{"id":23418,"date":"2014-11-21T03:18:36","date_gmt":"2014-11-21T01:18:36","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=23418"},"modified":"2021-09-09T21:48:32","modified_gmt":"2021-09-09T19:48:32","slug":"sunfire-prasentiert-power-liquids","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/sunfire-prasentiert-power-liquids\/","title":{"rendered":"Sunfire pr\u00e4sentiert Power-to-liquids"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Dresdner sunfire GmbH hat heute eine weltweit einzigartige Demonstrationsanlage fu\u0308r Power-to-Liquids (PtL) offiziell eingeweiht und im Beisein von Bundesforschungsministerin Johanna Wanka, Bilfinger-Vorstand Pieter Koolen sowie weiterer hochrangiger Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft der O\u0308ffentlichkeit pra\u0308sentiert. Die PtL-Technologie von sunfire wandelt Wasser und CO<sub>2<\/sub> mithilfe von regenerativ erzeugtem Strom in hochreine, synthetische Kraftstoffe (Benzin, Diesel, Wachse) um. So genannte PtL-Kraftstoffe oder e-fuels gelten als klimafreundliche und ressourcenschonende Alternative \u2013 auch als Beimischung zu konventionellen Kraftstoffen \u2013, um die Treibhausgasquote zu erfu\u0308llen. Derzeit la\u0308uft die Betriebsvorbereitung der PtL-Anlage am Firmenstandort von sunfire in der Gasanstaltstra\u00dfe auf Hochtouren.<\/strong><\/p>\n<h3>Hochtemperatur-Elektrolyse mit Wasserdampf<\/h3>\n<p>Im Mittelpunkt der PtL-Technologie steht die Hochtemperatur-Elektrolyse (SOEC), die das Cleantech-Unternehmen im Rahmen des gleichnamigen BMBF-Forschungsprojekts SUNFIRE entwickeln konnte. Sie sorgt im ersten Schritt des PtL-Verfahrens fu\u0308r die Umwandlung der elektrischen in chemische Energie. Zur Erzeugung von Wasserstoff wird kein flu\u0308ssiges Wasser, sondern Wasserdampf verwendet.<\/p>\n<p>Auch der zweite Schritt ist innovativ: Bei der reversen Wassergas-Shift-Reaktion (Schritt 2) wird Kohlendioxid (CO<sub>2<\/sub>) mit Wasserstoff (H<sub>2<\/sub>) aus der Dampfelektrolyse zu Kohlenmonoxid (CO) fu\u0308r die Synthese reduziert. Im letzten Schritt, der so genannten Fischer-Tropsch-Synthese, wird das Kohlenmonoxid mit weiterem Wasserstoff (erneuerbares Synthesegas) zu Benzin, Diesel, Kerosin und anderen Rohprodukten (Wachse) fu\u0308r die Chemieindustrie gewandelt. Die in der Synthese freigesetzte Wa\u0308rme, wird in den Prozess zuru\u0308ckgefu\u0308hrt. Damit ergibt sich ein hoher System-Wirkungsgrad von 70 Prozent.<\/p>\n<h3>Nachweis der technischen Machbarkeit auf industriellem Niveau<\/h3>\n<p>Die Kosten fu\u0308r den Bau der PtL-Demonstrationsanlage lagen im einstelligen Millionen Euro Bereich. Zusa\u0308tzlich fielen bei den Konsortialpartnern Entwicklungskosten an. Die Ha\u0308lfte der Gesamtsumme entspricht der o\u0308ffentlichen Fo\u0308rderung durch das Bundesministerium fu\u0308r Bildung und Forschung. Das CO<sub>2<\/sub>-Verwertungspotential liegt bei 3,2 Tonnen CO<sub>2<\/sub>\/Tonne Kraftstoff. Nach der Inbetriebnahme soll die Anlage bis zu einem Fass Kraftstoff pro Tag produzieren. Die Kommerzialisierung beginnt in Abha\u0308ngigkeit der technischen Weiterentwicklung und der regulatorischen Rahmenbedingungen ab 2016.<\/p>\n<h3>Statements zur Power-to-Liquids-Technologie<\/h3>\n<p><strong>Bundesforschungsministerin Johanna Wanka:<\/strong> \u201eDas sunfire-Verfahren senkt den CO<sub>2<\/sub>-Aussto\u00df und macht uns unabha\u0308ngiger vom Erdo\u0308l. So schu\u0308tzen wir das Klima, schonen Ressourcen und fo\u0308rdern zugleich eine Technologie, die wirtschaftliches Wachstum verspricht. Der gro\u00dfe Vorteil von PtL-Treibstoffen ist zudem, dass die gesamte bestehende Infrastruktur, wie Tankstellen, Leitungen und Motoren unvera\u0308ndert genutzt werden kann. Damit ermo\u0308glichen wir eine nachhaltige Mobilita\u0308t mit Erneuerbaren Energien\u201c, so Wanka zur Einweihung der Anlage.<\/p>\n<p><strong>sunfire CTO Christian von Olshausen:<\/strong> \u201eMit dieser Anlage werden wir die technische Machbarkeit auf industriellem Niveau nachweisen. Nun bedarf es regulatorischer Rahmenbedingungen, die ausreichend Planungssicherheit fu\u0308r Investoren schaffen. Dann kann die schrittweise Substituierung fossiler Brenn- und Kraftstoffe erfolgen. Wenn wir langfristig unabha\u0308ngig werde mo\u0308chten, mu\u0308ssen wir heute anfangen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Dr. Karl Ludwig Kley, Gescha\u0308ftsfu\u0308hrer von Bilfinger Venture Capital:<\/strong> \u201eBei sunfire, als Start- up in einem nicht-klassischen Industriezweig, haben wir die interessante Situation, dass sich die Technologie parallel mit dem Markt entwickelt. Bilfinger als strategischer Investor kann hier neben technischem Know-how, das in die Planung und den Bau von Industrieanlagen einflie\u00dft, auch Zugang zu potenziellen Kunden bieten. Konkret wurde eine Kooperation zwischen der Bilfinger EMS und sunfire etabliert. Beide Partner haben bereits begonnen, den Markt mit der PtL- Technologie gemeinsam zu adressieren.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>\u00dcber Sunfire<\/h3>\n<p>Die im Jahr 2010 gegru\u0308ndete sunfire GmbH entwickelt und produziert Hochtemperatur-Elektrolyseure (SOEC) und Hochtemperatur-Brennstoffzellen (SOFC).<\/p>\n<p>Hochtemperatur-Brennstoffzellen von sunfire ermo\u0308glichen, besonders effizient Strom und Wa\u0308rme nach dem Prinzip der Kraft-Wa\u0308rme-Kopplung zu produzieren. Dezentrale Kraft-Wa\u0308rme-Kopplung im kleinen Leistungsbereich gilt als Energiekonzept der Zukunft, denn Strom und Wa\u0308rme werden bedarfsgerecht genau dort erzeugt, wo sie gebraucht werden.<\/p>\n<p>Die Hochtemperatur-Elektrolyse spaltet Wasserdampf in Wasserstoff und Sauerstoff. Sie ist besonders effizient und wird mit erneuerbarem Strom betrieben. Der erzeugte Wasserstoff kann im Power-to-Liquids Prozess von sunfire effizient in Kraftstoffe gewandelt oder im Bereich H<sub>2<\/sub>-Mobilita\u0308t oder der Industrie direkt verwendet werden.<\/p>\n<p>Gegru\u0308ndet wurde sunfire von Carl Berninghausen, Christian von Olshausen und Nils Aldag. Unterstu\u0308tzt wird das Unternehmen von Business Angels, Bilfinger Venture Capital, dem ERP Startfonds der KfW, Total Energy Ventures sowie der EDF Group und der Allianz.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Kontakt<\/strong><\/p>\n<p>Nils Aldag<br \/>\nTel.: +49 (0) 351 896797-0<br \/>\nE-Mail: <a href=\"mailto:nils.aldag@sunfire.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">nils.aldag@sunfire.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Dresdner sunfire GmbH hat heute eine weltweit einzigartige Demonstrationsanlage fu\u0308r Power-to-Liquids (PtL) offiziell eingeweiht und im Beisein von Bundesforschungsministerin Johanna Wanka, Bilfinger-Vorstand Pieter Koolen sowie weiterer hochrangiger Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft der O\u0308ffentlichkeit pra\u0308sentiert. 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