{"id":23814,"date":"2014-12-18T02:55:39","date_gmt":"2014-12-18T01:55:39","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=23814"},"modified":"2014-12-16T11:57:23","modified_gmt":"2014-12-16T10:57:23","slug":"neues-leben-fur-seltene-erden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/neues-leben-fur-seltene-erden\/","title":{"rendered":"Neues Leben f\u00fcr Seltene Erden"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_23815\" aria-describedby=\"caption-attachment-23815\" style=\"width: 285px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-23815 \" alt=\"Die bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf (Mitte) \u00fcbergibt die Bewilligung f\u00fcr den Projektverbund \u201eForCycle\u201c FAU-Kanzlerin Dr. Sybille Reichert, Prof. Dr. Thomas Br\u00fcck (TUM), Projektleiter Prof. Dr. Rainer Buchholz und Prof. Dr. Armin Reller (Vorsitzender des Forschungsverbundes ForCycle). (Bild: Harald Sippel)\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/SelteneErden_2014121_sip_08711-285x200.jpg\" width=\"285\" height=\"200\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-23815\" class=\"wp-caption-text\">Die bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf (Mitte) \u00fcbergibt die Bewilligung f\u00fcr den Projektverbund \u201eForCycle\u201c FAU-Kanzlerin Dr. Sybille Reichert, Prof. Dr. Thomas Br\u00fcck (TUM), Projektleiter Prof. Dr. Rainer Buchholz und Prof. Dr. Armin Reller (Vorsitzender des Forschungsverbundes ForCycle). (Bild: Harald Sippel)<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Der nachhaltige Umgang mit Ressourcen, zum Beispiel mit Seltenen Erden, ist ein zentrales Thema, wenn es um eine Vielzahl von Hochtechnologien geht, die unter anderem im Rahmen der erneuerbaren Energien eingesetzt werden. Da Seltene Erden nur sehr aufw\u00e4ndig zu isolieren sind und zurzeit fast ausschlie\u00dflich von China auf dem Markt angeboten werden, ist die Entwicklung von intelligenten und umweltschonenden Recyclingmethoden von gro\u00dfer Bedeutung f\u00fcr die Industrie. Die FAU hat ein Verfahren entwickelt, mit dem die Elemente Seltener Erden aus industriellem Abwasser, das beispielsweise aus Abraumhalden von Bergbauaktivit\u00e4ten stammt, besonders umweltfreundlich gewonnen werden k\u00f6nnen.<\/strong><\/p>\n<p>Die Nutzung von Seltenen Erden ist nicht nur f\u00fcr die IT- und Unterhaltungselektronik-Industrie, sondern auch f\u00fcr die Produktion von Windkraft- und Solaranlagen und damit f\u00fcr die Umsetzung des erneuerbaren Energiekonzeptes der Bundesregierung von hoher Bedeutung. Innerhalb Deutschlands verzeichnet das Land Bayern eine der h\u00f6chsten Dichten von Unternehmen aus der Chemie, der metallverarbeitenden Industrie und der Spezialtechnologie, die alle auch im Sektor der erneuerbaren Energien aktiv sind. Das Bayerische Staatsministerium f\u00fcr Umwelt und Verbraucherschutz f\u00f6rdert daher die Weiterentwicklung eines von der FAU entwickelten Verfahrens mit 380.000 Euro. Die Bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf hat am 12. Dezember 2014 die Bewilligung offiziell an die Wissenschaftler in Erlangen \u00fcbergeben und die Forschungsanlagen besichtigt.<\/p>\n<p>Prof. Dr. Rainer Buchholz, der an der FAU den Lehrstuhl f\u00fcr Bioverfahrenstechnik leitet, experimentiert bereits seit einem Jahrzehnt mit verschiedenen Mikroalgentypen. Dabei liegt ein Schwerpunkt seiner Arbeit darauf, aus Algen Wertstoffe zu gewinnen, die f\u00fcr den Menschen von Nutzen sein k\u00f6nnen \u2013 angefangen vom Einsatz in der Medizin bis hin zur Nahrungsgewinnung. Im Rahmen dieser Versuche haben sich Indizien ergeben, dass Metallionen aus verd\u00fcnnten L\u00f6sungen sich hervorragend an der Oberfl\u00e4che von Mikroalgen \u201eandocken\u201c lassen. Im Rahmen des gef\u00f6rderten Projekts wollen die Erlanger Forscher daher ein Verfahren zur \u00f6konomischen und \u00f6kologischen Wertmetallgewinnung mit einem spezifischen Fokus auf Seltene Erden entwickeln, das sich grundlegend von den etablierten bakteriellen Verfahren unterscheidet: Es setzt erstmals auf einen geobiotechnologischen Ansatz zur nachhaltigen Rohstoffsicherung. Mikroalgen k\u00f6nnen im Vergleich zu bakteriellen Systemen weitaus kosteng\u00fcnstiger hergestellt werden, weil sie keine hohen Anspr\u00fcche an Umfeld und Ern\u00e4hrung stellen. Erste Ergebnisse zeigen auch, dass die Metallbindung sogar mit abgestorbenen Algen funktioniert. Das macht einen unkomplizierten Einsatz in der Praxis m\u00f6glich. Die Wissenschaftler um Prof. Buchholz wollen im Rahmen des Projekts testen, wie sich dann aus der so entstehenden beladenen Algenbiomasse Metalle wieder gewinnen lassen.<\/p>\n<p>Im Rahmen der Bewilligungs\u00fcbergabe in Erlangen bekr\u00e4ftigte Umweltministerin Ulrike Scharf noch einmal ihr Anliegen: \u201eWir brauchen eine Rohstoffwende. Die Abf\u00e4lle von heute sind die Rohstoffe von morgen. Das Ziel ist klar: Wir wollen den Einsatz neuer Rohstoffe verringern und wertvolle Rohstoffe bestm\u00f6glich zur\u00fcckgewinnen. Der Raubbau an der Natur geht zulasten kommender Generationen.\u201c<\/p>\n<p>Prof. Dr. Rainer Buchholz: \u201eMikroalgen sind ein \u00e4u\u00dferst vielversprechendes Forschungsobjekt \u2013 das haben wir bei der Untersuchung der unterschiedlichsten Fragestellungen immer wieder feststellen k\u00f6nnen. Ob f\u00fcr die Gewinnung von Rohstoffen oder die bessere Nutzung von Sonnenenergie \u2013 als Bioverfahrensingenieure versuchen wir, die hervorragenden Eigenschaften von Mikroalgen f\u00fcr die Gesellschaft nutzbar zu machen. Wir sind zuversichtlich, dass dies auch f\u00fcr den Recyclingprozess Seltener Erden gelingen wird.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der nachhaltige Umgang mit Ressourcen, zum Beispiel mit Seltenen Erden, ist ein zentrales Thema, wenn es um eine Vielzahl von Hochtechnologien geht, die unter anderem im Rahmen der erneuerbaren Energien eingesetzt werden. 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