{"id":24114,"date":"2015-01-20T03:00:36","date_gmt":"2015-01-20T02:00:36","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=24114"},"modified":"2015-01-19T10:08:46","modified_gmt":"2015-01-19T09:08:46","slug":"kuenftig-pflanzenkohle-als-vorbeuger-gegen-gestank-von-guelle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/kuenftig-pflanzenkohle-als-vorbeuger-gegen-gestank-von-guelle\/","title":{"rendered":"K\u00fcnftig Pflanzenkohle als Vorbeuger gegen Gestank von G\u00fclle?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Pflanzenkohle als der universale Vorbeuger gegen Ger\u00fcche?\u00a0 Davon sind\u00a0 Rostocker Wissenschaftler \u00fcberzeugt. Ihre verfahrenstechnische Forschung zur Nutzung von\u00a0 Moorbiomasse halten die Experten\u00a0 deutschland-und europaweit\u00a0 f\u00fcr kommerziell anwendbar. Gegenw\u00e4rtig\u00a0 laufen\u00a0 Gespr\u00e4che mit\u00a0 m\u00f6glichen Praxispartnern aus Mecklenburg-Vorpommern. Wenn es am Ende gelinge, aus den\u00a0 Rohstoffen Biokohle herzustellen, bringe das f\u00fcr die Region auch Arbeitspl\u00e4tze.<\/strong><\/p>\n<p>\u00dcber 130 Substanzen stinken im Tierstall zum Himmel. Aber: Eine gute Filteranlage kann das nachbarschaftliche Klima entscheidend verbessern. \u201eWenn heute St\u00e4lle gebaut werden, d\u00fcrfen keine Ger\u00fcche mit Schadgasen mehr in Siedlungen, die bewohnt werden, ausstr\u00f6men\u201c, sagt Dr. Mathias Schlegel von der Agrar-und Umweltwissenschaftlichen Fakult\u00e4t (AUF) der Uni Rostock. In den letzten Jahren w\u00fcrden immer strengere Gesetze dies einfordern. \u201eVor 25 Jahren war das noch kein Thema\u201c.<\/p>\n<p>Fakt ist: ein Stall braucht frische Luft und die verbrauchte muss entweichen k\u00f6nnen. Der studierte Petrol-Chemiker Bassel\u00a0 Ibrahim, der\u00a0 aus Syrien stammt und der seit 2010 an der Uni Rostock arbeitet, ist einer L\u00f6sung sehr nahe. \u201eWir erforschen jetzt, wie aus Moorbiomasse, beispielsweise Schilf oder Rohrkolben, so genannte Biokohle auf kosteng\u00fcnstige und umweltfreundliche Art und Weise hergestellt werden kann. Diese Kohle kann dann f\u00fcr die Reinigung der verbrauchten und stinkenden\u00a0 Luft eingesetzt werden\u201c, sagt Bassel Ibrahim. Der 39-j\u00e4hrige Vater einer Tochter, der mit einer Wissenschaftlerin aus seiner Heimat verheiratet ist, die eine Doktorarbeit schreibt, die in Kooperation zwischen dem\u00a0 Forschungsinstitut f\u00fcr die Biologie landwirtschaftlicher Nutztiere (FBN) Dummerstorf\u00a0 und der Universit\u00e4t Rostock betreut wird,\u00a0 verweist auf die in der Region\u00a0 wachsenden Pflanzen, die sich als Biomassesubstrat zu Biokohle\u00a0 verarbeiten lassen m\u00fcssten.<\/p>\n<p>\u201eDas ist ein\u00a0 neuer Forschungsansatz\u201c, sagt Dr. Schlegel. Pflanzenkohle also als der universale Vorbeuger gegen Ger\u00fcche?\u00a0 Davon sind die Rostocker Wissenschaftler \u00fcberzeugt. Ihre verfahrenstechnische Forschung zur Nutzung der Moorbiomasse ist deutschland-und europaweit\u00a0 kommerziell anwendbar, sind sie sicher. Gegenw\u00e4rtig w\u00fcrden Gespr\u00e4che mit\u00a0 m\u00f6glichen Praxispartnern aus Mecklenburg-Vorpommern laufen. \u201eWenn es am Ende gelingt, aus den heimischen Rohstoffen Biokohle herzustellen, bringt das f\u00fcr die Region auf alle F\u00e4lle Arbeitspl\u00e4tze\u201c, sagt Bassel Ibrahim.\u00a0 Der Doktorand, der gern liest oder Musik h\u00f6rt, ist\u00a0 \u00fcberzeugt: Die Biokohle kann N\u00e4hrstoffe aus Gasen, wie z.B. der Stallluft, oder Fl\u00fcssigkeiten (G\u00fclle) binden, N\u00e4hrstoffe also wie Stickstoff,\u00a0 Phosphor und Schwefel. So w\u00e4re die Biokohle auch als D\u00fcnger geeignet.<br \/>\nSchon jetzt stehe fest, dass auch G\u00fclle mit ihren unangenehmen Geruchseigenschaften durch Biokohle mit einem modernen Verfahren behandelt werden k\u00f6nne. G\u00fclle, die aus \u00fcber 90 Prozent Wasser bestehe, m\u00fcsse dann nicht mehr in dieser Form transportiert werden. \u201eDie N\u00e4hrstoffe sind durch das neuartige Verfahren stark in der Biokohle konzentriert, sie sind viel leichter zu transportieren\u201c, sagt Ibrahim. So w\u00fcrden laut Schlegel gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Das Nutzen solcher Biomasse f\u00fcr die Kohleherstellung reinigt beispielsweise die Stallluft und am Ende der Kette kann diese Biokohle als Mutterboden mit dem so wichtigen N\u00e4hrstoffanteil genutzt werden.<\/p>\n<p>Voraussichtlich 2035, so sagen Wissenschaftler voraus, kann der N\u00e4hrstoffanteil im\u00a0 Boden nicht mehr ausreichend zur Verf\u00fcgung stehen. Phosphor (P) ist f\u00fcr alle Lebewesen ein essenzieller N\u00e4hrstoff\u00a0 und in der Landwirtschaft mitverantwortlich f\u00fcr das Pflanzenwachstum. Aufgrund der weltweit begrenzten P-Vorkommen wird schon ab etwa 2035 global die Nachfrage das Angebot an P-Mineralen \u00fcbersteigen. Die daraus folgende Verknappung kann die weltweite Lebensmittelproduktion bedrohen.<br \/>\nF\u00fcr die beiden Rostocker Forscher ergibt sich f\u00fcr die Biokohle\u00a0 auch deshalb ein unendlich gro\u00dfer Markt\u201c.\u00a0 Noch w\u00fcssten viele nicht, dass man mit Biokohle Luft und andere Gase sowie Fl\u00fcssigkeiten reinigen\u00a0 oder sie eben dann als D\u00fcnger f\u00fcr Mutterb\u00f6den verwenden k\u00f6nne.<\/p>\n<p>L\u00f6sungsstrategien zur Vermeidung einer solchen Verknappung von Phosphor zu erarbeiten, ist Anliegen einer engen interdisziplin\u00e4ren Zusammenarbeit der Universit\u00e4t Rostock mit drei Leibniz-Instituten der Wissenschaftsregion Rostock: Leibniz-Institut f\u00fcr Ostseeforschung Warnem\u00fcnde (IOW), Leibniz-Institut f\u00fcr Katalyse (LIKAT) und Leibniz-Institut f\u00fcr Nutztierbiologie (FBN). Seitens der Universit\u00e4t Rostock sind in diesem WissenschaftsCampus die Agrar- und Umweltwissenschaftliche Fakult\u00e4t (AUF), die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakult\u00e4t (MNF) und die Juristische Fakult\u00e4t (JUF) beteiligt. Ziel des WissenschaftsCampus Phosphorforschung, der\u00a0 im August dieses Jahres an der Uni Rostock gegr\u00fcndet wurde,\u00a0 ist es, Strategien zu entwickeln, welche die P-assoziierten Stoffstr\u00f6me schlie\u00dfen und somit durch eine effizientere P-Ausnutzung den Abbau der Lagerst\u00e4tten erheblich verringern. \u201eAufgrund der zentralen Bedeutung von Phosphor in den unterschiedlichsten Produktions- und Umweltsystemen ist f\u00fcr die Entwicklung dieser Strategie eine interdisziplinare Herangehensweise in der Forschung unumg\u00e4nglich\u201c, sagt Prof. Dr. Peter Leinweber vom Institut f\u00fcr Bodenkunde der Universit\u00e4t Rostock, der in der P-Forschung\u00a0 eine der gro\u00dfen wissenschaftlichen Herausforderungen der n\u00e4chsten Jahre sieht.<\/p>\n<h3>Neuer Forschungsbau an der Satower Stra\u00dfe<\/h3>\n<p>Der Betrieb f\u00fcr Bau- und Liegenschaften (BBL-MV) hat der Agrar- und Umweltwissenschaftlichen Fakult\u00e4t (AUF) an der Rostocker Satower Stra\u00dfe\u00a0 ein neues Forschungslaborgeb\u00e4ude \u00fcbergeben. Es erg\u00e4nzt die Bestandsbauten der Fakult\u00e4t.\u00a0 Zum einen soll sich der kompakte zweigeschossige Bauk\u00f6rper in das stilistisch heterogene Ensemble einf\u00fcgen, zum anderen setzt er ein st\u00e4dtebauliches Signal f\u00fcr die k\u00fcnftige architektonische Entwicklung der Fakult\u00e4t.<br \/>\nDer BBL M-V vertritt das Land Mecklenburg-Vorpommern als Bauherr und hat das Projekt koordiniert.<br \/>\nNicht nur bei der Nutzung, auch bei der Bauweise und beim Energiekonzept legt der BBL M-V Wert auf Nachhaltigkeit. Zum Einsatz sind \u00f6kologische Materialien mit optimierter Energiebilanz gekommen. \u201eDas Land M-V\u00a0 hat\u00a0 mit Unterst\u00fctzung der EU fast 10 Mio. Euro\u00a0 in das moderne Forschungs- und Laborgeb\u00e4ude investiert. Der Gesch\u00e4ftsbereichsleiter Hochschul-und Klinikbau des BBL, Uwe Sander, sagt: \u201eWir\u00a0 durften mit diesen Mitteln das markante Geb\u00e4ude an der Satower Stra\u00dfe planen und errichten lassen. Wir freuen uns, der Universit\u00e4t Rostock den Neubau, ausgestattet mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach und einer variablen Grundstruktur \u00fcbergeben zu k\u00f6nnen. Das Geb\u00e4ude mit ca. 1.500 Quadratmetern\u00a0 Nutzfl\u00e4che kann somit bei sp\u00e4teren und sehr wahrscheinlichen Nutzungs\u00e4nderungen baulich ohne gro\u00dfe Anstrengungen angepasst werden. Das war uns unter nachhaltigen Gesichtspunkten sehr wichtig und wir haben es bereits bei den Planungen in modularer Bauweise ber\u00fccksichtigt\u201c, sagt Uwe Sander, Gesch\u00e4ftsbereichsleiter Hochschul- und Klinikbau des BBL-MV.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Kontakte<\/h3>\n<p>Universit\u00e4t Rostock<br \/>\nAgrar- und Umweltwissenschaftliche Fakult\u00e4t<br \/>\nDr. Mathias Schlegel, Bassel\u00a0 Ibrahim<br \/>\nTel :\u00a0 0381 498 3343<br \/>\nMail: <a href=\"mailto:mathias.schlegel@uni-rostock.de\" target=\"_blank\">mathias.schlegel@uni-rostock.de<\/a><br \/>\n<a href=\"mathias.schlegel@uni-rostock.de\" target=\"_blank\">bassel.ibrahim@uni-rostock.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pflanzenkohle als der universale Vorbeuger gegen Ger\u00fcche?\u00a0 Davon sind\u00a0 Rostocker Wissenschaftler \u00fcberzeugt. 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