{"id":23945,"date":"2015-01-12T03:00:05","date_gmt":"2015-01-12T02:00:05","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=23945"},"modified":"2015-01-09T08:56:21","modified_gmt":"2015-01-09T07:56:21","slug":"bundeswettbewerb-holzbauplus-hervorragende-projekte-ausgezeichnet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/bundeswettbewerb-holzbauplus-hervorragende-projekte-ausgezeichnet\/","title":{"rendered":"Bundeswettbewerb HolzbauPlus \u2013 Hervorragende Projekte ausgezeichnet"},"content":{"rendered":"<p><strong>Das Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft (BMEL) zeichnet zum zweiten Mal im Bauherrenwettbewerb HolzbauPlus innovative und richtungsweisende Bau-vorhaben aus, die einen hohen Anteil an Holz und weiteren nachwachsenden Rohstoffen in ma\u00dfgeblichem Umfang einsetzen.<\/strong><\/p>\n<p>Eine Jury hat aus 70 Einreichungen die diesj\u00e4hrigen Gewinner ausgew\u00e4hlt. Es werden vier erste Preise mit einem Preisgeld von je 7.000 \u20ac sowie drei zweite Preise mit je 3.000 \u20ac vergeben. Vier weitere Bauherren erhalten eine nicht dotierte lobende Erw\u00e4hnung.<\/p>\n<p>Gleich vier Preise vergab die Jury in der Kategorie &#8220;Wohnungsbau \u2013 Sanierung&#8221;, zwei davon f\u00fcr Projekte im st\u00e4dtischen Umfeld. Die Juroren wollen damit auf \u00fcbertragbare L\u00f6sungen bei innerst\u00e4dtischen Sanierungsaufgaben aufmerksam machen. Die pr\u00e4mierten Beispiele im l\u00e4ndlichen Raum zeigen wiederum auf, wie ehemals landwirtschaftlich genutzte Bausubstanz vor Verfall und Abriss gerettet werden kann &#8211; eine lohnende Alternative zu l\u00e4ndlichen Neubausiedlungen auf der gr\u00fcnen Wiese und ein Ansatz, alte Dorfkerne mit neuem Leben zu f\u00fcllen.<\/p>\n<p>Mit ihrer Schwerpunktsetzung beim Thema Sanierung will die Jury nicht zuletzt daran erinnern, dass im Geb\u00e4udebestand die gr\u00f6\u00dften greifbaren Potentiale zur CO<sub>2<\/sub>-Einsparung und zum sinnvollen Einsatz ressourcenschonender Naturbaustoffe liegen. Schlie\u00dflich sind mehr als zwei Drittel der H\u00e4user, die im Jahr 2030 in unserem Land bewohnt werden, schon heute errichtet. Der Bedarf zur energetischen Sanierung ist hier besonders hoch.<\/p>\n<p>Einen weiteren Akzent setzte die Jury in der Kategorie &#8220;\u00d6ffentliches Bauen&#8221;. Wie die \u00f6ffentliche Hand bei Nachhaltigkeitskonzepten beispielhaft vorangehen kann, das demonstrieren die drei ausgezeichneten Projekte in Sanierung und Neubau musterg\u00fcltig.<\/p>\n<h3>Die Gewinnerprojekte im Einzelnen:<\/h3>\n<h3>Wohnungsbau \u2013 Sanierung (Stadt)<\/h3>\n<p>Den ersten Preis erhalten Yvonne und Cornelius Boy f\u00fcr die Gesamtsanierung eines Reihenmittelhauses von 1928. Es liegt in der Frankfurter Siedlung Praunheim und geh\u00f6rt zu dem von Stadtbaumeister Ernst May initiierten Wohnungsbauprogramm &#8220;Neues Frankfurt&#8221;. Unter Beachtung erbauungszeitlicher Gestaltungsmerkmale wurden die Fassaden als vorgesetzte Holzst\u00e4nderw\u00e4nde mit Holzfaserd\u00e4mmung, Au\u00dfenputz und Holzfenstern erneuert. Gew\u00fcrdigt wird die Vorbildwirkung, die von dieser gegl\u00fcckten energetischen Sanierung f\u00fcr viele Reihenhausquartiere ausgehen kann.<\/p>\n<p>Der zweite Preis geht an Ulrich Bunnemann f\u00fcr die Sanierung des Geb\u00e4udes 1a der Alten Brauerei in Schwerin. Auf dem ehemaligen Gewerbegel\u00e4nde wird in einer attraktiven Innenstadtlage am Wasser eine neue Siedlung entwickelt. So entstehen in den historischen Bauten des 19. Jahrhunderts sowie der 1930-er Jahre individuelle Loftwohnungen sowie Neubauten aus \u00f6kologischen Baustoffen. Es handelt sich um das erste Geb\u00e4ude, an dem ein neu entwickelter Halter f\u00fcr Strohballen zur Au\u00dfenwand- und Dachd\u00e4mmung eingesetzt wird. Hervorzuheben ist hier neben dem Einsatz von Baustroh die mutige Entscheidung, Bestandsgeb\u00e4ude im Sinne des Ressourcenschutzes zu erhalten und ein innerst\u00e4dtisches Gewerbeareal behutsam zu revitalisieren.<\/p>\n<h3>Wohnungsbau \u2013 Sanierung (Land)<\/h3>\n<p>Den ersten Preis erhalten Renate Abelmann und Walter Vielain f\u00fcr die Sanierung des alten Gasthofs Gutengermendorf im L\u00f6wenberger Land n\u00f6rdlich von Berlin. Der zentral im Dorf gelegener und unter Denkmalschutz stehende ehemaliger Gasthof mit Saalbau wurde nach langem Leerstand in mehreren Bauabschnitten zu einem Mehrgenerationenhaus mit Atelier und Veranstaltungsraum umgebaut. Der mit Holzfaserplatten ged\u00e4mmte Dachstuhl wurde sichtbar mit R\u00e4ucherkammer und alten Dachkammern erhalten. Um die Dachsparren nicht weiter zu belasten, wurden sie innen mit einer Sperrholz-Schindel-Schalung belegt, die sich an die bewusst erhaltenen Verformungen des Daches anpasst. Der Saalbau steht nun wieder der Dorfbev\u00f6lkerung f\u00fcr Feste und Veranstaltungen zur Verf\u00fcgung. Die behutsame Sanierung mit nat\u00fcrlichen Materialien besonders im Innenausbau \u00fcberzeugt durch die wenigen Eingriffe in die vorgefundene historische Substanz und die gro\u00dfe und sichere Detailtreue.<\/p>\n<p>Den zweiten Preis erhalten Martina und Gabriel Zahn f\u00fcr den Umbau einer ehemaligen Scheune im nordpf\u00e4lzischen Relsberg bei Kaiserslautern. Mit dem Kunstgriff des hydraulisch angehobenen Dachstuhls um rund 1,4 Meter entstehen im mit recycelter Baumwolle ged\u00e4mmten Dach zwei neue Wohnungen. Die durch die Anhebung des Daches entstehende L\u00fccke zur Mauerwerkskrone wird mit einem umlaufenden Fensterband mit Rahmen aus heimischer L\u00e4rche gef\u00fcllt und belichtet so den baubiologisch mit Holz, Lehm und Hanf ausgebauten Wohnbereich. Die L\u00f6sung lebt durch die klare funktionale Trennung der Bereiche und erh\u00e4lt das ortsbildpr\u00e4gende Erscheinungsbild der Scheune.<\/p>\n<h3>\u00d6ffentliches Bauen \u2013 Sanierung<\/h3>\n<p>Der erste Preis geht an die Stadt Weinstadt f\u00fcr die gelungene Sanierung des historischen Rathauses Beutelsbach. Das denkmalgesch\u00fctzte Bauwerk von 1534 wurde einf\u00fchlsam saniert und zum Museum &#8220;Haus W\u00fcrttemberg&#8221; ausgebaut. Die neu entstandene Au\u00dfentreppe und der Aufzugsturm in Holzbauweise mit einer Bekleidung aus modifizierten und ornamentierten Holzwerkstoffplatten erg\u00e4nzen das Fachwerkgeb\u00e4ude zu einem sehenswerten Museumsensemble.<\/p>\n<h3>\u00d6ffentliches Bauen \u2013 Neubau<\/h3>\n<p>Den ersten Preis spricht die Jury dem Amt f\u00fcr L\u00e4ndliche Entwicklung Oberpfalz f\u00fcr sein neues Verwaltungsgeb\u00e4ude in Tirschenreuth zu. Das Geb\u00e4ude wurde komplett als Holzrahmenkonstruktion vorgefertigt und hat eine signifikante Fassade aus Holzelementen mit einer f\u00fcr die Region typischen roten Farbgebung. Wand- und Deckenfl\u00e4chen im Innenbereich des mit nachwachsenden Rohstoffen ged\u00e4mmten Geb\u00e4udes sind \u00fcberwiegend holzsichtig belassen. Ein konsequentes Konzept unter fr\u00fcher Beteiligung aller Akteure f\u00fchrte zu einem Bauk\u00f6rper, der den 150 Mitarbeitern des Amtes eine angenehme neue Arbeitsumgebung bietet.<\/p>\n<p>Einen zweiten Preis erh\u00e4lt das Bayrische Staatsministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung, Landwirtschaft und Forsten f\u00fcr den Neubau des Steigerwald-Zentrums im Landkreis Schweinfurt. Das am Waldrand gelegene komplett in Holzbauweise errichtete Besucherzentrum mit Ausstellungs-, Vortrags- und Verwaltungsbereich zeichnet sich durch einen einf\u00fchlsamen Umgang mit der Lage im Naturschutzgebiet aus. So ist die gesamte Bodenplatte als mit Zellulose ged\u00e4mmte Holzsandwichkonstruktion ausgebildet und lastet nur punktuell auf Streifenfundamenten. Die drei gestaffelten Bauk\u00f6rper verf\u00fcgen \u00fcber ein reizvolles Deckenkonzept mit unterschiedlichen, den jeweiligen Raumanforderungen entsprechenden Konstruktionen.<\/p>\n<h3>Lobende Erw\u00e4hnungen<\/h3>\n<p>Eine lobende Erw\u00e4hnung erhalten die Stiftung f\u00fcr Bildung, Werte und Leben f\u00fcr das Wohnungs- und Multifunktionsgeb\u00e4ude c_13 in Berlin Prenzlauer Berg, die Stadt Wangen f\u00fcr den Erweiterungsbau des Rupert-Ne\u00df-Gymnasiums sowie die via traffic controlling GmbH f\u00fcr ihre neue Fertigungshalle mit Verwaltungsteil. Diese drei Erw\u00e4hnungen werden exemplarisch f\u00fcr eine vorbildliche Holzbauarchitektur ausgesprochen, obwohl hier abweichend von den Zielsetzungen des Wettbewerbs keine nachwachsenden D\u00e4mmstoffe in Au\u00dfenwand und Dach verwendet wurden. Die Jury will mit dieser Wahl darauf aufmerksam machen, dass derzeit aufgrund geltender Vorschriften in Landesbauordnungen bei Schul- oder Industriebauten die Verwendung nachwachsender D\u00e4mmstoffe in mehrgeschossigen Bauten wegen bestehender Brandschutzbestimmungen nur sehr eingeschr\u00e4nkt m\u00f6glich ist. Angesichts eines erheblichen Entwicklungspotenzials bei Materialeigenschaften und der Ausgestaltung ordnungsrechtlicher Vorgaben besteht jedoch die Hoffnung, \u00e4hnliche Geb\u00e4ude in Zukunft mit einem h\u00f6heren Einsatz nachwachsender Baustoffe realisieren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die vierte lobende Erw\u00e4hnung erh\u00e4lt die Knorre Baumdienst GmbH &amp; Co. KG f\u00fcr ihr Werkstattgeb\u00e4ude. Mit einer von \u00fcblichen Grunds\u00e4tzen g\u00e4nzlich abweichenden freien Gestaltung werden hier vorwiegend in engagiertem Selbstbau unterschiedliche Baumst\u00e4mme und manch andere nachwachsende Baustoffe fantasie- und effektvoll eingesetzt.<\/p>\n<h3>Die Wettbewerbsjury<\/h3>\n<h3>Vorsitz:<\/h3>\n<ul>\n<li>Prof. Martin Wollensak (Hochschule Wismar)<\/li>\n<\/ul>\n<h3>weitere Jurymitglieder:<\/h3>\n<ul>\n<li>Bernt Farcke (Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft (BMEL))<\/li>\n<li>Inken B\u00fchring (Bundesministerium f\u00fcr Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB))<\/li>\n<li>Dr. Johannes Liess (Liess Architektur, L\u00fcchow)<\/li>\n<li>Amber Sayah (Architekturkritikerin, Stuttgarter Zeitung Verlagsgesellschft mbH)<\/li>\n<li>Christine Rutsch (rutsch+rutsch architektur, Schwerin)<\/li>\n<li>Prof. Ludger Dederich (Forsthochschule Rottenburg)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Weitere Informationen finden Sie unter: <a href=\"http:\/\/www.holzbauplus-wettbewerb.info\/\" target=\"_blank\">http:\/\/www.holzbauplus-wettbewerb.info\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft (BMEL) zeichnet zum zweiten Mal im Bauherrenwettbewerb HolzbauPlus innovative und richtungsweisende Bau-vorhaben aus, die einen hohen Anteil an Holz und weiteren nachwachsenden Rohstoffen in ma\u00dfgeblichem Umfang einsetzen. 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