{"id":24302,"date":"2015-02-03T03:09:14","date_gmt":"2015-02-03T02:09:14","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=24302"},"modified":"2015-02-04T16:42:28","modified_gmt":"2015-02-04T15:42:28","slug":"biogasproduktion-fussbodenbelaege-aus-gaerresten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/biogasproduktion-fussbodenbelaege-aus-gaerresten\/","title":{"rendered":"Biogasproduktion: Fu\u00dfbodenbel\u00e4ge aus G\u00e4rresten"},"content":{"rendered":"<p>Bei der Produktion von Biogas bleiben G\u00e4rreste zur\u00fcck, die f\u00fcr Umweltprobleme sorgen k\u00f6nnen. Bislang werden sie als D\u00fcnger eingesetzt, doch das verunreinigt das Grundwasser. Deshalb suchen die Experten nach alternativen Verwertungsm\u00f6glichkeiten. Verschiedene Konzepte daf\u00fcr wurden auf der Kongressmesse &#8220;Biogas 2015&#8221; vorgestellt, die heute in Bremen zu Ende geht.<\/p>\n<p>Der Bauer startet seinen Trecker, es ist Zeit zum D\u00fcngen. Mit dem H\u00e4nger f\u00e4hrt er \u00fcber den Acker und streut das Mittel auf die Krume. Immer \u00f6fter ist es das, was in einer Biogasanlage \u00fcbrig bleibt &#8211; die sogenannten G\u00e4rreste, sagt Arjan Wijnberg von der niederl\u00e4ndischen Firma Biosys:<\/p>\n<p>&#8220;Das Problem dabei: Die G\u00e4rreste sind zwar ein guter D\u00fcnger. Aber sie enthalten zu viel Stickstoff. Und dieses \u00dcberma\u00df an Stickstoff gef\u00e4hrdet das Grundwasser. Das ist heute wirklich ein Problem.&#8221;<\/p>\n<p>Mittlerweile begrenzen Gesetze die Mengen an Stickstoff, die man auf Ackerfl\u00e4chen ausbringen darf. Und deshalb wird mancher Landwirt die R\u00fcckst\u00e4nde aus seiner Biogasanlage schlicht nicht mehr los, jedenfalls nicht komplett. Wohin also mit dem Zeugs? Wijnbergs Firma setzt darauf, die G\u00e4rreste quasi zu entsch\u00e4rfen.<\/p>\n<p>&#8220;Wir haben eine Methode entwickelt, die einen Teil des Stickstoffs aus den G\u00e4rresten entfernt. Das Prinzip ist recht einfach: Wir leiten einen Luftstrom durch die G\u00e4rreste, und diese Luft rei\u00dft den Stickstoff sozusagen mit sich. Anschlie\u00dfend waschen wir den Stickstoff aus der Luft heraus, und zwar mithilfe von Schwefel.&#8221;<\/p>\n<p>Dabei entsteht Ammoniumsulfat, ein D\u00fcngemittelzusatz, der die Pflanzen sowohl mit Stickstoff als auch mit Schwefel versorgt, doch die B\u00f6den bei richtiger Dosierung nicht belasten sollte. Sechs Anlagen haben die Niederl\u00e4nder mittlerweile installiert. Nun muss sich zeigen, ob sich die Technik auch wirtschaftlich rechnet.<\/p>\n<p>Heizen mit G\u00e4rresten<br \/>\nDoch die D\u00fcngerentsch\u00e4rfung ist nur eine Idee. Buttmann:<\/p>\n<p>&#8220;Zum Zweiten gibt es auch die M\u00f6glichkeit, Pellets zu verbrennen, also als Energietr\u00e4ger zu nutzen. Das ist eine gute Variante, mit den G\u00e4rresten umzugehen.&#8221;<\/p>\n<p>Denn bei der Verbrennung wird Energie frei, die sich in Blockheizkraftwerken nutzen l\u00e4sst, sagt Hannes Buttmann von der Firma Ecoworxx in Deggendorf. Zuvor m\u00fcssen die G\u00e4rreste getrocknet werden, was mit der Abw\u00e4rme der Biogasanlagen geschehen kann. Die getrockneten Reste dann direkt zu verbrennen, sei allerdings unpraktisch, sagt Buttmann. Besser, man verpresst sie zu kleinen, kompakten K\u00fcgelchen. Diese Pellets n\u00e4mlich lassen sich gut lagern, transportieren und mit Maschinenhilfe in die \u00d6fen sch\u00fctten. Doch ganz so einfach ist das mit dem Verbrennen dann doch nicht, denn, so Buttmann:<\/p>\n<p>&#8220;Das darf man nicht in einem herk\u00f6mmlichen Ofen benutzen. Wenn Sie G\u00e4rreste verbrennen, ist das nicht umweltfreundlich, wenn Sie das im Kleinen machen w\u00fcrden. Sie brauchen sehr hohe Hitze und entsprechende Filteranlagen. Und dann geht das.&#8221;<\/p>\n<p>Auch h\u00e4ngt die \u00d6kobilanz vom Transportaufwand ab. Denn je l\u00e4nger die Wege von den Biogasanlagen zu den \u00d6fen, um so ung\u00fcnstiger die Bilanz. Aufgehen kann sie nur, wenn es ausreichend viele \u00d6fen gibt, verteilt \u00fcber das ganze Land.<\/p>\n<p>&#8220;Das ist noch ziemlich am Anfang. Es gibt immer mehr \u00d6fen, die sich auf diese Sachen konzentrieren. Und wir hoffen, dass da noch mehr auf dem Markt passiert.&#8221;<\/p>\n<p>G\u00e4rreste als Fu\u00dfb\u00f6den<br \/>\nEine ganz andere Idee hat das Nova-Institut in H\u00fcrth bei K\u00f6ln. G\u00e4rreste zu Spanplatten und Laminat-Fu\u00dfb\u00f6den, so das Konzept. Ein Teil der Reste n\u00e4mlich besteht aus den Rohfasern von Maispflanzen. Und die m\u00fcssten sich, vermischt mit Holzsp\u00e4nen, zu stabilen Platten verleimen und verpressen lassen. Der erste Anlauf aber schlug fehl. Denn eines hatten die Forscher um Roland Essel damals vernachl\u00e4ssigt &#8211; den hohen Stickstoff-Gehalt der G\u00e4rreste:<\/p>\n<p>&#8220;Der Stickstoff hat leider das Problem verursacht, dass bei einer Spanplatten-Produktion Ammoniak ausgegast ist. Und Ammoniak ist nicht besonders zutr\u00e4glich f\u00fcr die Arbeitssicherheit der Personen, die dort am Werk sind. Es stinkt, reizt die Augen und ist gesundheitssch\u00e4dlich.&#8221;<\/p>\n<p>Deshalb schalteten die Experten beim zweiten Versuch ein Verfahren vor, das den Stickstoff mittels W\u00e4rme aus G\u00e4rresten abtrennt. Jetzt funktionierte die Technik, erz\u00e4hlt Essel:<\/p>\n<p>&#8220;Die Produkte entsprechen den g\u00e4ngigen Normen und k\u00f6nnen verkauft und eingesetzt werden. Wir haben insgesamt zw\u00f6lf Tonnen an festen Materialien herausgeholt. Und zehn Tonnen sind tats\u00e4chlich verarbeitet worden in Laminat. Es gibt diesen Rohstoff \u00fcber das ganze Jahr in ausreichender Menge und nach unseren Wirtschaftlichkeitsberechnungen auch zu kosteng\u00fcnstigen Preisen. Sie sind konkurrenzf\u00e4hig zu Holz.&#8221;<\/p>\n<p>Nur: Um die Branche von dem Verfahren zu \u00fcberzeugen, br\u00e4uchte es eine Pilotanlage im Industriema\u00dfstab &#8211; und damit eine Millioneninvestition. Und wer die t\u00e4tigen k\u00f6nnte, ist im Moment noch ziemlich unklar.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei der Produktion von Biogas bleiben G\u00e4rreste zur\u00fcck, die f\u00fcr Umweltprobleme sorgen k\u00f6nnen. Bislang werden sie als D\u00fcnger eingesetzt, doch das verunreinigt das Grundwasser. Deshalb suchen die Experten nach alternativen Verwertungsm\u00f6glichkeiten. Verschiedene Konzepte daf\u00fcr wurden auf der Kongressmesse &#8220;Biogas 2015&#8221; vorgestellt, die heute in Bremen zu Ende geht. Der Bauer startet seinen Trecker, es ist [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":59,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[9110,9109,4],"class_list":["post-24302","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","supplier-biosis","supplier-ecoworxx","supplier-nova-institut-gmbh"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/24302","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/59"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=24302"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/24302\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=24302"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=24302"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=24302"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=24302"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}