{"id":23900,"date":"2015-01-07T03:15:37","date_gmt":"2015-01-07T02:15:37","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=23900"},"modified":"2015-01-06T13:58:49","modified_gmt":"2015-01-06T12:58:49","slug":"die-biobatterie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/die-biobatterie\/","title":{"rendered":"Die Biobatterie"},"content":{"rendered":"<p><strong>Kl\u00e4rschlamm, Gr\u00fcnabf\u00e4lle, Produktionsreste aus der Lebensmittelindustrie, Stroh oder Tierexkremente \u2013 mit dem modularen Konzept der \u00bbBiobatterie\u00ab l\u00e4sst sich eine erheblich gr\u00f6\u00dfere Bandbreite von Biomasse energetisch verwerten als bisher. Forscher zeigen, dass sie mit diesem Verfahren organische Reststoffe in Strom, W\u00e4rme, gereinigtes Gas, motorentaugliches \u00d6l und hochwertige Biokohle verwandeln k\u00f6nnen.<\/strong><\/p>\n<p>Biogasanlagen sind ein wichtiger Baustein f\u00fcr die dezentrale Energieversorgung. Sie erzeugen Strom aus nachwachsenden Rohstoffen und k\u00f6nnen die stark schwankende Wind- und Sonnenenergie ausgleichen. In Deutschland sind bereits 8.000 Anlagen mit einer elektrischen Leistung von insgesamt 3,75 Gigawatt in Betrieb \u2013 das entspricht etwa drei Kernkraftwerken. Aber die Anlagen haben auch einige Nachteile: Sie verarbeiten nur ein eingeschr\u00e4nktes Spektrum organischer Stoffe und stehen in Konkurrenz mit dem Anbau von Nahrungsmitteln.<\/p>\n<h3>Strom, \u00d6l, Gas und Biokohle produzieren<\/h3>\n<p>Nun ist es Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern vom Fraunhofer-Institut f\u00fcr Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT gelungen, die Effizienz der Biogasanlagen erheblich zu steigern. Das von ihnen entwickelte Biobatterie-Verfahren liefert nicht nur Strom und W\u00e4rme, sondern auch hochwertige Produkte, wie Gas, \u00d6l und Pflanzenkohle. Diese k\u00f6nnen je nach Bedarf verwertet werden: etwa zur Stromerzeugung, als Schiffs- oder Flugzeugkraftstoff, als Beimischung zu Kraftstoffen oder als D\u00fcngemittel. Weiterverarbeitet liefern sie sogar Basisstoffe f\u00fcr die Chemische Industrie.<\/p>\n<p>Die Biobatterie ist modular aufgebaut und besteht aus einem Pool umweltfreundlicher Technologien wie Biogasanlagen, thermischen Speichern, Vergasern und Motoren zur Stromerzeugung. Herzst\u00fcck des Konzepts ist das thermo-katalytische Reforming (TCR\u00ae). Damit bauen die Experten Kohlenstoffe aus organischem Material wie beispielsweise G\u00e4rresten aus Biogasanlagen und der Bioethanolproduktion, industriellen Biomasseabf\u00e4llen, Kl\u00e4rschl\u00e4mme, Stroh, Holzreste oder Tierexkremente um. Das Ergebnis: \u00d6l, Gas und Biokoks. \u00bbDer besondere Vorteil der Biobatterie ist, dass wir eine Vielzahl von Ausgangsstoffen verwerten k\u00f6nnen, die sonst oft aufw\u00e4ndig entsorgt werden m\u00fcssten\u00ab, erkl\u00e4rt Professor Andreas Hornung, Leiter des UMSICHT am Institutsteil Sulzbach-Rosenberg.<\/p>\n<h3>Pilotanlage verarbeitet biogene Reststoffe<\/h3>\n<figure id=\"attachment_23901\" aria-describedby=\"caption-attachment-23901\" style=\"width: 598px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-23901\" alt=\"TCR-Anlage UMSICHT\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/FUX141216_UMSICHT_TCR_Pano_3496--1024x444.jpg\" width=\"598\" height=\"259\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2015\/01\/FUX141216_UMSICHT_TCR_Pano_3496--1024x444.jpg 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2015\/01\/FUX141216_UMSICHT_TCR_Pano_3496--300x130.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 598px) 100vw, 598px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-23901\" class=\"wp-caption-text\">Das Technikum von Fraunhofer UMSICHT mit der TCR\u00ae-Anlage. \u00a9 Fraunhofer UMSICHT \/ Kurt Fuchs<\/figcaption><\/figure>\n<p>Dass dies auch in der Praxis funktioniert, zeigen die Forscherinnen und Forscher an einer Pilotanlage, die etwa 30 kg G\u00e4rreste in der Stunde verwertet. Die Ausgangsstoffe wandern zun\u00e4chst durch eine Schleuse unter Sauerstoffausschluss in eine sich kontinuierlich drehende Schnecke. Dort wird das Material erhitzt und in Biokohle sowie fl\u00fcchtige D\u00e4mpfe zerlegt. Die D\u00e4mpfe werden weiter erhitzt und dann wieder abgek\u00fchlt. Dabei kondensiert eine Fl\u00fcssigkeit, die Bio\u00f6l und Prozesswasser enth\u00e4lt. Die Forscher trennen das hochwertige \u00d6l ab, um es weiter zu nutzen. Das entstandene Gas wird gereinigt und aufgefangen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_23902\" aria-describedby=\"caption-attachment-23902\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-23902 \" alt=\"schmea_biobatterie\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/schmea_biobatterie-300x275.jpg\" width=\"300\" height=\"275\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2015\/01\/schmea_biobatterie-300x275.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2015\/01\/schmea_biobatterie-1024x939.jpg 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2015\/01\/schmea_biobatterie.jpg 1058w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-23902\" class=\"wp-caption-text\">Die Biobatterie nutzt \u00dcberschussstrom und biogene Reststoffe und wandelt diese in die Produkte \u00d6l, Strom und W\u00e4rme. \u00a9 Fraunhofer<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die fl\u00fcssigen, gasf\u00f6rmigen und festen Produkte lassen sich vielf\u00e4ltig weiterverwerten. Das \u00d6l kann entweder zu Schiffs- und Flugzeugkraftstoff verarbeitet werden oder in einem Blockheizkraftwerk \u2013 wie auch das Gas \u2013 f\u00fcr die Strom- und W\u00e4rmeerzeugung genutzt werden. Das abgetrennte Prozesswasser enth\u00e4lt zahlreiche kurzkettige, biologisch abbaubare Kohlenstoffverbindungen. Es kann wieder in die Biogasanlage zur\u00fcckgef\u00fchrt werden und so die Methanausbeute steigern. Die Biokohle eignet sich als Bodenverbesserer.<\/p>\n<p>Aber arbeitet die Biobatterie auch effizient? \u00bbDie Anlage wandelt in einem robusten und kontinuierlichen Prozess \u00fcber 75 Prozent des Energieeinsatzes in qualitativ hochwertige Energietr\u00e4ger um. Der Wirkungsgrad l\u00e4sst sich noch weiter steigern, wenn man mobile Latentw\u00e4rmespeicher einsetzt\u00ab, erkl\u00e4rt Hornung. Ein besonderer Vorteil der Biobatterie ist, dass sich das System stufenweise ausbauen l\u00e4sst. \u00bbDas ist f\u00fcr die Betreiber finanziell sehr interessant. Denn f\u00fcr den Start sind keine hohen Investitionen notwendig, wie unsere Wirtschaftlichkeitsanalysen belegen\u00ab, f\u00fchrt Hornung aus. Die Susteen Technologies GmbH, eine Ausgr\u00fcndung von UMSICHT, setzt das Konzept Biobatterie bereits gemeinsam mit Kooperationspartnern im In- und Ausland in gro\u00dfen Pilotanlagen in die Praxis um.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&#8211; <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=dharbD50LGg\" target=\"_blank\">Video zur Biobatterie<\/a><\/p>\n<p>&#8211; <a href=\"http:\/\/www.umsicht-suro.fraunhofer.de\/content\/externallinklib\/umsicht-suro\/de\/fhg\/podcast_biobatterie\" target=\"_blank\">Podcast Biobatterie<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kl\u00e4rschlamm, Gr\u00fcnabf\u00e4lle, Produktionsreste aus der Lebensmittelindustrie, Stroh oder Tierexkremente \u2013 mit dem modularen Konzept der \u00bbBiobatterie\u00ab l\u00e4sst sich eine erheblich gr\u00f6\u00dfere Bandbreite von Biomasse energetisch verwerten als bisher. Forscher zeigen, dass sie mit diesem Verfahren organische Reststoffe in Strom, W\u00e4rme, gereinigtes Gas, motorentaugliches \u00d6l und hochwertige Biokohle verwandeln k\u00f6nnen. 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