{"id":23042,"date":"2014-10-23T03:12:58","date_gmt":"2014-10-23T01:12:58","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=23042"},"modified":"2014-10-21T15:23:49","modified_gmt":"2014-10-21T13:23:49","slug":"auch-mit-biokraftstoffen-lager-fur-getreide-olsaaten-und-pflanzenol-quellen-uber","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/auch-mit-biokraftstoffen-lager-fur-getreide-olsaaten-und-pflanzenol-quellen-uber\/","title":{"rendered":"Auch mit Biokraftstoffen \u2013 Lager f\u00fcr Getreide, \u00d6lsaaten und Pflanzen\u00f6l quellen \u00fcber"},"content":{"rendered":"<p><strong>Berlin, 16.10.2014 \u2013 Mit gro\u00dfer Sorge verfolgt die Union zur F\u00f6rderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) die aktuelle Berichterstattung zur Lage auf den wichtigsten Agrarrohstoffm\u00e4rkten. Seit Monaten tendieren die Preise nach unten. Die landwirtschaftlichen Erzeuger sp\u00fcren diese Entwicklung deutlich. Obwohl beim Raps mit durchschnittlich 4,5 Tonnen je Hektar Rekordertr\u00e4ge eingefahren wurden, kompensiert der Mehrertrag nicht vollst\u00e4ndig den Preisr\u00fcckgang, stellt die UFOP fest.<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Verwendung von Rapsschrot f\u00fcr die Tierern\u00e4hrung, wenngleich zu niedrigen Preisen, stetig abl\u00e4uft, n\u00e4hern sich die Preisnotierungen f\u00fcr Pflanzen\u00f6le an den internationalen M\u00e4rkten zunehmend den Preisen f\u00fcr fossiles Roh\u00f6l bzw. Dieselkraftstoff an. Der europ\u00e4ische Biokraftstoffmarkt ist folglich mit einem Absatz von etwa 11 Mio. Tonnen Biodiesel in 2014, der nach Sch\u00e4tzung der UFOP in gleicher Gr\u00f6\u00dfenordnung auch 2015 zu erwarten ist, ein dringend notwendiger Marktpuffer, um diese negative Preisentwicklung abzufedern. Der Preis f\u00fcr Raps\u00f6l bestimmt mit \u00fcber 40% Rohstoffanteil ma\u00dfgeblich den Erzeugerpreis.<\/p>\n<p>Trotz der weltweit zu beobachtenden Rekordernten bei Getreide, Mais und \u00d6lsaaten werden bestimmte Nicht-Regierungsorganisationen nicht m\u00fcde, die Biokraftstoffbranche und die Biokraftstoffpolitik sachlich undifferenziert anzuprangern, kritisiert die UFOP. So k\u00fcrzlich die von OXFAM ver\u00f6ffentliche Behauptung, dass die Bundesregierung mit der Anhebung der Treibhausgasminderungspflicht zum 1. Januar 2015 von 3 auf 3,5 Prozent die Hungerbek\u00e4mpfung und den Klimaschutz der deutschen Biospritbranche opfere. Durch die auszugsweise Wiedergabe der Beschlussfassung des Deutschen Bundestages erf\u00e4hrt der Leser aber nicht, dass die Treibhausgas-Minderungspflicht f\u00fcr die Jahre ab 2017 um 0,5 auf 4 Prozent und f\u00fcr die Jahre ab 2020 von 7 Prozent auf 6 Prozent gesenkt wurde. Mit der Aussage, dass die 0,5-Prozent Erh\u00f6hung einer Anbaufl\u00e4che von 250.000 Hektar entspreche, wird erneut die imagin\u00e4re Tank-Teller-Debatte befeuert. Oxfam nimmt zu der negativen Preisentwicklungen an den internationalen Agrarm\u00e4rkten keine Stellung. Der Preissturz bei den Rohstoffm\u00e4rkten ist allenthalben an den Preisen in den Regalen des Lebensmitteleinzelhandels abzulesen. Die FAO weist dagegen daraufhin, dass in den vergangen Jahren auch die Landwirtschaft in Entwicklungsl\u00e4ndern von steigenden Lebensmittelpreisen profitiert hatte, um Investitionen in die Intensivierung der landwirtschaftlichen Produktion zu finanzieren.<\/p>\n<p>Die UFOP betont, dass der Anteil der Hungernden zwar nach Angaben der FAO auf 805 Millionen gesunken sei, gemessen an der Weltbev\u00f6lkerung von 7,2 Milliarden Menschen, aber immer noch viel zu hoch ist. Die Versorgung der Menschheit mit ausreichend Nahrungsmitteln ist ein Menschenrecht und zudem nicht eine Frage der Verf\u00fcgbarkeit. Viel zu hoch sind bis heute die Verluste nach der Ernte und im Lager in Entwicklungsl\u00e4ndern und zu gering folglich der Anteil, der schlie\u00dflich auf den Teller ankommt. Schlechte Regierungsf\u00fchrungen und der regional inzwischen sp\u00fcrbare Klimawandel versch\u00e4rfen die Versorgungssituation gerade in Entwicklungsl\u00e4ndern. Insofern tragen auch Biokraftstoffe dazu bei, nicht nur Mengen und Preise zu puffern, sondern auch dem Klimawandel zu begegnen, bekr\u00e4ftigt die UFOP.<\/p>\n<p>In Deutschland werden auf ca. 1,4 Mio. Hektar Raps angebaut. Davon dienen etwa 1 Mio. Hektar der Rohstoffproduktion zur Herstellung von Biodiesel. Bei einer Erntemenge in 2014 von etwa 6,3 Mio. Tonnen entstehen hieraus ca. 2,5 Mio. Tonnen Biodiesel und 3,7 Mio. Tonnen Rapsschrot. Letzteres ersetzt wiederum, gemessen an der Eiwei\u00dfqualit\u00e4t, \u00fcber 1 Mio. Hektar Sojaanbau in S\u00fcdamerika. Auf diesen Fl\u00e4chen k\u00f6nnen Nahrungsmittel angebaut werden. Die Kombinationsnutzung von Raps zur Herstellung von Raps\u00f6l und Futtereiwei\u00df macht diesen Rohstoff zu einer auch \u00f6konomisch tragenden Kultur in getreidereichen Fruchtfolgen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-23044\" alt=\"UFOP_Grafik_Pflanzenoelpreise_161014_549\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/UFOP_Grafik_Pflanzenoelpreise_161014_549.jpg\" width=\"549\" height=\"402\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2014\/10\/UFOP_Grafik_Pflanzenoelpreise_161014_549.jpg 549w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2014\/10\/UFOP_Grafik_Pflanzenoelpreise_161014_549-300x219.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 549px) 100vw, 549px\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin, 16.10.2014 \u2013 Mit gro\u00dfer Sorge verfolgt die Union zur F\u00f6rderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) die aktuelle Berichterstattung zur Lage auf den wichtigsten Agrarrohstoffm\u00e4rkten. 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