{"id":23600,"date":"2014-12-08T03:03:20","date_gmt":"2014-12-08T01:03:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.biotechnologie.de\/BIO\/Navigation\/DE\/root,did=177102.html"},"modified":"2014-12-05T14:18:51","modified_gmt":"2014-12-05T12:18:51","slug":"studie-biotech-aufschwung-der-borse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/studie-biotech-aufschwung-der-borse\/","title":{"rendered":"Studie: Biotech-Aufschwung an der B\u00f6rse"},"content":{"rendered":"<p>Der europ\u00e4ische Kapitalmarkt ist f\u00fcr die Biotech-Industrie wieder eine ernstzunehmende Finanzierungsalternative. Dies belegen Ergebnisse einer neuen Studie: Demnach haben sich insgesamt zw\u00f6lf Firmen im Jahr 2014 f\u00fcr einen B\u00f6rsengang an einem der 15 Handelspl\u00e4tze in Europa entschieden. Weitere sechs sind an die US-B\u00f6rse Nasdaq gegangen. Insgesamt drei deutsche Firmen haben sich neu notieren lassen, allerdings alle au\u00dferhalb ihres Heimatmarktes.<\/p>\n<p>Das B\u00f6rsenfenster ist im Jahr 2014 so weit offen wie schon lange nicht mehr. Das belegt eine vergleichende Analyse der Biocom AG, die Ende November auf dem Eigenkapitalforum in Frankfurt vorgestellt wurde. Demnach wurden allein in den ersten neun Monaten des Jahres 2014 rund 2 Mrd. Euro \u00fcber die B\u00f6rse eingesammelt (2013: 1,89 Mrd. Euro). Bis dahin hatten zehn B\u00f6rseng\u00e4nge stattgefunden \u2013 doppelt so viele wie im Jahr zuvor. Die meisten Unternehmen werden in Paris (32) und London (29) gehandelt. \u201eDie Durststrecke ist vorbei. Der Kapitalmarkt in Europa hat sich der Biotech-Industrie wieder zugewandt\u201c, sagt Studienleiter Boris Mannhardt.<\/p>\n<h3>Alle Indikatoren zeigen nach oben<\/h3>\n<p>Die Studie enth\u00e4lt eine Analyse der wichtigsten Handelspl\u00e4tze in Europa hinsichtlich ihrer Relevanz f\u00fcr Biotech-Firmen. Fazit: Nach den Krisenjahren 2011 und 2012 zeigen die wichtigsten Indikatoren \u00fcber alle Handelspl\u00e4tze hinweg wieder deutlich nach oben. Einige B\u00f6rsenstandorte haben besonders profitiert. \u201eSteuerliche Verg\u00fcnstigungen f\u00fcr innovative Firmen wie in Frankreich oder ein international sichtbares Wachstumssegment wie in London sind ma\u00dfgeblich f\u00fcr die aktuelle positive Entwicklung verantwortlich\u201c, so Mannhardt. Demnach steht die Mehrl\u00e4nderb\u00f6rse Euronext \u2013 und hier insbesondere der Handelsplatz Paris \u2013 ganz oben im Ranking. Insgesamt 17 der 36 B\u00f6rseng\u00e4nge fanden dort statt. Die weiteren Pl\u00e4tze belegen der Alternative Investment Market (AIM) in London und der Main Market der nordischen Mehrl\u00e4nderb\u00f6rse Nasdaq OMX. Die Frankfurter Wertpapierb\u00f6rse und die Schweizer B\u00f6rse SIX in Z\u00fcrich \u00fcberzeugen mit individuellen St\u00e4rken. So wartet die Deutsche B\u00f6rse in Frankfurt zwar seit 2007 auf einen neuen Biotech-B\u00f6rsengang. Im Vergleich der wichtigsten B\u00f6rsenstandorte beweist sie sich jedoch als fruchtbarer Boden f\u00fcr Folgefinanzierungen: Seit 2009 fanden hier im Durchschnitt die meisten Finanzierungsrunden je Firma statt. Insgesamt wurden von den 15 hier notierten Unternehmen 1,3 Mio. Euro eingesammelt. Aber auch kleinere Standorte wie Z\u00fcrich oder Amsterdam sind wieder attraktiv f\u00fcr Biotech-Firmen, wie die j\u00fcngsten, in der Studie noch nicht betrachteten B\u00f6rseng\u00e4nge der Molecular Partners AG (Z\u00fcrich) und der in Halle ans\u00e4ssigen Probiodrug AG (Amsterdam) zeigen, die im Oktober stattgefunden haben.<\/p>\n<h3>Europa im Aufholprozess<\/h3>\n<p>Gegen\u00fcber den USA befindet sich Europa in einem Aufholprozess. Dies betrifft einerseits die Zahl spezialisierter Investoren und Analysten, die in den vergangenen Jahren deutlich zur\u00fcckgegangen ist. \u201eInteressanterweise dominieren heute gro\u00dfe Investmentbanken und Pensionsfonds das Investitionsgeschehen, viele Banken haben ihre Biotech-Abteilungen abgeschafft\u201c, sagt Mannhardt. Andererseits ist der Reifegrad der notierten Biotech-Unternehmen gering: Im Vergleich zu den rund 330 in den USA gelisteten Biotech-Firmen erwirtschaften die europ\u00e4ischen Unternehmen sieben Mal weniger Umsatz (10 Mrd. Euro) und haben eine zehnfach geringere Marktkapitalisierung (rund 60 Mrd. Euro). Jede zweite Biotech-Firma in Europa wird mit weniger als 100 Mio. US-Dollar bewertet. Nur rund 10% \u00fcberschreiten die Schwelle von einer Milliarde US-Dollar Marktkapitalisierung. Der deutsche Medikamentenentwickler MorphoSys geh\u00f6rt dazu. Firmen wie diese setzen l\u00e4ngst nicht mehr nur auf den europ\u00e4ischen Kapitalmarkt, sondern haben es inzwischen auch jenseits des Atlantiks geschafft, Interesse bei Investoren zu wecken. Allerdings ist das eine Herausforderung. \u201eF\u00fcr ausl\u00e4ndische Unternehmen ist es nicht leicht, in den USA Aufmerksamkeit zu erhalten\u201c, lautet das Fazit von Jens Holstein, Finanzchef der Morhphosys AG.<\/p>\n<h3>Hang zum Lokalpatriotismus beim B\u00f6rsengang<\/h3>\n<p>Tats\u00e4chlich zeigen viele Biotech-Firmen bei der Wahl ihres B\u00f6rsenplatzes einen starken Hang zum Lokalpatriotismus. Laut Studie haben sich mehr als 95% der aktuell b\u00f6rsennotierten Unternehmen f\u00fcr eine B\u00f6rse ihres Heimatlandes entschieden. Grenz\u00fcberschreitende B\u00f6rseng\u00e4nge wie beim italienischen Pharmaunternehmen Newron Pharmaceuticals SpA oder dem deutschen Alzheimer-Spezialisten Probiodrug AG sind bisher die Ausnahme. Die Hallenser f\u00e4llten ihre Entscheidung zugunsten von Amsterdam unter anderem wegen der niederl\u00e4ndischen Investoren, die in der Firma engagiert sind (mehr&#8230;). Immer wieder nehmen europ\u00e4ische Firmen aber auch die US-amerikanische Technologieb\u00f6rse Nasdaq f\u00fcr einen B\u00f6rsengang in den Blick. 2014 waren es bereits f\u00fcnf. Darunter auch der deutsche Wirkstoffentwickler Affimed. \u201eWir hatten schon in der fr\u00fchen Planungsphase des B\u00f6rsengangs positives Feedback von US-Investoren, da haben wir uns die europ\u00e4ischen B\u00f6rsen gar nicht mehr n\u00e4her angeschaut\u201c, erl\u00e4utert Firmenchef Adi Hoess in einem Interview in der aktuellen Ausgabe des Biotech-Nachrichtenmagazins transkript.<\/p>\n<h3>B\u00f6rsenfenster weiter offen?<\/h3>\n<p>Ob der aktuelle B\u00f6rsen-Boom in Europa weiter anh\u00e4lt, dar\u00fcber gehen die Meinungen unter Experten auseinander. W\u00e4hrend so manch Finanzier Europa weiter im Hintertreffen sieht, zeigt sich Naveed Siddiqi, Partner beim franz\u00f6sischen Wagniskapitalgeber Edmond de Rothschild Investment Partners, optimistisch: \u201eSicherlich gibt es in Europa weniger B\u00f6rseng\u00e4nge mit niederigerem Volumen, aber immerhin gibt es wieder welche.\u201c Denn das sorgt unter Biotech-Firmen f\u00fcr eine bessere Ausgangsposition, wie auf der j\u00fcngsten BIO-Europe in Frankfurt zu sehen war (mehr&#8230;). Und auch Morphosys-Finanzchef Holstein sieht noch keine Verschlechterung der Gesamtstimmung. \u201eSchon jetzt sehen wir einige US-Firmen, die sich auf einen B\u00f6rsengang im Fr\u00fchjahr vorbereiten. Das stimmt mich optimistisch, dass es auch 2015 noch weitere B\u00f6rseng\u00e4nge europ\u00e4ischer Firmen geben wird \u2013 hier oder jenseits des Atlantiks.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es geht wieder aufw&auml;rts f&uuml;r Biotech-Firmen an der B&ouml;rse &#8211; das legen Ergebnisse einer neuen Studie n&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[8741,23105,8742,8743,8738,8740,8739],"class_list":["post-23600","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","supplier-affimed","supplier-biocom-interrelations-gmbh","supplier-edmond-rothschild-investment","supplier-molecular-partners","supplier-morhphosys","supplier-newron-pharmaceuticals","supplier-probiodrug"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23600","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=23600"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23600\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=23600"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=23600"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=23600"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=23600"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}