energetischer Nutzung auch neue Ans\u00e4tze das Projektportfolio.<\/p>\n<h3>Schulterschluss bei Rahmenbedingungen und Fachkr\u00e4ftesicherung f\u00fcr die Bio\u00f6konomie<\/h3>\n<p>Modellcharakter hat das f\u00fcnfte Themengebiet: Aufgrund der zahlreichen involvierten Branchen und bereichs\u00fcbergreifender Prozesse arbeitet eine eigene Begleitforschung an Rahmenbedingungen, Marktchancen und Eintrittsbarrieren sowie an Produktionsprozessen zwischen nachhaltiger Naturnutzung, Biodiversit\u00e4t und Unabh\u00e4ngigkeit von fossilen Ressourcen. Im sechsten Themengebiet dreht sich alles um die Ausbildung und Fachkr\u00e4ftesicherung. So bietet die Martin-Luther-Universit\u00e4t Halle-Wittenberg ab dem Wintersemester 2015 einen erweiterten Studiengang \u201eIndustrial and Pharmaceutical Biotechnology\u201c an. Am Chemiestandort Leuna erg\u00e4nzt die Bildungsakademie Leuna mit neuen Inhalten zur industriellen Biotechnologie ihre technische Ausbildung.<\/p>\n<p>Die Bandbreite der im Spitzencluster BioEconomy vertretenen Themengebiete spiegelt zum einen die Komplexit\u00e4t biobasierter Wirtschaftskonzepte, aber auch die Chancen f\u00fcr eine Vielzahl von Branchen wider. Die Bio\u00f6konomie bietet perspektivisch eine Unabh\u00e4ngigkeit von fossilen Rohstoffen sowie M\u00f6glichkeiten zur Verringerung des CO<sub>2<\/sub>-Aussto\u00dfes und die Realisierung innovativer Wertsch\u00f6pfungsans\u00e4tze.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachwachsende Rohstoffe f\u00fcr die Chemie, biobasierte Materialien f\u00fcr den Leichtbau, Holz als ressourceneffiziente Alternative zu Stahl und Beton in der Bauwirtschaft: Am 3. und 4. Februar 2015 fand im Leibniz-Institut f\u00fcr Agrarentwicklung in Transformations\u00f6konomien IAMO in Halle\/Saale das Statuskolloquium des Spitzenclusters BioEconomy statt. 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