{"id":22958,"date":"2014-10-17T03:15:03","date_gmt":"2014-10-17T01:15:03","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=22958"},"modified":"2014-10-16T11:09:14","modified_gmt":"2014-10-16T09:09:14","slug":"pilotbioraffinerie-erzeugt-zucker-und-lignin-fur-kunststoffe-schaume-und-harze","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/pilotbioraffinerie-erzeugt-zucker-und-lignin-fur-kunststoffe-schaume-und-harze\/","title":{"rendered":"Pilotbioraffinerie erzeugt Zucker und Lignin f\u00fcr Kunststoffe, Sch\u00e4ume und Harze"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_22959\" aria-describedby=\"caption-attachment-22959\" style=\"width: 250px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-22959 \" alt=\"2014-42_Bioraffinerie_Anzeige\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/2014-42_Bioraffinerie_Anzeige.jpg\" width=\"250\" height=\"375\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2014\/10\/2014-42_Bioraffinerie_Anzeige.jpg 250w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2014\/10\/2014-42_Bioraffinerie_Anzeige-200x300.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-22959\" class=\"wp-caption-text\">Ein Vorteil des Organosolv-Verfahrens ist, dass alle<br \/>Holzbestandteile in Reinform gewonnen werden k\u00f6nnen.<br \/>Bildquelle: FNR\/Ilka Pl\u00f6tner<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>In den letzten vier Jahren wurde am Fraunhofer-Zentrum f\u00fcr Chemisch-Biotechnologische Prozesse (CBP) in Leuna eine Pilotbioraffinerie zum Aufschluss von Laubholz aufgebaut und die Verwertbarkeit der erzeugten Zwischenprodukte C<sub>5<\/sub>&#8211; und C<sub>6<\/sub>-Zucker sowie des Lignins untersucht.<\/strong><\/p>\n<p><strong>In der Bioraffinerie lie\u00df sich schwefelfreies Lignin erzeugen und zur Herstellung von Polymeren f\u00fcr Harze, Polyurethane und PU-Sch\u00e4ume nutzen. Bis zur Marktreife sind allerdings noch Optimierungen erforderlich. Auch die Spaltung des Lignins in wertvolle chemische Grundstoffe ist erfolgversprechend verlaufen. Die C<sub>6<\/sub>-Zucker waren gut zu verarbeiten, f\u00fcr die C<sub>5<\/sub>-Zuckerfraktion gilt es noch, zus\u00e4tzliche Verwertungsoptionen zu finden.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Hochrechnungen ergaben, dass man in einer k\u00fcnftigen gro\u00dftechnischen Bioraffinerie Lignin zu wettbewerbsf\u00e4higen Kosten erzeugen kann.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Die \u00f6kologische Bewertung des gesamten Prozesses zeigte insbesondere bei den Kategorien Klimawandel, Versauerung, Eutrophierung und dem kumulierten fossilen Energieaufwand gro\u00dfe Vorteile gegen\u00fcber konventionellen Referenzprozessen auf.<\/strong><\/p>\n<p>In der Pilotbioraffinerie am CBP k\u00f6nnen w\u00f6chentlich 620 kgatro Holzhackschnitzel aus Buchenindustrieholz mit Hilfe des sogenannten Organosolv-Verfahrens aufgeschlossen werden. Dabei gewinnen die Wissenschaftler alle drei Holzkomponenten Lignin, Cellulose und Hemicellulosen getrennt und verarbeiten sie weiter.<\/p>\n<p>Lignin f\u00e4llt \u00fcber den Organosolv-Aufschluss besonders einheitlich, rein und mit relativ geringer Molek\u00fclgr\u00f6\u00dfe an und bietet sich deshalb als Grundstoff f\u00fcr die chemische Industrie an. Im Projekt stellten die Wissenschaftler Phenolharze, Polyurethane, PU-Sch\u00e4ume sowie Additive f\u00fcr Thermoplaste mit Ligninanteil her.<\/p>\n<p>Die Hemicellulosen und Cellulosen konnten zu Glucose umgewandelt werden, die als Ersatz f\u00fcr konventionelle Glucose als Fermentationsrohstoff nutzbar ist. F\u00fcr die Verwendung der zus\u00e4tzlich anfallenden C<sub>5<\/sub>-Zuckerfraktion m\u00fcssen noch Verfahren entwickelt werden, um die Stoffstr\u00f6me vollst\u00e4ndig zu schlie\u00dfen, den Bioraffineriegedanken in G\u00e4nze zu verwirklichen und die Wirtschaftlichkeit des Gesamtkonzeptes zu verbessern. F\u00fcr letztere spielt au\u00dferdem die hohe Wertsch\u00f6pfung bei der Verwertung des Lignins eine entscheidende Rolle. Hochrechnungen ergaben, dass mit gesch\u00e4tzten Herstellkosten von knapp 250 Euro pro Tonne f\u00fcr den Aufschluss ohne und ca. 160 Euro pro Tonne f\u00fcr den Aufschluss mit Schwefels\u00e4ure gro\u00dftechnisch erzeugtes Lignin durchaus wettbewerbsf\u00e4hig w\u00e4re &#8211; die Kosten liegen deutlich unterhalb des Weltmarktpreises des fossilen Referenzproduktes Phenol. Voraussetzung ist, dass auch die C<sub>5<\/sub>-Zucker verwertet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Positive Ergebnisse erbrachte schlie\u00dflich auch die Analyse der \u00f6kologischen Kriterien, die sich auf die Wertsch\u00f6pfungskette einer gro\u00dftechnischen Lignocellulose-Bioraffinerie von der Holzproduktion bis zu den Produkten bezog. In den als besonders wichtig eingesch\u00e4tzten Kategorien Klimawandel, Versauerung, Eutrophierung und dem kumulierten fossilen Energieaufwand konnten hier ca. 50 bis 80 Prozent an Emissionen gegen\u00fcber den Referenzprozessen eingespart werden.<\/p>\n<p>Das Projekt \u201eLignocellulose-Bioraffinerie\u201c wurde vom Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft \u00fcber dessen Projekttr\u00e4ger, die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR), gef\u00f6rdert. Der gemeinsame Abschlussbericht aller Teilvorhaben steht auf <a href=\"http:\/\/www.fnr.de\/\" target=\"_blank\">fnr.de<\/a> im Men\u00fc <a href=\"http:\/\/www.fnr.de\/projekte-foerderung\/\" target=\"_blank\">Projekte &amp; F\u00f6rderung<\/a> unter dem F\u00f6rderkennzeichen <a href=\"http:\/\/www.fnr.de\/index.php?id=911&amp;alles=1&amp;status=Inhalt&amp;fkz=22029508&amp;suche=Stichwort%20eingeben!&amp;suchefkz=22029508&amp;sucheadresse=Namen%20eingeben!&amp;von=01.04.1992&amp;bis=15.10.2014&amp;zeitraum=formular&amp;minz=0&amp;maxz=1&amp;anzahl=10&amp;zurueck=1\" target=\"_blank\">22029508<\/a> zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den letzten vier Jahren wurde am Fraunhofer-Zentrum f\u00fcr Chemisch-Biotechnologische Prozesse (CBP) in Leuna eine Pilotbioraffinerie zum Aufschluss von Laubholz aufgebaut und die Verwertbarkeit der erzeugten Zwischenprodukte C5&#8211; und C6-Zucker sowie des Lignins untersucht. 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