{"id":23290,"date":"2014-11-12T03:06:26","date_gmt":"2014-11-12T01:06:26","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=23290"},"modified":"2014-11-11T11:35:56","modified_gmt":"2014-11-11T09:35:56","slug":"esche-mit-elektroantrieb","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/esche-mit-elektroantrieb\/","title":{"rendered":"Esche mit Elektroantrieb"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-23292\" alt=\"WoodeneBike\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/WoodeneBike.jpg\" width=\"490\" height=\"310\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2014\/11\/WoodeneBike.jpg 490w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2014\/11\/WoodeneBike-300x189.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 490px) 100vw, 490px\" \/><\/p>\n<p><strong>Fast vier Millionen Elektrofahrr\u00e4der sind derzeit auf Deutschlands Stra\u00dfen unterwegs. Und noch l\u00e4ngst ist kein Ende des E-Bike-Booms in Sicht. Eine Arbeitsgruppe des Fachbereiches Holztechnik von der Hochschule f\u00fcr nachhaltige Entwicklung in Eberswalde (HNEE) hat die technologischen Rahmenbedingungen f\u00fcr ein Elektrorad aus regionalem Eschenholz untersucht. Das Zweirad, das ab 2015 von dem mittelst\u00e4ndischen Berliner M\u00f6belbauer System 180 in Serie produziert und dessen Tochter aceteam designed und vertrieben wird, weist einen besonderen Clou auf: Alle elektrischen und Steuerungskomponenten sind komplett im h\u00f6lzernen Geh\u00e4use verschwunden. Das &#8220;Wood E-Bike&#8221; &#8211; so der Arbeitstitel &#8211; besticht dabei durch eine Formensprache, die die \u00c4sthetik historischer Laufr\u00e4der mit einem avantgardistischen Anspruch verbindet.<\/strong><\/p>\n<p>Nachhaltige Werkstoffe wie Holz werden gro\u00dfgeschrieben an der HNEE in Eberswalde. &#8220;Nahe am Wald gebaut&#8221; ist folgerichtig auch das forsthaus\u00e4hnliche Geb\u00e4ude aus dem Jahr 1937, in dem Prof. Dr.-Ing. Alexander Pfriem sein B\u00fcro hat. Pfriem ist Vizepr\u00e4sident f\u00fcr Forschung und Technologie-transfer und leitet die Arbeitsgruppe &#8220;Holzchemie und Holzphysik&#8221;.<\/p>\n<p>&#8220;Das Elektrorad aus Holz soll dazu beitragen, den Carbon-Footprint eines herk\u00f6mmlichen Fahrrads deutlich zu reduzieren&#8221;, so Professor Pfriem.<\/p>\n<h3>HNEE trifft innovativen Industriepartner<\/h3>\n<p>In dem Berliner Unternehmen System 180, einem Hersteller von Vitrinen und Regalsystemen f\u00fcr Ausstellungen und Museen, fand die HNEE-Arbeitsgruppe einen aufgeschlossenen Partner. Neben ihrem Hauptgesch\u00e4ft besch\u00e4ftigte sich die Firma n\u00e4mlich seit l\u00e4ngerem mit dem Thema &#8220;Elektromobilit\u00e4t&#8221;. &#8220;Daraus erwuchs die Idee, das gemeinsame <a href=\"http:\/\/www.hnee.de\/de\/Fachbereiche\/Holztechnik\/Forschung\/Arbeitsgruppe-Chemie-und-Physik-des-Holzes\/Wood-E-Bike\/ZIM-Projekt-Wood-E-Bike-mit-System-180-GmbH-E6631.htm\" target=\"_blank\">Projekt &#8216;Wood E-Bike&#8217;<\/a> zu initiieren&#8221;, erinnert sich Moritz Sanne, wissenschaftlicher Mitarbeiter der HNEE. M\u00f6glich machte dies die F\u00f6rderung durch das Programm &#8220;Zentrales Innovationsmanagement Mittelstand&#8221; (ZIM) des Bundeswirtschaftsministeriums.<\/p>\n<p>Am Anfang stand eine sorgf\u00e4ltige Materialforschung durch die Eberswalder Wissenschaftler &#8211; bald fiel die Wahl auf einheimische Esche. &#8220;Esche ist traditionell das Holz der Wagen- und Radmacher, da es hohen dynamischen Beanspruchungen trotzt&#8221;, wei\u00df Projektleiter Sanne, der von Hause aus Tischler ist. In der hochschuleigenen Tischlerei wurden auch die Eschenlamellen beleimt und der Geh\u00e4userohling hergestellt. Gemeinsam mit zwei Studierenden f\u00fchrte Sanne unz\u00e4hlige Biegepr\u00fcfungen, Zugversuche und Torsionstests durch.<\/p>\n<p>Die Arbeitsgruppe \u00fcbergab ihrem Industriepartner System 180 Modelle, Rohlinge und Blaupausen, die diesen in die Lage versetzte, das E-Bike nach dem von aceteam entwickelten Design zu fertigen und mit hochwertigen Antriebs- und Steuerungselementen zu best\u00fccken. Als &#8220;positiver Nebeneffekt&#8221; wird so die kostspielige computergesteuerte Fr\u00e4smaschine des Berliner Systemm\u00f6belherstellers besser ausgelastet.<\/p>\n<h3>F\u00fcr designorientierte Menschen im urbanen Bereich<\/h3>\n<p>HNEE und System 180 wollen mit ihrem h\u00f6lzernen E-Bike, f\u00fcr das noch ein knackiger Name gesucht wird, eine Marktl\u00fccke f\u00fcllen. Als potenzielle Kunden haben die beiden Partner designorientierte, mobilit\u00e4tsaffine Menschen mit mittellangen Pendelstrecken im gro\u00dfst\u00e4dtischen Raum ausgemacht.<\/p>\n<p>Gegen\u00fcber Designerr\u00e4dern, die in Manufakturfertigung mit Kleinstst\u00fcckzahlen hergestellt werden, ist der Preis des &#8220;Wood E-Bikes&#8221; \u00e4u\u00dferst wettbewerbsf\u00e4hig. Es verwendet zudem CO<sub>2<\/sub>-bindendes, best\u00e4ndiges Holz anstatt ressourcenintensiverem Metall, ist technisch auf dem neuesten Stand und bietet dank der integrierten Bauweise einen perfekten Schutz der empfindlichen Elektrokomponenten.<\/p>\n<p>Ab 2015 will System 180 zun\u00e4chst 100 R\u00e4der j\u00e4hrlich produzieren. &#8220;Wenn die ersten zehn St\u00fcck erst einmal verkauft sind, wird das Ganze ein Selbstl\u00e4ufer&#8221;, sind sich Prof. Alexander Pfriem und Moritz Sanne sicher. Die positive Resonanz auf Messen und die Nominierung f\u00fcr den Design-Award 2014 deuten jedenfalls in diese Richtung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fast vier Millionen Elektrofahrr\u00e4der sind derzeit auf Deutschlands Stra\u00dfen unterwegs. Und noch l\u00e4ngst ist kein Ende des E-Bike-Booms in Sicht. Eine Arbeitsgruppe des Fachbereiches Holztechnik von der Hochschule f\u00fcr nachhaltige Entwicklung in Eberswalde (HNEE) hat die technologischen Rahmenbedingungen f\u00fcr ein Elektrorad aus regionalem Eschenholz untersucht. 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