{"id":23698,"date":"2014-12-09T17:41:26","date_gmt":"2014-12-09T15:41:26","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=23698"},"modified":"2021-09-09T21:48:18","modified_gmt":"2021-09-09T19:48:18","slug":"erste-pilot-und-demonstrationsanlagen-fur-co2-basierte-treibstoffe-und-polymere-betrieb","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/erste-pilot-und-demonstrationsanlagen-fur-co2-basierte-treibstoffe-und-polymere-betrieb\/","title":{"rendered":"Erste Pilot- und Demonstrationsanlagen f\u00fcr CO<sub>2<\/sub>-basierte Kraftstoffe und Polymere in Betrieb"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #ff9900;\">English version:<\/span>\u00a0<a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/first-pilot-demonstration-plants-co2-based-fuels-polymers-use\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/first-pilot-demonstration-plants-co2-based-fuels-polymers-use\/<\/a><\/p>\n<p><b>Die Vision, Kohlendioxid als Rohstoff in einer Kreislaufwirtschaft und als Energietr\u00e4ger zu nutzen, wird zunehmend Realit\u00e4t. Die Verwertung von CO<sub>2<\/sub> ist eine vielversprechende Option f\u00fcr die Produktion synthetischer und konventioneller Kraftstoffe, ebenso wie f\u00fcr chemische Grundstoffe und Polymere (PPC, PEC, CO<sub>2<\/sub>-basierte Polyurethane) und hat ein immenses Potenzial f\u00fcr das kommende Jahrzehnt \u2013 viel fr\u00fcher als erwartet. Auf der dritten internationalen Konferenz \u201eCarbon Dioxide as Feedstock for Chemistry and Polymers\u201c <a href=\"http:\/\/www.co2-chemistry.eu\">www.co2-chemistry.eu<\/a> diskutierten \u00fcber 140 f\u00fchrende CCU-Experten aus 26 L\u00e4ndern dieses Potenzial. Ein spezieller Fokus lag dabei auf den M\u00f6glichkeiten und Eigenschaften neuer CO<sub>2<\/sub>-basierter Chemikalien, Polymeren sowie Kraftstoffen und ihren facettenreichen Anwendungsm\u00f6glichkeiten (z.B. als Flugzeugkraftstoff). Die Beitr\u00e4ge stehen ab Mitte Januar 2015 auf <a href=\"http:\/\/www.bio-based.eu\/proceedings\/#CO2Conference2014\">www.bio-based.eu\/proceedings\/#CO2Conference2014<\/a> zur Verf\u00fcgung.<\/b><\/p>\n<figure id=\"attachment_23701\" aria-describedby=\"caption-attachment-23701\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-23701\" alt=\"Expertengremium w\u00e4hrend der Diskussion: Katy Armstrong, Dr. Lothar Mennicken, Andreas Pilzecker, Dr. Frank K\u00f6ster (v.l.n.r.) (nova\/Winkler)\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/14-12-03_panel_discussion2-300x201.jpg\" width=\"300\" height=\"201\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2014\/12\/14-12-03_panel_discussion2-300x201.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2014\/12\/14-12-03_panel_discussion2-1024x688.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-23701\" class=\"wp-caption-text\">Expertengremium w\u00e4hrend der Diskussion: Katy Armstrong, Dr. Lothar Mennicken, Andreas Pilzecker, Dr. Frank K\u00f6ster (v.l.n.r.) (nova\/Winkler)<\/figcaption><\/figure>\n<p>W\u00e4hrend Kohlendioxid allgemein als Klimakiller angesehen wird, den es unbedingt zu vermeiden gilt, erforscht eine steigende Anzahl von Wissenschaftlern und Ingenieuren, wie diese ungeheure Kohlenstoffquelle recycelt und als Kraftstoff oder chemischer Rohstoff genutzt werden kann. Einer der Hauptgr\u00fcnde hierf\u00fcr ist die Verf\u00fcgbarkeit von CO<sub>2<\/sub> \u2013 es ist \u00fcberall vorhanden. Das CO<sub>2<\/sub>-Recycling, bei gleichzeitiger Treibhausgaseinsparung, k\u00f6nnte sich dabei als sinnvoller Weg erweisen. Die beiden Hauptschwierigkeiten liegen hierbei in der Notwendigkeit der CO<sub>2<\/sub>-Bindung, -Reinigung und der -Konzentration, sowie dem erh\u00f6hten Energieaufwand zur Erzeugung eines stabilen Kohlenstoffmolek\u00fcls begr\u00fcndet. Hier sind noch kluge Ideen gefordert. Weltweit besch\u00e4ftigen sich Forschungsprojekte und Industriekonzerne unter Hochdruck mit diesem Thema, es existieren bereits diverse zukunftstr\u00e4chtige Konzepte zur Konvertierung von CO<sub>2<\/sub> zu hochwertigen synthetischen Kraftstoffen oder Chemikalien. Viele Pilot- und Demonstrationsanlagen sowie erste industrielle Produktionsst\u00e4tten zur Kohlenstoffgewinnung, Wasserstofferzeugung und Kohlenstoffnutzung sind bereits in Betrieb.<\/p>\n<p>Welche beeindruckenden Fortschritte die Forschung und Entwicklung im Bereich der CO<sub>2<\/sub>-Nutzung in den letzten Jahren verzeichnen kann, wurde auf der dritten Konferenz \u201cCO<sub>2<\/sub> as Feedstock for Chemistry and Polymers\u201d vom 2. bis 3. Dezember 2014 in Essen, deutlich. Unter dem Sponsoring der EnergieRegion.NRW stellten f\u00fchrende Akteure der CO<sub>2<\/sub>-Wirtschaft erweiterte also auch neue Einsatzgebiete f\u00fcr Kohlendioxid als zukunftsweisender Rohstoff vor. Die Veranstaltung wurde von Dr. Lothar Mennicken vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) mit einem Gru\u00dfwort der Schirmherrin und Ministerin f\u00fcr Bildung und Forschung Prof. Dr. Wanka er\u00f6ffnet. Dr. Mennicken erl\u00e4uterte die gezielte strategische F\u00f6rderung der Forschung in Deutschland, welche als weltgr\u00f6\u00dftes CCU-Forschungsprogramm mit 100 Mio. Euro aktuell 150 Projekte finanziell unterst\u00fctzt. Dies macht Deutschland in Bezug auf Entwicklung und Einf\u00fchrung von CCU-Technologien (Power-to-Gas, Power-to-Liquid und Polymere) zur f\u00fchrenden Nation, gefolgt von den USA und Gro\u00dfbritannien \u2013 wobei sich in Gro\u00dfbritannien das gr\u00f6\u00dfte CCU-Forschungsnetzwerk etablieren konnte.<\/p>\n<p>Andreas Pilzecker von der Europ\u00e4ische Kommission veranschaulichte den Teilnehmern die Rolle, welche CCU in der EU Politik einnimmt und die j\u00fcngsten Anstrengungen H\u00fcrden abzubauen, um CCU-basierte Kraftstoffe und Chemikalien unter Ber\u00fccksichtigung der Renewable Energy Directive (RED) ins existierende EU-Rahmenprogramm aufzunehmen. Die anschlie\u00dfenden Referenten teilten die Einsch\u00e4tzung des Potenzials der CO<sub>2<\/sub>-Nutzung in der gr\u00fcnen \u00d6konomie und f\u00fchrten ihre eigenen Visionen einer nachhaltigen Zukunft aus, indem sie die derzeitigen politischen Rahmenbedingungen auf nationaler und internationaler Ebene diskutierten. Michael Carus, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des nova-Instituts, gab tieferen Einblick in Machbarkeitsstrategien, danach folgten drei Sprecher aus Gro\u00dfbritannien, Guy Lomax von Virgin Earth Challenge und Prof. Dr. Peter Styring aus dem internationalen CO<sub>2<\/sub>Chem Network. Roger Lee von Tecnon OrbiChem rundete die Sitzung mit einem \u00dcberblick zur Entwicklung CO<sub>2<\/sub>-basierter Chemikalien der letzten Jahre ab.\u00a0Carus forderte eine rasche Verlagerung von Forschungs- und F\u00f6rdergeldern in die Nutzbarmachung von CO<sub>2<\/sub>. W\u00e4hrend Styring und Lomax die Notwenigkeit st\u00e4rkerer F\u00f6rderung f\u00fcr CCU ebenfalls unterstrichen, sehen beide auch in Zukunft einen Bedarf f\u00fcr CCS (Carbon Capture and Sequestation) in einer Kombination verschiedener Klimaschutzma\u00dfnahmen.<\/p>\n<p>Nachdem Visionen und politische Rahmenbedingungen diskutiert waren, wurde der Fokus des ersten Konferenztags auf Verfahren zur CO<sub>2<\/sub>-Gewinnung, -Reinigung und Wasserstoffproduktion gelegt. Olaf Christoph von Linde Engineering Dresden (hochvolumige CO<sub>2<\/sub>-Gewinnung zur Urea-Produktion) und Jan Wurzbacher vom innovativen Schweizer Start-up Climeworks (CO<sub>2<\/sub>-Gewinnung aus der Atmosph\u00e4re) er\u00f6ffneten diese Session und gaben Einblicke in ihre CO<sub>2<\/sub>-Gewinnungstechnologien. Christian von Olshausen, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der sunfire GmbH, demonstrierte den Betrieb einer hocheffizienten Technologie zur Wasserstofferzeugung sowie des Power-to-Liquid-Verfahrens anhand ihrer frisch er\u00f6ffneten Pilotanlage zur Produktion synthetischer Kraftstoffe in Ostdeutschland. Denis Thomas von Hydrogenics Europe und Thomas Fischer, Universit\u00e4t K\u00f6ln, vom EU-Projekt SOLARGENIX, schlossen diesen ersten Tag mit der Pr\u00e4sentation zweier alternativer Technologiepfade zur Gewinnung von Wasserstoff, wie etwa photokatalytische Wasserstoffproduktion.<\/p>\n<p>CO<sub>2<\/sub>-basierte Kraftstoffe, Chemikalien sowie Polymere standen am zweiten Tag auf dem Programm. Im Bereich der Kraftstoffe und Chemikalien beeindruckte vor allem die Synthesegas-Produktion der israelischen Firma NewCO<sub>2<\/sub>Fuels, \u00fcber die Julie Horn berichtete. Christian Schweitzer, bse Engineering Leipzig, gab Aufschluss \u00fcber das Konzept der CCU-Integration in Methanolanlagen und Prof. Dr. Mogens Bjerg Mogensen, pr\u00e4sentierte den Forschungsstand von Festoxidbrennstoffzellen zur Wasserstoffproduktion an der Technischen Universit\u00e4t D\u00e4nemark. Das amerikanische Biotechnologieunternehmen Phytonix Corporation wurde von Bruce Dannenberg vertreten, er veranschaulichte den Ansatz einer direkten photobiologischen Umwandlung von Kohlendioxid in erneuerbare Chemikalien und Kraftstoffe. Grainne Smith gab Einblicke in die neuesten Entwicklungen bei LanzaTech, dem Marktf\u00fchrer im Bereich der Abgasaufbereitung aus Neuseeland. Prof. Dr. Guido Saracco vom Turiner Polytechnikum (Italien) hielt einen Vortrag \u00fcber hoch effiziente photoelektrochemische Reaktoren und k\u00fcnstliche Photosynthese im Rahmen des CCU-Verfahrens. Er ist au\u00dferdem Leiter des EU-Projektes Eco<sup>2<\/sup>CO<sub>2, <\/sub>zu dem Dr. Klaas Jan Schouten von Avantium (Niederlande) Einblicke \u00fcber die katalytische Produktion Furan-basierter Spezialchemikalien und CO<sub>2<\/sub>-basierten Methanols gab. Katy Armstrong vom UK Centre for Carbon Dioxide Utilization leitete in den allgemeineren Bereich \u00fcber: Im EU-Projekt SCOT arbeiten Armstrong und ihre Kollegen an einer strategischen europ\u00e4ischen Forschungs- und Innovations-Agenda f\u00fcr den CCU-Sektor.<\/p>\n<p>Um das Themenfeld abzurunden, konzentrierte sich die Abschlusssitzung auf die Produktion CO<sub>2<\/sub>-basierter Polyolen und Polymere. Simon Waddington von der amerikanischen Firma Novomer und Dr. Christoph G\u00fcrtler, Bayer MaterialScience, veranschaulichten das eindrucksvolle Potenzial CO<sub>2<\/sub>-basierter Polymere und Materialien f\u00fcr die industrielle Produktion in den n\u00e4chsten Jahren w\u00e4hrend Dr. Rulande Henderson und ihr Team von Econic Technologies (UK) vor allem an verbesserten Katalysatoren f\u00fcr die Polymerproduktion arbeiten.<\/p>\n<p>Wie die Konferenz deutlich zeigte, befinden sich neue Technologien in den Startl\u00f6chern \u2013 viele verschiedene Varianten werden derzeit entwickelt und warten nur noch auf ihre industrielle Einf\u00fchrung. Bei Nutzung von Sonnen- oder Windenergie in Kombination mit CO<sub>2<\/sub> und Wasser l\u00e4sst sich fast alles Gew\u00fcnschte oder Ben\u00f6tigte herstellen: Kraftstoffe, Chemikalien, Polymere oder gar Nahrungsmittel und Tierfutter. In einer Welt mit stetig wachsender Nachfrage und begrenzten Ressourcen wird CO<sub>2<\/sub> mit seiner geringen Umweltbelastung und ungeheuren Verf\u00fcgbarkeit eine essenzielle Rolle in der \u00d6konomie der Zukunft spielen. Heute noch ein Traum gibt es eine reale Chance, dass CO<sub>2<\/sub>-Recycling morgen Wirklichkeit wird.<\/p>\n<p>Schirmherrin der Konferenz war die deutsche Bundesministerin f\u00fcr Bildung und Forschung, Prof. Dr. Johanna Wanka. Gesponsert wurde die Veranstaltung durch EnergyRegion.NRW, im Auftrag der Landesregierung Nordrhein-Westfalen verantwortliche Leitung des Clusters zur F\u00f6rderung von Wachstum und Innovation sowie zur Absicherung neuer Firmenniederlassungen im\u00a0 Bereich der EnergyRegion.NRW.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"center\"><b>\u00a0<\/b><b>Die Pr\u00e4sentationen der Konferenz sind voraussichtlich ab Mitte Januar verf\u00fcgbar. Vorbestellungen unter <a href=\"http:\/\/www.bio-based.eu\/proceedings\/%23CO2Conference2014\">http:\/\/www.bio-based.eu\/proceedings\/#CO2Conference2014<\/a> (150 \u20ac zzgl. MwSt.)<\/b><\/p>\n<p><b>Bilder von der \u201e3rd Conference on Carbon Dioxide as Feedstock for Chemistry and Polymers\u201c (bitte geben Sie die Quelle an):<\/b><\/p>\n<p>Sie k\u00f6nnen die Bilder des Kongresses unter folgendem Link herunterladen:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/co2-chemistry.eu\/media\/files\/3rd_Conference_on_CO2_2014_Pictures.zip\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00a0http:\/\/co2-chemistry.eu\/media\/files\/3rd_Conference_on_CO2_2014_Pictures.zip<\/a><\/p>\n<p><b>Der zip-Ordner beinhaltet:<\/b><\/p>\n<ul>\n<li>14-12-03_confernce_audience.jpg: Teilnehmer w\u00e4hrend einer Pr\u00e4sentation (nova\/Winkler)<\/li>\n<li>14-12-03_conference_audience2.jpg: Teilnehmer w\u00e4hrend einer Pr\u00e4sentation (nova\/Winkler)<\/li>\n<li>14-12-03_conference_audience_close-up.jpg: Guy Lomax, und Prof. Dr. Peter Styring (v.l.n.r.) verfolgen einen Vortag (nova\/Winkler)<\/li>\n<li>14-12-03_panel_discussion.jpg: Expertengremium w\u00e4hrend der Diskussion: Katy Armstrong, Dr. Lothar Mennicken, Andreas Pilzecker (v.l.n.r.) (nova\/Winkler)<\/li>\n<li>14-12-03_panel_discussion2.jpg: Expertengremium w\u00e4hrend der Diskussion: Katy Armstrong, Dr. Lothar Mennicken, Andreas Pilzecker, Dr. Frank K\u00f6ster (v.l.n.r.) (nova\/Winkler)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Diese Pressemitteilung als PDF: <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/14-12-09-PM-Dritte-CO2-Konferenz-nova.pdf\">14-12-09 PM Dritte CO2-Konferenz nova<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>English version:\u00a0https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/first-pilot-demonstration-plants-co2-based-fuels-polymers-use\/ Die Vision, Kohlendioxid als Rohstoff in einer Kreislaufwirtschaft und als Energietr\u00e4ger zu nutzen, wird zunehmend Realit\u00e4t. 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