{"id":22932,"date":"2014-10-15T03:09:19","date_gmt":"2014-10-15T01:09:19","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=22932"},"modified":"2014-10-14T14:01:31","modified_gmt":"2014-10-14T12:01:31","slug":"weizenstroh-als-quelle-fur-neue-biokunststoffe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/weizenstroh-als-quelle-fur-neue-biokunststoffe\/","title":{"rendered":"Weizenstroh als Quelle f\u00fcr neue Biokunststoffe"},"content":{"rendered":"<p>Im Rahmen des Landesprojektes \u201eLIGNOS\u201c gelang es Wissenschaftlern, landwirtschaftliche Reststoffe wie Weizenstroh vollst\u00e4ndig stofflich nutzbar zu machen. Werden die Reststoffe bisher haupts\u00e4chlich energetisch genutzt, also verbrannt, k\u00f6nnen nun neue Materialien z.B. Kunststoffe daraus hergestellt werden. Das vom Fraunhofer-Institut f\u00fcr Angewandte Polymerforschung IAP in Potsdam-Golm koordinierte Projekt wurde mit 2,8 Mio. Euro durch das Ministerium f\u00fcr Wirtschaft und Europaangelegenheiten des Landes Brandenburg sowie der EU (EFRE-Mittel) gef\u00f6rdert und konnte nun erfolgreich abgeschlossen werden.<\/p>\n<p>Ziel von LIGNOS war die Biopolymergewinnung durch neue biotechnologische Verfahren. Die entwickelten Verfahren besch\u00e4ftigten sich mit dem Aufschluss von Lignocellulose, die in Pflanzenzellw\u00e4nden enthalten ist. Mit Hilfe optimierter Vorbehandlung und enzymatischer Konversion wird die Lignocellulose fraktioniert und kann zur Herstellung biobasierter Kunststoffe genutzt werden.<\/p>\n<p>Die Forschungsarbeiten konzentrierten sich auf Weizenstroh, da es eine gro\u00dfe Menge Lignin enth\u00e4lt. Weizenstroh f\u00e4llt in Deutschland in so gro\u00dfen Mengen an, dass es nicht wieder vollst\u00e4ndig f\u00fcr landwirtschaftliche Zwecke genutzt werden kann.<\/p>\n<h3>Folgende wichtige Ergebnisse wurden erreicht<\/h3>\n<p>Die eingesetzte Biomasse (Weizenstroh) war fast vollst\u00e4ndig in Lignin und Saccharide (Zuckermolek\u00fcle unterschiedlicher Art) konvertierbar.<\/p>\n<p>Das bei relativ niedrigen Temperaturen ablaufende Verfahren ist zudem energetisch und \u00f6kologisch deutlich g\u00fcnstiger als die klassische Zellstoffkochung<\/p>\n<p>Die erhaltenen hochwertigen Lignine sind physiologisch unbedenkliche Biopolymere. Sie eignen sich f\u00fcr die Herstellung zahlreicher Kunststoffprodukte (z.B. Thermoplaste zur Fertigung von Formk\u00f6rpern, Duroplaste zum Gie\u00dfen besonders temperaturstabiler Formteile und biogene Schmelzkleber f\u00fcr industrielle Anwendungen).<\/p>\n<p>Die zudem durch enzymatische Spaltung der Polysaccharide Cellulose und Hemicellulose gewonnenen Zuckermolek\u00fcle eignen sich sowohl f\u00fcr Bioraffineriezwecke, als auch prinzipiell f\u00fcr Anwendungen im Lebensmittelbereich.<\/p>\n<p>Als ebenfalls zukunftstr\u00e4chtig erscheint die Gewinnung von Zuckerbausteinen f\u00fcr die Herstellung biobasierter Kunststoffe, wie z.B. Polymilchs\u00e4ure.<\/p>\n<p>In einem geplanten Demonstrationsvorhaben ist vorgesehen, auf Basis von Weizenstroh, Lignin zur Materialentwicklung im Kilogramm-Ma\u00dfstab zu gewinnen und zu modifizieren. Das Saccharidgemisch wird f\u00fcr die Anwendung im Lebensmittelbereich aufbereitet und f\u00fcr die Eignung als Fermentationsrohstoff untersucht.<\/p>\n<p>F\u00fcr weitere Agrarreststoffe soll die Anwendbarkeit des neuen Verfahrens erprobt werden, um zu einer ganzheitlichen stofflichen Nutzung von Agrarprodukten beizutragen.<\/p>\n<p>Die Arbeitsgruppe Molekularbiologie der Universit\u00e4t Potsdam besch\u00e4ftigte sich im Rahmen des Projektes vornehmlich mit der Entwicklung neuer Enzymsysteme. Gemeinsam mit dem Fraunhofer IAP und der aevotis GmbH wurden diese Enzyme f\u00fcr den Aufschluss unterschiedlicher Lignocellulosen optimiert. Begleitet wurde das Vorhaben vom Potsdam Research Network pearls. Das seit 2011 laufende Projekt ordnet sich damit in andere Initiativen zum Ersatz fossiler Ausgangsstoffe durch weitgehend klimaneutral produzierte nachwachsende Rohstoffe ein.<\/p>\n<p>Das diesem Bericht zugrunde liegende Vorhaben wurde mit Mitteln des Ministeriums f\u00fcr Wirtschaft und Europaangelegenheiten des Landes Brandenburg und der EU gef\u00f6rdert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Rahmen des Landesprojektes \u201eLIGNOS\u201c gelang es Wissenschaftlern, landwirtschaftliche Reststoffe wie Weizenstroh vollst\u00e4ndig stofflich nutzbar zu machen. Werden die Reststoffe bisher haupts\u00e4chlich energetisch genutzt, also verbrannt, k\u00f6nnen nun neue Materialien z.B. Kunststoffe daraus hergestellt werden. Das vom Fraunhofer-Institut f\u00fcr Angewandte Polymerforschung IAP in Potsdam-Golm koordinierte Projekt wurde mit 2,8 Mio. 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