{"id":23840,"date":"2014-12-19T03:05:45","date_gmt":"2014-12-19T02:05:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.innovations-report.de\/html\/berichte\/energie-elektrotechnik\/flexible-methan-produktion-aus-strom-und-biomasse.html"},"modified":"2014-12-18T13:40:54","modified_gmt":"2014-12-18T12:40:54","slug":"flexible-methan-produktion-aus-strom-und-biomasse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/flexible-methan-produktion-aus-strom-und-biomasse\/","title":{"rendered":"Flexible Methan-Produktion aus Strom und Biomasse"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Verkn\u00fcpfung von Strom- und Gasnetz soll die Energieversorgung in Zukunft nachhaltig und robust machen. So k\u00f6nnte etwa fluktuierender Wind- und Sonnenstrom in Form des chemischen Energietr\u00e4gers Methan gespeichert werden. Forscher des KIT und des DVGW zeigen nun, dass dieser Baustein der Energiewende technisch machbar ist. Die Pilotanlage DemoSNG wurde am KIT fertiggestellt und wird nun in Schweden eingesetzt, um mittels Kohlendioxid aus Biomasse und variablen Anteilen von Wasserstoff aus \u00d6ko-Strom verl\u00e4sslich und effektiv Methan herzustellen.<\/strong><\/p>\n<p>\u201eDie variablen Betriebszust\u00e4nde waren die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung bei der Entwicklung\u201c, sagt Projektleiter Siegfried Bajohr vom Engler-Bunte-Institut (EBI) des KIT. Aus den Produkten einer Biomasse-Vergasungsanlage, also Wasserstoff, Kohlenstoffdioxid und Kohlenstoffmonoxid, produziert die Pilotanlage DemoSNG mittels eines Nickel-Katalysators direkt Methan und Wasser (SNG-Betrieb). Wenn \u00d6ko-Strom zur Verf\u00fcgung steht, wird er zur Elektrolyse und Erzeugung von zus\u00e4tzlich einbindbarem Wasserstoff genutzt. Dann kann sich der Volumenstrom in der Anlage verdoppeln, die Ausnutzung des Kohlenstoffs aus der Biomasse auf nahezu 100 Prozent steigen und eine gro\u00dfe Menge nutzbarer Abw\u00e4rme am Katalysator entstehen (PtG-Betrieb).<\/p>\n<p>\u201eDa herk\u00f6mmliche Methanisierungsverfahren hier an ihre Grenzen sto\u00dfen, haben wir ein neues Reaktorkonzept entwickelt\u201c, so Bajohr. Die Ausgangsstoffe treffen in einem wabenf\u00f6rmigen Katalysatortr\u00e4ger aufeinander, der so ausgelegt werden kann, dass beide Betriebszust\u00e4nde und Mischzust\u00e4nde effizient ablaufen k\u00f6nnen. \u201eMit DemoSNG-Anlage haben wir nun gezeigt, dass unser Konzept auch in einer gro\u00dfformatigen Pilotanlage funktioniert.\u201c Metallische Wabentr\u00e4ger werden bereits als Abgaskatalysatoren in Autos eingesetzt. Sie zeichnen sich durch hohe W\u00e4rmeleitf\u00e4higkeit und mechanische Robustheit bei geringem Druckverlust in wechselnden Betriebszust\u00e4nden aus.<\/p>\n<p>Die Anlage DemoSNG wurde in einem handels\u00fcblichen Frachtcontainer (12 m x 2,4 m x 2,4 m) installiert und ist mobil. Ihr n\u00e4chster Einsatzort, nach den nun abgeschlossenen Betriebstests am KIT, ist das schwedische K\u00f6ping. Sie wird im Dauerbetrieb unter realen Bedingungen in die Stoffstr\u00f6me einer Biomassevergasungsanlage eingebunden, die Holzabf\u00e4lle verwertet. Der wabenf\u00f6rmige Katalysator l\u00e4sst sich einfach in verschiedenen Anlagengr\u00f6\u00dfen implementieren. Damit k\u00f6nnte es in Zukunft m\u00f6glich werden, auch kleinere, dezentrale Einheiten etwa an l\u00e4ndlichen Biogasanlagen wirtschaftlich zu betreiben.<\/p>\n<p>\u201eDemoSNG weist den Weg, um \u00d6kostrom in Form von Methan in unseren Gasnetzen zu speichern und zu transportieren\u201c, hebt Thomas Kolb hervor, Leiter des Engler-Bunte-Instituts des KIT. Frank Graf, Bereichsleiter der Forschungsstelle des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches (DVGW) am KIT, erg\u00e4nzt: \u201eBislang wird die Beimischung von Wasserstoff ins Erdgasnetz auf wenige Prozent beschr\u00e4nkt, da sowohl bei der Speicherung und der Verteilung als auch der Nutzung verschiedene technische H\u00fcrden \u00fcberwunden werden m\u00fcssen.\u201c Die Methanisierung bietet den Vorteil, dass die existierende Infrastruktur f\u00fcr Verteilung und Speicherung von Erdgas, wie auch die \u00fcblichen Verbrauchseinrichtungen, ohne \u00c4nderungen und Umstellungen weiter genutzt werden k\u00f6nnen. \u00dcber eine effektive Methanisierung l\u00e4sst sich Strom aus Wind und Sonne ohne Beschr\u00e4nkung in das Erdgasnetz einspeisen.<\/p>\n<p>\u201eDemoSNG stellt unter Beweis, wie nachhaltig europ\u00e4ische Innovationen sind\u201c, freut sich Karl-Friedrich Ziegahn, Bereichsleiter Nat\u00fcrliche und Gebaute Umwelt des KIT und Aufsichtsratsvorsitzender des europ\u00e4ischen KIC InnoEnergy. Mit Anlagen wie DemoSNG kann \u00fcbersch\u00fcssiger \u00d6kostrom besser genutzt werden. Beispielsweise k\u00f6nnte dieser mit dem Kohlendioxid, der an den rund 8000 deutschen Biogasanlagen anf\u00e4llt, dezentral umgesetzt und als Methan gespeichert werden. Dank des neu entwickelten, wabenf\u00f6rmigen Katalysators k\u00f6nnten auch kleinere und mittlere Anlagengr\u00f6\u00dfen wirtschaftlich betrieben werden.<\/p>\n<p>Das KIC InnoEnergy verbindet Forschung, Lehre und Innovation, um den Technologietransfer zu beschleunigen und ein nachhaltiges Energiesystem f\u00fcr Europa zu schaffen. Das KIC InnoEnergy (Knowledge &amp; Innovation Community) setzt sich zusammen aus 35 europ\u00e4ischen Partnern, aus Unternehmen, Universit\u00e4ten, Forschungseinrichtungen und Business Schools. Es wird \u00fcber das European Institute of Innovation and Technology (EIT) von der EU gef\u00f6rdert.<\/p>\n<p>Das KIC InnoEnergy hat das 4,5-Millionen-Euro-Projekt DemoSNG (Demonstration Substitute Natural Gas) initiiert. Projektpartner seit 2009 sind die Universit\u00e4t KTH, das Unternehmen Cortus, der Energieversorger Gas Natural Fenosa und der Koordinator KIT.<\/p>\n<p>Das Karlsruher Institut f\u00fcr Technologie (KIT) ist eine K\u00f6rperschaft des \u00f6ffentlichen Rechts nach den Gesetzen des Landes Baden-W\u00fcrttemberg. Es nimmt sowohl die Mission einer Universit\u00e4t als auch die Mission eines nationalen Forschungszentrums in der Helmholtz-Gemeinschaft wahr. Thematische Schwerpunkte der Forschung sind Energie, nat\u00fcrliche und gebaute Umwelt sowie Gesellschaft und Technik, von fundamentalen Fragen bis zur Anwendung. Mit rund 9400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, darunter mehr als 6000 in Wissenschaft und Lehre, sowie 24 500 Studierenden ist das KIT eine der gr\u00f6\u00dften Forschungs- und Lehreinrichtungen Europas. Das KIT verfolgt seine Aufgaben im Wissensdreieck Forschung \u2013 Lehre \u2013 Innovation.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Verkn&uuml;pfung von Strom- und Gasnetz soll die Energieversorgung in Zukunft nachhaltig und robust m&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[8836,1396,6249,8941,1267,1563,8835],"class_list":["post-23840","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","supplier-cortus-energy","supplier-deutsche-vereinigung-des-gas-und-wasserfaches-dvgw","supplier-european-institute-of-innovation-and-technology","supplier-gas-natural-fenosa","supplier-helmholtz-gemeinschaft-deutscher-forschungszentren-ev","supplier-karlsruher-institut-fuer-technologie-kit","supplier-kic-innoenergy"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23840","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=23840"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23840\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=23840"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=23840"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=23840"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=23840"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}