{"id":23452,"date":"2014-11-24T03:15:13","date_gmt":"2014-11-24T01:15:13","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=23452"},"modified":"2014-11-21T16:11:04","modified_gmt":"2014-11-21T14:11:04","slug":"bioliq-komplette-prozesskette-lauft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/bioliq-komplette-prozesskette-lauft\/","title":{"rendered":"bioliq\u00ae: Komplette Prozesskette l\u00e4uft"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die bioliq\u00ae-Pilotanlage am Karlsruher Institut f\u00fcr Technologie (KIT) l\u00e4uft erfolgreich \u00fcber die gesamte Prozesskette. Alle Stufen des Verfahrens sind nun miteinander verbunden: Schnellpyrolyse, Hochdruck-Flugstromvergasung, Hei\u00dfgasreinigung und Synthese. Durch bioliq\u00ae wird Restbiomasse in umweltfreundliche und motorenvertr\u00e4gliche synthetische Kraftstoffe umgewandelt. \u201eDies ist ein weiterer wichtiger Baustein f\u00fcr den Erfolg der Energiewende\u201c, sagte der Pr\u00e4sident des KIT, Professor Holger Hanselka bei der heutigen feierlichen Inbetriebsetzung der Anlage. Das KIT hat das von Bund, Land und EU gef\u00f6rderte Pilotprojekt mit mehreren Industriepartnern verwirklicht; die Gesamtinvestition betr\u00e4gt 64 Millionen Euro.<\/strong><\/p>\n<p>Der Parlamentarische Staatssekret\u00e4r beim Bundesminister f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft (BMEL), Peter Bleser, betonte bei der Veranstaltung: \u201eDas bioliq\u00ae-Verfahren hat durch die Verkn\u00fcpfung mit dezentralen Produktionsprozessen besonderes Potenzial, die Wertsch\u00f6pfung im l\u00e4ndlichen Raum zu st\u00e4rken und sowohl Biokraftstoffe als auch chemische Grundprodukte f\u00fcr eine biobasierte Wirtschaft zu erzeugen.\u201c<\/p>\n<p>Die Ministerialdirektorin im baden-w\u00fcrttembergischen Ministerium f\u00fcr Wissenschaft, Forschung und Kunst, Dr. Simone Schwanitz, sagte, das Wissenschaftsministerium Baden-W\u00fcrttemberg setze rund 13 Millionen Euro bis 2019 f\u00fcr die Forschungsstrategie Bio\u00f6konomie ein, um das Land f\u00fcr eine Zukunft mit einer nachhaltigen und wirtschaftlichen Nutzung nachwachsender Rohstoffe zu r\u00fcsten: \u201eMit der wichtigen Grundlagenforschung zur Bio\u00f6konomie schafft das Land wirtschaftliche Wettbewerbsvorteile und nimmt globale Verantwortung wahr. Die Strategie Bio\u00f6konomie vernetzt dabei die biobasierte Wirtschaft mit unserer starken Forschungslandschaft. Die bioliq\u00ae-Pilotanlage steht f\u00fcr diesen Ansatz.\u201c<\/p>\n<figure id=\"attachment_23453\" aria-describedby=\"caption-attachment-23453\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-23453 \" alt=\"2014_155_bioliq_Komplette_Prozesskette_laeuft_72dpi\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/2014_155_bioliq_Komplette_Prozesskette_laeuft_72dpi.jpg\" width=\"300\" height=\"200\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-23453\" class=\"wp-caption-text\">Professor J\u00f6rg Sauer (KIT), Professor Holger Hanselka (KIT), Peter Bleser (BMEL), Dr. Simone Schwanitz (MWK),Dr. Ulrich Berger (Air Liquide Global E&amp;C Solutions Germany GmbH) von l.n.r. (Foto: Martin Lober, KIT)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Pilotanlage produziert Benzin von hoher Qualit\u00e4t \u2013 umweltfreundlich und voll kompatibel zu herk\u00f6mmlichem Benzin. Der Output betr\u00e4gt rund eine Tonne Kraftstoff pro Tag. Grunds\u00e4tzlich lassen sich nach dem bioliq\u00ae-Konzept auch Kraftstoffe f\u00fcr Dieselmotoren und Flugzeuge herstellen. Da der bioliq\u00ae-Prozess auf Stroh und andere biogene Reststoffe zur\u00fcckgreift, die keine zus\u00e4tzlichen Anbaufl\u00e4chen beanspruchen, konkurriert er nicht mit der Nahrungs- und Futtermittelproduktion.<\/p>\n<p>\u201eBiomasse hat als erneuerbare Energie eine essenzielle Bedeutung f\u00fcr die Energiewende\u201c, sagte der KIT-Pr\u00e4sident Professor Holger Hanselka. \u201eMit bioliq\u00ae verf\u00fcgen wir nun \u00fcber ein nachhaltiges und industrietaugliches Verfahren zur effektiven Nutzung von Reststoffen aus der Land- und Forstwirtschaft. Die Pilotanlage am KIT produziert nicht nur hochwertige Kraftstoffe, sondern bietet auch eine hervorragende Forschungsplattform zur Entwicklung neuer Technologien und Produkte.\u201c<\/p>\n<p>Die Investitionen in das Gro\u00dfprojekt bioliq\u00ae betrugen insgesamt rund 64 Millionen Euro. Knapp die H\u00e4lfte kam aus F\u00f6rdermitteln: Das Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft (BMEL) steuerte 27 Millionen Euro bei, das Ministerium f\u00fcr Wissenschaft, Forschung und Kunst (MWK) Baden-W\u00fcrttemberg und der Europ\u00e4ische Fonds f\u00fcr regionale Entwicklung (EFRE) jeweils eine Million Euro. Die Mittel des BMEL wurden \u00fcber die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR), die Mittel des EFRE \u00fcber das Ministerium f\u00fcr Finanzen und Wirtschaft (MFW) Baden-W\u00fcrttemberg bereitgestellt.<\/p>\n<p>Von den verbleibenden Investitionskosten \u00fcbernahmen das KIT und die Helmholtz-Gemeinschaft 24 Millionen Euro sowie die Industriepartner elf Millionen Euro. Industriepartner sind f\u00fcr die Bauabschnitte I (Pyrolyse) und II (Gaserzeugung) die Firma Air Liquide Global E&amp;C Solutions Germany GmbH, Frankfurt, f\u00fcr die Konditionier- und Lagereinrichtung des Biosyncrude die Firma MAT Mischanlagentechnik GmbH, Immenstadt-Seifen, f\u00fcr den Bauabschnitt IIIa (Hei\u00dfgasreinigung) die Firma MUT Advanced Heating GmbH, Jena und f\u00fcr die Bauabschnitte IIIb+IV (Kraftstoffsynthese) die Firma Chemieanlagenbau Chemnitz GmbH. Die Industriepartner haben die bioliq\u00ae-Pilotanlage projektiert, geliefert, montiert und in Betrieb genommen und werden sich auch an den weiteren Forschungs- und Entwicklungsarbeiten beteiligen.<\/p>\n<p>Nach der Inbetriebsetzung der kompletten Prozesskette geht das Projekt nun in eine Optimierungsphase, um die Schritte des Verfahrens und die daraus erhaltenen Produkte weiter zu verbessern. Das in der Pilotanlage hergestellte Benzin ist f\u00fcr Testzwecke bestimmt. Ein weiteres Ziel ist, neue Kraftstoffe und Kraftstoff-Komponenten zu entwickeln, die dabei helfen, die Energieeffizienz und die Emissionen heutiger und neuer Verbrennungsmotoren zu verbessern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>bioliq\u00ae-Prozess<\/h3>\n<p>Der bioliq\u00ae-Prozess (Biomass to Liquid Karlsruhe) ber\u00fccksichtigt, dass Stroh und andere biogene Reststoffe r\u00e4umlich weit verteilt anfallen und einen niedrigen Energiegehalt aufweisen, und erm\u00f6glicht zugleich eine wirtschaftliche gro\u00dftechnische Produktion. Insgesamt besteht das Verfahren aus vier Stufen: Zun\u00e4chst wird die trockene Restbiomasse dezentral durch Schnellpyrolyse in eine roh\u00f6lartige Substanz von hoher Energiedichte umgewandelt. Diese Substanz, der sogenannte Biosyncrude, l\u00e4sst sich wirtschaftlich \u00fcber gro\u00dfe Strecken transportieren und zentral weiterverarbeiten. Ein Hochdruck-Flugstromvergaser setzt den Biosyncrude bei Temperaturen \u00fcber 1 200 Grad Celsius und Dr\u00fccken bis zu 80 bar zu einem teerfreien Synthesegas um. Dieses besteht gro\u00dfenteils aus Kohlenmonoxid und Wasserstoff. Die anschlie\u00dfende Hei\u00dfgasreinigung dient dazu, St\u00f6rstoffe wie Partikel, Chlor-, Schwefel und Stickstoff-Verbindungen aus dem Synthesegas abzutrennen. In der Synthesestufe entstehen schlie\u00dflich ma\u00dfgeschneiderte Kraftstoffe oder chemische Grundprodukte.<\/p>\n<h3><\/h3>\n<h3>\u00dcber das Karlsruher Institut f\u00fcr Technologie (KIT)<\/h3>\n<p>Das Karlsruher Institut f\u00fcr Technologie (KIT) ist eine K\u00f6rperschaft des \u00f6ffentlichen Rechts nach den Gesetzen des Landes Baden-W\u00fcrttemberg. Es nimmt sowohl die Mission einer Universit\u00e4t als auch die Mission eines nationalen Forschungszentrums in der Helmholtz-Gemeinschaft wahr. Thematische Schwerpunkte der Forschung sind Energie, nat\u00fcrliche und gebaute Umwelt sowie Gesellschaft und Technik, von fundamentalen Fragen bis zur Anwendung. Mit rund 9.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, darunter mehr als 6.000 in Wissenschaft und Lehre, sowie 24.500 Studierenden ist das KIT eine der gr\u00f6\u00dften Forschungs- und Lehreinrichtungen Europas. Das KIT verfolgt seine Aufgaben im Wissensdreieck Forschung \u2013 Lehre \u2013 Innovation.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die bioliq\u00ae-Pilotanlage am Karlsruher Institut f\u00fcr Technologie (KIT) l\u00e4uft erfolgreich \u00fcber die gesamte Prozesskette. Alle Stufen des Verfahrens sind nun miteinander verbunden: Schnellpyrolyse, Hochdruck-Flugstromvergasung, Hei\u00dfgasreinigung und Synthese. 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